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Sonntag, 15.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. Juli 2018

Pussy Riot verantwortlich für WM-Flitzeraktion

"Für eine Transformation der irdischen in eine himmlische Polizei"

Die russische Punk-Band Pussy Riot erklärte via Twitter, dass sie verantwortlich sei für die Flitzeraktion während des heutigen WM-Finalspiels zwischen Frankreich und Kroatien. Dabei haben vier förmlich mit Uniformen bekleidete Personen für eine kurze Unterbrechung des Spiels gesorgt. In ihrem Tweet erinnerte die Band an den vor elf verstorbenen russischen Poeten Dmitriy Prigov und dessen Bild des himmlischen Polizisten. Dieser stehe im Gegensatz zum irdischen im aktuellen Russland. Während der himmlische Polizist sich über Siege des russischen Fußballteams freue, zeige sich der irdische Polizist gleichgültig gegenüber dem Hungerstreik von Oleg Sentsov. Der FIFA World Cup habe eine mögliche Zukunft Russlands mit himmlischer Polizei gezeigt, während die irdische "unsere Welt" zerstöre. Pussy Riot fordern deshalb: Freilassung aller politischen Gefangenen, keine Inhaftierungen für "Likes", einen Stopp illegaler Verhaftungen auf Demonstrationen, die Erlaubnis politischen Wettbewerbs, kein Fabrizieren von strafrechtlichen Beschuldigungen sowie keine unbegründeten Inhaftierungen und letztlich die Transformation des irdischen in einen himmlischen Polizisten.

Päpstliche Videobotschaft an Jugendliche in der Karibik

"Ältlichen Jugendlichen" fehlt Kraft zur Veränderung

Papst Franziskus hat eine Videobotschaft an die Teilnehmer einer kirchlichen Jugendversammlung in der Karibik geschickt. In dem am Sonntag veröffentlichten Clip fordert das Kirchenoberhaupt die Besucher des Treffens auf, "junge Jugendliche" zu sein. "Ältlichen Jugendlichen", die sich in ihrem Leben bereits eingerichtet hätten, fehle die Kraft zur Veränderung. Die Versammlung unter dem Motto "Jugend verändert die karibische Familie" (10. bis 23. Juli) wird von der Bischofskonferenz der Antillen veranstaltet und findet auf der Insel Martinique statt. Franziskus empfahl den Teilnehmern die Lektüre seines Schreibens "Amoris laetitia" zu Ehe und Familie. Dort, im Kapitel über "die Liebe in der Ehe", liege das "Kernstück". Dies werde ihnen Kraft geben, um Veränderungen voranzutreiben. Dabei dürften sie jedoch nie die eigenen Wurzeln vergessen, mahnte der Papst die jungen Menschen.

Künstler und Politiker verteidigen Kunstfreiheit

"Brüsseler Erklärung" auf Kampagnenplattform Change.org veröffentlicht

Zahlreiche Kulturschaffende und Politiker aus Deutschland machen sich mit einer Petition für die Freiheit der Kunst stark. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Vielfalt und die Freiheit der Kunst in Europa sind in Gefahr", heißt es in dem auf der Kampagnenplattform Change.org veröffentlichten Text. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderen der Entertainer Hape Kerkeling, die Schriftsteller Wladimir Kaminer und Ingo Schulze, die Musiker Inga Humpe und Dirk von Lowtzow, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sowie die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. Veröffentlicht worden war die sogenannte Brüsseler Erklärung am Freitag. Die Initiatoren, die beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Claudia Roth und Erhard Grundl, kritisieren, dass rechtsnationale Regierungen in Österreich, Ungarn und Polen versuchten, die Kreativszene für ihre Zwecke einzuspannen. Auch in Deutschland versuchten Vertreter rechtsnationaler und konservativer Parteien, demokratische Werte und die Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenlebens mithilfe von Kultur und Kunst zu zerstören.

Felix-Nussbaum-Haus feiert 20-jähriges Bestehen

Architekt Daniel Libeskind eröffnet Feierlichkeiten

Der jüdisch-amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind hat die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück eröffnet. Das Nussbaum-Haus ist das weltweit erste Gebäude, das nach den Entwürfen Libeskinds fertiggestellt wurde. Es wurde 1998 eröffnet. "Das Nussbaum-Museum ist eines meiner besten und liebsten Projekte", sagte Libeskind dem epd. Der in Osnabrück geborene jüdische Maler Felix Nussbaum (1904-1944) wurde von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet. Das Felix-Nussbaum-Haus beherbergt rund 200 Bilder des Künstlers.

Ausstellung zu Thietmar von Merseburg eröffnet

Seine Chronik gilt als bedeutendes Geschichtswerk des Mittelalters

In Merseburg ist die Ausstellung "Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte" für die Besucher geöffnet. Bis zum 4.
November rechnen die Ausstellungsmacher mit etwa 20 000 Besuchern. Thietmar von Merseburgs Chronik gilt eines der bedeutendsten Geschichtswerke des Mittelalters. Als Reichsbischof hat er nicht nur über Politik, sondern auch über religiöse, kulturelle, wirtschaftliche und ethnologische Beobachtungen geschrieben. Die Ausstellung soll Thietmars Chronik erlebbar machen. Rund 110 Exponate veranschaulichen etwa Kaiserkrönungen, Machtkämpfe von Herrschern, Sitten und Gebräuche, aber auch Nöte und Traumbilder von Menschen im Mittelalter.

Tausende bei Jahresschau der Kunsthochschule Halle

In den Bereichen Kunst und Design sind mehr als 1000 Studenten eingeschrieben

Eine große Modenschau, offene Ateliers und Werkstätten: Mehrere Tausend Besucher haben am Wochenende hinter die Kulissen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle geschaut und die Jahresausstellung mit Arbeiten der Studenten besucht, wie eine Sprecherin mitteilte. Allein zur Eröffnung am Freitagabend hätten mehr als 1000 Besucher die Werkschau der Mode erlebt. Bei verschiedenen Projekten ließen sich Studenten der Modeklasse vom Werk des österreichischen Malers Gustav Klimt inspirieren, dessen Todestag sich 2018 zum 100. Mal jährt. In den Fachbereichen Kunst und Design sind an der Hochschule mehr als 1000 Studenten eingeschrieben.

Adolphe Binder nennt Vorwürfe unhaltbar

Offener Brief der bisherigen Intendantin des Tanztheaters Wuppertal

Die bisherige Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, Adolphe Binder, hat Kritik an ihrer Arbeit zurückgewiesen. Die Entscheidung des Beirats, sie mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden, "dient nicht der Zukunft des Tanztheaters", schreibt Binder in einem offenen Brief. Die von der Geschäftsführung gegen sie erhobenen Vorwürfe seien "unhaltbar und rechtfertigen keine Kündigung". Der künstlerische und kommerzielle Erfolg des Tanztheaters habe offenbar bei der Entscheidung, sie zu entlassen, keine Rolle gespielt. Der Beirat - das Aufsichtsorgan des Theaters - hatte als Reaktion auf anhaltende Querelen beschlossen, sich von Binder zu trennen. Das sei notwendig, "um die Handlungsfähigkeit dieser einzigartigen kulturellen Einrichtung wiederherzustellen", hatte er erklärt. Binder ist seit gut einem Jahr im Amt.

Über 30 Millionen Iraner umgehen Internetverbote

Vize-Generalstaatsanwalt macht Kommunikationsminister verantwortlich

Mehr als 30 Millionen Iraner umgehen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft die Internetverbote des Landes. Viele verschafften sich mit einem sogenannten VPN-Tunnel vor allem Zugang zum Chatdienst Telegram, obwohl dieser seit Mai gesetzlich verboten sei, sagte Vize-Generalstaatsanwalt Abdolsamad Chorramabadi. Es könne nicht angehen, dass Gesetze im Land derartig ignoriert würden, beschwerte er sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Chorramabadi machte auch Kommunikationsminister Mohamed Dschawad Asari Dschahromi verantwortlich. Für Dschahromi, mit 36 Jahren der jüngste Minister in der Regierung von Präsident Hassan Ruhani, sind die Internet-Verbote absurd. Man könne im 21. Jahrhundert den Zugang der Menschen zu Informationen nicht mehr stoppen, so der Minister.

Baltische Staaten mit Friedenspreis ausgezeichnet

Auch die Pfadfinder wurden geehrt

Mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens sind in Münster die drei baltischen Staaten und die Pfadfinder ausgezeichnet worden. Estland, Lettland und Litauen wurden für ihre besonderen Bemühungen um Integration in Europa zu gewürdigt. Die Pfadfinder in kirchlichen und anderen Verbänden in Europa erhielten den Preis als eine der weltweit größten Jugendbewegungen. Der alle zwei Jahre vergebene Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.

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