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Kulturnachrichten

Montag, 1. März 2021

China-Korrespondenten klagen über Arbeitsbedingungen

Ausländische Journalisten in China klagen über eine zunehmende Behinderung ihrer Arbeit. Bei einer Befragung des Auslandskorrespondentenclubs (FCCC) gab das dritte Jahr in Folge kein einziger China-Korrespondent an, dass sich seine Arbeitsbedingungen verbessert hätten. Chinesische Behörden hätten im Gegenteil ihre Bemühungen, die Arbeit ausländischer Reporter zu vereiteln, "dramatisch verstärkt". So seien auch Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie als Vorwand genutzt worden, um die Arbeit von Journalisten weiter erschweren oder ihnen die Einreise gleich ganz zu verwehren. Zudem hätten mindestens 18 Journalisten von drei US-Medien in der ersten Jahreshälfte 2020 das Land verlassen müssen.

Musikrat will mehr Präsenzbetrieb für Musikhochschulen

Die schrittweise Rückkehr in den Präsenzbetrieb an den Musikhochschulen fordern der Deutsche Musikrat und die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen von den Bildungsministern der Länder. In einer Mitteilung heißt es, die Studierenden müssten seit zwei Semestern auf wesentlich Bereiche ihrer Ausbildung verzichten, darunter Ensemble- und Orchesterspiel, Projektarbeit und Auftrittserfahrung. Die Rückkehr zum Präsenzbetrieb soll mit dem Einsatz von Schnelltests, einer Steigerung der Impfaktivität sowie der Bereitstellung von größeren Räumlichkeiten möglich werden. Derzeit sind an den 24 staatlichen deutschen Musikhochschulen etwa 17.000 Personen eingeschrieben. 20 Prozent von ihnen erwägen den Angaben zufolge derzeit einen Abbruch ihres Studiums.

Golden Globes sind verliehen worden

In den USA sind die bedeutendsten Filmpreise nach den Oscars verliehen worden: die Golden Globes. Ausgezeichnet wurden unter anderem das Road-Movie "Nomadland" von Regisseurin Chloé Zhao als bestes Filmdrama. Die Filmemacherin chinesischer Abstammung gewann auch als zweite Frau in der Geschichte der Globes in der Preiskategorie beste Regie. Sacha Baron Cohen bekam den Preis für die beste Filmkomödie für seine Satire "Borat Subsequnet Moviefilm". Die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel ging dagegen leer aus. Sie war in der Sparte "Beste Nebendarstellerin" für den Western "Neues aus der Welt" nominiert. Diese Auszeichnung ging an Jodie Foster. Auch für die deutsche Serie "Unorthodox" gab es keinen Golden Globe.

Die Berlinale startet mit digitalem Festivalteil

Die diesjährige Berlinale beginnt am Montag mit einem digitalen Branchentreff. Die Filme sind zunächst nur für Fachleute und Journalisten abrufbar. Am Freitag wird bekanntgegeben, welcher Film den Goldenen Bären als wichtigste Auszeichnung bekommt. Im Wettbewerb sind 15 Produktionen, darunter das Regiedebüt "Nebenan" von Schauspieler Daniel Brühl, die Literaturverfilmung "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" von Dominik Graf und der Film "Petite Maman" der Französin Céline Sciamma. Im Juni soll ein öffentliches Berlinale-Festival mit Filmvorführungen fürs Publikum folgen. Auch die Auszeichnungen sollen erst im Sommer verliehen werden.

Kinobetreiber fordern eine Perspektive

Kurz vor dem Beginn der Berlinale haben zahlreiche Kinobetreiber in Deutschland eine Perspektive für ihre Häuser gefordert. Mehrere Filmtheater wurden am Sonntagabend beleuchtet. Nach Angaben des Branchenverbands AG Kino hatten sich mehr als 300 Kinos angemeldet, etwa in Berlin und Köln. "Wir leben seit vielen Monaten ohne Kultur", sagte Verbandschef Christian Bräuer der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn man sich damit eingerichtet habe, sei das Zuhause-Bleiben eine Belastung. Bei den Kinobetreibern gehe es außerdem um die Existenz. Die Kinos sind seit November wieder geschlossen. Das gilt auch für viele andere Einrichtungen in Deutschland.

