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Sonntag, 31.05.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 31. Mai 2020

Al-Aksa-Moschee in Jerusalem wiedereröffnet

Rund zwei Monate nach der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Schließung ist der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt wieder für Muslime geöffnet. Hunderte Gläubige versammelten sich am Sonntag in den frühen Morgenstunden an den Zugangstoren, wie örtliche Medien berichteten. Auch die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom können wieder besucht werden. Jedoch müssen Besucher der heiligen Stätten eine Maske tragen und ihre eigenen Gebetsteppiche mitbringen. Die islamische Wakf-Behörde rief dazu auf, den Anordnungen des Gesundheitsministeriums bezüglich Hygiene und Abstand Folge zu leisten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Besonderer Fund von mittelalterlichem Grab im Burgenlandkreis

Archäologen haben auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Posa bei Zeitz im Burgenlandkreis drei Gräber entdeckt. Eines der Gräber liegt direkt im Spannfundament. Das sei etwas Besonderes, erklärte Archäologe Holger Rode der Deutschen Presse-Agentur. Um den Toten herum hätten Steine gelegen. Über dem Grab spannte sich ein Bogen. Möglicherweise sei der Bogen bemalt gewesen und es stand eine Heiligenfigur darauf. Es sei ein herausragender Platz für ein Grab, so Rode. So etwas sei bislang nicht bekannt gewesen. Die Toten stammen dem Archäologen zufolge vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Das Benediktiner-Kloster Posa wurde 1114 errichtet, im Jahr 1573 wurde es als Folge der Reformation aufgelöst.

Igor Levit beendet Klavier-Marathon

Nach fast 16 Stunden am Klavier hat der Pianist Igor Levit seinen Corona-Marathon beendet und das Werk "Vexations" - auf Deutsch "Quälereien" - von Eric Satie bis zu seinem Ende gespielt. Der französische Komponist hatte das Stück Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Die Partitur besteht aus nur einer Seite, soll aber 840-mal wiederholt werden. In seiner Monotonie und Grenzwertigkeit passe es gut zur aktuellen Lage der Künstler in der Corona-Krise und wirke wie "ein stummer Schrei", sagte Levit. Der russisch-deutsche Musiker gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der jüngeren Generation. Sein Klavier-Marathon war von Berlin aus auf mehreren Kanälen gestreamt worden.

Grünes Gewölbe wieder für Besucher geöffnet

Das historische Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ist wieder für Besucher geöffnet. Es war seit dem spektakulären Einbruch vor einem halben Jahr geschlossen. Aufgrund der Corona-Schutzregelungen dürfen sich maximal 70 statt 100 Menschen pro Stunde in der begehbaren Schatzkammer aufhalten. Darin stehen hunderte Kostbarkeiten auf Konsolen frei im Raum. Die Vitrine, aus der Ende November rund ein Dutzend historischer Preziosen gestohlen wurden, ist leer. Bisher gibt es keine heiße Spur zu den Tätern. Die Beute von unschätzbarem Wert bleibt verschwunden.

Evangelischer Landesbischof zu umstrittenem Kuppelkreuz

Der Berliner Evangelische Landesbischof Christian Stäblein sieht das umstrittene neue Kuppelkreuz auf dem Berliner Humboldt-Forum vor allem als Verpflichtung. Das Kreuz sei das zentrale christliche Symbol, das viel Missbrauch in seiner Geschichte überstanden habe, sagte Stäblein in einer Rundfunkansprache. Seine Botschaft laute Hingabe, Vergebung und Versöhnung, nicht Dominanz und Herrschaft, betonte Stäblein. Das umstrittene Spruchband des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. hinterlasse deswegen bei ihm Skepsis. "Intolerante Exklusivitätsansprüche" seien - auch als historische Zitate - gefährlich und brauchten Gegenbilder. Das Humboldt-Forum werde aber für diese Gegenbilder sorgen. Man brauche diese Zeichen der Gemeinschaft und der Augenhöhe mehr denn je.

Theologin plädiert für gesetzlichen jüdischen Feiertag

Die evangelische Theologin Christiane Thiel plädiert dafür, auf den Pfingstmontag zu verzichten und dafür den jüdischen Feiertag Jom Kippur, das Versöhnungsfest, zum bundesweiten Feiertag zu machen. Der Pfingstmontag und auch der Ostermontag hätten religiös keine Bedeutung, sondern stammtem kulturgeschichtlich aus dem Feudalismus, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Thiel sprach sich grundsätzlich dafür aus, christliche Feiertage abzugeben, damit die anderen Religionen auch ihren Raum und ihre Festtage bekämen. Wichtig sei, dass die Menschen durch Feiertage Pausen im "durchindustrialisierten" Alltag hätten, diese Feiertage müssten aber nicht zwingend christlich sein.

"manuskripte"-Herausgeber Kolleritsch gestorben

Der österreichische Dichter und Herausgeber der Literaturzeitschrift "manuskripte", Alfred Kolleritsch, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Bundespräsident Alexander van der Bellen schrieb, Kolleritsch sei ein großer Ermöglicher österreichischer Literatur gewesen. Er habe immer danach gestrebt, die Stimme der jungen Schriftsteller hörbar werden zu lassen. Die Zeitschrift "manuskripte" gilt als wichtiges Forum der experimentellen, sprachkritischen österreichischen Literatur. Unter anderem stellten dort Peter Handke, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker oder Elfriede Jelinek ihre Texte vor.

Jerzy Pilch ist im Alter von 67 Jahren gestorben

Der polnische Schriftsteller Jerzy Pilch ist tot. Wie seine Familie und das Museum für Literatur in Warschau mitteilten, starb er gestern im Alter von 67 Jahren in der Stadt Kielce. Pilch hat zahlreiche Romane und Theaterstücke geschrieben. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Zum starken Engel" und "Mein erster Selbstmord". Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Nike-Literaturpreis geehrt, der wichtigsten literarischen Auszeichnung Polens.

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