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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. März 2015

2015 keine Grimme-Preise für Privatsender

Die Öffentlich-Rechtlichen erhalten in diesem Jahr alle zwölf Auszeichnungen für vorbildliches Qualitätsfernsehen.

Lediglich der private britische Kanal Channel 4 kam in einer Co-Produktion mit dem ZDF und Arte in "Die Kinder von Aleppo" zum Zuge. Insgesamt waren nur vier private Produktionen nominiert. Die ARD-Filme "Bornholmer Straße", "Der Fall Bruckner", "Altersglühen - Speed Dating für Senioren" und "Männertreu" setzten sich am Ende in der Kategorie Fiktion durch. Auch der hessische "Tatort" "Im Schmerz geboren", der in Shakepeares-Manier erzählt wurde, erhält einen Preis. "Dieses Fernsehjahr war in ganz besonderer Weise vielfältig und zeigt erfreuliche Ansätze zu programmlichen Innovationen", sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. In der Informations-Sparte des Wettbewerbs gewinnen "Akte D", "Camp 14 - Total Control Zone", "Nach Wriezen" und "Wir waren Rebellen". Künftig will die Grimme-Chefin aber mehr Schwerpunkte in der Unterhaltung setzen. Dazu zählt der Preis für WDR-1Live Wellenchef Jochen Rausch. Der Radiomann wird für die Mitentwicklung und Umsetzung des Formats "Mr. Dicks" geehrt.

Gerhard Richter versteht beim Kunstmarkt nur noch Chinesisch

Der Preis sage nur wenig über die Bedeutung eines Werkes aus, sagte der Maler der Wochenzeitung Die Zeit.

Die Nachricht, dass sein „Abstraktes Bild" bei einer Auktion mit 41 Millionen Euro einen neuen Rekord erzielt hatte, habe ihn "erschreckt", so Richter. Die Summe habe für ihn „etwas Schockierendes". Er hatte das Bild in den 80er Jahren für ca. 15.000 Mark an einen Kölner Sammler verkauft. Heute ist der Kunstmarkt dem 83jährigen "unverständlich, so wie für mich Chinesisch oder Physik unverständlich sind." Beim Verkauf von zwei Warhols im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen, steht Richter auf Seiten der ehemaligen Eigentümerin: Es seien doch "bloß ziemlich populistische Drucke" gewesen. "Da soll man nicht so einen Wirbel machen, sondern froh sein, dass sie durch ihren Verkauf die Staatskasse auffüllen."
 

NRW-Finanzministerium legt Bericht über strafrechtliche Folgen für Portigon-Kunstverkäufe vor

Die WestLB-Nachfolgerin Portigon AG muss mit Schadensersatzforderungen rechnen, sollte sie die Sammlung der zerschlagenen Landesbank unter dem Marktpreis verkaufen.

So heißt es in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Finanzministers Norbert Walter-Borjans (SPD) für den Haushaltsausschuss des Landtags. Auch strafrechtliche Folgen könnten drohen, wird aus Düsseldorf gemeldet. Portigon muss im Zuge der Abwicklung der einstigen Landesbank rund 380 Kunstwerke und drei Streichinstrumente verkaufen. Die Landes-CDU hatte gefordert, die Kunstkollektion zu ihrem Versicherungswert von rund 28 Millionen Euro der landeseigenen Kunstsammlung NRW zu übertragen.

Younow weist Kritik von Jugendschützern und Politikern zurück

Adi Sideman, der Chef des Videoportals kann keine Jugendgefährdung erkennen.

"Wir haben das Internet nicht erfunden", sagte der 44jährige. "Facebook, Twitter und all die anderen sind auch ab 13 Jahren zugelassen. Nur weil irgendwer, irgendwo, mitten in der Nacht eine nackte Person findet, nachdem er tagelang danach gesucht hat, heißt das nicht, dass wir einen schlechten Job machen". Zuletzt hatte das Deutsche Kinderhilfswerk vor den Gefahren von Livestreaming-Portalen wie Younow gewarnt. Wenn Nutzer Aufnahmen von sich live ins Internet stellen, bestehe die Gefahr, dass Persönlichkeitsrechte oder Privatsphäre verletzt würden, sagte dessen Präsident Thomas Krüger. Auch Politiker kritisieren das Portal wegen angeblich unzureichender Jugendschutz-Bestimmungen und erheben den Vorwurf, es begünstige Kindesmissbrauch und Cyber-Mobbing. Besonders bei Jugendlichen und Kindern ist der Dienst beliebt.

Für Josef Hader ist derzeitige Auseinandersetzung über Meinungsfreiheit verfehlt

"Die einen wollen das Prinzip der freien Meinungsäußerung verkleinern, um niemanden vor den Kopf zu stoßen; die anderen tun so, als wäre alles, was den Islam betrifft, grundsätzlich fundamentalistisch. Das ist Mediendemokratie - und geht am Thema vorbei", sagte der österreichische Kabarettist dem "Standard".

Das Prinzip der Meinungsfreiheit, so der 53jährige, sei eine historische Errungenschaft, von der man keinen Zentimeter zurückweichen dürfe. Ein Großteil der Muslime in Österreich denke genauso. So zu tun, als bestünde Europa nur aus den Banlieus von Paris oder Berlin-Neukölln stimme nicht. Es gäbe "Problemzonen", "aber weitgehend haut's ja hin." Für das Kabarett gelte das Gleiche wie für Kunst: "Man muss eine Spur Missverständnis in Kauf nehmen, wenn man etwas Interessantes machen will. Wenn die oberste Prämisse lautet, dass man nicht missverstanden werden will, dann erledigt sich die Kunst von selber."

Ex-Pompeji-Manager unter Betrugsverdacht

Die italienischen Behörden fanden bei Marcello Fiori Güter im Wert von fast sechs Millionen Euro.

Dem früheren Manager, von 2008 bis 2010 Kommissar für die historische Ausgabungsstätte Pompeji, wird Betrug und Veruntreuung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen neun Personen aus dem Kulturministerium und der Region Kampanien. Konkret steht Fiori im Verdacht, bei der Renovierung eines Theaters in Pompeji die archäologischen Vorschriften missachtet und den Auftrag völlig überteuert und ohne Ausschreibung vergeben zu haben. Die Kosten für die Renovierung sollen im Laufe der Arbeiten immens angestiegen sein. Fiori hat in den letzten Jahren Karriere in der konservativen Partei Forza Italia von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi gemacht, dessen Regierung ihn 2008 nach Pompeji berief. Die Unesco-Weltkulturerbestätte ist seit Jahren vom Verfall bedroht.

Widersprüchliche Empfehlungen zum Leistungsschutz bei Bundestagsanhörung

Vier von sieben Fachleuten unterstützten zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Internet einen Gesetzesentwurf der Oppositionsfraktionen von Linken und Grünen, in dem die Abschaffung des 2013 beschlossenen LSR verlangt wird; drei votierten dagegen.

Die Kritiker des Gesetzes wiesen auf Erfahrungen hin, dass zuallererst kleinere Unternehmen von dem Leistungsschutzrecht beeinträchtigt würden. "Marktstarke Anbieter" von Suchmaschinen seien dagegen eher bereit, "Presseerzeugnisse aus ihren Trefferlisten zu entfernen oder die Nachrichtensuche ganz einzustellen, als eine kostenpflichtige Lizenz zur Anzeige von Snippets zu erwerben", erklärte Prof. Malte Stieper. Dagegen bezeichnete der Vertreter der Verlagsgruppe Hubert Burda Media Sebastian Doedens, das LSR als "wichtiges Element einer fairen Medienordnung". Das Gesetz solle deshalb zu einem noch "robusteren Schutz der Leistungen der Presseverlage fortentwickelt werden".

Kevin Spacey verlässt im Herbst das Theater Old Vic in London

Der zweifache Oscar-Preisträger will sich nach elf Jahren als künstlerischer Leiter der Bühne wieder voll ins Schauspielerleben stürzen.

Der anfangs wegen seines Hollywood-Glamours beargwöhnte Spacey wird an der Themse inzwischen als "King Kevin" gefeiert. Kritiker befürchten das Ende einer "Goldenen Ära". Denn es sei Spacey zu verdanken, dass das Traditionstheater 2004 vor dem Aus gerettet werden konnte. Mit einem von ihm gegründeten Förderfonds von bis zu 20 Millionen Pfund will Spacey sicherstellen, dass das Old Vic auch im 21. Jahrhundert eine Zukunft hat. "Als ich hier ankam, sagten sie, geh doch wieder nach Hause", erinnerte sich Spacey kürzlich in einem Zeitungsinterview. Der 55-Jährige "House of Cards"-Star soll im April mit einem Olivier-Award für seine Verdienste um das Theater geehrt werden.

Westbam ist 50 und geht früh zu Bett

"In den Neunzigern und auch in den Achtzigern dachte ich, ich wäre ein Nachtmensch. Aber ich bin Frühaufsteher und Frühzubettgeher. Für meine Auftritte nachts kann ich ein bisschen vorpennen. Da stelle ich den Wecker." Das erzählte der DJ der Welt.

Zwei Tage bevor seine Autobiografie erscheint, erinnert sich der am 4. März 1965 in Münster geborene Maximilian Lenz im Interview, wie nützlich es für ihn gewesen sei, dass seine Eltern ihn schon immer für "genial" hielten und er erst spät kapierte, dass Musik von Ordnung handele. Hätte er sich mit achtzehn Jahren vorgestellt, mit fünfzig noch DJ zu sein, wäre "beklemmend" gewesen. Aus heutiger Sicht sei es eine "Lebensperspektive". Menschen in seinem Alter, die noch regelmäßig in Clubs gingen, seien "entweder Freaks oder Leute wie ich, die – das muss man so hart sagen – davon leben.

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