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Kulturnachrichten

Freitag, 14. März 2014

Bundesrat: Regierung soll Rechte von NS-Verfolgten bei Rückgabe von Kunstschätzen stärken

Der Fall Gurlitt hat die Diskussion um NS-Raubkunst neu entfacht - nun hat sich der Bundesrat mit dem Thema befasst.

Die Länderkammer stimmte für einen Antrag, nach dem die Bundesregierung prüfen soll, wie sich die Rechte von NS-Verfolgten und deren Erben stärken ließen. Denn häufig werde eine Rückgabe durch juristische Hürden unmöglich. Dem bayerischen Justizminister Winfried Bausback reicht der bloße Aufruf nicht. Er verwies auf einen weiterreichenden Gesetzentwurf seines Landes. Darin heißt es, dass in bestimmten Fällen die bislang geltenden Verjährungsfristen wegfallen sollen.

Pussy Riot: Erneuter Angriff auf Aljochina und Tolokonnikowa

Die beiden Aktivistinnen der Band Pussy Riot sind erneut angegriffen worden.

Wie das Künstlerkollektiv Wojna mitteilte, sind Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa von Unbekannten in einem Café festgehalten und mit Farbe besprüht worden. Die beiden Aktivistinnen halten sich derzeit in der Teilrepublik Mordwinien auf, um dort die Haftbedingungen in einem Straflager zu überprüfen. Nach ihrer eigenen Entlassung setzen sich beide für die Wahrung der Rechte russischer Häftlinge ein.

Leipziger Buchmesse: Preise für "Die Verbrecher" und "mairisch Verlag"

Das ist wie ein Oscar für Independent-Filme - das Höchste der Gefühle.

So freut sich Jörg Sundermeier, der als Chef des "Verbrecher Verlags" mit dem Kurt-Wolff-Preis ausgezeichnet wurde. Auf der Leipziger Buchmesse wurde die mit 26.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht. Zur Begründung hieß es: Mit großen Editionen, etwa den Tagebüchern von Erich Mühsam, halte der Verlag die Erinnerung an sozialistische und anarchistische Traditionen in Deutschland wach. Den Förderpreis erhielt der "mairisch Verlag". Hier lobte die Jury den großen Spürsinn für junge Autoren und das klug komponierte Programm.

Russland: Autoren und Aktivisten appellieren in Öffentlichem Brief

Sie halten Russlands Kurs für brandgefährlich.

Die Zeitung "Nowaja Gaseta" hat einen Protest-Brief veröffentlich, den fast 90 russische Künstler und Aktivisten unterzeichnet haben. Darin wird das Vorgehen im Konflikt um die Ukraine kritisiert. Russland verstoße gegen internationales Recht, indem es die Ukraine annektiere, so heißt es in dem Schreiben. Dieses Vorgehen verletze die Prinzipien der europäischen Sicherheit und Stabilität. Unterzeichnet haben unter anderen die bekannten Autoren Ljudmila Ulizkaja und Viktor Jerofejew.

Türkei: Historischer Schrein in Syrien soll geschützt werden

Das türkische Militär bereite sich darauf vor, den Schrein von Sulayman Schah in Syrien zu verteidigen.

So schreibt es die Zeitung "Hürriyet Daily News" und zitiert aus Militärkreisen. Der Schrein liegt nahe der Stadt Aleppo. Zur Not werde man die Luftwaffe und Bodentruppen einsetzen, so hieß es. Seit 1921 ist der Grund und Boden rund um die Stätte türkisches Gebiet. Sulayman Schah war der Großvater Osman des Ersten, dem Begründer des Osmanischen Reiches.

Kulturstaatsministerin: Unabhängige Verlage müssen erhalten bleiben

Sie möchte vor allem Kleinverlagen Mut machen, die das Wagnis einer Gründung eingehen und sich auf dem Markt behaupten müssen.

So äußert sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei einem Rundgang über die Leipziger Buchmesse. Hier könne man sehen wie das gedruckte Buch und die uralte Kulturtechnik des Lesens zu uns und in unsere Gesellschaft gehörten, sagte Grütters. Sie sei daher der Meinung, dass die vielfältige Verlagslandschaft unbedingt erhalten bleiben müsse. Außerdem gratulierte sie dem Gewinner des Kurt-Wolff-Preises, der in diesem Jahr an den "Verbrecher Verlag" geht. Der Preis wird seit 14 Jahren an unabhängige Verleger verliehen.

China: Orchester müssen jetzt auch sparen

In China müssen die Behörden sparen - das bekommen auch die Orchester zu spüren.

Nach dem Verbot ausschweifender Bankette werden laut der Internetseite "Want China Times" auch die Musiker seltener gebucht. Die Auftritte der Pekinger Philharmoniker und des Sinfonieorchesters hätten sich etwa um die Hälfte reduziert. Nicht nur Behörden verringern demnach den Etat für ihre Veranstaltungen, auch private Unternehmen wollten sich nicht mit dem Vorwurf der Verschwendung konfrontiert sehen.

Die chinesische Kulturverwaltung forderte die Klangkörper zudem auf, in Zukunft finanziell stärker auf eigenen Füßen zu stehen.

Norwegen: Proteste gegen Gedenkstätte für Breivik-Opfer

Norwegen will an die Opfer des Breivik-Attentats erinnern - aber wie?

Erst vor zwei Wochen hatte der schwedische Künstler Jonas Dahlberg die Ausschreibung dafür gewonnen. Er will einen Felsen zerschneiden und in das Gestein die Namen der Opfer meißeln. Eine Bürgerinitiative bezeichnete den Vorschlag als - Zitat - "Vergewaltigung der Natur". Zudem befürchte sie wegen der geplanten Gedenkstätte Horden an Touristen oder gar Breivik-Sympathisanten. Man sei aber nicht prinzipiell gegen einen Erinnerungsort. Über das Für und Wider soll es im März eine Anhörung im norwegischen Fernsehen geben.

Japan nimmt Verdächtigen fest: Er soll Anne Franks Tagebücher zerstört haben

Der Vorfall hatte international für großes Aufsehen gesorgt.

In Japan waren im Februar mehr als 300 Ausgaben des Tagebuchs der Anne Frank sowie andere Publikationen über das jüdische Mädchen beschädigt worden. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 36-jährigen Arbeitslosen aus Tokio. Über seine Motive wurde allerdings noch nichts bekannt. Um den Schaden zu ersetzen, hatte die israelische Botschaft in Japan 300 neue Exemplare gespendet.

Russland: Hacker legen Internetseite des Präsidialamtes lahm

Die Hacker hatten sich gleich zwei Ziele gesucht: Die Seite des russischen Präsidialamtes und die Seite der Notenbank.

Die Angriffe wurden von offizieller Seite bestätigt. Die Internetseite des Präsidialamtes sei vorübergehend lahm gelegt worden. Erst gestern hatte der Kreml vier Internetseiten gesperrt. Zur Begründung hieß es, auf den Portalen sei zu illegalem Verhalten und Massenversammlungen aufgerufen worden. Unter den nun verbotenen Seiten befindet sich auch kasparov.ru, benannt nach Garri Kasparow.

Friedensforscher: Westen kann Krim-Krise nicht lösen

Der Westen kann die Krim-Krise nicht lösen - vielleicht kann er aber verhindern, dass es zu einer weiteren Eskalation kommt.

Diese Einschätzung gab der Friedensforscher Matthias Dembinski dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er sagte, der Westen müsse sich von der Vorstellung freimachen, dass es externen Akteuren immer gelingen könne, komplexe soziale Veränderungen zu steuern. Die Möglichkeiten dazu seien begrenzter, als man oft zugebe. Gleichzeitig warnte er die Bundesregierung davor, ihre militärische Zurückhaltung aufzugeben. Militärische Interventionen hätten in den letzten Jahrzehnten nur einen sehr begrenzten Nutzen gehabt.

Matthias Demiski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

Russland verbietet vier regierungskritische Webseiten

Kritik am Kreml ist nicht erwünscht - weder auf der Straße noch im Internet.

Deshalb sind in Russland vier Webseiten verboten worden. Wie die Behörde für Kommunikation mitteilte, haben die Portale zu illegalem Verhalten und zur Beteiligung an unautorisierten Massenversammlungen aufgestachelt. Unter den gesperrten Seiten sei auch das nach dem Schachweltmeister Garri Kasparow benannte Portal kasparov.ru. Diese Seite berichtete oft von Oppositionskundgebungen. Menschenrechtler beklagen seit Jahren unter Kremlchef Putin massive Einschränkungen des Internets.

