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Kulturnachrichten

Samstag, 8. Februar 2020

Satirische Proteste gegen Semperopernball

Begleitet von satirischem Protest ist am Freitagabend der Dresdner Semperopernball über die Bühne gegangen. Im Vorfeld des Balls demonstrierten vor der Semperoper rund 500 Menschen gegen die Veranstaltung. Bei ihrem alternativen "Dresdner Seifenopernball 2020" tanzten sie auf dem Schloßplatz, pusteten große Mengen Seifenblasen in die Luft und warfen den Veranstaltern "dubiose Machenschaften" vor. Initiator war ein Bündnis Dresdner Kulturschaffender. Der Veranstalter SemperOpernball e.V. war massiv in die Kritik geraten, weil er den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi als "Brückenbauer und Friedensstifter" mit dem St. Georgs-Orden ausgezeichnet hatte. Nach deutschlandweiten Protesten will der Verein den Orden wieder aberkennen. Wie dies umgesetzt werden soll, ist bisher unklar.

Fassbinder-Schauspieler Volker Spengler gestorben

Der Schauspieler Volker Spengler ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren in Berlin, teilte die Deutsche Presse-Agentur mit. Berühmt geworden war der gebürtige Bremer mit seiner Rolle als Transsexuelle Elvira Weishaupt in dem Film "In einem Jahr mit 13 Monden" von Rainer Werner Fassbinder. Spengler wirkte auch in den Fassbinder Filmen wie "Die Sehnsucht der Veronika Voss", "Die Ehe der Maria Braun" und in der TV-Miniserie "Berlin Alexanderplatz" mit. Beim Regisseur Christoph Schlingensief gehörte er oft zum Ensemble, darunter im grotesken Mauerfall-Film "Das deutsche Kettensägenmassaker". Spengler soll schon als 14-jähriger Anfang der 1950er Jahre zur See gefahren sein und später eine Kaufmannslehre gemacht haben, bevor er in Salzburg und am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studierte.

"Feministischer Aufstand" in Madrid

Tausende Frauen sind in Madrid auf die Straße gegangen, um wirkliche Gleichberechtigung einzufordern. Mit der Kundgebung habe man am Samstag einen einmonatigen "feministischen Aufstand" eingeleitet, erklärten die Organisatorinnen. Bis zum Internationalen Frauentag am 8. März solle es weitere Aktionen geben. Die Teilnehmerinnen bildeten im Zentrum der spanischen Hauptstadt eine etwa sieben Kilometer lange Menschenkette, die von der Museumsmeile Paseo del Prado bis zum Platz Puerta del Sol reichte. Sie legten damit den Verkehr im Zentrum teilweise lahm. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmerinnen auf mindestens 7000. Sprecherinnen sagten, sie kämpften nicht nur für Gleichberechtigung und gegen jede Art von Diskriminierung, sondern unter anderem auch gegen Rassismus und für mehr Umweltschutz. Auf den Plakaten waren Slogans wie "Dieses System tötet", "Die Erde gehört euch nicht, genauso wenig wie unsere Körper" oder "Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet" zu lesen.

US-Schauspieler Orson Bean stirbt bei Autounfall

Der 91-jährige US-Schauspieler Orson Bean ist bei einem Autounfall in Venice, Kalifornien, gestorben. Er wurde in der Nacht zum Samstag von einem Auto überfahren. Ein zweites Auto soll in die Unfallstelle gekracht sein. Das berichten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf die Polizei in Los Angeles. Bean verstarb noch am Unfallort. Der US-Schauspieler trat in über 100 Filmen und Serien auf - unter anderem in "Modern Family", "Desperate Housewives" oder "Being John Malkovich".

"Cats" für Hollywoods Schmähpreise nominiert

Über diese Nominierungen freut sich keiner: Das Filmmusical "Cats", die Komödie "A Madea Family Funeral" und der Action-Streifen "Rambo: Last Blood" haben in diesem Jahr jeweils acht Chancen auf "Goldene Himbeeren". Alle drei sind unter anderem in der Sparte "Schlechtester Film" nominiert, wie die Verleiher von Hollywoods Spottpreisen am Samstag, einen Tag vor der Oscar-Gala, bekanntgaben. In der Spitzenkategorie mischen auch noch die Psychothriller "The Fanatic" und "The Haunting of Sharon Tate" mit.

Emmerich bringt "Zauberflöte" ins Kino

Hollywood-Produzent Roland Emmerich verfilmt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte". Wie der FilmFernsehFonds Bayern in München mitteilte, soll sie unter dem Titel "The Magic Flute" als Familienfilm ins Kino kommen. Dafür gebe es aus Bayern staatliche Filmfördermittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro. In der Adaption der Vorlage reist der 17-jährige Tim Walker in die Alpen, um sein Stipendium am legendären Mozart-Internat anzutreten. Er entdeckt ein jahrhundertealtes Portal, das ihn in die Welt von Mozarts berühmtester Oper katapultiert. Als Darsteller seien Opern-Weltstars wie Rolando Villazon oder Morris Robinson mit von der Partie. Gedreht werde voraussichtlich ab Oktober 2020 überwiegend in Bayern, aber auch in Marokko und London.

Verfahren wegen Diebstahls eines Banksy-Werks

Fünf Monate nach dem Diebstahl eines Werks des britischen Graffiti-Künstlers Banksy in Paris ist den Ermittlern ein Verdächtiger ins Netz gegangen: Die französische Justiz eröffnete ein Verfahren gegen den Mann, wie es hieß. Ursprünglich waren drei Verdächtige festgenommen worden, zwei von ihnen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Das Bild war Anfang September vor dem Pariser Kunstmuseum Centre Pompidou gestohlen worden. Die Diebe nutzten offenbar eine Säge, um das Sprühbild an der Rückseite eines Parkschildes herauszuschneiden. Das Motiv ist eine mit einer Schablone aufgesprühte Ratte. Sie trägt ein Tuch um die Schnauze und hat ein Cutter-Messer zwischen den Pfoten - das Werkzeug, mit dem Banksy seine Schablonen schneidet.

Autor Roger Kahn gestorben

Der US-Schriftsteller und Journalist Roger Kahn ist tot. Der Autor starb bereits gestern in einem Pflegeheim im Staat New York, wie sein Sohn heute mitteilte. Kahn schrieb 20 Bücher und Hunderte Artikel als Sportreporter, doch Millionen von Amerikanern kennen ihn vor allem durch "Boys of Summer" von 1972, in dem er die Beziehung zu seinem Vater durch ihre gemeinsame Liebe für die Baseballmannschaft Brooklyn Dodgers beschreibt. Sänger Don Henley verwendete den Titel später für ein Lied über einen Mann, der seiner Vergangenheit nachhängt.

Deutsche Bank verkleinert Kunstsammlung

Die Deutsche Bank hat ihre Kunstsammlung verkleinert und dabei auch ein bedeutendes Werk von Gerhard Richter verkauft. "Die Deutsche Bank hält an ihrer Kunstsammlung fest und fördert und sammelt auch künftig zeitgenössische Kunst, wenn auch in geringerem Umfang als bisher", sagte ein Sprecher in Frankfurt am Main. Neben "Faust" von Gerhard Richter wurden auch Gemälden von Emil Nolde, Alexej von Jawlensky und Piet Mondrian verkauft. Der Bestand umfasst zur Zeit noch 55 000 statt wie vorher 59 000 Arbeiten.

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