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Dienstag, 13.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 21. Februar 2021

"Neues Europäisches Bauhaus" auf gutem Weg

Die EU-Kommission sieht ihr Projekt für ein "Neues Europäisches Bauhaus" gut gestartet. Den Reaktionen zufolge sei man auf einem guten Weg, sagte EU- Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen während eines Auftritts bei der Online-Konferenz "Digital Life Design All Stars". Es gebe viel Interesse von Architekten, Künstlern und Designern nicht nur aus Europa, sondern auch aus Japan und den USA. Das sogenannte "Neue Europäische Bauhaus" ist ein ökologisches, wirtschaftliches und kulturelles Projekt, mit dem Design, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Investitionen kombiniert werden sollen. Damit solle auch ein Beitrag zum europäischen grünen Deal geleistet werden, der die Europäische Union bis 2050 klimaneutral machen soll. Die Kommission hatte im Januar die Gestaltungsphase des Projekts eingeläutet. Zum Herbst sollen Vorschläge mit Ideen veröffentlicht werden.

Festjahr zu jüdischem Leben in Deutschland eröffnet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit einem digitalen Festakt in der Kölner Synagoge das Jubiläumsjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" eröffnet. In seiner Rede würdigte Steinmeier den Beitrag von Juden zur deutschen Geschichte. Das Judentum habe entscheidend zum Aufbruch Deutschlands in die Moderne beigetragen. Zugleich erinnerte er an jahrhundertelange Ausgrenzung und Verfolgung und an die aktuelle Bedrohung jüdischen Lebens angesichts von offenem Antisemitismus. In den kommenden Monaten soll ein bundesweites Veranstaltungsprogramm die deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die Veranstaltungen sollen ausdrücklich auch dem wachsenden Antisemitismus begegnen.

"Maria 2.0" fordert Reformen in der katholischen Kirche

Die Initiative Maria 2.0 demonstriert mit einem bundesweiten "Thesenanschlag" für grundlegende Reformen in der katholischen Kirche. In sieben Thesen, die an zahlreichen Dom- und Kirchentüren aufgehängt wurden, kritisiert die Bewegung Missstände wie Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Vertuschung. Darüber hinaus wenden sich die Thesen gegen Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger. Maria 2.0, gegründet von fünf Frauen in Münster, kämpft außerdem dafür, dass Frauen Zugang zu allen Ämtern in der Kirche bekommen. Es sei notwendig, dass die ab Dienstag tagende Bischofskonferenz beginne, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeuge, sagte Eva Maria Schmitz, Sprecherin von Maria 2.0 Hamburg.

Vorwürfe sexueller Gewalt gegen Regisseur Lignadis

Die griechische Polizei hat den Theaterregisseur Dimitris Lignadis in Gewahrsam genommen. Lignadis war Anfang Februar nach Vorwürfen sexueller Nötigung von seinem Posten als Künstlerischer Direktor des Nationaltheaters zurückgetreten. Zwei Männer beschuldigen ihn außerdem der Vergewaltigung. Seiner Verhaftung war er zuvorgekommen, indem er sich nun der Polizei stellte. Lignadis hat die Vorwürfe von sich gewiesen. Die Oppositionsparteien im griechischen Parlament werfen Kulturministerin Lina Mendoni Vertuschungsversuche im Fall Lignadis vor und fordern ihren Rücktritt. Mendoni ihrerseits beschuldigt Lignadis, sie über die Vorwürfe gegen ihn angelogen zu haben.

Seltene Mondblume in Cambridge aufgeblüht

Per Livestream haben Menschen in aller Welt das Aufblühen einer seltenen Pflanze im botanischen Garten der britischen Universität Cambridge beobachtet. Die "Selenicereus wittii", auch Mondblume genannt, blühte am Samstagnachmittag überraschend für einige Stunden auf, wie auf der Seite des botanischen Gartens zu beobachten war. Schon über die Woche hinweg hatten sich Tausende aus aller Welt zugeschaltet, um das seltene Ereignis nicht zu verpassen. Die Blühphase war mit Spannung erwartet worden, da es das erste Mal gewesen sein soll, dass die Kaktuspflanze aus der Amazonas-Region in Großbritannien blühte. "Das Warten hat sich gelohnt, was für eine Schönheit! Unsere Mondblume hat sich geöffnet und der Duft ist göttlich - ähnlich wie Gardenien und Jasmin im Moment, aber er wird sich zu verfaultem Gemüse entwickeln", schrieb der Garten auf seinem Instagram-Kanal. Die Geruchsveränderung gilt als typisch für die Pflanze.

