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Dienstag, 24.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 1. Februar 2020

Jeder sechste Teilnehmer eines Integrationskurses ist Analphabet

Jeder sechste Teilnehmer eines Integrationskurses in Deutschland kann weder lesen noch schreiben. Bei diesen Analphabeten handle es sich vorwiegend um Geflüchtete, sagte der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Hans-Eckhard Sommer der "Rheinischen Post". Für die Integration in den Arbeitsmarkt stelle dies ein Problem dar: "Aus dem Kreis der geflüchteten Menschen sind derzeit noch 450.000 arbeitssuchend gemeldet." Deren Motivation, etwas zu lernen, schätzt der Behördenchef als hoch ein: "Besonders die Menschen in den Alphabetisierungskursen nehmen wir als sehr engagiert wahr." Das Bundesamt sei sich "immer bewusst" gewesen, "dass über den Fluchtweg nur wenige Fachkräfte ankommen", sagte Sommer. Er plädierte für eine Konzentration auf europäische Länder, wenn es um die Anwerbung dringend benötigter Fachkräfte im Ausland angeht.

Rijeka und Galway ab heute Kulturhauptstädte

Die kroatische Stadt Rijeka und Galway in Irland sind von heute an für ein Jahr Europäische Kulturhauptstädte. Rijeka, mit 130.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Kroatiens, feiert die Eröffnung im Hafenareal mit einer Oper aus Industrieklängen. Programmschwerpunkte sind Wasser, Arbeit und Migration. Nach Vorstellung der Organisatoren soll die Stadt Impulse erhalten, um sich für das post-industrielle Zeitalter neu zu erfinden. In Irland widmen sich fast 2.000 Veranstaltungen den Themen Sprache, Landschaft und ebenfalls Migration. Die Feierlichkeiten zur Eröffnung finden eine Woche lang an verschiedenen Orten im Land statt und orientieren sich an dem irisch-keltischen Kalender. Am Samstag wird das traditionelle Stechen von Torf als Brennmaterial zelebriert.

US-Krimi-Autorin Clark mit 92 Jahren gestorben

Die amerikanische Krimi-Autorin Mary Higgins Clark, ist tot. Die Schriftstellerin sei am Freitagabend im Alter von 92 Jahren in Naples, im Bundesstaat Florida, gestorben, teilte ihr Verlag Simon & Schuster auf Twitter mit. Als eines von drei Kindern eines irischen Pub-Besitzers wuchs sie in der New Yorker Bronx auf. In den 1950er Jahren veröffentlichte Clark erste Kurzgeschichten. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1964 wurde das Schreiben für die fünffache Mutter überlebenswichtig 1974 schaffte sie mit dem Krimi "Wintersturm" den Durchbruch. Auch ihre Memoiren, in denen Clark von den Höhen und Tiefen ihrer Karriere und ihres Privatlebens berichtete, waren ein Bestseller.

Projektstart: Deutsche Kolonialgeschichte

Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte soll mit einem großangelegten Projekt in Berlin vorangetrieben werden. Dafür stünden in den kommenden Jahren rund drei Millionen Euro zur Verfügung, sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bei der Präsentation des Vorhabens. Ziel sei, die Kolonialgeschichte zu dokumentieren und ihre Folgen für die Gegenwart in den Blick zu nehmen. Dazu gehöre neben Fragen der Rückgabe von Kulturgütern und der Aufarbeitung der Herkunft von Museumsbeständen auch, die Grundlagen der heutigen weltweiten Wirtschaftsbeziehungen zum Thema zu machen. Ein Beirat deutscher und internationaler Wissenschaftler unter anderem aus Namibia, der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika, begleite das Projekt, hieß es. Das Thema soll auch mit Festivals und anderen Veranstaltungen in die verschiedenen Berliner Stadtteile getragen werden.

James-Simon-Galerie in Berlin gewinnt Architektur-Preis

Für den Neubau der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel erhält das Büro von David Chipperfield den Preis des Deutschen Architektur Museums (DAM) 2020. Es handele sich um einen neuen, gelungenen Stadtbaustein, der mit großer Sorgfalt ins Ensemble der Museumsinsel mit Bauwerken wie der Alten Nationalgalerie oder dem Pergamonmuseum eingefügt worden sei, erklärte das Museum in Frankfurt. Das Büro des britischen Architekten errang die Auszeichnung bereits im Jahr 2010 für den Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin am selben Ort. David Chipperfield Architects wurde 1985 gegründet und hat Niederlassungen in London, Berlin, Mailand und Schanghai. Er würdigt seit 2007 herausragende Bauten in Deutschland.

Der Künstler Wes Wilson ist tot

Der Plakatkünstler Wes Wilson ist tot. Er starb bereits vergangene Woche 82-jährig in seinem Haus in Missouri. Das berichtet die New York Times. Wilson gehörte in den 60er Jahren zu den bekanntesten Plakatkünstlern in Kalifornien. Er schuf die legendären psychedelischen Poster von bekannten Bands wie the Grateful Dead, Jefferson Airplane und Van Morrison.

Frankfurter Städtische Bühnen werden abgerissen

Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat einen Abriss der maroden Theater-Doppelanlage beschlossen. Außerdem beauftragte sie den Magistrat, ein Verfahren für einen Neubau in die Wege zu leiten. Die Kosten für den Neubau am bisherigen Standort Willy-Brandt-Platz werden auf 874 Millionen Euro geschätzt, deutlich teuer wäre eine Sanierung laut Gutachten geworden. Die im Jahr 1963 fertiggestellte Anlage aus Schauspiel und Oper war 1991 nach einem Großbrand für rund 170 Millionen Mark (85 Millionen Euro) bühnentechnisch renoviert worden. Die Klima-, Lüftungs- und Heizungstechnik blieb allerdings ausgespart und ist inzwischen völlig veraltet.

Streit in Gedenkstätte für NS-Massaker von Lidice

In der Gedenkstätte für das NS-Massaker im tschechischen Lidice gibt es Streit. Nach dem erzwungenen Rücktritt der Direktorin Martina Lehmannova haben zehn Abteilungsleiter und Kuratoren aus Solidarität gekündigt. In einem offenen Brief beklagen die Mitarbeiter anhaltenden Druck seitens des tschechischen Kulturministers und des Bundes der Freiheitskämpfer. Die Unabhängigkeit wissenschaftlicher Forschung sei in Gefahr, warnten sie. Lidice war der Ort eines brutalen NS-Massakers im Zweiten Weltkrieg. Das böhmische Dorf wurde am Morgen des 10. Juni 1942 nach dem Attentat auf den SS-Führer Heydrich dem Erdboden gleichgemacht. 173 Männer wurden erschossen, die meisten Frauen und Kinder in Konzentrationslager gebracht. Auslöser der aktuellen Kontroverse war eine Reportage im tschechischen Fernsehen. Darin berichtet ein Historiker, dass eine jüdische Frau aus Lidice kurz vor dem Massaker von ihrer Vermieterin an die Gestapo verraten und später in Auschwitz ermordet worden sei. Lehmannova hatte sich dafür ausgesprochen, auch an dieses jüdische Opfer in der Gedenkstätte zu erinnern. Der Vorschlag stieß auf heftige Gegenwehr.

Baden-Württemberg will Dialekt stärken

Die baden-württembergische Landesregierung will das Sprechen von Dialekten fördern. Regionale Mundarten seien ein kultureller Schatz, den es für die Zukunft zu bewahren gelte, betonten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Stuttgart. Experten aus Schule, Wissenschaft und Kultur sollen nun konkrete Ideen zur Dialektförderung erarbeiten. Mit Blick auf Globalisierung und digitale Vernetzung stehe das Dialektsprechen auch für den Wunsch nach einer regionalen Verortung.

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