Volksbühnen-Intendant befürchtet bleibende Schäden

Der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, hat vor Dauerschäden für die Theater durch die Pandemie gewarnt. Er befürchte, dass etwa ein Fünftel der Theaterschaffenden ihren Beruf aufgeben würden, sagte Dörr der "Berliner Zeitung" in der Montagsausgabe. Die Schließung der Theater scheine keinen gravierenden Effekt auf das Pandemiegeschehen zu haben. "Das öffentliche Leben ist jetzt seit vier Monaten wieder still gestellt - und trotzdem geht die Inzidenz hoch? Es gibt übrigens nach wie vor keinen einzigen nachgewiesenen Ansteckungsfall, der sich in einem Theater zugetragen hätte." Der Lockdown sei für die Kulturszene verheerend. Künstlerinnen und Künstler könnten sich nur sehr eingeschränkt dem Markt präsentieren, während bereits zwei Absolventenjahrgänge nachrückten. Dörr sagte, kein Theater werde zukünftig 25 Premieren pro Spielzeit herausbringen.

Maler Robert Schneider gestorben

Der Maler Robert Schneider ist im Alter von 76 Jahren in Hamburg gestorben. Das teilte seine Witwe Ev Schneider der Deutschen Presse-Agentur mit. Der aus Baden-Baden stammende Schneider starb bereits am 21. Februar nach kurzer schwerer Krankheit. Er wird den Angaben zufolge im Sommer in der Ausstellung "Moderne Zeiten. Industrie im Blick von Malerei und Fotografie" im Hamburger Bucerius Kunst Forum vertreten sein. Schneider galt als Vertreter des Neuen Realismus, einer Kunstrichtung, die seit den 1960er Jahren mit gegenständlicher Malerei gesellschaftliche Zustände dokumentiert.

Ansturm auf Konzerttickets in Großbritannien

In Großbritannien ist es zu einem Ansturm auf Konzert- und Festivaltickets gekommen. Grund dafür sind die Pläne der britischen Regierung, möglichst bis Ende Juni alle Coronabeschränkungen aufzuheben. Möglich werden soll das unter anderem durch eine massive Impfkampagne. Das berichtet der britische „Guardian". Die Ticketanbieter verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen. Ticketportale berichteten über einen Anstieg des Datenverkehrs um bis zu 600 Prozent im Vergleich zur Situation in den vergangenen Wochen. Einige Festivals seien binnen kurzer Zeit ausverkauft gewesen. Andere hätten angesichts der großen Zahl an Interessenten Wartelisten eingerichtet. Unter den Veranstaltern gebe es aber Unruhe: Man wünsche sich eine Art Pandemie-Versicherung. Die Festivalsaison 2021 sei noch lange nicht gesichert und die Gefahr von Absagen nicht gebannt.

TikTok muss Strafe wegen Datenschutzverstößen zahlen

Die Videoplattform TikTok muss in den USA wegen mutmaßlicher Datenschutzverstöße 92 Millionen Dollar zahlen. Im Gegenzug sollen mehrere laufende Verfahren eingestellt werden, in denen TikTok das rechtswidrige Sammeln von Daten minderjähriger Nutzer zur Last gelegt wird. Laut Gerichtsdokumenten, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, verpflichtet sich Tiktok zudem zu mehr Transparenz beim Sammeln von Nutzerdaten und zu einem besseren Training seiner Mitarbeiter beim Thema Datenschutz. Die Einigung zwischen den Konfliktparteien muss noch von einem Bundesrichter abgenickt werden. Eltern hatten TikTok in mehreren US-Bundesstaaten verklagt. Sie werfen der zum chinesischen Internetkonzern Bytedance gehörenden App vor, illegal Daten ihrer Kinder gesammelt zu haben, unter anderem Gesichtsaufnahmen.

Unesco beruft Fotografen Toscano zum "Artist for Peace"

Der Mannheimer Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano wird für seine Porträts von Holocaust-Überlebenden von der Unesco zum Botschafter des Guten Willens - "Artist for Peace" - berufen. Er sei der erste Deutsche, dem diese Ehre zuteil werde, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den deutschen Botschafter bei der Unesco, Peter Reuss. Toscano sei zudem der erste Fotograf, dem die Ehre zuteil werde. Zu den Botschaftern des Guten Willens gehören u.a. die Musiker Gilberto Gil, Shirley Bassey und Sarah Brightman. Der Fotograf wird für sein weltweites Erinnerungsprojekt "Gegen das Vergessen" geehrt. Dabei porträtiert Toscano Holocaust-Überlebende und stellt die überlebensgroßen Fotos auf öffentlichen Plätzen aus. Seit 2014 habe er mehr als 400 Überlebende der NS-Verfolgung in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden und Belarus porträtiert.

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