Seit 11:45 Uhr Rubrik: Klassik
Dienstag, 13.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 14. Februar 2021

Gottschalk zu Rassismus-Kritik: Benutze gewisse Begriffe nicht mehr

Der Entertainer Thomas Gottschalk will Lehren aus der Rassismus-Kritik an einer Ausgabe der WDR-Talksendung "Die letzte Instanz" ziehen. Er werde gewisse Begriffe nicht mehr benutzen und diese nicht zähneknirschend vermeiden, weil es die Political Correctness verböte, sondern weil einem Menschen mit seiner Eloquenz unzählige Worte zur Verfügung stünden, die weder missverständlich seien, noch aus einer Denkschule kämen, die ausgedacht habe, schrieb der 70-Jährige in einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag. An Gottschalks Auftritt in der Sendung gab es auch deshalb heftige Kritik, weil er angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, wie sich ein Schwarzer fühle. Danach gab es viel Kritik in sozialen Netzwerken wie Twitter; auch in der Audio-App Clubhouse entbrannten Debatten über Alltagsrassismus.

30.000 Euro Spenden für Brüsseler Kunstpalast Bozar

Nach dem Brand im Brüsseler Kunstpalast Bozar vor vier Wochen sind bislang 30.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Wie viel genau man für die Instandsetzung brauche, sei noch offen, sagte die Sprecherin des Palais des Beaux Arts (Bozar), Daems, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Der Beitrag von Versicherungen stehe ebenfalls noch nicht fest. Die Spendenkampagne #TogetherBOZAR läuft bis 31. Mai. Bei dem Feuer im Dachstuhl des Jugendstilbaus am 18. Januar kamen zwar keine Personen oder Kunstwerke zu schaden, jedoch wurden der historische Konzertsaal und die große Orgel stark beschädigt. Ebenso musste die Schau "Hotel Beethoven" zum Schutz der Exponate vorzeitig abgebrochen werden. Sie fand anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens statt. Die Ausstellung, die pandemiebedingt nur eingeschränkt geöffnet war, wäre heute zu Ende gegangen.

Haus der Geschichte sichert sich Ampulle mit Corona-Impfstoff

Das Haus der Geschichte in Bonn hat sich eine Ampulle aus der ersten Charge des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer für seine Ausstellung gesichert. Die Impfampulle stehe für das "Licht am Ende des Tunnels", für den medizinischen Fortschritt, das sagte der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, Hütter, gegenüber der Onlineausgabe der "Rheinischen Post". Insgesamt habe das Museum schon mehr als 400 Objekte zur Pandemie gesammelt. Hütter bezeichnete die Pandemie als "epochalen Einschnitt in die jüngere Geschichte". Das sei nur mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichbar. Zur Stiftung Haus der Geschichte gehören vier Museen in drei Städten - das Haus der Geschichte in Bonn, das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig sowie der Tränenpalast und das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin. An allen Standorten vermittelt die Stiftung deutsche Zeitgeschichte nach 1945 in Dauer- und Wechselausstellungen.

Jahrtausendealte Brauerei in Ägypten

Archäologen haben in Ägypten die möglicherweise älteste bekannte Bierfabrik freigelegt. Die Ausgrabungen fanden in Abydos statt, wie Mostafa Wasiri, Generalsekretär des Obersten Rats für Altertümer, mitteilte. Dort, mehr als 450 Kilometer südlich von Kairo, befindet sich eine der berühmtesten archäologischen Stätten Ägyptens. Die Brauerei stamme wahrscheinlich aus der Zeit König Narmers, der während der Anfangsphase der frühdynastischen Periode (3150 bis 2613 v. Chr.) regierte.Die Fabrik sei wahrscheinlich gebaut worden, um Bier für königliche Rituale zu brauen, sagte Matthew Adams von der New York University, einer der Leiter der Ausgrabungen. Archäologen hätten Belege dafür gefunden, dass im alten Ägypten Bier bei Opferriten verwendet worden sei.

Kritik an neuer Gendersprache des Dudens

Der Duden verabschiedet sich vom generischen Maskulinum und wird dafür von Sprachwissenschaftlern scharf kritisiert. Bei dem Streit geht es um Personenbezeichnungen wie "der Mieter, "der Einwohner" oder "der Arzt". Sie sind grammatisch männlich, können bisher aber Menschen mit jedem biologischen Geschlecht bezeichnen. Der Duden macht damit jetzt Schluss. Laut Duden.de ist die Wortbedeutung von "Mieter" ab sofort: "männliche Person, die etwas gemietet hat". Sprachwissenschaftler halten das für höchst problematisch. Auch, weil ein Großteil der Bevölkerung Sprache nach wie vor anders benutze. Sprachsystematisch führe ein Total-Verzicht auf maskuline Personenbezeichnungen in geschlechtsneutraler Deutung zu empfindlichen Lücken, warnt die Linguistin Gisela Zifonun.

