Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Samstag, 15. März 2014

USA beklagen "beispiellose Zensur" in Russland

Am Donnerstag hat Russland vier der wichtigsten Internetseiten der Opposition gesperrt.

Nun haben die USA den Umgang der Regierung in Moskau mit der Pressefreiheit scharf kritisiert. Die Vereinigten Staaten seien zutiefst beunruhigt über den rapide schrumpfenden Raum für unabhängige und freie Medien in Russland, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. In Russland verabschiedete Gesetze hätten zu einer "beispiellosen Zensur" geführt. - Der russischen Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor zufolge ist unter anderem der Blog des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny gesperrt worden. Die Regierung begründete den Schritt damit, dass die Seite Aufrufe zu Massenunruhen enthalte.

Alice Nkom: Westen muss gegen Homophobie in Afrika kämpfen

"Die europäischen Länder sollen stärker gegen die Verfolgung von Homosexuellen in afrikanischen Ländern vorgehen."

Dieser Ansicht ist die Menschenrechtsaktivistin Alice Nkom. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst verwies die Anwältin darauf, dass die internationale Gemeinschaft eingreifen könne, da sich die afrikanischen Länder zu den Menschenrechten bekannt haben. Nkom kritisierte auch die Rolle der Kirchen in Kamerun. Die katholische Kirche sei eine machtvolle Institution, die bei der Verbreitung von Homophobie eine unwürdige Rolle spiele. Auch die aus den USA finanzierten Freikirchen seien ein Zentrum homophober Hetze. - Nkom wird am Dienstag mit dem Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Die 69-jährige Anwältin verteidigt in Kamerun Lesben, Schwule, Trans- und Intersexuelle vor Gericht und setzt sich für die Aufklärung der Bevölkerung über sexuelle Minderheiten ein. Deshalb wird sie verfolgt und mit dem Tod bedroht.

Künstlerpaar Kabakow: Boykott der Manifesta ist falscher Weg

"Der Krieg bringt Menschen auseinander, die Kunst führt sie zusammen."

Mit diesen Worten spricht sich das russische Künstlerpaar Ilja und Emilia Kabakow auf der Internetseite der Zeitschrift "monopol" gegen einen Boykott der Wanderbiennale Manifesta aus. Die Ausstellung soll von Kasper König kuratiert werden und im Juni in St. Petersburg stattfinden. Zuletzt waren Stimmen laut geworden, die Veranstaltung wegen des derzeitigen Konflikts mit der Ukraine abzusagen. Die Kabakows halten einen Boykott aber für den falschen Weg. Der Austausch zwischen Künstlern, Museen und Institutionen müsse weitergehen, da andernfalls viele Künstler in Russland und die Kultur insgesamt leiden würden.

Die Kabakows leben seit 14 Jahren in den USA, sie gelten mit ihrer Konzeptkunst als wichtige Chronisten der untergegangenen Sowjetunion.

Wuppertaler Oper künftig ohne festes Ensemble

Der Sparzwang in der Wuppertaler Kulturszene geht weiter.

Die Oper der Stadt verzichtet in der kommenden Spielzeit auf den klassischen Ensemblebetrieb mit längerfristigen Festverträgen. Das kündigte der künftige Intendant Toshiyuki Kamioka an. Stattdessen gebe es in Zukunft Blockaufführungen, die überwiegend von Gastsängern bestritten würden. - Der Kulturbetrieb der hoch verschuldeten Stadt Wuppertal steht unter massivem Spardruck. Kamioka hatte die Verträge von zwölf Solisten sowie des gesamten künstlerischen Personals hinter der Bühne nicht verlängert.

Opernsänger René Kollo sieht schwarz für die Bayreuther Festspiele

Früher war Bayreuth für ihn eine heilige Stätte, heute geht er auf Distanz zum Musikspektakel.

Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zeigte sich der Opernsänger René Kollo kritisch gegenüber dem modernen Musiktheaterbetrieb. In Bayreuth wolle man ablenken und jede Sekunde einen Witz machen. Das habe mit Wagner nichts zu tun, urteilte Kollo. Er gebe nur noch Firlefanz und kein Nachdenken über die Stücke. Wenn es so weitergehe, sehe er schwarz für die Zukunft der Festspiele, sagte der Sänger.

US-Regierung will Kontrolle über Internet-Verwaltung aufgeben

Die US-Regierung scheint Konsequenzen aus dem NSA-Skandal zu ziehen.

