Seit 05:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Freitag, 7. März 2014

Sibylle Lewitscharoff nimmt Kommentar zurück

"Es tut mir wirklich leid - ich möchte diesen Satz sehr gerne zurücknehmen."

So äußerte sich die Autorin Sibylle Lewitscharoff im ZDF-Morgenmagazin. Vorangegangen war eine Rede am Wochenende, in der sie das von ihr so genannte künstliche "Fortpflanzungsgemurkse" kritisierte. Die daraus entstandenen Kinder seien in ihren Augen "Halbwesen". Die Äußerungen hatten zu drastischen Reaktionen geführt. Der Lesben- und Schwulenverband in Berlin erklärte, die Autorin habe sich in ihrer Rede der Sprache von Verwirrten oder Fundamentalisten bedient. Ihr Verlag Suhrkamp distanzierte sich von ihren Statements. In einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte Lewitscharoff noch darauf bestanden, nichts davon zurücknehmen zu wollen.

Fall Gurlitt: US-Amerikaner klagt auf Herausgabe

Er kann sich daran erinnern, dass Max Liebermanns Bild "Zwei Reiter am Strand" im Haus seines Großonkels in Breslau an der Wand hing.

Der 88-jähriger US-Amerikaner David Torres fordert nun die sofortige Herausgabe mehrerer Kunstwerke aus der Gurlitt-Sammlung. Laut Nachrichtenagentur AFP hat er Klage vor einem US-Gericht in Washington eingereicht. Demnach sei sein mittlerweile verstorbener Großonkel David Friedmann rechtmäßiger Besitzer der Kunstwerke. Die Klage richtet sich auch gegen die deutschen Behörden und deren umstrittene Informationspolitik in diesem Fall.

Grütters eröffnet Malewitsch-Ausstellung in Bonn

"Gerade in einer Zeit, in der politische Konflikte alles andere zu überdecken drohen, ist es ganz besonders wichtig, durch Kunst und Kultur miteinander in Kontakt zu bleiben".

Davon ist Kulturstaatsministerin Monika Grütters überzeugt, die heute in Bonn die Ausstellung "Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde" eröffnete. Die CDU-Politikerin wies darauf hin, dass die Schau ohne die vielen Leihgaben aus russischen Museen und Sammlungen nicht zustande gekommen wäre. Unter anderem stellten das Russische Museum in Sankt Petersburg und die Tretjakow-Galerie in Moskau Werke des Künstlers zur Verfügung. Die Malewitsch-Ausstellung ist bis zum 22. Juni zu sehen und präsentiert mehr als 300 Bilder, Bilder, Skulpturen sowie Kostümentwürfe.

Krim-Krise: György Konrad warnt vor medialer Hysterie

Der ungarische Schriftsteller György Konrad hat für die Berichterstattung in den westlichen Medien über die Krim-Krise nichts übrig.

Der 80-jährige Autor sagte der Deutschen Presse-Agentur, die mediale Hysterisierung mit Aufschreien wie 'Steht schon der Krieg vor unserer Haustür' könne eine krankhafte europäische Stimmung produzieren. Es drohe eine nichtrationale Analyse der Lage. Konrad zog Parallelen zur Stimmung vor dem Ersten Weltkrieg. Die Gefahr eines Krieges auf der Krim sehe er aber nicht, sagte der Schriftsteller, der am Sonntag in Kiel die Buber-Rosenzweig-Medaille erhält. Die undatierte Auszeichnung wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die christlich-jüdische Versöhnung verdient gemacht haben.

Journalisten-Komitee: Krim-Bewohner müssen sich ausgewogen informieren dürfen

Alle Bewohner der Krim haben ein Recht auf uneingeschränkten Zugang zu Nachrichtensendungen.

Mit diesen Worten weist der Sprecher des "Komitees zum Schutz von Journalisten" auf die Situation in der Ukraine hin. Dort habe die prorussischen Regionalbehörde die Übertragung der Privat-Sender "Kanal 5" und "Kanal 1+1" gestoppt. Wie einer der Senderchefs mitteilte, hat bislang niemand erklärt, warum die Sender nicht mehr zu sehen sind. Schon Anfang der Woche sei der unabhängige Kanal Chernomorskaya Teleradiokompania abgeschaltet worden. Außerdem hätten Hacker Angriffe auf die Internetseiten der Sender unternommen.

Deutsche Oper Berlin plant Meyerbeer-Revival

Trotz einer mehrmonatigen Schließung hat sich die Deutsche Oper Berlin viel vorgenommen.

Wie Intendant Dietmar Schwarz mitteilte, plant das Opernhaus ein Revival von Giacomo Meyerbeer, einem der erfolgreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Vom einstigen Generalmusikdirektor der Königlichen Oper sollen in den kommenden Jahren vier Werke neu produziert werden. Zum Auftakt des Meyerbeer-Zyklus spielt die Oper im Oktober in der Berliner Philharmonie das selten aufgeführte Werk 'Dinorah oder die Wallfahrt nach Ploermel'. Wegen Arbeiten an der Bühnentechnik bleibt die Deutsche Oper über den Sommer bis Ende November geschlossen.

