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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. März 2014

ZDF-Staatsvertrag in Teilen verfassungswidrig

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf nicht zum Staatsfunk werden, sondern muss die in der Gesellschaft vertretenen Meinungen facettenreich widerspiegeln."

Das sagte der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof. Das Gericht hat entschieden, dass der Einfluss der Politik auf das ZDF reduziert werden muss. Im Verwaltungs- und Fernsehrat des Senders muss der Anteil von Politikern und "staatsnahen Personen" deutlich gesenkt werden. - Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hamburg hatten geklagt, nachdem 2009 eine CDU-nahe Mehrheit im Verwaltungsrat den Vertrag von Chefredakteur Nikolaus Brender nicht verlängert hatte. Brender hatte der Union vorher vorgeworfen, den Verwaltungsrat des Senders dominieren zu wollen.

Die Vorgaben des Gerichts müssen bis zum 30. Juni 2015 umgesetzt werden.

Zeitung: US-Regierung legt NSA-Reform vor

Die Datensammelwut des US-Geheimdienstes NSA könnte bald eingeschränkt werden.

Das legt zumindest ein Bericht der Zeitung "New York Times" nahe. Demnach werde die US-Regierung in Kürze Eckpunkte einer Reform des Geheimdienstes vorlegen. Die NSA solle in Zukunft nicht mehr selbst Millionen Telefon-Metadaten speichern. Dafür seien in Zukunft allein private Telefongesellschaften zuständig, schrieb die Zeitung. Diese sollten wie bisher verpflichtet sein, Verbindungsdaten für 18 Monate zu speichern. - Falls dies vom Kongress gebilligt werde, würde dies das Ende der am heftigsten kritisierten Überwachungspraxis bedeuten, urteilt die "New York Times".

Die NSA hatte von Hunderten Millionen Amerikanern und Ausländern Telefon-Metadaten gesammelt und gespeichert. Entsprechende Enthüllungen durch den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatten im vergangenen Jahr weltweite Empörung ausgelöst.

Medienrechtler schlägt Änderungen für ZDF-Aufsichtsgremien vor

"Das Bestimmungsrecht der Ministerpräsidenten ist beim ZDF zu stark ausgestaltet."

Dieser Überzeugung ist der Mainzer Medienrechtler Matthias Cornils. Er halte Änderungen an den ZDF-Aufsichtsgremien für sinnvoll, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe eine zahlenmäßige Dominanz der politischen Parteien gegenüber den Verbandsvertretern anderer gesellschaftlicher Gruppen. Es liege nahe, die Zahl der Vertreter von Staat und Parteien zu kürzen oder das Bestimmungsrecht der Ministerpräsidenten einzuschränken, sagte Cornils. Allerdings habe der Staats- und Parteieneinfluss nicht allein mit der Zahlenstärke zu tun. - Das Bundesverfassungsgericht soll heute darüber entscheiden, wie viel staatlicher Einfluss auf öffentlich-rechtliche Sender zulässig ist.

Bundesverfassungsgericht: Urteil über Staatsferne beim ZDF

Der Fall des ehemaligen ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender beschäftigt auch fünf Jahre nachdem sein Vertrag nicht verlängert wurde die Gerichte.

Heute will das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob der Einfluss von Staat und Parteien in den ZDF-Gremien eingeschränkt werden muss. Geklagt haben die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hamburg. Diese kritisieren die damalige Entscheidung des Verwaltungsrates, dem auch der ehemalige hessische Ministerpräisdent Roland Koch angehörte. Der Vorwurf lautet, die Gremien seien parteipolitisch dominiert. Chefredakteur Brender hatte nach eigenen Angaben Auseinandersetzungen mit CDU-Politikern, die Einfluss auf Fernseh-Beiträge nehmen wollten.

Ägypten: Al-Dschaisra-Journalisten wehren sich vor Gericht gegen Vorwürfe

Er sitzt seit drei Monaten im Gefängnis - doch die Anschuldigungen gegen ihn seien "gegenstandslos".

So beschreibt der Al-Dschasira-Journalist Peter Greste seine Situation bei einer ersten Anhörung in Kairo. Greste und seinem mitangeklagten Kollegen, Mohammed Fadel Fahmy, werden Verbindungen zur Muslimbruderschaft vorgeworfen. Die Vereinigung wird mittlerweile von den ägyptischen Behörden als Terrororganisation eingestuft. Bevor beide Journalisten zum englischsprachigen Dienst des arabischen Nachrichtensenders wechselten, arbeitete Greste für die BBC, Fahmy für CNN. Das Gericht hat den Prozesss auf kommenden Montag vertagt.

MGH: Historikerin kritisiert bayrische Wissenschaftspolitik

Sie sieht die Gefahr, dass die "Monumenta Germaniae Historica" nach und nach personell stillgelegt wird.

Auch deshalb will die Leiterin des Mittelalter-Forschungsinstituts, Claudia Märtl, ihr Amt aufgeben. Die staatliche Zuwendung sei in der letzten Dekade um zwölf Prozent gesunken, kritisierte die Wissenschaftlerin im Deutschlandradio Kultur. Dem Institut fehle die Möglichkeit, junge Mitarbeiter mit neuen Ideen einzustellen. - Die derzeitige Generation bayrischer Wissenschaftspolitiker konzentriere sich zu sehr auf die regionale Perspektive, kritisierte Märtl. - Das Institut "Monumenta Germaniae Historica" gibt bedeutende Editionen wissenschaftlich bearbeiteter Quelltexte zur deutschen und europäischen Geschichte heraus.

Documenta-Geschäftsführer: "Ich gehe mit zwei weinenden Augen"

"Ich gehe mit zwei weinenden Augen. Ich gehe mit einer großen emotionalen Bindung zur Documenta."

Das sagte Bernd Leifeld, scheidender Geschäftsführer der weltweit wichtigsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Er habe jedoch immer selbst entscheiden wollen, wann er gehe, sagte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das habe er schon vor vier Jahren mit dem Aufsichtsrat besprochen. - Leifeld ist seit 1996 Geschäftsführer der Documenta. In der Zeit sei er kein heimlicher Kurator gewesen, sagte er im Interview. Seine Aufgabe sei es, Kunst möglich zu machen. - Leifeld geht in diesem Jahr in den Ruhestand.

Kriminologe Pfeiffer begrüßt Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch

"Die Kirche hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt",

sagte Christian Pfeiffer gestern dem Radiosender NDR Kultur. Der Kriminologe kommentierte damit das neue Forschungsprojekt der katholischen Bischöfe zum sexuellen Missbrauch in der Kirche. Den Ansatz, vor allem Tiefenforschung durch qualitative Interviews mit Tätern und Opfern zu betreiben, sei richtig, sagte er. - 2011 hatten die Bischöfe eigentlich Pfeiffer mit dem Forschungsprojekt beauftragt. Die Zusammenarbeit scheiterte aber wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Datenschutz und dem im Kirchenrecht vorgegebenen Umgang mit Akten.

New York: Museum 9/11 soll am 21. Mai eröffnet werden

Eigentlich sollte das Museum für die Opfer der Terroranschläge in New York vom 11. September 2001 gleichzeitig mit dem Mahnmal vor drei Jahren eröffnet werden.

Wegen Streitigkeiten um die Finanzierung und Überflutugen nach dem Wirbelsturm Sandy war es jedoch zu Verzögerungen gekommen. Gestern teilten die Betreiber mit, dass das Museum am 21. Mai für die Besucher offiziell eröffnet wird. Vorher sollen Überlebende und Angehörige der Opfer fünf Tage lang Gelegenheit haben die Ausstellung zu besichtigen. Auf 10.000 Quadratmetern werden Gegenstände aus den eingestürzten Gebäuden des World Trade Centers sowie Fotos und Videos gezeigt. Die Ausstellung erklärt die Hintergründe der Anschläge sowie ihre Nachwirkungen.

TV-Produzent: Ich habe die Ukrainer verstanden

"Der Drang nach Freiheit hatte uns blind gemacht."

So erinnert sich der slowakische TV-Produzent Jan Mojto an die Zeit vor dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im Sommer 1968. Er könne verstehen, dass die Ukrainer die russischen Truppen an ihren Grenzen ignoriert hätten, sagte Mojto der Zeitung "Die Welt". - Erwartungen, dass der Westen eingreifen könne, habe er damals nicht gehabt. Die Hoffnung sei 1956 gestorben, als die Sowjets den Ungarnaufstand niederschlugen, sagte Mojto. - In den Neunzigern habe er befürchtet, dass die Slowakei nicht in die EU und die NATO kommt und so zur Pufferzone zwischen Westeuropa und Russland hätte werden können.

Autor Zhadan: Ukraine hat stärkere Haltung des Westens erwartet

Viele Ukrainer sind vom Westen enttäuscht.

Dieser Ansicht ist der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan, der nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland eine energischere Reaktion erwartet hatte. Der 39-jährige Autor sagte am Rande des Pariser Buchsalons, in der gesamten Ukraine sei die Lage nun sehr angespannt. Die Opposition sei von den Auswirkungen überrascht worden, sagte Zhadan. Die Korruption und die autoritäre Regierung hätten Veränderungen unausweichlich gemacht, aber er hätte nie gedacht, dass diese so blutig sein würden. Der in der Ostukraine nahe der russischen Grenze geborene Schriftsteller zählt zu den wichtigsten Vertretern der jungen Literaten seines Landes.

Städel-Direktor verteidigt Kooperation mit Drogeriekette

"Unsere Aufgabe als Museum ist es vordringlich, Besucher physisch zu empfangen."

