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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. Februar 2019

Latchinian wird künstlerischer Leiter in Hamburg

58-Jähriger ist ab 1. August bei den Hamburger Kammerspielen

Der ehemalige Intendant des Volkstheaters Rostock, Sewan Latchinian, wird künstlerischer Leiter an den Hamburger Kammerspielen. Der 58-jährige Schauspieler und Theaterregisseur solle vom 1. August an das Führungsteam um Intendant Axel Schneider und Dramaturgin Anja del Caro verstärken, teilte das Theater mit. "Während ich früher oft Krisenmanager in Notsituation war, darf ich mich hier in eine überaus positive Situation einklinken und auf die Kunst konzentrieren", sagte Latchinian in Hamburg. Wegen seiner Kritik an den Kürzungen im Kulturbereich und eines umstrittenen Vergleichs der Theaterpolitik Mecklenburg-Vorpommerns mit den Zerstörungen der Terrormiliz IS war Latchinian in Rostock fristlos entlassen worden. Dieser Rechtsstreit war Anfang Dezember 2018 vom Bundesgerichtshof zugunsten Latchinians beendet worden.

von Schirach arbeitet NS-Familiengeschichte auf

Abschlussbericht wird bald der Öffentlichkeit vorgestellt

Der Schriftsteller Ferdinand von Schirach hat die Aufarbeitung seiner Familiengeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus beschlossen. Er habe das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste beauftragt, herauszufinden, in welchem Umfang seine Familie im Dritten Reich am Raub von Bildern aus jüdischem Besitz beteiligt war, sagte er dem Magazin der "Zeit". "Ich wollte, dass alles, was heute noch dazu gefunden werden kann und mit meiner Familie zu tun hat, wissenschaftlich untersucht und veröffentlicht wird." Weiter sagte der Autor: "Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste beauftragte das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, ich habe die Forschung finanziert. Mittlerweile liegt ein 177 Seiten dicker Abschlussbericht vor, der bald der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Vielleicht ist das für andere Familien mit einer ähnlichen Geschichte eine Anregung." Ferdinand von Schirachs Großvater Baldur von Schirach war unter Adolf Hitler "Reichsjugendführer" und von 1940 bis 1945 Gauleiter in Wien und damit für die Deportation der österreichischen Juden verantwortlich.

Top Ten der vergessenen Nachrichten vorgestellt

Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU auf dem ersten Platz

Das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU ist aus Expertensicht in der Medienberichterstattung stark vernachlässigt worden. Eine Jury aus Journalisten und Wissenschaftlern wählte dieses Thema zur wichtigsten vergessenen Nachricht des Jahres. Die sogenannten Top Ten der vergessenen Nachrichten wurden vom Deutschlandfunk und der Initiative Nachrichtenaufklärung in Köln vorgestellt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten demnach das Flugdatengesetz von 2018 sowie die Frage der Anerkennung des in Venezuela selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaido. Die INA benennt seit 1995 jährlich zehn Nachrichten und Themen, die nach Einschätzung der Jury zu wenig Aufmerksamkeit in den Medien erhalten haben. Damit solle auch auf "Defizite im Informationsgeschäft" aufmerksam gemacht werden.

Iñárritu zum Jury-Präsidenten von Cannes ernannt

Oscarpreisträger ist der erste Künstler aus Mexiko, der der Jury vorsitzt

Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu ("Birdman", "The Revenant", 55) ist zum Jury-Präsidenten der 72. Internationalen Filmfestspiele von Cannes ernannt worden. Das teilte das Festival mit. Iñárritu ist der erste Künstler aus Mexiko, dem diese Ehre zuteil wird. "Cannes ist ein Festival, das seit Beginn meiner Karriere für mich wichtig gewesen ist", wird Iñárritu zitiert. Er sei "außer sich vor Freude", in diesem Jahr als Präsident der Jury nach Cannes zurückzukehren. Die Festspiele in Cannes sind das weltweit wichtigste Filmfestival. In diesem Jahr findet das Festival vom 14. bis zum 25. Mai statt.

Ikea in Israel wegen Frauen-Diskriminierung angeklagt

Hintergrund ist ein Sonderkatalog für ein strengreligiös-jüdisches Publikum

Wegen der Diskriminierung von Frauen ist am Jerusalemer Bezirksgericht eine Klage in Höhe von mehreren Millionen Euro gegen die schwedische Möbelkette Ikea eingereicht worden. Hintergrund ist ein Sonderkatalog für ein strengreligiös-jüdisches Publikum, in dem Ikea bewusst auf Fotos von Frauen verzichtete, wie die Tageszeitung "Haaretz" am Mittwoch berichtete. Der völlige Ausschluss von Frauen und Mädchen aus dem Katalog sende "eine ernste und schwierige Botschaft, dass Frauen keinen Wert haben und etwas mit ihrer Präsenz falsch ist", heißt es laut Bericht in der Sammelklage einer orthodox-jüdischen Israelin sowie des reformjüdischen "Israel Religious Action Center" (IRAC), das sich gegen religiöse Diskriminierung engagiert. Sie fordern eine Entschädigungszahlung von umgerechnet je 365 Euro für rund 10.000 geschädigte Frauen. Die Zahl basiert laut Bericht auf einer Umfrage in der ultraorthodoxen Gemeinde, der zufolge 20 Prozent der Befragten angaben, durch den Katalog verletzt worden zu sein.