ZDF-Intendant fordert Personal für geplanten Jugendkanal

Der geplante Jugendkanal von ARD und ZDF kommt nicht ohne Personal aus.

Das sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Rande einer Verwaltungssitzung in Mainz. Voraussichtlich würden 10 bis 20 Mitarbeiter gebraucht, die von den eingeforderten Kürzungsvorgaben ausgenommen werden müssten. Ohne feste Zusage könne die Arbeit nicht beginnen. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten im letzten Jahr inhaltliche Nachbesserungen an dem Konzept verlangt und eventuelle Kostensteigerungen angemahnt. Nächsten Donnerstag wird erneut über den Jugendkanal beraten.

Mülheimer Dramatikerpreis bietet Nachwuchsautoren eine Chance

In diesem Jahr sollen auch junge und noch unbekannte Autoren eine Chance in Mülheim bekommen.

Für den begehrten Dramatikerpreis nominierte die Jury Nachwuchsautoren wie Laura de Weck, Wolfram Höll, Rebekka Kricheldorf, Philipp Löhle und Ferdinand Schmalz. Sie konkurrieren mit bekannten Schriftstellern wie René Pollesch und der Performance-Gruppe Rimini Protokoll um die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung. Am Wettbewerb teilnehmen dürfen nur Neuschöpfungen der laufenden Saison, keine Roman- oder Filmadaptationen. Der Mülheimer Theatertage finden vom 17. Mai bis 7. Juni statt.

'Noah'-Filmstart in mehreren arabischen Staaten gestoppt

Auch in den USA ist der Film "Noah" nicht unumstritten.

Nun wollen mehrere arabische Staaten den Film von US-Regisseur Darren Aronofsky verbieten. Wie das Magazin "The Hollywood Reporter" berichtet, berufen sich Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate auf das islamische Verbot, einen Propheten wie 'Allahs Botschafter Noah' bildlich darzustellen. Der weltweite Kinostart der von der biblischen Geschichte der Arche Noah inspirierten Saga ist für Ende März geplant. In den USA steht der Film wegen der düsteren Noah-Darstellung von Russell Crowe in der Kritik.

Ägypten: Statue bei Ausgrabungen an Tempelanlage entdeckt

Bei Grabungen an der größten Tempelanlage Ägyptens ist eine neue Statue gefunden worden.

Nach Angaben der Altertümerverwaltung in Kairo wurde unter den Überresten des Tempels von Amenhotep III. eine 1,70 Meter hohe Statue entdeckt. Zu sehen ist Prinzessin Iset, Ehefrau und Tochter des Pharaos, der rund 1000 Jahre vor Christi Geburt lebte. Der Tempel wurde in der Nähe von Luxor errichtet. Von ihm sind nur noch wenig Überreste erhalten. Ein Projekt zum Erhalt der Ruinen läuft seit 2004.

Disney-Konzern streicht 700 stellen

Walt Disney ist einer der profitabelsten Mdienkonzerne der Welt.

Und das soll er auch bleiben: In der Internet- und Videospielsparte sollen 700 Jobs gestrichen werden. Wie ein Firmensprecher sagte, soll mit der Neuausrichtung sichergestellt werden, dass der Unternehmensbereich langfristig Geld verdiene. Dazu sollen weniger Videospiele pro Jahr erscheinen und man wolle sich auf mobile Inhalte konzentrieren. Disney Interactive ist die kleinste Sparte im Konzern.

Venezuela: 89 Übergriffe auf Journalisten seit Februar

Marco Ruiz, Chef der Vereinigung der Pressemitarbeiter in Venezuela, hat Bilanz gezogen - das Ergebnis ist nicht gerade erbaulich.

Seiner Zählung nach hat es während der jüngsten Proteste fast 90 Übergriffe auf Journalisten und Fotografen gegeben. Seit Anfang Februar wurden die Medienmitarbeiter immer wieder bei ihrer Arbeit behindert - sie wurden festgenommen, geschlagen oder ihre Ausrüstung wurde beschlagnahmt. Ruiz sprach von offensichtlichen Verletzungen des Arbeitsrechts der Journalisten und repressiven Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit in seinem Land.

Schwedischer Regisseur hat Verständnis für Zensur seines Films

Würde er den Film heute noch einmal drehen, dann würde er anders aussehen.

Damit zeige der schwedische Regisseur Kay Pollak Verständnis für die australische Zulassungsbehörde, die seinen Film verboten hat, schreibt die "tageszeitung". Damals sei man sich des Pädophilie-Problems nicht bewusst gewesen. Die australische Behörde hat Pollaks Film "Barnens Ö" auf den Index gesetzt. Grund für das Verbot sei eine sehr explizite Nacktszene eines Minderjährigen. Aufmerksam wurde die Behörde durch die Polizei, die den Film bei Razzien in Pädophilen-Kreisen beschlagnahmt hatte. Der Film entstand in den 80er Jahren und erhielt mehrere schwedische Preise.

