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Samstag, 16.02.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 16. Februar 2019

Bruno Ganz ist tot

Schweizer Schauspieler starb im Alter von 77 Jahren

Der Schauspieler Bruno Ganz ist tot. Wie sein Management am Samstag mitteilte, starb der Schweizer im Alter von 77 Jahren in Zürich. Ganz galt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler der Gegenwart. Er wuchs in Zürich auf und beschloss schon früh, Schauspieler zu werden. Anfang der 1960er-Jahre kam er nach Deutschland und spielte zunächst am Jungen Theater in Göttingen. 1970 wechselte er an die Berliner Schaubühne und arbeitete mit Theatermachern wie Peter Zadek, Peter Stein, Claus Peymann, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Dieter Dorn zusammen. Dabei gehörten nahezu alle großen Rollen des klassischen Theaters zu seinem Repertoire - von Franz Moor in Schillers "Räubern" bis hin zu Shakespeares "Hamlet". Immer wieder war Ganz auch in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, unter anderem als Engel Damiel in "Himmel über Berlin" von Wim Wenders (1987) und als Adolf Hitler in "Der Untergang" von Bernd Eichinger (2004). Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis 1999 (für "Gegen Ende der Nacht") sowie den Bambi und den Europäischen Filmpreis 2004 (für "Der Untergang"). Im Februar 1996 vermachte ihm der Schauspieler Josef Meinrad den Iffland-Ring, der seit über 100 Jahren an den jeweils "würdigsten" Schauspieler deutschsprachiger Bühnen weitervererbt wird.

Bei der Berlinale werden am Abend die Preise verliehen

Internationale Jury vergibt den Goldenen und sieben Silberne Bären

Bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin werden am Abend die Preise verliehen. Die Internationale Jury unter Leitung der französischen Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche muss über die Vergabe des Goldenen Bären und von sieben Silbernen Bären entscheiden. Neben dem besten Film werden unter anderem die beste Regieleistung, das beste Drehbuch und die besten Darsteller ausgezeichnet. Im Rennen um die Bären sind insgesamt 16 Filme angetreten, darunter auch drei deutsche Produktionen - die Romanverfilmung "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin, "Ich war zuhause, aber" von Angela Schanelec und "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Für den langjährigen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ist es das letzte Festival. Er hatte die Filmfestspiele seit 2001 geleitet. Ihm folgt im Sommer eine neue Doppelspitze, bestehend aus Mariette Rissenbeek als neuer Geschäftsführerin und Carlo Chatrian als Künstlerischem Leiter.

Teddy-Preis der Berlinale für Film aus Argentinien

Jury: Film zeigt Freundschaft und Akzeptanz

Der queere Teddy-Preis auf der Berlinale für den besten Spielfilm geht in diesem Jahr an "Breve historia del planeta verde" aus Argentinien. Die am Freitagabend in der Berliner Volksbühne vergebene Auszeichnung würdigt Werke aus dem gesamten Programm der Festspiele, die sich auf besondere Weise mit queeren Themen beschäftigen. Im Mittelpunkt des Gewinner-Films von Regisseur Santiago Loza stünden Freundschaften, Loyalität und Akzeptanz, urteilte die Jury. Das Werk sei von Wärme durchdrungen, "die uns durch Zeiten der inneren Spaltung und des äußeren Drucks führen wird und die heute so dringend benötigt wird". Die internationale Koproduktion entstand auch unter deutscher Beteiligung. Einen Teddy als bester Dokumentarfilm gab es für die chilenisch-kolumbianische Produktion "Lemebel". Bester Kurzfilm wurde "Entropia" aus Ungarn.

Oscar-Verleihung wird nun doch komplett live gezeigt

Nach heftiger Kritik zieht die Oscar-Akademie ihre Pläne zur Straffung der Gala zurück

Bei der Oscar-Gala am 24. Februar wird die Verleihung aller 24 Trophäen nun doch live übertragen. Das berichten die US-Film-Magazine "Variety" und "Hollywood Reporter" und berufen sich dabei auf eine Mitteilung der Oscar-Academy. Um die Gala zu kürzen, hatte die Akademie zunächst geplant, die Trophäen in vier Kategorien, nämlich Kamera, Schnitt, Live-Action-Kurzfilm sowie Make-up und Haarstyling, erstmals während der Werbepausen zu überreichen. Mit der Kehrtwende reagierte die Academy auf die scharfe Kritik namhafter Filmschaffender, darunter Regisseure wie Martin Scorsese, Quentin Tarantino und Spike Lee. Auch zahlreiche Kameraleute und Schauspieler wie George Clooney, Robert De Niro und Glenn Close liefen Sturm. Es sei eine "Beleidigung" für Filmschaffende, wenn wichtige Kinokunst herabgewürdigt werde, hieß es in einem offenen Brief, der von Hunderten unterschrieben wurde. "Kamera und Schnitt sind das Herz unserer Kunst", erklärte Oscar-Preisträger Guillermo Del Toro, Drehbuchautor und Regisseur von "Shape of Water" (2017).

Daniel Kehlmann erhält Schubart-Literaturpreis

Ausgezeichnet wird der Roman "Tyll"

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann wird mit dem Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen ausgezeichnet. Wie die schwäbische Kommune mitteilte, erhält der 44-Jährige den mit 20 000 Euro dotierten Preis für seinen Roman "Tyll". Darin nehme Kehlmann viele Anleihen an die mittelalterliche Figur des Till Eulenspiegel, gehe aber "in seiner großen Fabulierkunst" zugleich frei damit um. "Besser kann man ein Buch über einen Freigeist nicht schreiben", urteilte die Jury. "Man darf annehmen, dass C.F.D Schubart an Daniel Kehlmanns "Tyll" seine helle Freude gehabt hätte." Die Auszeichnung ist nach Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) benannt, der seine Jugendjahre in Aalen verbrachte.

Erstmals mehr als 30 Millionen E-Books verkauft

Anteil ist bei fünf Prozent der Buchumsätze

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr E-Books gekauft als zuvor. Der Absatz knackte erstmals die 30-Millionen-Marke und stieg um 12,7 Prozent auf 32,8 Millionen E-Books, wie boersenblatt.net am berichtete. Mit E-Books wurden 2018 fünf Prozent des Buchumsatzes am Publikumsmarkt gemacht, hieß es. Erstmals seit fünf Jahren ist auch die Zahl der Käufer wieder gestiegen: 3,6 Millionen Menschen erwarben 2018 mindestens ein E-Book. Außerdem setzt sich der Trend zum Kauf günstigerer Titel fort: 2018 gaben Käufer durchschnittlich nur noch 6,19 Euro pro E-Book und damit 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr aus.

NRW-Ministerin will Schulpflicht durchsetzen

Klimaproteste während der Unterrichtszeit seien "grundsätzlich unzulässig"

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will nicht hinnehmen, dass Schüler wegen der seit Monaten stattfindenden Protestaktion "Fridays for Future" den Unterricht schwänzen. In einem Brief an alle Schulleiter in NRW bekräftigte sie, die Schulpflicht sei durchzusetzen. Die Teilnahme an einem Schülerstreik sei während der Unterrichtszeit "grundsätzlich unzulässig". Zuvor hatte der WDR berichtet. Am Freitag beteiligten sich erneut in zahlreichen Städten in Nordrhein-Westfalen und anderen deutschen Städten Schüler an den Demonstrationen.

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