Nach eigenen Angaben will das US-Handelsministerium die Kontrolle über die Internet-Verwaltung ICANN aufgeben. Der Startschuss für eine Neuordnung solle bereits bei einer Konferenz in Singapur Ende März fallen, kündigte die Internet-Organisation an. Regierungen, die Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit seien zur Teilnahme eingeladen, erklärte ICANN-Chef Fadi Chehadé. - Das US-Handelsministerium hatte seit jeher die Aufsicht über die Organisation. Nach dem dem Skandal um ausufernde Überwachung durch den US-Geheimdienst forderte die EU-Kommission eine Neuordnung der ICANN-Aufsicht.

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ist unter anderem für die Vergabe der übergeordneten Domainnamen wie .com zuständig.

Timbuktu: Wiederaufbau des Weltkulturerbes hat begonnen

Die Heiligtümer wurden vor knapp zwei Jahren von radikalen Islamisten zerstört.

Jetzt hat in der Wüstenstadt Timbuktu in Mali der Wiederaufbau des Weltkulturerbes begonnen. Wie die Unesco mitteilte, legte der malische Kulturminister Bruno Maiga den Grundstein für zwei Mausoleen. Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa sagte, das Projekt sei nicht nur für die Bevölkerung Malis wichtig, sondern für die ganze Menschheit. Die Kulturorganisation beteiligt sich an der Finanzierung des Wiederaufbaus, der in etwa einem Monat abgeschlossen sein soll. - Im 16. Jahrhundert war Timbuktu ein wichtiges Zentrum islamischer Gelehrsamkeit. Nach dem Militärputsch 2012 hatten islamistische Gruppen mehrere Gräber wichtiger Gelehrter zerstört.

Ungarn: Neues Gesetz schränkt Fotografen ein

Der ungarische Journalistenverband MUOSZ befürchtet eine Selbstzensur der Fotografen.

Das hat der Verband als Reaktion auf ein neues Gesetz mitgeteilt, das heute in Ungarn in Kraft tritt. In Zukunft ist es strafbar, Privatpersonen ohne deren Einwilligung abzulichten. Bislang beschränkte sich das Verbot nur auf die Veröffentlichung der Bilder. Die Interessensvertreter kritisieren vor allem die Unklarheiten, die das neue Gesetz schaffe. So wisse man beispielsweise nicht, in welcher Form eine Zustimmung eingeholt werden müsse.

Georg Baselitz' Holzschnitte-Sammlung ausgestellt

Nicht als Künstler, sondern als Sammler macht Georg Baselitz dieser Tage von sich reden.

Ab heute steht eine beträchtliche Sammlung des deutschen Künstlers im Mittelpunkt einer Ausstellung über die Chiaroscuro Holzschnitt-Technik der deutschen und italienischen Renaissance. Die Werke werden in der Royal Academy in London zu sehen sein. Als Ehrenmitglied der Academy sei er stolz, rund 80 Prozent der Exponate liefern zu können, sagte Baselitz der Deutschen Presse-Agentur. Es erstaune ihn, dass eine Kunst, die mehr als 400 Jahre alt sei, die Menschen immer noch fasziniere, sagte er über die Ausstellungsstücke.

Baselitz' Sammlung gilt als eine der größten auf dem Gebiet der Hell-Dunkel-Grafik, die unter der italienischen Bezeichnung "Chiaroscuro" bekannt ist.

Spanien verleiht Gerard Mortier posthum Verdienstmedaille

Nach seinem Tod wird Gerard Mortier eine besondere Ehre zuteil:

Die spanische Regierung hat den belgischen Opern- und Theaterintendanten posthum mit der Goldenen Verdienstmedaille der schönen Künste ausgezeichnet. Das Kabinett billigte den Vorschlag von Kulturminister José Ignacio Wert. Spanien vergibt die Auszeichnung jedes Jahr an Kulturschaffende und Organisationen, die sich mit ihren schöpferischen Werken besonders hervorgetan haben. - Mortier war am vergangenen Wochenende im Alter von 70 Jahren in Brüssel gestorben.

Theologieprofessor Körtner: Evangelische Kirche muss Konsequenzen ziehen

"Die evangelische Kirche muss aus der jüngsten Mitgliederstudie selbstkritische Konsequenzen ziehen."

Das sagte der Theologieprofessor Ulrich Körtner dem Evangelischen Pressedienst. Die Studie hatte ergeben, dass der Anteil der Kirchenfernen wächst und die Weitergabe des christlichen Glaubens nicht mehr selbstverständlich ist. - Die Kirche dürfe das Evangelium nicht nur kirchenverbundenen Menschen verkündigen, sondern müsse sich auch den Religionslosen zuwenden, sagte Körtner. Die Hoffnung, Kirche könne gegen den Trend wachsen, habe sich als Irrtum erwiesen.

Band ruft zum Echo-Boykott auf

"Wir halten es für ausgeschlossen, einer Veranstaltung beizuwohnen, in der eine Band nominiert ist, die im letzten Jahr aus gutem Grunde ausgeschlossen wurde."