BITKOM-Chef Rohleder: Bundesregierung muss Breitband-Ausbau finanziell unterstützen

Die Unternehmen können nicht alleine ein "digitales Deutschland" erschaffen - sie brauchen finanzielle Hilfe von der Regierung.

Dieser Meinung ist Bernhard Rohleder, Chef des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien - BITKOM. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, das ganze Land mit einer schnellen Internetverbindung zu versorgen sei wichtig, damit sich Deutschland ausgeglichen entwickeln könne. Bei den kommenden Investitionen von rund 80 Milliarden Euro brauche die Branche aber die Unterstützung der Regierung.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland bis 2018 flächendeckend mit Breitbandnetzen zu versorgen. Heute beraten Unternehmen, Verbände und Politik zum ersten Mal in einer "Netzallianz Digitales Deutschland" über den Ausbau.

Munch-Musuem wird teurer

Was für die Deutschen die Hamburger Elbphilharmonie, das ist für die Norweger wohl ihr Munch-Museum.

Noch vor dem ersten Spatenstich musste Oslos Kulturdezernat die Kosten für den Bau bereits zum zweiten Mal nach oben korrigieren. Statt ursprünglich knapp 195 Millionen Euro, sollen es jetzt knapp 250 Millionen werden. Zur Begründung hieß es, dass Gelder für die Erschließung des Geländes oder die Inneneinrichtung des Neubaus erst jetzt berücksichtigt werden konnten. Edvard Munch hatte seine Werke der Stadt Oslo überlassen. Bislang werden sie in einem baufälligen Museum gezeigt. Ein Neubau soll nun einen angemesseneren Rahmen für die Bilder des berühmten Norwegers bilden.

Malaysia verbietet Comic-Heft wegen Allah-Nennung

"Ultraman" hat die Regierung in Kuala Lumpur verärgert.

Eine Ausgabe der in Malaysia populären japanischen Comic-Serie ist indiziert worden. Der Grund: In dem Heft verwendet der Superheld das Wort "Allah". Das ist in Malaysia nur Muslimen gestattet - und nicht dem Japaner Ultraman. Das Heimatministerium in Kuala Lumpur ist der Meinung, die Ausgabe enthalte Elemente, die die öffentliche Sicherheit und die gesellschaftliche Moral unterwandern könnten.

Falscher Jubel: Fans vom pakistanischen Cricket-Team werden aus indischer Universität verbannt

In Indien kann es durchaus Konsequenzen haben, Fan des falschen Teams zu sein.

Wie indische Behörden mitteilten, wurden 66 Studenten von ihrer Universität exmatrikuliert. Sie hatten bei einer Sportübertragung in ihrem Wohnheim das pakistanische Cricket-Team unterstützt. Am Wochenende waren die Erzrivalen Pakistan und Indien aufeinander getroffen. Die Studenten, allesamt aus der Grenzregion Kaschmir, jubelten beim Sieg des pakistanischen Teams. Daraufhin kam es zu Handgreiflichkeiten unter den Studenten. Es wurde auch in Erwägung gezogen, die jungen Männer wegen Aufwiegelei anzuklagen.

Stralsund bekommt Kepler-Druck aus New York zurück

Vor zwei Jahren verkaufte das Stralsunder Stadtarchiv unbemerkt von der Öffentlichkeit Werke des Astronomen Johannes Kepler.

Nun soll der wertvolle Druck zurück an die Hansestadt gehen. Das New Yorker Auktionshaus Jonathan Hill habe der Stadt angeboten, dass sie den Kepler-Sammelband zum Einkaufspreis zurückkaufen könne, sagte der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow. Der Kepler-Band war für rund 180.000 Euro im New Yorker Auktionshaus angeboten worden. - 2012 hatte das Archiv fast 6000 historische Bände an einen bayrischen Antiquar verkauft.

BBC-Radiosender verbannt Männer für 39 Stunden

Ab heute Abend haben Männer 39 Stunden auf BBC Radio 1 nichts zu melden.

Denn zu Ehren des Weltfrauentages am Samstag wird das Programm des britischen Senders ausschließlich von Frauen gestaltet. Ursprünglich waren nur 24 Stunden weibliches Programm geplant, doch die Senderchefs verlängerten die Aktion um mehr als einen halben Tag. 39 Stunden lang werde der BBC 1 seine weiblichen Talente feiern, sagte Programmchef Rhys Hughes. Prominenteste Moderatorin des Frauen-Spezials ist Annie Nightingale. Die 73-Jährige ist Englands erste Radio-DJane.

Kulturnachrichten hören

März 2014
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur