Seit 20:03 Uhr Konzert

Freitag, 18.10.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. März 2014

Pleuger: Missverständnisse mit Russland müssen aufgeklärt werden

Die Gefahr einer Verschlimmerung der Krim-Krise wächst umso mehr, je weniger man miteinander spricht.

Vor diesem Szenario warnt der ehemalige Botschafter Deutschlands bei den Vereinten Nationen, Gunter Pleuger, im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Missverständnisse zwischen den verschiedenen Parteien gebe es viele, etwa die russische Furcht davor, von NATO und EU eingekreist zu werden. Er halte es daher für wichtig, Russland klar zu machen, dass die EU keine Gemeinschaft sei, die ihre Einflusssphäre auf Kosten anderer ausdehnen wolle. Ein geeignetes Forum für die Verhandlungen ist Pleugers Ansicht nach nur die Zusammenkunft der G8-Staaten. Er halte es deswegen auch für eine Fehler, den Russen mit einem Ausschluss zu drohen.

Regisseur Sokurow: Russland versetzt sich selbst einen Schlag

Russische Minderheiten gibt es überall, Russland kann sie nicht immer unter Einsatz des Militärs schützen.

So sieht es der Regisseur Alexander Sokurow im Interview mit der Internet-Zeitung "AN-online". Für den Filmemacher hat die derzeitige Situation auch mit der unbewältigten Vergangenheit Russlands zu tun. Alle Probleme, alle schrecklichen Repressionen der Stalin-Zeit stiegen nun wieder an die Oberfläche, und die Geschichte beginne von Neuem. Sokurow hofft dennoch, dass es keinen Krieg gibt. Der Staat verpasse sich gerade einen Schlag mit nicht absehbarer Wirkung. Und keine Armee könne dann Russland vor dem inneren Zerfall retten.

Alexander Sokurow hat mit seiner Verfilmung des Goethe-Dramas "Faust" 2011 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig gewonnen.

Russland: Professor soll wegen Kritik entlassen werden

Er habe ihnen geantwortet, dass er gar nichts schreiben werde, sollen sie ihn eben rauswerfen.

So reagiert der russische Philosophie-Professor Andrej Zubov auf eine Aufforderung des Moskauer Instituts für Internationale Beziehungen, an dem er unterrichtet. Wie die russische Nachrichtenseite "slon" schreibt, hatte man dem Professor nahe gelegt, sein Abschiedsgesuch einzureichen. Zuvor hatte Zubov in einem Kommentar das russische Verhalten in der Ukraine mit dem der Nationalsozialisten verglichen. Seiner Meinung nach ist die Besetzung der Krim vergleichbar mit dem Einmarsch der Deutschen in Österreich 1938.

Studie: Mehr Frauenrechte fördern Demokatisierung

Wenn sich die Lage von Frauen in einem Land bessert, dann wird es tendenziell demokratischer.

Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Forscherteams, an der auch auch das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung beteiligt war. Die Wissenschaftler haben dafür Daten aus mehr als 120 Ländern ausgewertet. Viele davon waren 1980 noch nicht demokratisch, wurden es aber bis zum Jahr 2005. Darunter waren so unterschiedliche Länder wie Brasilien, Mexiko, Bulgarien, Südkorea oder Simbabwe. Nach Angaben der Forscher sind die Chancen für eine demokratische Entwicklung von drei Faktoren abhängig: wenn Mädchen schon längere Zeit Bildung genießen, Frauen einen Job haben und die Geburtenrate sinkt. Dann würden sich Frauen mehr einmischen, sich vernetzten und so dafür sorgen, dass Länder demokratischer oder bestehende Demokratien stabiler werden.

Die Studie im Orginal ist [hier|htttp://dx.doi.org/10.1016/j.worlddev.2013.06.004] nachzulesen.

Neue Initiative für Ausreise von Ai Weiwei

Seit 2011 ist der Künstler Ai Weiwei wieder auf freiem Fuß.

Der bekannte Regimekritiker hat jedoch keinen Pass und kann deshalb auch nicht aus China ausreisen, - und das ohne die Angabe irgendwelcher Gründe, wie der Freundeskreis des Künstlers kritisiert. Seine deutschen Unterstützer haben deswegen einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, damit Ai Weiwei doch noch seine Papiere wiederbekommt. Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, sagte, man erwarte, dass die Regierung das Thema ganz konkret zur Sprache bringe, und zwar beim kommenden deutsch-chinesischen Treffen Ende März.

Der Freundeskreis werde auch einen aktuellen Bericht über die Situation des Künstlers an die Bundesregierung weiterleiten.

Reporter ohne Grenzen: China zensiert Berichterstattung über Kunming-Attacke

Chinesische Behörden haben Anweisungen verschickt, wie in den Medien mit dem Angriff auf den Bahnhof der Stadt Kumning umgegangen werden soll.

Laut der Organisation "Reporter ohne Grenzen" heißt es in dem Schreiben, die Journalisten sollten sich an die Bekanntmachungen der staatlichen Agentur Xinhua halten. Große Überschriften oder Fotos sollten nicht veröffentlicht werden. Bei dem Attentat vergangene Woche waren 29 Menschen getötet worden. "Reporter ohne Grenzen" verurteilte die Anweisung als inakzeptabel. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, vollständig und transparent über die Ermittlungen informiert zu werden.

NRW will Schüleraustausch mit Holocaustgedenkstätte Yad Vasehm ausbauen

Nordrhein-Westfalen und die Holocaustgedenkstätte Yad Vasehm wollen ein besonderes Besuchsprogramm für Schüler aus NRW entwickeln.

Das hat Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, mit der Gedenkstätte in Jerusalem vereinbart. Auch der Jugendaustausch zwischen Israel und NRW soll verbessert werden, hieß es aus der Staatskanzlei. Kraft ist zur Zeit auf einer Nahost-Reise und hat heute die Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust besucht.

Ihre nächste Station ist Ramallah im Westjordanland.

Katholischer Kardinal kritisiert Homo-Gesetz in Uganda

Aus dem Vatikan werden kritische Stimmen am Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda laut.

Der Präsident des päpstlichen Menschenrechtsrates, Kurienkardinal Peter Turkson, rief Staatspräsident Museveni auf, die harten Strafen außer Kraft zu setzen. Er sagte der britischen Zeitung "Catholic Herald", - Zitat - "Homosexuelle sind keine Verbrecher". Schwule und Lesben dürften nicht langen Gefängnisstrafen verurteilt werden. Zugleich betonte er, der Vatikan dränge darauf, die internationale Hilfe für Uganda fortzusetzen. Die Weltbank hatte in Reaktion auf das Homo-Gesetz einen Kredit von 90 Millionen Dollar für ein Gesundheitsprogramm in Uganda zurückgehalten.

Der ugandische Präsident hatte Ende Februar ein Gesetz unterzeichnet, nach dem Schwule und Lesben zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt werden können. Auch die Unterstützung oder das Nichtanzeigen von Homosexuellen ist strafbar.

Forscher: Stonehenge war ein gigantisches Glockenspiel

Die Steinkreise von Stonehenge waren möglicherweise ein großes Glockenspiel.

Das vermuten Forscher des Londoner Royal College of Art. Wie sie im Nachrichtenportal "Wales Online" berichten, tönen mehrere Steine wie Glocken oder Gongs, wenn man sie mit dem Hammer angeschlägt. Das Forscherteam habe das Monument zusammen mit Schlagzeugern untersucht. Ein Wissenschaftler sagte, die Musiker hätten auf den Felsen richtige Percussionsstücke spielen können. Bei vorherigen Untersuchungen zu Stonehenge habe man es versäumt, den Herkunftsort der Steine in Wales zu berücksichtigen. Dieser sei für sogenannte Lithophone, also Klangsteine, bekannt.

Klangsteine gehören zu den ältesten Musikinstrumente der Menschheit. Lithophone mit Steinen unterschiedlicher Tonhöhen sind in Indien im 2. Jahrtausend vor Christus belegt. Die Steinkreise von Stonehenge datieren aus der Zeit zwischen 2500 und 2000 vor Christus.

Münchner "Abendzeitung" insolvent

Die Münchner "Abendzeitung" ist zahlungsunfähig und hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Wie der Verlag mitteilte, sieht sich die Familie Friedmann als Eigentümerin nicht mehr dazu in der Lage, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" haben sich die Verluste des Boulevardblatts seit 2001 auf 70 Millionen Euro summiert. Die Gesellschafter und die Mitarbeiten der "Abendzeitung" hofften jetzt, dass ein neuer Investor gefunden werde.

Das Blatt erreichte zuletzt eine Auflage von rund 100.000 Exemplaren, vorrangig im Großraum München.

Zollitsch: Kunst kann Verständnis für das Göttliche schaffen

Kunst kann helfen, den christlichen Glauben zu vermitteln.

Dieser Ansicht ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Er sagte auf einer Aschermittwoch-Messe im Freiburger Münster, ohne Symbolik sei es nicht möglich, über das Wesentliche und eigentlich Unbenennbare zu sprechen, nämlich Gott. Zwar gebe es im Alten Testament ein Bilderverbot, was die Grenzen menschlicher Bilder des Göttlichen aufzeige. Trotzdem finde die Transzendenz Gottes in Werken mit symbolischer Sprache ihren Ausdruck, ebenso wie in der zeitgenössischen Kunst. Zollitsch hielt seine Rede in Freiburg nach Angaben des Erzbistums vor 150 Kunstschaffenden.

Zollitisch sprach anlässlich des "Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler" in Freiburg. Die Veranstaltung geht auf den Schriftsteller Paul Claudel zurück, der nach dem Zweiten Weltkrieg Künstler nach Paris zum Gedankenaustausch einlud. Seitdem kommen Künstler am Aschermittwoch in katholischen Kirchen mehrerer europäischer Städte mit Geistlichen zum Dialog zusammen.

Rituale zum Aschermittwoch beenden den Karneval

Die einen sind traurig, die anderen heilfroh.

Mit dem Aschermittwoch geht heute der Karneval zu Ende - und auch das wird im Rheinland mit unterschiedlichen Ritualen begangen. In Düsseldorf verlangt die Tradition, jammernd und unter Tränen den Karnevalsnarr Hoppeditz zu Grabe zu tragen. Um 11 Uhr 11 wurde er im Garten des Düsseldorfer Stadtmuseums verbrannt. In Köln hatten die Jecken schon in der Nacht zum Aschermittwoch den Nubbel angezündet. Die Stoffpuppe büßt stellvertretend für die Sünden, die sich während Karneval angesammelt haben. Und in Bonn werden heute traditionell die Portemonnaies mit Rheinwasser ausgewaschen - nachdem die Feierei an Karneval schon das letzte Geld fortgespült hat.

Zu Lebzeiten berühmter als sein Vater: Sonderausstellung zum Sohn von J.S. Bach in Leipzig

Er gilt als einer der wichtigsten musikalischen Vertreter der Epoche der Empfindsamkeit.

Gemeint ist der Sohn von Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach. Zu seinem 300. Geburtstag widmet ihm das Leipziger-Bach-Archiv ab morgen eine Sonderausstellung. Die Leiterin des Museums, Kerstin Wiese, sagte, zu Lebzeiten sei der Sohn viel bekannter gewesen als sein Vater. Die Schau mit dem Titel "Das Musik muss das Herz rühren" stellt vor allem Kompositionen, Briefe und Notizen vor. Zum Jahrestag von Carl Philipp Emanuel Bach hat das Bacharchiv außerdem viele weitere Veranstaltungen geplant.

Carl Philipp Emanuel Bach wurde am 8. März 1714 in Weimar geboren. Er starb am 14. Dezember 1788 in Hamburg.

Syrien: Regisseur Malas frei gelassen

Der syrische Regisseur Mohammed Malas kann seinen Film nun doch noch auf dem Schweizer Festival präsentieren.

Laut der Syrischen Liga für die Verteidigung der Menschrechte wurde der Filmemacher wieder freigelassen. Gestern war Malas am Grenzübergang zum Libanon festgenommen worden. Er war auf dem Weg nach Genf, um sein neues Werk "Ladder to Damascus" vorzustellen. Die Veranstalter des Festivals hatten die sofortige Freilassung Malas' gefordert. Der Regisseur ist einer der berühmtesten Vertreter seines Landes, er gilt als Begründer des syrischen Autorenkinos.

Nach Rassismusvorwurf: Schwedisches Kaufhaus nimmt Shirt aus dem Programm

Das schwedische Hip-Hop-Duo Mohammed Ali hat sein Ziel erreicht - das T-Shirt wird aus dem Sortiment genommen.

Medienberichten zufolge entschuldigte sich die Kaufhauskette NK für ein Designer-Oberteil, das zwei Strichmännchen zeigt, ein weißes und ein schwarzes. Das schwarze hat wulstige Lippen und trägt ein Bananenröckchen. Die Hip-Hop-Musiker hatten daraufhin via Twitter gegen das in ihren Augen rassistische Shirt protestiert. Solche Darstellungen würden den Kampf gegen Rassismus um 50 Jahre zurückwerfen.

Buchhandel stabilisiert sich

Der stationäre Buchhandel hat sich gefangen.

Das teilt der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, eine Woche vor Beginn der Leipziger Buchmesse mit. Sechs, sieben Jahre lang sei der Umsatz der Branche zurückgegangen - 2013 habe er sich aber stabilisiert. Offenbar schätze die Leserschaft in Deutschland die Beratung und das Sortiment ihrer Buchläden.

Antike griechische Theaterstücke liefern Informationen über früheres Klima

Was haben griechische Dichter wie Euripides und Sophokles mit dem Wetter zu tun?

Sehr viel, sagen Wissenschaftler von der Universität Athen. In den antiken Dramen fänden sich etwa viele Hinweise auf milde Winter im vierten und fünften Jahrhundert. Die Forscher untersuchten gut 40 Stücke. Darin habe man häufig Informationen zu Theaterveranstaltungen im Januar und Februar gefunden. Es sei oft die Rede von sogenannten "glücklichen Tagen" mit warmem und sonnigem Wetter, das Vorstellungen im Freien ermöglichte.

Die Studie ist im Fachmagazin "Weather" erschienen.

Tunesien: Wegen Karikaturen Verhafteter wieder frei

Karikaturen des Propheten Mohammed waren dem Tunesier Jabeur Mejri einst zum Verhängnis geworden - nun ist der junge Mann wieder frei.

Wie sein Anwalt mitteilte, wurde Mejri aus dem Gefängnis entlassen. Er war 2012 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er die Karikaturen und islamkritische Äußerungen auf Facebook veröffentlicht hatte. Bereits vor zwei Wochen hatte ihn Präsident Moncef Marzouki begnadigt.

"New York Times" korrigiert nach 161 Jahren Artikel

Für eine Berichtigung ist es nie zu spät.

Die "New York Times" hat jetzt zwei Fehler in einem Artikel korrigiert, der vor 161 Jahren in dem Blatt erschienen war. Ausgelöst wurde die Aktion durch die Oscars für den Film "12 Years a Slave". Er erzählt die wahre Geschichte von Solomon Northup, der in die Südstaaten entführt und dort als Sklave gehalten wurde. Ein Leser hatte den historischen "New York Times"-Artikel zu dem Fall aus dem Jahr 1841 im Archiv gefunden. Dabei fiel auf, dass der Name Northups darin mehrfach falsch geschrieben ist.

Pompeji: Italienische Regierung zahlt zwei Millionen Euro vor sofortige Reparaturmaßnahmen

Wieder einmal soll eine Finanzspritze Pompeji vor dem Schlimmsten bewahren.

Das Kulturministerium teilte mit, dass zwei Millionen Euro für dringende Reparaturarbeiten bereit gestellt werden. Vor zwei Tagen war nach Regenfällen eine Mauer in der historischen Ausgrabungsstätte eingestürzt. Solche Schadensmeldungen häufen sich in den vergangenen Jahren. Die EU und die italienische Regierung hatten im Februar 2013 ein über 100 Millionen Euro teures Hilfsprojekt gestartet. Davon wurde bislang nur ein Bruchteil für die Restaurierung der nach einem Vulkanausbruch verschütteten Stadt ausgegeben.

Komponist Robert Ashley gestorben

Seine letzte Oper hat Robert Ashley vor drei Monaten beendet, die Uraufführung wird er nicht mehr sehen.

Wie sein Management mitteilte, ist der 83-jährige Komponist in New York gestorben. Vor über 50 Jahren schrieb Ashley das erste seiner Musikstücke. Darin verwendete er immer wieder avantgardistische Stilelemente. So war er etwa einer der ersten, der den Klang elektronischer Synthesizer in ein Opernwerk einbaute.

Kulturnachrichten hören

März 2014
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur