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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. März 2014

Theaterstück über Neonazi-Terrorgruppe NSU uraufgeführt

Es sei gelungen, die Geschichte mit den Geschehnissen um die Terrorgruppe NSU in Zusammenhang zu bringen.

Mit diesen Worten hat der türkische Botschafter in Deutschland, Avni Karsioglu, die Aufführung des Theaterstücks "Rechtsmaterial" kommentiert, das gestern am Staatstheater Karlsruhe Premiere hatte. Der Regisseur Jan-Christoph Gockel und der Autor Konstantin Küspert verschränken darin Szenen aus dem nationalsozialistischen Propagandastück "Schlageter" mit der Darstellung der ostdeutschen Neonazis. Während der Aufführung wurden zudem auf einer Videoleinwand hinter der Bühne Szenen der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen sowie Äußerungen von Politikern in der Asyldebatte der frühen 90er Jahre gezeigt.

Gröning: Fernsehen passt sich einem imaginären Publikum an

"Das deutsche Fernsehen passt sich einem imaginären Publikum an, das angeblich nicht sehr verständnisfähig ist."

Das sagte der Filmemacher Philip Gröning im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sein Dokumentarfilm "Die große Stille" sei im italienischen Fernsehen zur Primetime gelaufen, in Deutschland jedoch erst am späten Abend. - Wenn hier um acht Uhr abends andere Filme kämen, würden auch andere Leute einschalten, ist Gröning überzeugt. Doch das Fernsehen zeige Filme, über die Zuschauer nicht nachdenken müssten. Das sei gewollt, denn dann würde er das Programm weiter verfolgen statt das Gerät abzuschalten und sich Gedanken zum Film zu machen.

Jüdisches Filmfestival eröffnet in Potsdam mit einer Komödie

Mit den Slogans "Achtung Gläubig", "Achtung Reich" und "Achtung Schlau" hat das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam für seine 20. Auflage geworben.

Es wird heute mit der Komödie "Fading Gigolo" in Potsdam eröffnet. Darin geht es um einen Callboy, der eine jüdische Gemeinde in Aufruhr versetzt. - In den nächsten zwei Wochen werden 33 Beiträge von jüdischen Filmemachern gezeigt.

Autorin: "Kaum jemand hat ein normales Verhältnis zum Essen"

"Mich interessiert die Schnittstelle zwischen der Person und dem Rest der Welt - der Körper."

Das sagt Lionel Shriver im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Schriftstellerin hat einen Roman über einen fettleibigen Mann geschrieben. Bei der Krankheit gehe es nicht um Essen, sondern um ein Leben, das in Zeitlupe kollabiert, sagte Shriver der Zeitung. - Ein schwieriges Verhältnis zum Essen sieht Shriver nicht nur bei Übergewichtigen. Kaum jemand habe dazu ein normales Verhältnis, sagte die Schriftstellerin. Viele Menschen, die von gesunder Ernährung redeten, wollten in Wahrheit vermeiden, dick zu werden.

Für Shrivers neuen Roman "Großer Bruder" war ihr eigener Bruder Modell. Er starb mit 55 an Fettleibigkeit.

Italien Dorf erhält von Künstler zerlegte Kirche zurück

Die Dorfbewohner waren entsetzt und sprachen von einem Angriff auf das kulturelle Erbe Italiens.

Jetzt erhält die Ortschaft Montegiordano seine zerlegte Kirche zurück. Der italienische Künstler Francesco Vezzoli kaufte das Gotteshaus nach eigenen Angaben im Internet. Im vergangenen Oktober ließ er es abgetragen und die Bauteile einpacken. Für den geplanten Transport in die USA habe er sämtliche Genehmigungen erhalten. Dort wollte Vezzolini das Gebäude als Teil eines Kunstprojekts wieder aufbauen. - Doch die Dorfbewohner protestierten. Die Kulturgüterverwaltung von Cosenza ermittelte und stoppte die Verfrachtung der Kirche.

Hamburger Band soll US-Schüler für die deutsche Sprache begeistern

Jeder fünfte Amerikaner lernt eine Fremdsprache - ganz selten fällt die Entscheidung jedoch für Deutsch.

Das will das Goethe Institut ändern und schickt eine Hamburger Band auf Schul-Tournee durch die USA. Die vier Musiker von "Tonbandgerät" sollen amerikanischen Schülern Lust auf die deutsche Sprache machen. - Das Bild von der Bundesrepublik in den USA sei sehr gut, sagte Christoph Veldhues vom New Yorker Goethe Institut der Nachrichtenagentur dpa. Nun hoffe man, dass sich das auch in Deutschlerner-Zahlen niederschlage.

Von den 300 Millionen Einwohnern der USA lernen ungefähr 500.000 Menschen deutsch. Dabei haben viele von ihnen deutsche Wurzeln.

Earth Hour: Brandenburger Tor blieb im Dunkeln

In Deutschland haben sich zahlreiche Städte an der Stromspar-Aktion "Earth Hour" beteiligt.

Abends um halb neun wurde unter anderem die Beleuchtung am Brandenburger Tor sowie am Kölner Dom und der Münchner Frauenkirche ausgeschaltet. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF nahmen insgesamt 7.000 Städte in mehr als 150 Ländern an der Aktion teil.

Kritiker der "Earth Hour" argumentieren, die Aktion ändere nicht wirklich etwas am Problem der Klimaerwärmung. Die Zelebrierung der Dunkelheit sende die falsche Botschaft, meinte etwa der dänische Politikwissenschaftler Björn Lomborg.

Drama "Ciencias naturales" gewinnt bei Filmfestival in Guadalajara

In dem Film geht es um die Suche eines zwölfjährigen Mädchens nach ihrem Vater.

Auf dem Internationalen Filmfestival in Mexiko ist das argentinische Drama "Ciencias naturales" als bester Film ausgezeichnet worden. Die Hauptdarstellerinnen Paula Hertzog und Paola Barrientos teilen sich die Auszeichnung als beste Schauspielerin; außerdem bekam der Film den Preis für das beste Drehbuch. - Die deutsch-mexikanische Koproduktion "Los Ángeles" über einen jungen Mann in den Fängen einer Jugendgang wurde als bestes Erstlingswerk ausgezeichnet.

Stars wie Mark Wahlberg bekommen bei US-Kinderpreisen Schleimduschen

Bei dieser Veranstaltung dürfen die Stars nicht empfindlich sein.

Bei den US-Kinderpreisen "Kid's Choice Awards" sind Schauspieler Mark Wahlberg sowie die Pop-Sänger Cody Simpson und Austin Mahone live im Fernsehen mit grünem Schleim überschüttet worden. Die Glibber-Duschen gehören traditionell zu der vom Kindersender Nickelodeon jährlich veranstalteten Gala, die in Los Angeles zum 27. Mal stattfand.

Die Schauspielerin Jennifer Lawrence wurde als beliebteste Schauspielerin ausgezeichnet. Beliebtester Schauspieler wurde Adam Sandler.

Filmorchester Babelsberg und "Keimzeit" nehmen gemeinsam ein Album auf

Auf Konzerten musizieren das Filmorchester Babelsberg und die Rockband "Keimzeit" bereits zusammen.

Jetzt haben sie auch gemeinsam ein Album aufgenommen. Der Titel "Zusammen" stehe für das Projekt: Orchester und Band seien gleichberechtigte Partner, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Es sei nicht darum gegangen, ein paar Rocknummern künstlich aufzuplustern, sondern den musikalischen Output der Band neu zu interpretieren, sagte der Manager Dirk Tscherner. - Das Filmorchester Babelsberg aus Potsdam hat in den vergangenen Jahren mehr als 500 Titel für Filmproduktionen eingespielt.

Tschechischer Fotograf Skacha gestorben

Der tschechische Fotograf Oldrich Skacha ist tot.

Skacha wurde mit seinen Bildern aus der Prager Dissidenten-Szene berühmt. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 schloss er sich in den 70er Jahren den Prager Dissidenten um den Schriftsteller und Dramatiker Vaclav Havel an. Neben seinem Kollegen Bohdan Holomicek war Skacha der einzige, der die Aktivitäten der Dissidenten-Bewegung systematisch in Bildern festhielt. Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde Skacha Vaclav Havels persönlicher Fotograf. Sein Werk war in Ausstellungen in Wien, Paris, New York und anderen Metropolen zu sehen. Skacha wurde 72 Jahre alt.

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