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Dienstag, 24.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 2. Februar 2020

Britische Filmpreise sind vergeben

Die British Academy Film Awards sind in London eine Woche vor der Oscar-Gala in Los Angeles verliehen worden. Die Auszeichnung für den Besten Film erhielt das erste Weltkriegs-Epos "1917". Auch dessen Regisseur Sam Mendes erhielt einen Preis. In ihren Rollen "Joker" und "Judy" überzeugten die Bafta-Jury auch die Schauspieler Joaquin Phoenix und Renée Zellweger.

"Parasite" gewinnt Preis der Drehbuchautoren

Eine Woche vor der Oscar-Verleihung hat das südkoreanische Gesellschaftsdrama "Parasite" bei den Preisen der Autorengilde die Auszeichnung für das beste Original-Drehbuch des Jahres gewonnen. Zum besten adaptierten Drehbuch erklärte der Verband der Drehbuchautoren die Nazi-Satire "Jojo Rabbit". Beide Sieger sind auch für Oscars nominiert. Die Verleihung der Writers Guild of America (WGA) fand am Samstagabend (Ortszeit) bei zwei Veranstaltungen in New York und Los Angeles statt. In den Fernsehkategorien gewannen unter anderem "Succession", eine Dramaserie über einen alternden Medienmogul und seine Familie, und die Auftragskiller-Comedy "Barry". Zur besten neuen Serie wurde die Comic-Adaption "Watchmen" gekürt.

Deutsches Fernsehballett wird aufgelöst

Nach knapp 60 Jahren soll das in der DDR gegründete Deutsche Fernsehballett Ende 2021 aufgelöst werden. Das kündigte Geschäftsführer Peter Wolf am Sonntag an: "Es rechnet sich einfach nicht mehr", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bis auf den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) seien die anderen Sender nicht mehr bereit, für das Ballett zu zahlen. Seit 2017 habe es keinen Auftrag mehr vom ZDF gegeben, sagte Wolf. Er habe deshalb den MDR um eine Beendigung der fast 30-jährigen Zusammenarbeit gebeten - dem sei entsprochen worden. Der Geschäftsführer kündigte an, dass alle vertraglichen Verpflichtungen bis Ende nächsten Jahres erfüllt würden. In diesem Jahr seien noch zwölf TV-Shows im MDR geplant, darunter am 7. Februar beim Semperopernball. Im Dezember 2020 soll im Fernsehen Schluss sein, im Frühjahr 2021 gebe es eine Abschiedstournee.

US-Universität erhält Archiv der Autorin Anne Rice

Eine Universität in New Orleans hat das Archiv der Autorin Anne Rice erhalten. Ihre Bücher, darunter "Interview mit einem Vampir", sind oft von ihrer Heimatstadt inspiriert. Sie war für ihr Universitätsstudium nach Kalifornien gezogen und verbrachte laut ihrer Biografie seither einen großen Teil ihres Lebens in dem Westküstenstaat. Die Sammlung an der Tulane-Universität wird aus Manuskripten der meisten ihrer veröffentlichten Werke, einigen unveröffentlichten Kurzgeschichten, Heften, Drehbüchern, persönlichen Artefakten und Briefen von Familienangehörigen, Freunden und Fans der Schriftstellerin bestehen. Rice hat 30 Romane geschrieben. Das Archiv wird auch Material ihres verstorbenen Ehemanns Stan Rice und ihrer Schwester Alice Borchardt enthalten, die auch Schriftstellerin war.

Chance für Künstler auf staatliche Atelierförderung

Der Freistaat Bayern bietet 100 Bildenden Künstlern die Chance auf einen Zuschuss für ihre Atelierkosten. Zur Verfügung gestellt würden monatlich 230 Euro für zwei Jahre, um eine Arbeitsstätte zu finanzieren oder anzumieten, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung des Kunstministeriums. Bewerben können sich alle freischaffenden Bildenden Künstler ohne Altersbegrenzung mit abgeschlossener künstlerischer Ausbildung und mindestens zweijährigem Hauptwohnsitz in Bayern. Die Anträge seien an die Regierung zu richten, in deren Bezirk sich der Hauptwohnsitz des Künstlers befindet. Die Bewerbungsfrist für die neue Runde des Förderprogramms läuft bis 31. Juli 2020. Förderbeginn ist der 1. Januar 2021.

