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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Februar 2021

Serbischer Musiker Djordje Balasevic gestorben

Der serbische Liedermacher und Balladensänger Djordje Balasevic ist tot. Wie das staatliche Fernsehen RTS berichtet, starb er im Alter von 67 Jahren im Klinikum seiner Geburtsstadt Novi Sad. Dort war er mit einer Corona-Infektion eingeliefert worden. Balasevic begann seine Karriere noch im ehemaligen Jugoslawien. Sein Eintreten gegen den Nationalismus und seine humanistischen Botschaften bewirkten, dass er über Serbien hinaus auch in den anderen jugoslawischen Nachfolgestaaten populär blieb. Musikalisch orientierte er sich am französischen Chanson. Unerbittlich war seine Gegnerschaft zum serbischen Autokraten und Kriegsherrn Slobodan Milosevic . Während dessen Herrschaft, die 2000 mit einem Umsturz endete, weigerte sich Balasevic, in Serbien aufzutreten.

Eilantrag zur Öffnung von Opernhäusern in Bayern

Musiker in Bayern bereiten einen Eilantrag zur Öffnung von Konzert- und Opernhäusern vor. "Die darstellenden Künste befinden sich seit März 2020 eigentlich durchgehend in irgendeiner Art Lockdown", kritisierte einer der Initiatoren, der Opernsänger Christian Gerhaher, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das dürfe so nicht weitergehen. Gerhaher hat sich mit anderen Musikern zur Initiative "Aufstehen für die Kunst" zusammengeschlossen, die mit dem Eilantrag vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ziehen will, wenn die Kultur bei erneuten Lockerungen übergangen werden sollte. Studien hätten gezeigt, dass bei Inzidenzwerten von 50 sogar eine komplette Öffnung von Opernhäusern und Konzertsälen mit vergleichsweise geringem Risiko möglich sei, sagte Gerhaher, der auch Professor an der Münchner Musikhochschule ist. Die Initiative wird auch von der Geigerin Anne-Sophie Mutter, dem Opernsänger und Regisseur Rolando Villazón sowie dem Dirigenten Kent Nagano unterstützt. Sollte der Einzelhandel nach Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz erneut öffnen dürfen, bevor dies auch für Kultureinrichtungen gelte, solle der Eilantrag eingereicht werden, sagte Gerhaher.

US-Gesetz soll kleinere Medienhäuser stärken

In den USA sollen kleinere Medienhäuser per Gesetz bei Verhandlungen mit Facebook und Google gestärkt werden. Den Firmen solle es gestattet werden, sich für Gespräche zusammenzutun, sagte der führende Republikaner im Kartellausschuss des Repräsentantenhauses, Buck, der Nachrichtenagentur Reuters. Er verwies darauf, dass auch die Demokraten eine entsprechende Vorlage unterstützten. Medienhäuser werfen sozialen Netzwerken vor, sie nicht ausreichend an Werbeeinnahmen zu beteiligen, die sie im Zusammenhang mit der Verbreitung von Nachrichten erzielen. Google hat sich in einigen Ländern mit Verlagen geeinigt. Mit Facebook ist der Streit dagegen zuletzt in Australien eskaliert.

Prinz Harry kehrt nicht zu royalen Pflichten zurück

Großbritanniens Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan verlieren ihre letzten royalen Ehrentitel und Ehrenämter. Das Paar habe Königin Elizabeth II. mitgeteilt, dass sein Rückzug von den royalen Verpflichtungen endgültig sei, teilte der Buckingham-Palast mit. "Die militärischen Ehrentitel und königlichen Schirmherrschaften des Herzogs und der Herzogin werden deshalb an Ihre Majestät zurückgehen." Zugleich zeigte sich der Palast "traurig" über die Entwicklung. Prinz Harry und die ehemalige US-Schauspielerin Meghan Markle hatten im Mai 2018 geheiratet. Ende März vergangenen Jahres zog sich das Paar offiziell aus der ersten Reihe des britischen Königshauses zurück und erklärte, vorerst keine offiziellen Termine mehr im Auftrag der Queen wahrnehmen zu wollen. Diese Entscheidung soll nun endgültig sein.

Grütters kritisiert antisemitische Provokationen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat vor "immer hemmungsloser zur Schau getragenen antisemitischen und rechtsextremen Provokationen" gewarnt. Umso wichtiger sei es, jungen Menschen frühzeitig und nachhaltig zu vermitteln, dass "jüdisches Leben zu uns" gehöre, sagte die CDU-Politikerin. Hintergrund sind die Feierlichkeiten zu 1700 Jahren jüdischen Lebens. Mit dem Jubiläum verbinde sich der Wunsch, dass sich ein selbstbewusstes Judentum in Deutschland in Zukunft noch offener entfalten könne. "Für unser Land sind jüdisches Leben und jüdischer Alltag nach den Verbrechen der Nazis und dem Holocaust ein Geschenk und eine große Geste des Vertrauens", sagte Grütters.

30 Milliarden Verlust für Kultur- und Kreativwirtschaft

Die anhaltende Corona-Pandemie könnte für Kultur- und Kreativwirtschaft einer Studie zufolge in diesem Jahr mehr als 30 Milliarden Euro an Umsatzverlust bedeuten. In einigen Bereichen werden bis zu 69 Prozent Minus erwartet, heißt es in der Analyse des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Dabei seien die Auswirkungen für darstellende Künste, Musikwirtschaft und Kunstmarkt dramatisch. Bei der Software- und Games-Industrie und dem Architekturmarkt weniger deutlich.

