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Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. Februar 2020

Verhüllte Werbung soll Debatte über Rassismus anregen

Das Mannheimer Kulturzentrum Capitol hat seine umstrittene "Sarotti"-Werbung mit Stoff verhüllt, um damit die Diskussion über alltäglichen Rassismus anzustoßen. Der Schriftzug "Sarotti" und die beiden Embleme an jeder Seite, die eine dunkelhäutige Figur mit Tablett zeigen, sind vom künstlerischen Leiter des Hauses, Georg Veit, mit eierschalenweißer Jute und einer geflochtenen schwarzen Schnur ummantelt worden. "Ich wünsche mir, dass der Betrachter irritiert wird, nachdenkt und dann mit anderen ins Gespräch kommt" sagte Veit. Die Verhüllung spiele auch darauf an, dass Rassismus gerne unter den Teppich gekehrt werde. Die "Sarotti"-Werbung in der Bar des Kulturzentrums hatten vor etwa einem Jahr für hitzige Debatten über Alltagsrassismus gesorgt. Bis zum 8. März will das Capitol die Installation belassen.

Soziologin leitet Institut für Entwicklungspolitik

Die Bremer Entwicklungssoziologin Anna-Katharina Hornidge wird neue Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, dem DIE, in Bonn und übernimmt an der dortigen Universität die Professur für Globale Nachhaltige Entwicklung. Beide Ämter tritt sie am 1. März an, wie die Bonner Hochschule mitteilte. Erstmals sei die DIE-Direktorenstelle über ein gemeinsames Berufungsverfahren mit einer Universität besetzt worden. Das DIE gehört weltweit zu den führenden Forschungsinstituten zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik. Hornidge folgt auf Dirk Messner, der aktuell Präsident des Bundesumweltamtes ist.

Kinderlyrik-Preis geht an Leta Semadeni

Die Schweizer Autorin Leta Semadeni erhält für ihr Buch "Tulpen / Tulipanas" den Josef-Guggenmos-Preis für Kinderlyrik. Die 1944 im Dreiländereck Italien-Österreich-Schweiz geborene Semadeni habe die Jury mit ihren Geschichte "ganz einfach verzaubert", teilte die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur mit. Das Buch ist zweisprachig auf Deutsch und Rätoromanisch verfasst, illustriert wurde es von Madlaina Janett. Der Josef-Guggenmos-Preis ist mit 3.000 Euro dotierten und wird im Juni im bayerische Irsee verliehen.

Kunsthalle Bielefeld kauft Nolde-Bild zurück

Die Kunsthalle Bielefeld hat für ihre Sammlung ein Werk von Emil Nolde erneut angekauft, das in der NS-Zeit aus der Bielefelder Sammlung beschlagnahmt worden war und seitdem als verschollen galt. Das kleinformatige farbige Bild "Rentner" von 1920 sei 2018 nach Jahrzehnten in Privatbesitz wieder auf dem Kunstmarkt aufgetaucht, teilte Kunsthallen-Sprecherin Anne Kaestner mit. Ende 2019 sei der Rückkauf dank einer Förderung der Kulturstiftung der Länder möglich gewesen. Der Kaufpreis betrug 680.000 Euro. Unterstützung erhielt die Kunsthalle auch von der Stadt Bielefeld, privaten Geldgebern und Mäzenen wie Brigitte und Arnd Oetker. Anders als Privatleute haben von den Nazis enteignete öffentliche Sammlungen keinen Anspruch auf Rückführung.

Christoph Ransmayr bekommt Ludwig-Börne-Preis

Der österreichische Schriftsteller und Essayist Christoph Ransmayr erhält den Ludwig-Börne-Preis für herausragende Essays, Kritik und Reportagen. Die Laudatio am 17. Mai in der Frankfurter Paulskirche hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier hatte als diesjähriger Preisrichter auch den Preisträger ausgewählt. Die Reden und Reportagen Ransmayrs zeichneten sich durch genaue Weltbeobachtung und tiefe Menschlichkeit aus, schreibt der Bundespräsident in seiner Begründung. In von Uneinigkeit und Abgrenzungen geprägten Zeiten halte er auf emphatisch-aufklärerische Weise das Einende hoch. Der Ludwig-Börne-Preis ist mit 20 000 Euro dotiert.

Bundestag befasst sich mit Clubkultur

Musikclubs sollen als Kulturstätten anerkannt werden. Das fordern Politiker des Bundestages von Grünen, FDP und Linke. Der Bau-Ausschuss soll sich in einem Fachgespräch mit dem Thema befassen. Der Verband der Musikspielstätten "LIVEKOMM" fordert seit langem Musikclubs in Deutschland als Kultureinrichtungen einzustufen und so dem Clubsterben entgegenzuwirken. Bisher gelten Musikclubs gesetzlich als Vergnügungsspielstätten und sind damit Spielkasinos gleichgestellt. Eine Änderung des Gesetzes könnte beispielweise dazu führen, dass Musikclubs weniger Aufwand beim Lärmschutz betreiben müssen und rechtlich besser geschützt sind.

Forscher halten Wahlprogramme für unverständlich

Kommunikationsexperten der Universität Hohenheim haben die Wahlprogramme der Parteien zur Bürgerschaftswahl in Hamburg als oft unverständlich kritisiert. Die Programme seien "für viele Laien schwer zu verstehen", hieß es in der Analyse der Wissenschaftler. Diese durchsuchten die Wahlprogramme der Parteien mit einem Computerprogramm unter anderem nach langen Schachtelsätzen, Fachbegriffen und Fremdwörtern. Die Ergebnisse fassen die Stuttgarter Experten in einem "Verständlichkeitsindex" von null bis 20 zusammen, wobei null Punkte als schwer verständlich gelten. Im Durchschnitt lagen die aktuellen Wahlprogramme der Hamburger Parteien demnach bei 7,8 Punkten. Die Fachleute untersuchen mit ihrer Methode schon seit Jahren die Verständlichkeit von Wahlprogrammen.

Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot

Der Regisseur Joseph Vilsmaier ist mit 81 Jahren gestorben. Das teilte eine Münchner PR-Agentur im Auftrag der Familie mit. Mit Filmen wie "Herbstmilch", "Rama Dama" oder "Comedian Harmonists" wurde der gelernte Kameramann Vilsmaier, der erst mit über 50 Filme zu drehen begann, berühmt. Mit der Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" sorgte er international für Aufsehen und ging 1995 ins Rennen um den Oscar. Seine letzte Regiearbeit konnte er noch verwirklichen: "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Michael "Bully" Herbig und Hape Kerkeling soll Ende des Jahres ins Kino kommen. Seine Ehefrau Dana Vávrová, die in einigen seiner Filme mitspielte, war bereits 2009 gestorben.

Kulturminister wollen ländlichen Raum stärken

Der neue Vorsitzende der im vergangenen Jahr gegründeten Kultur-Ministerkonferenz, Bayerns Kunstminister Bernd Sibler, will einen Schwerpunkt auf den ländlichen Raum legen. In vielen Bereichen in Westeuropa führten die unterschiedlichen Geschwindigkeiten in städtischen und ländlichen Regionen zu einem sehr unterschiedlichen Lebensgefühl, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb wolle er mit den anderen Bundesländern ausloten, wie eine solide Infrastruktur in ländlichen Bereichen vorgehalten werden kann. Das gelte nicht nur etwa für Krankenhäuser, auch Kunst und Kultur seien von entscheidender Bedeutung. Bibliotheken seien häufig die einzige kulturelle Einrichtung vor Ort, sagte Sibler.

Jazz-Keyboarder Lyle Mays gestorben

Der Jazz-Keyboarder Lyle Mays, die rechte Hand von Ausnahmegitarrist Pat Metheny, ist mit 66 Jahren gestorben. Nach Berichten von US-Medien starb er bereits am Montag nach langer Krankheit. Sie beriefen sich dabei auf eine Nachricht auf Methenys Internetseite. Mays wurde in den 70er-Jahren vor allem als Teil der "Pat Metheny Group" bekannt. Die Band zeichnete ein Gespür für bildhafte Melodien im Spannungsfeld von Jazz, Rock, Fusion und Weltmusik aus. Ihre Stücke sind musikalische Landschaftsgemälde, in denen die Weiten der USA ebenso aufleuchten wie brasilianische oder asiatische Impressionen. Mays gewann insgesamt zehn Grammys. Metheny würdigte seinen langjährigen Weggefährten als "einen der besten Musiker, die ich jemals gekannt habe".

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