Mit diesen Worten reagiert die Musikgruppe "Jennifer Rostock" auf die Nominierung der Band Frei.Wild für den Musikpreis Echo. Via Facebook forderte "Jennifer Rostock" andere Musiker auf, die Veranstaltung zu boykottieren. - Schon im letzten Jahr war die Band Frei.Wild für den Echo nominiert. Weil den Deutschrockern nationalistische Tendenzen vorgeworfen werden, drohten Künstler wie Kraftklub und MIA damals mit Boykott. Infolge dessen wurde Frei.Wild von der Nominiertenliste gestrichen.

Im letzten Jahr hatten die Veranstalter des Echo einen Beirat gegründet. Das unabhängig besetzte Gremium soll in Zweifelsfällen bei der Nominierung von Künstlern eingeschaltet werden. Das Gremium hatte entschieden, das aktuelle Frei.Wild-Album "Still" nicht von der Nominierung auszuschließen.

Angelina Jolie appelliert an Politiker: Leiden in Syrien beenden

Angelina Jolie setzt einmal mehr auf ihre Prominenz, um politisch Einfluss zu nehmen.

Die Schauspielerin und UN-Botschafterin hat an die Staatengemeinschaft appelliert, stärker auf ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien hinzuwirken. In einer Erklärung forderte Jolie, dem syrischen Volk ein weiteres Jahr "unerträglichen Leidens" zu ersparen. Dafür müssten die Friedensverhandlungen wieder in Gang gebracht werden. Die Politiker sollten an die Kinder denken, die nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Waisen werden oder durch Bomben und Hunger sterben, schrieb Jolie.

Nibelungen-Stoff ohne "moderne Einsprengsel"

"Es ist ein Stoff geworden über Umgangsformen - wie leben wir miteinander, wie tolerant sind wir miteinander",

so beschreibt der Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele, Nico Hofmann, die Fassung des Nibelungen-Stoffs von Albert Ostermaier. Dessen Vorlage sei ein klassisches Bühnenstück und habe keine modernen Einsprengsel, sagte Hofmann. Modernität bringe der 46-Jährige Autor mit, weil er einer anderen Generation angehöre.

Chinesischer Twitter-Konkurrent Weibo plant Börsengang

Genau wie sein amerikanisches Vorbild schreibt der chinesische Twitter-Konkurrent Weibo rote Zahlen.

Jetzt geht der asiatische Kurznachrichtendienst an die US-Börse. Weibo will bei der Aktienplatzierung bis zu 500 Millionen Dollar einnehmen. Das ging aus einem Börsenprospekt hervor. Mit einem Teil der Einnahmen will Weibo Schulden an den chinesischen Mutterkonzern zurückzahlen. - Weibo hat aktuell über 129 Millionen aktive Nutzer - etwa halb so viele wie Marktführer Twitter.

"Süddeutsche Zeitung" stoppt Russland Beilage

Eine PR-Publikation, die ein positives Russland-Bild zeichnet, während die Regierung Panzer und Soldaten auf die Krim schickt, findet die "Süddeutsche Zeitung" nicht richtig.

Wie Chefredakteur Wolfgang Krach bestätigte, verzichtet das Haus auf die Beilage der Werbeschrift "Russland heute". Die Chefredaktion habe den Verlag darum gebeten. Das Heft ist eine von Moskau finanzierte Monats-Beilage, die auch die Leser der "New York Times" und der "El País" erhalten.

Immunologe Michael Reth erhält Paul Ehrlich-Preis

Es ist eine der bedeutendsten Ehrungen für Mediziner in Deutschland.

Gestern ist der Freiburger Immunologe Michael Reth mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis ausgezeichnet worden. Damit bleibt der mit 100.000 Euro dotierte Preis zum ersten mal seit fast 20 Jahren in der Bundesrepublik. - Reth habe gezeigt, wie Zellen des Immunsystems aktiviert und zur Produktion von Antikörpern veranlasst werden könnten, begründete der Stiftungsrat seine Entscheidung. Der Preis wird traditionell am Geburtstag des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Fernsehautor Justus Pfaue gestorben

Er schrieb die Drehbücher für beliebte Fernsehserien wie "Timm Thaler", das "Nesthäkchen" und "Anna":

Am vergangenen Wochenende ist der Fernsehautor Justus Pfaue im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte das ZDF in Mainz gestern Abend mit. Fernsehspielchef Reinholt Elschot sagte, Pfaue stehe für eine ganze Ära des Erzählens im Fernsehen. Er habe ein besonderes Einfühlungsvermögen gehabt, das seinen Geschichten zur ihrer außerordentlichen Popularität verholfen habe.

Kulturnachrichten hören

März 2014
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur