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Kulturnachrichten

Samstag, 8. März 2014

Ban Ki-moon: Geschlechtergleichheit bringt höheres Wirtschaftswachstum

Ban Ki-Moon ist überzeugt: Gleichheit für Frauen bedeutet Fortschritt für alle.

Anlässlich des Internationalen Frauentages betonte der UNO-Generalsekretär, Länder mit größerer Geschlechtergleichheit hätten ein höheres Wirtschaftswachstum. Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen leisteten mehr. Er habe eine Botschaft für alle Mädchen und Frauen der Welt: Menschenrechte und Gleichheit Wirklichkeit werden zu lassen, sei kein Traum. Es sei vielmehr eine Pflicht der Regierungen, der Vereinten Nationen und jedes Menschen. Dazu sollten alle Jungen und Männer ihren Beitrag leisten, betonte Ban Ki-Moon. Denn alle würden davon profitieren, wenn Frauen und Mädchen ihr volles Potenzial ausschöpfen könnten.

Putins Körpersprache wird vom US-Verteidigungsministerium analysiert

Blicke, Gesten, Bewegungen - aus der Körpersprache von Menschen lässt sich einiges herauslesen.

Darauf setzt auch das US-Verteidigungsministerium: Es will anhand der Körpersprache erkennen, was der russische Präsident Wladimir Putin als nächstes vorhat. Für viel Geld wird deshalb ein psychologisches Profil von Putin erstellt. Seit 2009 gibt das Pentagon pro Jahr umgerechnet knapp 220.000 Euro für solche Verhaltensanalysen ausländischer Spitzenpolitiker aus. Das erklärte ein Ministeriumssprecher. Er betonte allerdings, dieses "Profiling" diene keineswegs dazu, konkrete politische oder militärische Entscheidungen vorzubereiten.

Kulturschaffende aus der Ukraine richten Brandbrief an Putin

"Wir dürfen einen Brudermord nicht zulassen."

Das fordern 34 Kulturschaffende aus der Ukraine und Russland in einem offenen Brief an Präsident Wladimir Putin. Die zumeist in Deutschland lebenden Unterzeichner rufen den Kreml-Chef auf, er solle den Einmarsch-Befehl für russische Truppen in die Ukraine zurücknehmen und unverzüglich einen Dialog mit der provisorischen Regierung der Ukraine beginnen. Unterschrieben haben unter anderem die Schriftsteller Wladimir Kaminer und Katja Petrowskaja sowie der Philosoph Michail Ryklin. Der Brief wurde auf der Internetseite des Berliner "Tagesspiegel" veröffentlicht.

Hier können Sie ihn lesen.

Deutscher Opernsänger hilft der Met spontan aus der Klemme

Mal eben eine Oper singen - das hat Matthias Goerne erfolgreich geschafft.

Innerhalb von 90 Minuten hat sich der deutsche Bariton für die New Yorker Metropolitan Opera auf einen Auftritt vorbereitet. Goerne sprang spontan ein, nachdem ein Kollege krank geworden war und die Hauptrolle in der zweistündigen Oper "Wozzeck" abgesagt hatte. Allerdings hatte Goerne die Rolle schon eine Woche zuvor an der New Yorker Carnegie Hall gesungen. Nur deshalb habe er für den physisch anstrengeden Part überhaupt zusagen können, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur. Trotzdem sei es eine Herausforderung gewesen - auch weil er am Abend zuvor ein langes Konzert gesungen habe.

Mehr über Matthias Goerne lesen Sie auf seiner Homepage. Hier lesen Sie einen Bericht der New York Times über den Auftritt.

Mehr Mut zur Inklusion bei Musikschulen gefordert

Musikschulen könnten deutlich mehr dazu beitragen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam singen, trommeln oder Geige spielen.

Das meint Christiane Joost-Plate, Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom und Fachsprecherin der niedersächsischen Musikschulen für Inklusion und Integration. Joost-Plate sagte der Nachrichtenagentur epd, Rhythmus, Klänge und musikalische Improvisationen sprächen jeden Menschen an. Deshalb müssten Musikschulen mehr Angebote schaffen, mit denen sie alle Bevölkerungsschichten erreichen könnten - denn Inklusion schließe nicht nur Menschen mit Behinderung ein, sondern auch Migranten oder sozial Schwache. Zu oft gelte allein das Bildungsbürgertum als Zielgruppe für Musikunterricht, betonte Joost-Plate.

Langfristig müssten Strukturen und Räume geschaffen werden um gemeinsames Musizieren von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu fördern. So etwas nutze kreativ die Unterschiede der Menschen und sei eine tief bewegende Erfahrung. - Christiane Joost-Plate sprach am Rande eines Fachtages in Hannover unter dem Motto "Vielfalt durch Musik".

Cameron erntet Twitter-Häme nach Foto von Telefonat mit Obama

Der Spott hört nicht auf.

Mit dieser Reaktion auf sein Foto hatte der britische Premier David Cameron wahrscheinlich nicht gerechnet. Cameron hatte am Mittwoch per Twitter ein Bild von sich verbreitet, das ihn mit einem Telefonhörer am Ohr zeigt. Er spreche mit US-Präsident Barack Obama über die Situation in der Ukraine, hieß es dazu. Seitdem posten Twitter-Nutzer Fotos von sich mit allen möglichen Gegenständen am Ohr und Kommentaren wie: "Hallo?", "Seid Ihr noch da?" oder "Jetzt habe ich mich auch eingeklinkt. Entschuldigt die Verspätung." Eins der ersten Witz-Fotos kam von dem Schauspieler Sir Patrick Stewart.

Seinen Tweet finden Sie hier. Hier der ursprüngliche Tweet von David Cameron und hier ein Bericht des "Guardian" zum Thema.

Vorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung: westliches Zerrbild der Ukraine muss korrigiert werden

In der Ukraine muss jetzt auch das Prinzip multi-ethnischer Nationen verteidigt werden.

Dieser Meinung ist Ralf Fücks, der Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung. Fücks sagte im Deutschlandradio Kultur, die Maidan-Bewegung sei eine Demokratiebewegung über ethnische Gruppen hinweg, in der ethnische Ukrainer und Russischstämmige zusammenarbeiteten. Im Kern gehe es um eine europäische Freiheitsbewegung, bei der ein neues politisches Selbstbewusstsein entstanden sei. Im Westen gebe es aber ein Zerrbild, das rechtsextreme Gruppen in der Ukraine in den Vordergrund rücke - das müsse korrigiert werden, betonte Fücks, der sich in Kiew aufhält. Aus Gesprächen wisse er, dass große Hoffnung herrrsche, Europa werde Putin angesichts einer drohenden Spaltung des Landes signalisieren: "Bis hierher und nicht weiter."

Mit wirtschaftlichen Sanktionen müsse Russland gezeigt werden, "dass der Preis zu hoch" sei.

Das Interview können Sie hier nachhören.

Islamische Theologen beklagen Kopftuchverbot für Lehrerinnen

"Ich wünsche mir, dass meine Studentinnen mit Kopftuch an Schulen arbeiten können."

Das hat Bekim Agai betont, Islamprofessor an der Universität Frankfurt. Bei einem Mediengespräch der katholischen Akademie Hohenheim in Stuttgart beklagten auch andere islamische Theologen das Kopftuchverbot für Lehrerinnen an deutschen Schulen. Wenn eine Frau dazu gezwungen werde, das Kopftuch abzulegen, dann sei das Diskriminierung, meinte Milad Karimi von der Universität Münster. Esnaf Begic von der Universität Osnabrück fügte hinzu, viele Frauen studierten islamische Theologie nicht mehr auf Lehramt, weil sie als Lehrerin keine Zukunftsperspektive hätten.

Feuilletons loben "Über Pop-Musik" von Diederichsen

Es ist ein Magnum Opus, meint die "Süddeutsche Zeitung" und auch die "taz" lobt das Werk.

