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Kulturnachrichten

Freitag, 6. März 2015

Okwui Enwezor: Kunst und Politik lassen sich nicht trennen

Dramatische Performance auf diesjähriger Kunstschau in Venedig

Der Kurator der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig, Okwui Enwezor, ist der Meinung, dass sich Kunst und Politik nicht trennen lassen. Deshalb stellt er eine monumentale Lesung des "Kapitals" von Karl Marx ins Zentrum der Kunstschau. Die Biennale von Venedig zeigt unter dem Titel "All the World's Futures" in diesem Jahr Arbeiten von 136 Künstlern aus 53 Ländern. 88 von ihnen sind zum ersten Mal dabei. Okwui Enwezor, der auch Direktor des Münchner Hauses der Kunst ist, sagte im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur: "Wir werden dieses sehr ausführliche Werk wie ein Oratorium vorlesen lassen, von richtigen Schauspielern. Das darf eine dramatische Performance werden." Schließlich habe Marx' Werk auch zeitgenössische Aspekte, wenn es um das Kapital und um Geld im Allgemeinen gehe, so Enwezor. Daneben will er einen Schwerpunkt auf die Arbeiten afrikanischer Künstler legen. "Aber nicht weil ich aus Afrika komme, sondern weil ich die Arbeiten schätze und weil ich versuche, auch die Künstler in den Mittelpunkt zu rücken, die bisher unterrepräsentiert sind."

Stuttgarter Planungsbüro gestaltet Vertriebenen-Ausstellung

Entscheidende Phase des Projekts sei erreicht

Das Stuttgarter Planungsbüro Atelier Brückner wird die schon lange geplante Vertriebenen-Ausstellung in Berlin gestalten.
Der Stiftungsrat der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gab in einem europaweit ausgeschriebenen Verfahren den schwäbischen Experten den Zuschlag. Nach Einschätzung von Stiftungsratschefin Monika Grütters ist damit eine entscheidende Phase bei der Umsetzung des Projekts erreicht. "Mit Atelier Brückner konnte ein international renommiertes Gestalterbüro gewonnen werden, das mit seinen Vorschlägen ein hohes Maß an Sensibilität für das Thema Flucht und Vertreibung erkennen und zudem eine zeitgemäße und publikumsorientierte Umsetzung erwarten lässt", erklärte die Kulturstaatsministerin.

Unesco: Zerstörung von Nimrud ist Kriegsverbrechen

Generaldirektorin beklagt "kulturelles Chaos"

Die Unesco hat die gezielte Zerstörung von Kulturgütern wie die Ruinen von Nimrud durch Extremisten des Islamischen Staats im Irak als Kriegsverbrechen verurteilt. Generaldirektorin Irina Bokowa rief Menschen in aller Welt auf, "das Erbe der gesamten Menschheit" zu schützen. IS-Extremisten hatten nach Darstellung der irakischen Regierung die Ruinen der antiken Stadt in der Nähe von Mossul mit Militärfahrzeugen dem Erdboden gleichgemacht. Bokowa beklagte "kulturelles Chaos". Sie habe sowohl UN-Generalsekretär Ban Ki Moon als auch den Internationalen Strafgerichtshof alarmiert, erklärte die Chefin der UN-Kulturorganisation. Die Entdeckung der Schätze von Nimrud in den 1980er Jahren gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts.

Max Mutzke: Verständnis für ESC-Rückzieher

Der Druck hinter den Kulissen sei groß

Der Soulsänger Max Mutzke, deutscher ESC-Teilnehmer von 2004, hat Verständnis für die Entscheidung von Andreas Kümmert, doch nicht nach Österreich zu fahren. Kümmert, der gestern zum Sieger des deutschen ESC-Vorentscheids gewählt wurde, hatte seine Teilnahme überraschend zurückgezogen. "Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, weil der Druck hinter den Kulissen enorm groß ist", sagte Max Mutzke. Gleichzeitig sei es schwierig, weil eine Absage immer auch das Publikum enttäusche. "Die Lampe ist zu groß, die da angeht", sagte Siggi Schuller von der Plattenfirma Universal in einem ARD-Video. "Er hat alles gegeben und irgendwann festgestellt, dass er es einfach nicht packt." Er glaube, Kümmert habe einfach spontan entschieden. "Wir haben da mit offenem Mund gestanden", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der nie mit einem solchen Rückzug gerechnet habe. Es sei Kümmerts Idee gewesen, beim ESC dabei zu sein, betonte er.