Merkel will digitaler Bildung Schub verleihen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in den Erfahrungen mit digitalen Inhalten während der Coronakrise Chancen für die digitale Bildung. Das Leben in der Pandemie sei "digitaler geworden", sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Schüler würden digital unterrichtet, Vorlesungen fänden online statt und Berufstätige arbeiteten über Videokonferenzen. Das alles sei aus der Krise dieser Pandemie geboren, sagte Merkel, aber man könne es auch als Rückenwind sehen, den man nutzen wolle, um der digitalen Bildung in Deutschland einen kräftigen Schub zu verleihen. Ein Grundverständnis für digitale Angebote und ein kompetenter Umgang mit ihnen würden immer wichtiger. Das betreffe sowohl den Arbeitsplatz als auch den Alltag. Merkel nimmt am Montag an der Auftaktveranstaltung für eine neue Initiative zur digitalen Bildung teil. Die Bundesregierung will damit den digitalen Angeboten im Unterricht und in der Ausbildung einen weiteren Schub geben.

NRW will bald neue Leitung für Joseph-Beuys-Museum

Im Joseph-Beuys-Jubiläumsjahr soll es am Museum Schloss Moyland einen Neustart geben. Jahrelang war um das Haus gestritten worden, das über den weltweit größten Bestand an frühen Beuys-Werken verfügt. Nun wird der Weg frei für eine neue Führung am Niederrhein. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will den seit langem verwaisten Führungsposten noch in diesem Jahr neu besetzen. Die Zeit sei reif, wieder nach einer künstlerischen Leitung zu suchen, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) der Nachrichtenagentur dpa. Moyland verfügt über 6.000 frühe Werke von Beuys. Im Archiv werden zehntausende Dokumente und Fotos aufbewahrt. Das Museum ist auch beteiligt an dem geplanten Ausstellungsreigen zum 100. Geburtstag des Künstlers.

Brexit: Mehr Nachhaltigkeit in der Modebranche

Der britische Mode- und Design-Experte Anthony Kent hält die durch den Brexit entstandenen Hürden für die Modebranche auch für eine Chance auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. "Es könnte britische Marken dazu bringen, mehr zuhause zu produzieren. Man muss mehr über die Lieferketten nachdenken", sagte der Modeforscher von der Nottingham Trent Universität der Nachrichtenagentur dpa. Im Sinne der Nachhaltigkeit sei das wünschenswert. Die britische Modebranche hat mit den neuen Regeln in der Nach-Brexit-Zeit besonders schwer zu kämpfen.

Münchner Filmproduzent fordert baldige Kinoöffnungen

Der Filmproduzent Martin Moszkowicz hat sich für baldige Kinoöffnungen
ausgesprochen. Hygienekonzepte und Schnelltests für die Besucher ließen das zu, sagte der Chef der Constantin Film der Nachrichtenagentur dpa. "Wir testen jede Woche tausende von Mitarbeitern, damit fahren wir bislang sehr gut", fügte Moszkowicz hinzu. So habe es keine größeren Ausbrüche an den Drehorten gegeben. Einfach alles zuzumachen und dann ganz langsam und vorsichtig wieder aufzumachen, sei nicht die einzige Alternative, betonte der Constantin-Chef. Die Münchner Produktions- und Verleihfirma konnte ebenso wie andere Firmen viele Filme nicht an den Start bringen, weil die Kinos seit November geschlossen sind. Streaming- oder DVD-Angebote könnten das nicht kompensieren.

Bildhauer Di Modica gestorben

Im Alter von 80 Jahren ist der italienische Bildhauer Arturo Di Modica in seiner Heimat Sizilien gestorben. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen und die Zeitung "La Repubblica". Di Modica hatte mehr als 40 Jahre lang in den USA gelebt. Dort schuf er auch 1989 sein wohl berühmtestes Werk, den "Wall Street Bullen" im Finanzdistrikt Manhattans nahe der New Yorker Börse. Die Bronzeskulptur zeigt einen grimmigen Bullen und ist beliebt bei vielen Touristen. Er habe damit das Bild des wachsenden Aktienmarktes symbolisieren wollen, erzählte Di Modica kürzlich in einem Zeitungsinterview.