Tenor Kaufmann: Man wird leicht ausgetauscht

Von einem Fußballer erwartet man auch nicht, dass er nach einem Muskelfaserriss gedopt auf dem Platz herumhumpelt.

Mit diesen Worten kritisiert der Tenor Jonas Kaufmann im Interview der dpa die Härte des klassichen Musikgeschäfts. Er wundere sich immer wieder, dass nicht respektiert werde, wenn ein Sänger eine Vorstellung wegen Krankheit absage. Er selbst habe sich zu Anfang seiner Karriere stark unter Druck gesetzt, meint Kaufmann. Mittlerweile gehe er mit Auftritten etwa in der Metropolitam Opera in New York viel entspannter um.

Däubler-Gmelin: Hoeneß-Urteil ist angemessen

Das Urteil gegen Uli Hoeneß ist angemessen.

So schätzt die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin die Entscheidung der Münchener Richter ein. Die SPD-Politikerin sagte im Deutschlandradio Kultur, die Richter hätten sich intensiv und individuell mit der persönlichen Verantwortung von Hoeneß auseinandergesetzt. Der Fall sei außerdem juristisch sehr interessant, denn der Bundesgerichtshof habe bislang nicht geklärt, wann eine strafbefreiende Selbstanzeige erfolgreich sei und wann sie nachgebessert werden dürfe. Im Fall Hoeneß kann Däubler-Gmelin aber nicht mehr von einer strafbefreienden Selbstanzeige sprechen. Wenn sich jemand bei ein paar tausend Euro verschätzt habe, könne man das noch korrigieren. Aber bei 28,2 Millionen Euro handele es sich um eine vollkommen andere Dimension.

Kunst Beuys Braunkreuzfarbe war nichts anderes als Rostschutzmittel

Auch große Meister kochen manchmal nur mit Wasser.

Dieses Fazit kann man aus der Entdeckung ziehen, die ein Bachelor-Student bei der Untersuchung von Werken von Joseph Beuys gemacht hat. Er untersuchte die so genannte Braunkreuzfarbe in den Werken des bekannten Künstlers. Die "rot-bräunliche" Farbe, die an getrocknetes Blut erinnert, gilt - in Kombination mit Kreuzformen - als besonders Merkmal von Beuys in der Phase zwischen 1950 und 1960. Mithilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse hat der Student der Hochschule Rhein-Waal 80 Werke von Beuys im Museum Schloss Moyland genauer untersucht und festgestellt: Die Farbe besteht hauptsächlich aus Eisen, Zink und Chrom. Es handelt sich damit vermutlich um eine gewöhnliche Rostschutzfarbe. Der Vizepräsident der Hochschule sagte, dass die Erkenntnisse bei Restaurierungsarbeiten helfen können aber auch bei der Entdeckung von möglichen Fälschungen von Beuys-Werken.

Indien bekommt erstes Filmmuseum in mumbai

Die sieben Jahre Arbeit sollen bald Früchte tragen.

In Indien wird die Eröffnung des ersten Filmmuseums vorbereitet. Der angehende Kurator Amrit Gangar sagte der Nachrichtenagentur AFP, Indien habe zwar viele Archive, aber bislang kein einziges Museums zur Filmgeschichte. Das Museum in Mumbai zeige nicht nur, wie Filme in den letzten Jahrzehnten entstanden seien. Man wolle auch die Diversität der indischen Filmlandschaft deutlich machen. Im Ausland seien vor allem die Bollywood-Streifen bekannt, die auf Hindi produziert werden, sagte Gangar. In Indien gebe es aber noch viele andere, unbekannte Traditionen in anderen Sprachen. Pro Jahr würden in dem Land bis zu 1.500 Streifen gedreht.

Regisseur Reitz: Verständigung zwischen Kulturen setzt Verständnis für sich selbst voraus

Wie kann Verständigung zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen gelingen?

Der Regisseur Edgar Reitz meint hierzu, - Zitat - "der eigentliche Weg führt nicht von mir zu dir, sondern nach innen. In dem Moment, in dem wir uns selbst verstehen, werden wir verständlich" und können uns unsere Geschichten erzählen. Reitz sprach gestern auf dem deutsch-türkischen Filmfest in Nürnberg, auf dem er mit dem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet wurde. In den kommenden Tagen in Nürnberg werden knapp 50 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme gezeigt, überwiegend aus Deutschland und der Türkei.

