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Sonntag, 20.09.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 28. Februar 2020

Baden-Württemberg baut Provenienzforschung aus

Baden-Württemberg will die Provenienzforschung ausbauen, außerdem werde die sogenannte Namibia-Initiative mit weiteren 2,25 Millionen Euro unterstützt, kündigte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in Stuttgart an. Im Rahmen der Initiative werden die Kolonialgeschichte aufgearbeitet und die Zusammenarbeit von Museen, Hochschulen und Archiven in den beiden Ländern unterstützt. Baden-Württemberg könne und möchte bei der Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Folgen Vorreiter sein, sagte die Grünen-Politikerin zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz, auf der sich Experten über Konzepte für ethnologische Museen austauschen.

Schauspieler und Autor Burkhard Driest gestorben

Der Schauspieler und Autor Burkhard Driest ist tot. Er sei nach langer Krankheit in Berlin im Alter von 80 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. Driest wurde unter anderem als Schauspieler in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff sowie in Inszenierungen des Regisseurs Peter Zadek bekannt. Auch als Drehbuch- und Theaterautor machte er sich einen Namen, unter anderem für Filme wie "Endstation Freiheit" und "Falco meets Amadeus". Vor seiner Karriere als Autor und Schauspieler studierte Driest zunächst Jura, wurde jedoch währenddessen wegen Bankraubes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Danach veröffentlichte er 1974 seinen ersten Roman "Die Verrohung des Franz Blum". Insgesamt schrieb er neun Romane und zahlreiche Drehbücher. Als Schauspieler war er in mehr als 20 Filmen beteiligt, arbeitete auch als Produzent und Regisseur und unterrichtete zudem an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin.

Jane Goodall sieht noch Chancen für Klimaschutz

Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall (85), glaubt fest daran, dass die Menschheit in Sachen Klimaschutz noch ein Zeitfenster hat. Voraussetzung sei allerdings, dass jetzt gehandelt werde, sagte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Deswegen ermutige es sie auch, wie Schüler sich heute mit Themen wie Überfischung, Bienen und Aufforstung beschäftigten. Grundsätzlich könne jeder etwas für die Nachhaltigkeit beitragen und empfiehlt, kein Fleisch mehr zu essen - sie selbst lebe seit Jahrzehnten ohne Fleisch. Schüler, die freitags nicht zur Schule gingen, sollten allerdings lieber konkrete Dinge tun, wie Bäume pflanzen oder Flüsse säubern, statt mit Plakaten zu marschieren. Goodall gilt als eine der bekanntesten Affenforscherinnen.

700 Konzerte beim Deutschen Chorfest in Leipzig

Mehr als 500 Chöre des Deutschen Chorverbandes werden sich beim Deutschen Chorfest, das in diesem Jahr in Leipzig stattfindet, in rund 700 Konzerten präsentieren. "Wir bespielen dabei alle Spielstätten, die verfügbar sind und sind in Kirchen sowie Einrichtungen wie dem Kunstkraftwerk und dem Haus Leipzig vertreten", so der künstlerischer Leiter des Deutschen Chorfests, Tobias Rosenthal. Ein Schwerpunkt soll in diesem Jahr auf dem Bereich der Kinder- und Jugendchöre liegen. So werden unter anderem die Thüringer Sängerknaben, der Kinderchor der Oper Leipzig und der Gewandhaus Kinderchor auftreten. Das Spektrum der Teilnehmer umfasst aber auch auch gemischte Ensembles, Männergesangsvereine, Kantoreien und Vocal Bands. Das Deutsche Chorfest findet vom 30. April bis zum 3. Mai statt.

DJV pocht auf Fakten in Coronavirus-Berichten

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat dazu aufgerufen, sich in Medienberichten über das Coronavirus strikt an den Fakten zu orientieren. "Was die Menschen jetzt brauchen, sind Aufklärung, Rat und Orientierung", sagte DJV-Chef Frank Überall in Berlin. "Das Schüren von Angst und Hysterie verträgt sich nicht mit verantwortungsvollem Journalismus." Journalisten sollten sich an die Empfehlungen des Pressekodex halten. Dort heißt es unter Ziffer 14: "Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte."

Historikerin hält Synagogen-Nachbau für falsch

Den geplanten originalgetreuen Neubau von Hamburgs einst größter Synagoge hält die jüdische Historikerin Miriam Rürup für das falsche Signal. Das sagte die Direktorin des Hamburger Instituts für die Geschichte der deutschen Juden der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die frühere Bornplatz-Synagoge sei nicht einfach durch Naturgewalt zerstört worden, sondern in der Pogromnacht 1938 von Hamburgern angegriffen und von der jüdischen Gemeinde unter Zwang abgebaut worden. Es scheine fast, als wolle man als geläuterte Gesellschaft dort anknüpfen, wo man 1933 aufgehört habe, um zumindest architektonisch ungeschehen zu machen, was die eigenen Großeltern und Urgroßeltern angerichtet haben, sagte Rürup. Aber Geschichte ließe sich nicht korrigieren. Die Expertin plädierte dafür, einen zukunftsorientiert gestalteten Neubau zu errichten.