Frauenmuseum zum Beethoven-Männlichkeitskult

Das Bonner Frauenmuseum präsentiert vom 02.02. bis zum 08.11.2020 seine neue Ausstellung "Eleonore, Emilie, Elise - Beethoven und die Frage nach den Frauen". Es will zeigen, dass Männer und Frauen gleichermaßen die Kultur geprägt haben - zum einen im Bonn des 18. Jahrhunderts, zum anderen in Kunst und Musik. Bedeutenden Raum bekommt Beethovens Mutter Maria Magdalena.

Welterbe-Urkunde für Augsburger Wassermanagement

Die Stadt Augsburg hat die Urkunde zur Einschreibung ihres Wassermanagement-Systems in die Welterbeliste der Unesco erhalten. Die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, überreichte sie am Samstagabend Oberbürgermeister Kurt Gribl im Augsburger Rathaus. Im Juli hatte das Welterbekomitee das Augsburger System der Wasserwirtschaft in seine Liste aufgenommen. Es wurde seit dem 13. Jahrhundert entwickelt und zeugt laut Unesco-Angaben von einem beispielhaften Umgang mit der Ressource. Die strikte Trennung zwischen Trink- und Nutzwasser wurde bereits 1545 eingeführt.

Hamburg plant eine "Bibliothek der digitalen Welt"

In Hamburg soll in den kommenden Jahren eine moderne Bibliothek entstehen, in der die Digitalisierung konkret erlebbar wird - zum Beispiel mit 3-D-Druckern. An den Kosten in dreistelliger Millionenhöhe will sich der Bund mit 60 Millionen Euro beteiligen, berichtet die "Welt am Sonntag". Die Suche nach einem geeigneten Grundstück soll noch im kommenden Frühjahr beginnen, zitiert die Zeitung Kultursenator Brosda (SPD). Vorbild ist dem Bericht zufolge die Zentralbibliothek Oodi in Finnland, die im Dezember 2018 eröffnet wurde und 98 Millionen Euro kostete. Sie wird nach eigenen Angaben von täglich rund 8.000 Menschen besucht, 2019 waren es insgesamt 3,1 Millionen Besucher.

Der britische Musiker Andy Gill ist tot

Der britische Independent-Musiker Andy Gill ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Das gab seine Band "Gang of Four" per Twitter bekannt. Nach BBC-Informationen erlag er einer Lungenkrankheit. Gill war Gitarrist und Mitbegründer der als stilbildend geltenden Gruppe, die Ende der 70er-Jahre die Wildheit des Punks mit tanzbaren Rhythmen und politischen Texten verband. Erst kürzlich veröffentlichten sie ein neues Album. Gill arbeitete auch als Produzent. In dieser Funktion wirkte er unter anderem am 1984 erschienen Debütalbum von "Red Hot Chili Peppers" mit.

Umstrittene "Fidelio"-Urfassung in Wien

Als zentralen Beitrag zum Beethovenjahr 2020 hat die Wiener Staatsoper am Samstagabend die Urfassung von Ludwig van Beethovens einziger Oper "Fidelio" herausgebracht. Dirigent des Abends war der Tscheche Tomas Netopil, derzeit Generalmusikdirektor am Essener Aalto-Theater. Er wurde am Pult des Staatsopernorchesters und des Staatsopernchores ebenso umjubelt wie die Solisten Jennifer Davis (Sopran) als Leonore, Benjamin Bruns (Tenor) als ihr im Staatsgefängnis schmachtender Geliebter Florestan und Falk Struckmann (Bassbariton) als Gefängniswärter Rocco. Das Regieteam dagegen wurde mit anhaltenden Buhrufen bedacht.

Rijeka geht fulminant ins Kulturhauptstadt-Jahr

Mit einem fulminanten Spektakel im Hafenbecken ist die kroatische Adria-Stadt Rijeka am Samstagabend Europäische Kulturhauptstadt geworden. Mehr als 200 Mitwirkende gestalteten zur feierlichen Eröffnung des Programmreigens die "Opera Industriale", eine Komposition der Kroaten Josip Marsic und Zoran Medved. Das Werk erweckte den Sound der Industrie, die einst Rijeka groß gemacht hatte, und erinnerte an den rebellischen Punk-Rock, für den die kroatische Stadt im ehemaligen Jugoslawien bekannt war. Das Kulturhauptstadt-Jahr steht in Rijeka unter dem Motto "Hafen der Vielfalt". Geplant sind mehr als 300 Programme mit mehr als 600 Events. Sie gruppieren sich um die Themen Wasser, Arbeit und Migration, die den Ort seit Jahrhunderten prägen.

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