Es geht um das Buch "Über Pop-Musik" von Diedrich Diederichsen. Darin schreibt der Kulturwissenschaftler auf rund 450 Seiten über die Geschichte dieser Musik, ihre Ästhetik und ihre Rezeptionsgeschichten. Ein geglückter Versuch, heißt es in der "taz". Es gebe zwar einige Diederichsen-typische Abstraktionen, aber auch "Sätze wie Zeilen aus einem guten Song". Dabei beschäftigt sich der bekannte Poptheoretiker auch mit aktuellen Phänomenen wie der US-Sängerin Miley Cyrus, schreibt die "SZ". Leider sei es aber immer noch keine Selbstverständlichkeit, anspruchsvoll wie Diederichsen über Popmusik nachzudenken.

Schriftstellerin Schalansky kritisiert Lewitscharoff

"Ich bin schwanger, aber auf die als abartig verteufelte Weise."

Das sagt die lesbische Schriftstellerin Judith Schalansky und spielt damit auf Äußerungen ihrer Kollegin Sibylle Lewitscharoff an. Die hatte am Sonntag ihre "Abscheu" gegenüber Kindern geäußert, die nach künstlicher Befruchtung geboren werden. Das habe sie geschockt, schreibt Schalansky in der "Süddeutschen Zeitung". Sie sehe in genau dieser Abscheu den "Ursprung für Hass auf alles Andere und Abweichende, für Rassismus und Homophobie". Inzwischen hat sich Lewitscharow von ihren Äußerungen distanziert.

Griechische Kulturstiftung Berlin beklagt Sparmaßnahmen

Ein Kulturprogramm gestalten ohne Geld.

Vor diesem Problem steht die Griechische Kulturstiftung Berlin seit zwei Jahren. Das beklagt Stiftungsleiter Eleftherios Ikonomou. Er sagte im Deutschlandradio Kultur, seit Februar 2012 seien aus Griechenland keine Gelder für Mieten, Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen auf den Konten der Stiftung eingegangen. Deshalb habe das Institut aus seinen bisherigen Räumen ausziehen müssen. Längere Zeit seien auch keine Löhne gezahlt worden, erklärte der Stiftungsleiter. Das liege unter anderem daran, dass der Vorstand der Zentrale der Griechischen Kulturstiftung in Athen zurückgetreten sei und es keine Kommunikation mit dem griechischen Kulturministerium gebe. Es stelle sich die Frage, ob die Vermittlung griechischer Kultur in Berlin angesichts der Krise für einen Luxus gehalten werde.

Das Interview können Sie hier nachhören.

Schriftstellerin Draesner zu Lewitscharoff: jenseits der Polemik diskutieren

Sie ist Sibylle Lewitscharoff dankbar, dass sie dieses große Thema aufgebracht hat.

Das hat die Schriftstellerin Ulrike Draesner erklärt. Sie sagte dem Deutschlandfunk, sie stimme zwar in vielen Punkten nicht mit der umstrittenen Rede ihrer Kollegin zur modernen Reproduktionsmedizin überein. Aber jetzt, nach der Empörung, bestehe die Chance, jenseits der Polemik über eine "Technik-Mensch-Verschränkung" zu diskutieren. Denn die mache uns zu Recht Angst, betonte Draesner und nannte als Beispiele Präimplantationsdiagnostik und Möglichkeiten genetischer Manipulation. Die technische Entwicklung sei sehr viel schneller als der ethische Diskurs, und das sei ein Problem.

Das Interview mit Ulrike Draesner können Sie hier nachhören.

Kaminers Protest gegen Putin: "Russendisko" auf Ukrainisch

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer will die Freundschaft zwischen Russen und Ukrainern unterstreichen.

Deshalb will der in Berlin lebende Autor russischer Herkunft in seiner Veranstaltungsreihe "Russendisko" heute nur ukrainische Musik spielen. Der 46-jährige Schriftsteller erklärte auf seinem Blog, er schäme sich für seine Heimat, "die unverantwortlich ihrem Präsidenten folgend, die Welt an den Rand des Krieges" bringe. Der Deutschen Welle sagte Kaminer, nur eine Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel könne Wladimir Putin helfen, aus dem Konflikt um die Krim herauszukommen, ohne das Gesicht zu verlieren.