Hongkonger Verleger verhaftet

In Hongkong ist der chinakritische Unternehmer und Zeitungsverleger Jimmy Lai verhaftet worden. Dem 72-jährigen Besitzer der Zeitung "Apple Daily" wird vorgeworfen, Ende August 2019 an einer verbotenen Demonstration der Demokratie-Bewegung teilgenommen zu haben. Die zunächst friedliche Veranstaltung endete mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Lai ist Unternehmer und langjähriger Aktivist. Er verkaufte sein Bekleidungsunternehmen unter politischem Druck und konzentriert sich seitdem auf Medien in Hongkong und Taiwan.

Covid-19: Geldof sagt Magdeburg ab

Bob Geldof sagt ein Konzert wegen des Coronavirus ab. Während Innenminister Seehofer und Gesundheitsminister Spahn im Krisenstab der Bundesregierung noch darüber beraten, ob es besser wäre, die Internationale Tourismusbörse wegen des ansteckenden Coronavirus abzusagen, hat der 68-jährige Bob Geldof schon gehandelt. Der irische Musiker kommt nicht zur 22. Magdeburger Rockgala, weil ihm das Ansteckungsrisiko zu hoch sei, ließ er über sein Management ausrichten. Daraufhin wurde der gesamte Abend mit mehreren Bands, der laut Veranstalter bereits ausverkauft war, abgesagt. Die Kosten für die 2500 Eintrittskarten werden den Fans erstattet, schreibt die Magdeburger Volkstimme.

Polanski kommt nicht zur César-Verleihung

Die Verleihung des höchsten französischen Filmpreises César findet am Freitag ohne den Favoriten statt: Der mit Vergewaltigungs-Vorwürfen konfrontierte Regisseur Roman Polanski teiltze mit, er wolle der Zeremonie fernbleiben. Er begründete dies mit der "Lynchjustiz" durch Frauenrechtlerinnen. Sie haben neue Proteste gegen den französisch-polnischen Filmemacher angekündigt, der mit seinem neuen Film "Intrige" in zwölf Kategorien nominiert ist. Vor der Verleihung waren neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Regisseur öffentlich geworden.Der Streit um Polanski hatte die Akademie für den Filmpreis in eine Krise gestürzt –die Führung kündigte Mitte des Monats ihren kollektiven Rücktritt an.

Berliner Käthe-Kollwitz-Museum zieht um

Das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum bekommt eine neue Bleibe. Das öffentlich geförderte Museum in privater Trägerschaft wird vom Jahr 2022 an im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg zu finden sein. Museumsdirektorin Josephine Gabler kann dann mit rund 1000 Quadratmetern auf deutlich mehr Ausstellungsfläche als bisher zurückgreifen. Gleichzeitig sollen sich die laufenden Kosten kaum erhöhen. Nach Umbauarbeiten soll von 2024 an das gesamte Obergeschoss des frühklassizistischen Gebäudes zur Verfügung stehen. Die Bildhauerin und Grafikerin Kollwitz lebte und arbeitete mehr als 50 Jahre in Berlin. Das nach ihr benannte Museum geht zurück auf die Sammlung des Galeristen Hans Pels-Leusden. Seit 1986 sitzt das Museum in einer Stadtvilla in Charlottenburg.

"The Voice"-Zweiter Ben Dolic fährt zum ESC

Der 22 Jahre alte Ben Dolic wird beim Eurovision Song Contest in Rotterdam für Deutschland antreten. Dort wird er das Lied "Violent Thing" singen, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in Hamburg bekanntgab. Der Wahl-Berliner hatte 2018 bei der ProSieben-Musikshow "The Voice of Germany" den zweiten Platz belegt. Zwei Jurys aus Musikexperten und ESC-Fans hatten ihn ausgewählt. Der federführende NDR hatte sich in diesem Jahr gegen einen öffentlichen Vorentscheid durch die Fernsehzuschauer entschieden. Der deutsche Beitrag für den ESC wird heute Abend von Barbara Schöneberger in der Sendung "Unser Lied für Rotterdam" auf dem Sender One vorgestellt werden.

Audiostreaming: Musikbranche steigert Umsatz

Wegen der steigenden Erlöse beim Audiostreaming hat die deutsche Musikindustrie ihre jahrelange Krise hinter sich gelassen. Nach den letzten beiden noch leicht rückläufigen Jahren erzielte die Branche im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 8,2 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro. Nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) kommt Audiostreaming mittlerweile auf einen Anteil von 55,1 Prozent am Gesamtumsatz. Die klassischen Tonträger fallen weiter zurück. Die CD hatte 29 Prozent Marktanteil, Vinyl 4,9 Prozent.

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