Australien gibt antiken Buddha an Indien zurück

Nationalgalerie wird der Kaufpreis erstattet

Die australische Nationalgalerie gibt die antike Figur eines sitzenden Buddha an Indien zurück. Die Umstände der Ausfuhr der Statue aus Indien seien "unklar", hieß es in einer Erklärung der Nationalgalerie. Die Figur stammt aus Mathura in Uttar Pradesh und wird der Kushan-Periode zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus zugeordnet. Die Nationalgalerie hatte den Buddha 2007 für umgerechnet 920.000 Euro von der New Yorker Nancy Wiener Gallery erworben. Diese unterstütze die Rückgabe an Indien und habe die Erstattung des Kaufpreises zugesagt. Der Buddha aus rotem Sandstein solle im Laufe des Jahres nach Indien gebracht werden.

Architekt des Musiktheaters im Revier ist tot

Werner Ruhnau im Alter von 92 Jahren verstorben

Er entwarf prägende Nachkriegsbauten wie das Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen, auch auch das Theater in Münster - den ersten Theaterneubau nach dem Krieg - und Umbauten der Häuser in Frankfurt, Essen und Stendal. Heute ist der Architekt Werner Ruhnau im Alter von 92 Jahren verstorben.
Ruhnau wurde 1922 in Königsberg geboren und studierte Architektur, Kunst- und Baugeschichte an den Technischen Hochschulen Danzig, Braunschweig und Karlsruhe.
Die Idee für den Glasbau des Musiktheaters im Revier hatte Ruhnau von Mies van der Rohe übernommen. Der Komplex wurde 1959 eröffnet und gilt als gelungene Verbindung von Architektur und bildender Kunst. Das Gebäude steht seit 1997 unter Denkmalschutz.

Wiener Secession begrüßt "Beethovenfries"-Entscheidung

Bilderzyklus bleibt in Österreich

Die Künstlervereinigung Wiener Secession hat die Entscheidung der österreichischen Regierung begrüßt, den "Beethovenfries" von Gustav Klimt nicht an die Erben früherer jüdischer Besitzer zurückzugeben. "Wir freuen uns, den Fries weiterhin an dem Ort, für den er geschaffen wurde, der Öffentlichkeit zeigen zu können", sagte Secessions-Präsident Herwig Kempinger. Der bedeutende österreichische Maler Klimt (1862-1918) hatte den 34 Meter langen monumentalen Fries 1902 für eine Ausstellung in den Räumen der Künstlervereinigung in Wien gestaltet. Seit 1986 ist er wieder dort ausgestellt. Der Bilderzyklus war als Hommage an den Komponisten Ludwig van Beethoven konzipiert. Er zeigt unter anderem schwebende Frauengestalten, Giganten, Ritter und einen Kuss.

Kunstbiennale von Venedig:136 Künstler aus 53 Ländern

Viele Länder zum ersten Mal dabei

Die Kunstbiennale von Venedig präsentiert in diesem Jahr Arbeiten von 136 Künstlern aus 53 Ländern. 88 von ihnen sind zum ersten Mal dabei, wie Biennale-Präsident Paolo Baratta heute in München bei der Vorstellung des Programmes sagte. Die Länder, die ihr Biennale-Debüt geben, sind Grenada, Mauritius, die Mongolei, Mosambik und die Seychellen. Im 120. Jahr ihres Bestehens trägt die Biennale den Titel "All the World's Futures".
"Heute erscheint uns die Welt voll schwerer Brüche und Wunden, starker Ungleichheiten und Unsicherheiten", sagte Baratta. "Wir durchleben eine Art Zeitalter der Angst." Die Biennale habe den Direktor des Münchner Hauses der Kunst, Okwui Enwezor, gebeten, die diesjährige Ausstellung zu kuratieren, weil er diesen Themen gegenüber besonders sensibel sei. "Okwui versucht nicht, Urteile zu fällen oder eine Prognose auszusprechen, sondern er will die Kunst und Künstler aus der ganzen Welt zusammenführen."