Dabei werden Gewalt und Rassismus ebenso behandelt wie Frauenthemen, Freundschaft und Familiengeschichten. Ein weiterer Schwerpunkt ist der 100. Geburtstag des türkischen Kinos.

Britisches Gericht entscheidet über letzte Ruhestätte für Richard III.

König Richard III. starb vor mehr als 500 Jahren - wo er begraben werden soll, wird aber jetzt in London vor Gericht entschieden.

Der König war 1485 in einer Schlacht gefallen. 2012 wurden seine Gebeine dann bei Bauarbeiten im englischen Leicester gefunden. Für die letzte Ruhe stehen drei Möglichkeiten zur Debatte: zunächst der Ausgrabungsort Leicester, der mit dem Königsgrab eine neue Touristenattraktion hätte. Nachfahren von Richard III. setzen sich aber dafür ein, dass der Herrscher in der Kathedrale von York beigesetzt wird. Als Mitglied der englischen Monarchie könnte Richard III. aber auch in Westminster Abby in London seine letzte Ruhestätte bekommen.

Monarchin Elizabeth II. hält sich aus dem Streit bislang heraus. Die Londoner Richter werden sich mit der Entscheidung wohl Zeit lassen. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

Rundfunkbeitrag sinkt auf 17,50 Euro

17,50 Euro kostet das öffentlich-rechtliche Medienangebot künftig im Monat.

Das haben die Ministerpräsidenten der Länder entschieden und damit auf die Umstellung von der Gebühr pro Gerät auf den Beitrag pro Haushalt reagiert. Der neue Preis gilt ab 2015 - und ist 48 Cent niedriger als bisher.

Die Dimension dieser Entscheidung ist - je nach Blickwinkel - milliardenschwer oder kaum spürbar. Rein rechnerisch wurde Geld für einen ganzen Sender mit drei Programmen gestrichen: Das DeutschlandRadio verbraucht nämlich 46 Cent im Monat. Ebenfalls rein rechnerisch ist pro Haushalt nun monatlich etwa ein Eisbällchen mehr drin.

Elaiza singen für Deutschland beim Eurovision Song Contest

"Ich glaube, es ist ein Traum."

Das war die erste Reaktion der Sängerin Ela nach dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest gestern Abend in Köln. Die gebürtige Ukrainerin gehört dem Frauen-Trio Elaiza an, das sich in der letzten Runde mit dem Song "Is It Right" gegen die sehr erfolgreiche Band Unheilig durchsetzte. Die drei Mitglieder von Elaiza sind zwischen 21 und 29 Jahre alt. Sie vertreten nun Deutschland beim europaweiten Wettbewerb am 10. Mai in Kopenhagen.

Die Musikerinnen hatten sich Ende Februar das Ticket für den deutschen Vorentscheid gesichert. Bei einem Clubkonzert in Hamburg gewannen sie die sogenannte Wildcard und durften damit als eher unbekannte Gruppe gegen wesentlich erfahrenere Künstler antreten.

Schweizer Schülern darf kein Kopftuch tragen

Eine muslimische Schülerin im Schweizer Kanton Sankt Gallen darf nicht mit einem Kopftuch zur Schule gehen.

Die Schulbehörde des Kantons teilte mit, die Schule habe das Recht, in dieser Frage selbst zu entscheiden - und die hatte sich zuvor generell gegen das Tragen des Kopftuches ausgesprochen. Die muslimischen Eltern des Mädchens hatten sich auf die Religionsfreiheit berufen und Einspruch gegen die Regelung erhoben. Sie können nach der Entscheidung der Schulbehörde jetzt noch Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht einlegen.

Marx: Kein deutscher Antrag zu Geschiedenen bei Vatikan-Synode

Man dürfe mit dem Thema nichts überstürzen: Gemeint ist der Umgang mit wiederverheirateten Katholiken.

Dazu erklärte der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, man werde keinen förmlichen Antrag zu dieser Frage in die kommende Weltbischofssynode in Rom einbringen. Die Verfahrensordnung sehe solche Anträge nicht vor. Marx setzt aber darauf, dass die deutschen Bischöfe einen gemeinsamen Beitrag zur weltkirchlichen Debatte liefern werden. Eile sei dabei aber der falsche Weg. Marx betonte, es handele sich um eine sehr ernsthafte theologische Grundsatzfrage. Einige Bischöfe befürchteten, die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe werde möglicherweise beeinträchtigt, wenn man die Möglichkeit einer Wiederheirat ins Auge fasse.

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