Ungarns "Klubradio" verstummt

Die EU-Kommission hat Ungarn aufgefordert, sich für den weiteren Betrieb des unabhängigen Radiosenders "Klubradio" einzusetzen. Dieser stehe unmittelbar davor, aus höchst fragwürdigen Gründen den klassischen Sendebetrieb einstellen zu müssen, hieß es in einem Brief des zuständigen Kommissions-Direktors an den ungarischen EU-Botschafter. Die ungarische Medienbehörde hatte es zuletzt abgelehnt, die Lizenz für das regierungskritische "Klubradio" zu erneuern. Als Grund waren Verstöße gegen Regularien genannt worden. Damit wird der Sender ab Montag nur noch online zu empfangen sein.

Jochen Schropp: Sender müssen mehr als Stereotype abbilden

Nach dem Aufsehen erregenden queeren Manifest im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" fordert Schauspieler und Moderator Jochen Schropp die TV-Sender zum Handeln auf: "Viele Streamingdienste gestalten ihre Filme und Serien bereits diverser, erzählen neue, aufregende Geschichten", sagte der 42-Jährige dem Portal watson.de. "Jetzt müssen deutsche Sendeanstalten und Produzentinnen und Produzenten auch zeigen, dass sie mehr können als Stereotype abzubilden." Im Magazin der "SZ" hatten sich kürzlich 185 Menschen aus der Schauspielbranche unter dem Stichwort #actout zusammengeschlossen, um mehr Anerkennung und Diversität in Theater und Fernsehen zu fordern.

Performerin Anne Tismer würdigt vergessene Frauen

Die Performerin Anne Tismer denkt, sie sei "als weibliche Person nicht so intelligent", weil das meiste von dem, was sie lerne und lese, "unter männlichen Namen publiziert ist". Sie frage sich immer "Oh Gott - ist das weibliche Gehirn so, dass ich nie irgendwas raufinden kann?", sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Mit "Name her - Eine Suche nach den Frauen +" wurde Tismer zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen. Es handelt sich um eine Hommage an Frauen, die Geschichte geschrieben haben, aber unbekannt oder vergessen sind. Dreißig Jahre lang sammelte Tismer Informationen zu diesen Frauen; singend, tanzend, sprechend streift sie 150 Biografien in sieben Stunden. Damit versuche sie, die Namen der Frauen in den "aktiven Wortschatz" zurückzuholen. Derzeit strebt Tismer eine Umschulung an und bereitet sich auf ein Physikstudium vor. Zur Vorbereitung höre sie online Vorlesungen und nehme Nachhilfe.

Schweizer Autorin Helen Meier mit 91 Jahren gestorben

Die Schweizer Schriftstellerin Helen Meier ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie sei in der Nacht zum Samstag friedlich in ihrem Altersheim in Trogen nahe St. Gallen eingeschlafen, bestätigte der Heimleiter der Deutschen Presse-Agentur. Meier arbeitete ursprünglich als Lehrerin und in der Flüchtlingshilfe für das Rote Kreuz. Ihr schriftstellerisches Talent wurde erstmals entdeckt, als sie 1984 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teilnahm. Im Jahr 2000 erhielt Meier den Meersburger Droste-Preis. Sie wurde dann zu einer wichtigen literarischen Stimme ihres Landes. In ihren Romanen und Erzählungen veranschaulichte sie stets die Nöte von Außenseitern und Ausgegrenzten, schrieb ihr Biograf Charles Linsmayer. Zuletzt erschien 2019 die Märchensammlung "Der weisse Vogel, der Hut und die Prinzessin", die Meier lange vor ihrem Durchbruch als junge Frau geschrieben hatte.

Juso-Chefin: Länder sollen Zentralabitur aussetzen

Wegen des Unterrichts-Ausfalls in der Corona-Pandemie hat Juso-Chefin Rosenthal die Länder dazu aufgefordert, für ein bis zwei Jahre auf das Zentralabitur zu verzichten. Stattdessen sollten die Schulen die Prüfungs-Aufgaben auswählen, sagte die Vorsitzende der SPD-Nachwuchs-Organisation der "Augsburger Allgemeinen". Die Schulen hätten wegen der unterschiedlichen Situation vor Ort unterschiedlich viel Lernstoff geschafft. Wenn sie weiterhin das gleiche Abitur schreiben müssten, wäre das ungerecht. Rosenthal betonte, sie traue den Lehrkräften zu, weiterhin eine gewisse Vergleichbarkeit der Prüfungen zu erhalten. Bei mündlichen Prüfungen gehe das auch.

Autorin Lange-Müller: Kultur ist "in den Arsch gekniffen"

Die Berliner Schriftstellerin Katja Lange-Müller hat kritisiert, wie die Kultur in der Pandemie behandelt wird. Sie schätze Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, aber es reiche "hinten und vorne nicht", sagte die Autorin dem "Tagesspiegel". "Hier mal ein Körbchen" auszuschütten für wirklich bedrohte Künstler sei ja schön und gut. "Doch im Großen und Ganzen ist die Kultur in den Arsch gekniffen", sagte Lange-Müller. Die genau vor 70 Jahren in Ost-Berlin geborene Schriftstellerin war Funktionärstochter. Wegen "unsozialistischen Verhaltens" wurde sie von der Schule geworfen. 1984 reiste sie aus der DDR nach West-Berlin aus. Sie hat zahlreiche Literaturpreise erhalten.

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