Wolfgang Tillmans gewinnt Hasselblad Fotografenpreis

Jury lobt "einen der originellsten und innovativsten Künstler seiner Generation"

Der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans ist der Gewinner des diesjährigen Hasselblad-Preises. Das teilte die schwedische Hasselblad-Stiftung in Göteborg heute mit. Zur Begründung hieß es, Tillmans habe sich zu einem der originellsten und innovativsten Künstler seiner Generation etabliert. Seine Arbeiten handelten von Themen drängender politischer und sozialer Bedeutung und reflektierten die Macht des fotografischen Bildes, sich kritisch mit der Welt auseinanderzusetzen. Der Hasselblad-Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnung für Fotografie und geht auf den Fotografen und Kamerabauer Victor Hasselblad zurück. Er ist mit 110 Tausend Euro dotiert. Die Verleihung findet am 30. November in Göteborg statt.

Paul McCartney beim Roskilde-Festival

Einziger Auftritt in Europa im Sommer

Ex-Beatle Paul McCartney ist einer der Hauptacts beim Roskilde-Festival in Dänemark. Wie die Festivalleitung heute bekanntgab, werde der Brite am 4. Juli auf der Hauptbühne, der Orange Stage, spielen. Der Auftritt werde sein einziger in diesem Sommer in Europa sein. Das Roskilde-Festival findet vom 27. Juni bis 4. Juli statt und zieht jedes Jahr Tausende Musikfans an. Unter den insgesamt 169 Bands und Einzelkünstlern finden sich auch Noel Gallagher, der ehemalige Oasis-Frontman, die amerikanische Metallband Mastodon und die schwedischen Folkschwestern First Aid Kit.

Rückzieher in letzter Minute - Kümmert verzichtet auf ESC

Eklat beim ESC-Vorentscheid

Mit einem überraschenden Rückzieher hat der Sieger des deutschen ESC-Vorentscheids, Andreas Kümmert, viele Zuschauer vor den Kopf gestoßen. In Internet-Foren gab es heute enttäuschte und wütende Kommentare. Allerdings wurde dem unangepassten Rock- und Bluessänger aus Bayern auch Respekt für seine Entscheidung gezollt. In der Show "Unser Song für Österreich" hatte der 28-Jährige nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses völlig überraschend seinen Verzicht erklärt: "Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen", sagte der Bartträger mit der gewaltigen Stimme. Nun soll die Zweitplatzierte, Ann Sophie, Deutschland am 23. Mai beim ESC-Finale in Wien vertreten. Sie zögerte zunächst, nahm das Ticket nach Wien dann aber an.

IS verwüstet antike Ruinenstätte Nimrud im Nordirak

Kunstgegenstände möglicherweise abtransportiert

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat weitere Kulturgüter im Irak zerstört. Mit schweren Militärfahrzeugen hätten die Dschihadisten die bekannte Ruinenstätte der antiken Stadt Nimrud dem Erdboden gleichgemacht, teilte die Regierung in Bagdad mit. Über das genaue Ausmaß der Schäden gab es zunächst keine weiteren Details. Der Fund von Kunstschätzen in den Königsgräbern Nimruds gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen im 20. Jahrhundert. Der Archäologe und Vorderasien-Experte Reinhard Bernbeck wertet die Zerstörungen in Nimrud als „unersetzlichen Verlust". Im Deutschlandradio Kultur sagte er, der IS wolle fast die gesamte Vergangenheit, die in Nordost-Syrien und im Nordirak kulturell vorhanden sei, zerstören, "um einen geschichtlich völlig befreiten Raum zu haben, auf dem man etwas anderes aufbauen kann".

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