"Country Roads" ist neue Staatshymne von West Virginia

Vom Gassenhauer zur offiziellen Hymne.

Diesen Weg hat der Song "Country Roads" von John Denver geschafft. Das Parlament des US-Bundesstaates West Virginia hat mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dass der Country-Hit zur seiner neuen Hymne wird. Der Song von 1971 beginnt mit den Worten "Almost Heaven, West Virginia" - also "Fast wie im Himmel, West Virginia" - und beschreibt die schöne Natur des US-Bundesstaates. Bewohner hatten ihren Staat deshalb schon länger als "Almost Heaven" bezeichnet und es gibt auch ein Bier, das so heißt.

Der Musiker John Denver hieß als Sohn einer deutschstämmigen Familie eigentlich Henry John Deutschendorf Jr. Er starb 1997 bei einem Flugzeugabsturz.

Vorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung: klare wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland

"Es gibt die große Sorge, dass nicht nur die Krim verloren geht durch einen wirklich Orwell-haften völkerrechtswidrigen Akt."

Das hat Ralf Fücks, der Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung, erklärt. Fücks sagte im Deutschlandradio Kultur, befürchtet werde in der Ukraine, dass die drohende Abspaltung der Krim nur ein Auftakt sei, und auch die Ost-Ukraine destabilisiert werden solle. Der Stiftungsmitarbeiter hält sich zur Zeit in Kiew auf. Im Land herrsche große Hoffnung, dass Europa angesichts einer drohenden Spaltung des Landes Putin signalisieren werde "bis hierher und nicht weiter", berichtete Fücks von seinen Gesprächen mit Politikern und Nicht-Regierungsorganisationen. Gefordert würden wirtschaftliche Sanktionen, um Russland zu zeigen, "dass der Preis zu hoch" sei.

Das Interview können Sie hier nachhören.

Buchmarkt: hohe Umsätze durch E-Books und Hörbücher

Auf dem deutschen Buchmarkt sieht es gut aus.

Wie das Marktforschungsunternehmen GfK bekannt gab, behaupten sich Bücher weiterhin gegen andere Unterhaltungsmedien wie Computerspiele oder Videos. Der Umsatz habe sogar wieder zugelegt, was an höheren Durschnittspreisen liege, aber vor allem an rasanten Zuwächsen im digitalen Bereich. Demnach hätten E-Books und Hörbücher im Vergleich zum Vorjahr knapp 50 Prozent an Umsatz gewonnen. Damit wuchs das Geschäft auf knapp 200 Millionen Euro.

Anhaltisches Theater: neue Hoffnung trotz Sparplänen

Am Anhaltischen Theater Dessau könnten trotz Sparmaßnahmen alle fünf Sparten erhalten bleiben.

Das hat eine Sprecherin erklärt und damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" bestätigt. Momentan werde ein neues Konzept diskutiert, mit dem Schauspiel und Ballett nicht wie ursprünglich vorgesehen bis 2016 geschlossen werden müssten. Möglich werden soll das unter anderem dadurch, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit um zehn Prozent reduzieren. Die Sprecherin betonte, das Konzept müsse noch mit dem Land besprochen werden. - Im Vergleich zu 2013 bekommt das Anhaltische Theater Dessau in diesem und im kommenden Jahr jeweils knapp drei Millionen Euro weniger vom Land Sachsen-Anhalt.

"Barraco Barner"-Tweet: junge Britin outet sich als politisch unwissend

Mit Schminke kennt sich die junge Britin offenbar besser aus als mit Politik.

Eine 20-jährige Kosmetikerin aus Blackpool erntet mit einer Kurznachricht über US-Präsident Barack Obama viel Spott und Häme. Nicht nur dass sie ihn in ihrem Tweet "Barraco Barner" schreibt - sie fragte sich auch, was der vermeintlich britische Präsident denn mit Russland zu schaffen habe. Wie die Zeitung "Telegraph" berichtet, wurde der Kommentar binnen zwölf Stunden 7.000 Mal weitergeleitet. Mit ihrem politischen Unwissen schaffte es die junge Britin sogar ins australische und belgische Fernsehen.

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