Papst bei Auschwitz-Überlebender Edith Bruck

Papst Franziskus hat am Samstagnachmittag überraschend die Auschwitz-Überlebende Edith Bruck (88) in Rom besucht. Wie der Vatikan mitteilte, dauerte das Gespräch rund eine Stunde. Das Kirchenoberhaupt habe sich mit der ungarisch-italienischen Schriftstellerin über die "Hölle der Konzentrationslager" ausgetauscht. Beide seien sich einig, dass diese Erinnerung bewahrt und an jüngere Generationen weitergegeben werden müsse, hieß es. Bruck wurde als Edith Steinschreiber in Ungarn geboren und stammt aus einer jüdischen Familie. Bereits als Kind wurde sie mit ihrer Familie ins KZ Auschwitz deportiert. Sie erlebte auch das Grauen in den NS-Lagern Dachau und Bergen-Belsen, wo sie schließlich 1945 von alliierten Soldaten befreit wurde. Seit 1954 lebt Bruck in Italien.

Drei-Stufen-Plan soll Großveranstaltungen ermöglichen

Mit einem Drei-Stufen-Plan sollen nach einem Vorschlag aus Wissenschaft, Sport und Kultur trotz Corona-Pandemie wieder Zuschauer bei Großveranstaltungen möglich werden. Das Papier, das am Montag vorgestellt werden soll, liegt der Deutschen Presse-Agentur bereits vor. Das Papier wird von 20 Wissenschaftlern sowie zahlreichen Verbänden und Veranstaltern getragen, darunter Deutscher Fußball-Bund und Deutscher Bühnenverein. Laut dem Vorschlag soll bei geschlossenen Räumen demnach für jeden Veranstaltungsort ein Hygiene-, Lüftungs- und Infektionsschutzkonzept erforderlich sein. Das Papier geht von einer Besetzung zwischen 25 und 30 Prozent Publikum aus.

Deutscher wird Direktor der Museen in Pompeji

Der deutsch-italienische Archäologe Gabriel Zuchtriegel wird Direktor des Archäologieparks im süditalienischen Pompeji. Das teilte Italiens Kulturminister, Dario Franceschini, am Samstag in Rom mit. Zuchtriegel war bislang Direktor des Archäologischen Nationalmuseums Paestum in Süditalien. An seiner zukünftigen Arbeitsstätte in Pompeji am Golf von Neapel sieht Zuchtriegel unter anderem den Denkmalschutz als wichtige Aufgabe. "Wir leben in einer Zeit mit zunehmendem Einfluss von Klimawandel und extremen Wetterverhältnissen auf unser archäologisches Erbe", sagte der aus Weingarten in Baden-Württemberg stammende Forscher der Deutschen Presse-Agentur. Die antike Stadt Pompeji liegt am Fuße des Vulkans Vesuv.

Kubanische Musiker solidarisieren sich mit Dissidenten

Mit ihrem Lied "Patria o Vida" (Vaterland oder Leben) haben sich mehrere bekannte kubanische Musiker mit der Dissidentenbewegung San Isidro solidarisiert und damit den Zorn der kommunistischen Regierung auf sich gezogen. Die Musiker wollen mit dem Lied die Bewegung San Isidro aus Intellektuellen und Künstlern unterstützen, die sich seit 2018 gegen die strenge Kontrolle des kulturellen Lebens auf der sozialistischen Karibikinsel richtet. Auf der Videoplattform Youtube kommt der Song der Künstler Descemer Bueno, Yotuel Romero und dem Duo Gente de Zona auf mittlerweile über eine Million Aufrufe. Vor allem Gente de la Zona sind auch international bekannt und haben bereits mit Enrique Iglesias oder Jennifer Lopez zusammengearbeitet. Die kubanische Regierung verurteilte die Solidaritätsbekundung der populären Musiker.

Dresdner Kathedrale: Sanierungsarbeiten fertig

Das katholische Bistum Dresden-Meißen hat den Abschluss der knapp fünf Millionen Euro teuren Innensanierung der Dresdner Kathedrale am Samstag mit einer Vesper gefeiert. Die Sanierung des Innenraums der ehemaligen katholischen Hofkirche hatte im März 2020 begonnen. Im Zuge der Arbeiten wurden nach Bistumsangaben auch bessere Lichtverhältnisse für das mehr als neun Meter hohe Altargemälde von Anton Raphael Mengs (1728-1779) geschaffen. Es ist derzeit jedoch wegen der Fastenzeit noch bis Ostersonntag verhüllt. Von den Gesamtkosten übernimmt das Bistum Dresden-Meißen nach eigenen Angaben rund 900.000 Euro. Der Freistaat Sachsen trage als Eigentümer des Denkmals die gesamten Kosten für die Sanierung des Bauwerks und die Hälfte der Kosten für Beleuchtung und Akustik sowie für den Ausbau der Sakristei, hieß es.

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