Das sagte der Direktor des Städel-Museums, Max Hollein, gestern Abend im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Trotzdem verteidigte er den Schritt, gemeinsam mit der Drogeriekette "dm" 100 Werke aus dem Städel für Kunden zum selber Ausdrucken anzubieten. Hollein sieht darin die Chance, potenzielle Interessenten des Museums erreichen zu können.

Brasiliens Militär verstärkt bei Fußball-WM Polizei in Slums von Rio

Es sind keine drei Monate mehr bis zum Beginn der Fußball-WM in Brasilien.

Die Regierung des Landes hat nun angekündigt, für die Besetzung einer von Drogenbanden beherrschten Armensiedlung in Rio de Janeiro Soldaten zur Verfügung zu stellen. Darauf haben sich der Gouverneur der Stadt und Brasiliens Justizminister geeinigt. - Der Einsatz soll im Rahmen des Dekrets zur "Garantie von Recht und Ordnung" erfolgen, das Soldaten Polizeirechte einräumt. Betroffen ist der aus 16 Favelas bestehende Siedlungskomplex Maré im Norden der Stadt. - In Rio findet am 13. Juli das WM-Finale statt.

Städel-Direktor verteidigt Kooperation mit Drogeriekette

"Unsere Aufgabe als Museum ist es vordringlich, Besucher physisch zu empfangen."

Das sagte der Direktor des Städel-Museums, Max Hollein, gestern Abend im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Trotzdem verteidigte er den Schritt, gemeinsam mit der Drogeriekette "dm" 100 Werke aus dem Städel für Kunden zum selber Ausdrucken anzubieten. Hollein sieht darin die Chance, potenzielle Interessenten des Museums erreichen zu können.

Essl-Sammlung soll Unternehmen retten

Erst hat seine Baumarktkette ihm das Sammeln von Kunst ermöglicht - nun will er mit dem Verkauf von Werken seine Firma retten.

Knapp 7000 zeitgenössische Werke will Karlheinz Essl an die Republik Österreich verkaufen, um so sein Unternehmen bauMax zu retten. Das schrieb der Kunstsammler gestern in einer Pressemitteilung. Im Fall einer Pleite gehörten die Werke zur Insolvenzmasse. Es müsse gelingen, "die wichtigste Sammlung österreichischer Gegenwartskunst seit 1945 zu erhalten", schrieb Essl weiter. - Kulturminister Josef Ostermayer lud zu einem Runden Tisch. Die Bilder und die Arbeitsplätze zu retten, sei extrem wichtig.

Essl hat seit den 1970er Jahren unter anderem Werke von Friedensreich Hundertwasser, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Gerhard Richter, Jonathan Meese und Gottfried Helnwein gekauft. 1999 wurde das Essl-Museum in Klosterneuburg bei Wien eröffnet.

Konzentrationslager Struthof im Elsass wird restauriert

Es war während des Dritten Reiches das einzige nationalsozialistische Konzentrationslager auf französischem Boden.

Das ehemalige KZ Natzweiler-Struthof im Elsass soll umfassend restauriert werden. Das Lager habe im Laufe der Jahrzehnte durch Stürme und die etwa 170.000 Besucher pro Jahr stark gelitten, sagte die Direktorin des Zentrums in Natzweiler. Bis zum Sommer werden für etwa 1,2 Millionen Euro die Baracken, das Gefängnis und das Krematorium saniert. - In dem Lager waren zwischen 1941 und 1944 rund 52.000 Menschen gefangen, fast die Hälfte von ihnen starb.

Kulturrat: Sparvorschläge des Steuerzahlerbundes sind Nullnummern

"Der Bund der Steuerzahler Deutschland mausert sich langsam zum echten Kulturfeind",

sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, laut einer Mitteilung des Vereins. Kulturförderung sei keine Subvention, sondern Investition in unsere Gesellschaft, ergänzte Zimmermann. - In seinem aktuellen Papier skizziert der Bund der Steuerzahler 30 Beispiele für "absurde Bundesprojekte". Die Organisation kritisiert darin auch Teile der Filmförderung sowie die Tanzförderung.

Flughafen von El Salvador nach ermordetem Bischof Romero benannt

Er war Gegner des Militärregimes in El Salvador und setzte sich für soziale Gerechtigkeit ein.

Genau 34 Jahre nach der Ermordung des Erzbischofs Óscar Romero ist der Flughafen von El Salvador nach dem berühmten Befreiungstheologen benannt worden. Der Airport nahe der Hauptstadt San Salvador werde künftig "Internationaler Flughafen Monseñor Óscar Arnulfo Romero" heißen, sagte Präsident Mauricio Funes bei der Enthüllung einer Gedenktafel. Romero wurde 1980 auf Anordnung des Geheimdienstoffiziers Roberto d'Aubuisson erschossen. Sein Tod markierte den Beginn des Bürgerkriegs in El Salvador.

Roberto d'Aubuisson gründete später die rechtskonservative Partei Arena, deren Parlamentsangeordnete in der vergangenen Woche als einzige nicht für die Umbenennung des Flughafens stimmten.

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