Corona: Großspende für notleidende Musiker

Die Deutsche Orchester-Stiftung hat mittlerweile mehr als 4,5 Millionen Euro Spenden für freischaffende Musiker und Musikerinnen eingeworben. Jüngste Großspende an die Kampagne #MusikerNothilfe sei ein Betrag von 300.000 Euro gewesen, teilte Gerald Mertens, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, mit. Die seit Mitte März vergangenen Jahres laufende Spendenkampagne hat nach eigenen Angaben bislang rund zwei Millionen Euro an mehr als 3.500 von coronabedingten Honorarausfällen besonders betroffene Freischaffende ausgezahlt. Die aktuelle Großspende kam den Angaben zufolge von der Bonner Kunstmäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg.

Kommission gegen antimuslimischen Rassismus

Berlin führt als erstes Bundesland eine Expertenkommission zu antimuslimischem Rassismus ein. Die konstituierende Sitzung soll in einer Woche stattfinden. Justizsenator Behrendt sagte, Ziel sei, das Handeln von Politik und Verwaltung zu überprüfen. Nach dem rassistischen Anschlag in Hanau vor einem Jahr habe sich die Frage gestellt, ob wirklich schon genug gegen antimuslimischem Rassismus getan werde, so der Grünen-Politiker. Nach einer Bestandsaufnahme sollen bis zum Frühjahr 2022 konkrete Empfehlungen erarbeitet werden.

Gericht verbietet Nachrichtenportal in Malaysia

In Malysia ist ein Nachrichtenportal verboten worden, das seit mehr als 20 Jahren online war. Das höchste Gericht des Landes verurteilte den Betreiber der Webseite außerdem zur Zahlung von umgerechnet mehr als 100.000 Euro, weil dort kritische Kommentare von Lesern zum Rechtswesen veröffentlicht worden waren. Die Staatsanwaltschaft warf dem Portal vor, damit das öffentliche Vertrauen in die Justiz beeinträchtigt zu haben. Das Nachrichtenportal "Malaysiakini" war 1999 gegründet worden und hatte wegen seiner offenen und kritischen Berichterstattung schnell an Beliebtheit gewonnen.

Auch kleine Museen sollen nach Raubkunst suchen

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat kleinere Museen aufgefordert, sich bei der Suche nach Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus mehr anzustrengen. Der Deutschen Presseagentur sagte die Politikerin, das sei ein Thema für alle, nicht nur für die großen Häuser. Im Grunde müsse auch jedes Heimatmuseum klären, was es zwischen 1933 und 1945 bekommen habe, besonders bei Objekten, von denen man nicht wisse, wo sie herkämen. Es gehe nicht nur um wertvolle Bilder, sondern auch um Hausrat, Silber oder Möbel. Die Koordinationsstelle für Provenienzforschung (KPF.NRW), die beim Rheinischen Landesmuseum in Bonn angesiedelt ist, solle Einrichtungen dabei unterstützen, in der Zeit des Nationalsozialismus entzogenes Kulturgut zu suchen und gerechte Lösungen herbeizuführen.

Carnegie Hall sagt komplette Spielzeit ab

Die berühmte Carnegie Hall in New York sagt zum ersten Mal in ihrer 130-jährigen Geschichte eine ganze Spielzeit ab. Das Konzerthaus im New Yorker Stadtteil Manhattan teilte mit, dass alle Darbietungen an den drei Spielstätten vom 6. April bis zum Juli nicht stattfinden werden und verwies dabei auf die Corona-Pandemie. Den Betrieb hatte die Carnegie Hall bereits am 13. März eingestellt - zunächst vorläufig. Jetzt hoffe man, im Oktober zur neuen Spielzeit wieder öffnen zu können, hieß es. Die weltberühmte Metropolitan Opera in New York verpasst ebenfalls zum ersten Mal eine volle Spielzeit. Auch die Shows am Broadway pausieren seit März.

Weitere Haftstrafe für Rapper Pablo Hasél

Der umstrittene katalanische Rapper Pablo Hasél ist zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt worden. Wie das zuständige spanische Gericht mitteilte, hatte Hasél in einem Verfahren gegen zwei Polizisten einen Zeugen bedroht. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren. In einem anderen Prozess war Hasél bereits zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Dabei ging es um eine Beleidigung des Königshauses sowie um die Verherrlichung von Gewalt. Seit Haséls Festnahme am Dienstag fordern Demonstranten die Freilassung des 32-jährigen Künstlers. Bei den Demonstrationen kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Dolly Parton will vorerst keine Statue sein

Country-Legende Dolly Parton möchte erst einmal nicht mit einer Statue im Kapitol des US-Bundesstaates Tennessee verewigt werden. Sie fühle sich geehrt, dass die dortige Regierung ein Gesetz für ein solches Denkmal in Erwägung ziehe, habe aber darum gebeten, den Plan vorerst nicht weiter zu verfolgen. Das schrieb die 75jährige Sängerin per Twitter. "Angesichts all dessen, was gerade in der Welt passiert, denke ich nicht, dass es angebracht ist, mich auf ein Podest zu stellen." Grundsätzlich schließe sie eine solche Statue in Zukunft aber nicht aus, schrieb Parton weiter. "Ich hoffe, dass irgendwann in einigen Jahren oder vielleicht auch, wenn ich einmal nicht mehr bin, und ihr dann immer noch denkt, dass ich es verdiene, dann bin ich sicher, dass ich stolz in unserem Kapitol stehen werde als dankbarer Bewohner von Tennessee." Dolly Parton wuchs in Tennessee mit ihren elf Geschwistern auf. Nach ihrem Schulabschluss 1964 zog sie nach Nashville, um Musikerin zu werden.

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