Neue Synagoge in Regensburg eröffnet

Neubau steht am selben Ort wie die 1938 zerstörte Synagoge

Regensburg hat wieder eine Synagoge. Der Neubau im Zentrum der Stadt ist feierlich eröffnet worden. "Die Jüdische Gemeinde Regensburg hat ihr Herzstück wieder", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Mit ihren mehr als 1.000 Jahren Geschichte ist die jüdische Gemeinde in Regensburg die älteste in Bayern. Der Neubau steht am selben Ort wie die 1938 während der Novemberprogromen zerstörte Synagoge unweit des Doms. Die Synagoge nach Plänen des Berliner Architekturbüros Volker Staab bietet Platz für 160 Gläubige, der angrenzende Gemeindesaal für 200 Personen.

Geht Intendant Stephan Pauly nach Wien?

Intendant der Alten Oper Frankfurt verhandelt mit Wiener Musikverein

Der Intendant der Alten Oper Frankfurt, Stephan Pauly, ist heißer Kandidat für den Chefposten im Wiener Musikverein. Das Direktorium des Musikvereins führe mit Pauly entsprechende Verhandlungen, teilte das Gremium mit. Pauly ist seit 2012 an der Alten Oper Frankfurt. Sein Vertrag dort wurde 2015 bis 2022 verlängert. Der aktuelle Intendant des Wiener Musikvereins, wo unter anderem das weltweit beachtete Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklingt, ist Thomas Angyan. Er hatte Ende 2018 angekündigt, nach 32 Jahren seinen im Sommer 2020 endenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen.

Emma Thompson stoppt Mitwirkung an Animationsfilm

Sie will nicht mit dem ehemaligen Disney-Kreativchef Lasseter zusammenarbeiten

Die britische Schauspielerin Emma Thompson verweigert die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen ehemaligen Disney-Kreativchef John Lasseter. Wie Thompsons Agentin bestätigte, stieg die zweimalige Oscar-Gewinnerin aus der Produktion des Animationsfilms "Luck" aus, um gegen die Einstellung Lasseters zu protestieren, der Frauen jahrzehntelang sexuell belästigt haben soll. Laut dem Branchenmagazin "Variety" sollte Thompson einer Filmfigur ihre Stimme geben und hatte bereits mit den Aufnahmen begonnen. Demnach schmiss Thompson hin, als Skydance Anfang Januar mitteilte, den 62-jährigen Lasseter rekrutiert zu haben.

Jüdische Friedhöfe sollen mit Drohnen erfasst werden

Erfassung soll dem Schutz der Gräber dienen

Mit Drohnen will die Organisation Europäisch-jüdische Friedhofsinitiative rund 1.500 jüdische Friedhöfe in Ländern erfassen, in denen die jüdische Bevölkerung besonders unter dem Holocaust gelitten hat. Finanziert werde die Initiative von der EU, berichtet die Zeitung "Jerusalem Post". Die Organisation, die sich für den Schutz jüdischer Friedhöfe in Europa engagiert, will die Friedhöfe anhand der Luftaufnahmen erfassen. In einem weiteren Schritt sollen Umgrenzungen errichtet werden, die auf die Existenz der Friedhöfe hinweisen. Zu den Zielländern der Initiative gehören laut dem Bericht etwa die Ukraine, Griechenland und Litauen. Unter anderem sollen Freiwillige bei Erfassung und Unterhalt der Grabstätten zum Einsatz kommen.

John Legend kritisiert Musikbranche wegen R. Kelly

"Wir haben zu lange weggeschaut" sagte der 40-jährige Sänger

Nach der Anklage gegen R. Kelly wegen sexuellen Missbrauchs hat Sänger John Legend die Musikindustrie für ihr Schweigen kritisiert. "Wir haben zu lange weggeschaut", sagte Legend in der NBC-Show "Today". Kelly war vergangene Woche wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen über zwölf Jahre hinweg mit teils minderjährigen Opfern angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Er verbrachte ein Wochenende im Gefängnis in Chicago und kam dann gegen Kaution frei.

"Eintrittsgeld" für Venedig beschlossen

Zeitpunkt der Einführung noch unklar, möglicherweise ab Mai

Das "Eintrittsgeld" für Tagestouristen in Venedig kommt. Der Kommunalrat gab mehrheitlich grünes Licht für die Pläne der Stadtverwaltung. Wann genau die neue Regelung greift, wurde zunächst nicht bekannt. Nach früheren Angaben könnte es aber im Mai so weit sein. 2019 soll der Preis zunächst pro Person drei Euro betragen. Ab kommendem Jahr soll der Betrag auf sechs Euro steigen und kann je nach Touristen-Ansturm auf bis auf zehn Euro angehoben werden. Besucher, die in Herbergen in der Stadt unterkommen, sind von der Zahlung befreit. Hotelgäste müssen schon jetzt eine Ortstaxe bezahlen. Das Geld soll nach Angaben von Bürgermeister Luigi Brugnaro vor allem in die Instandhaltung und Reinigung der historischen Stadt fließen.

Scullys Synchronstimme: Franziska Pigulla gestorben

Synchronsprecherin und Moderatorin starb mit 54 Jahren

Die Synchronsprecherin und Moderatorin Franziska Pigulla ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Das teilte die Agentur "Stimmenkartei" auf ihrer Webseite mit.
Pigulla lieh Schauspielerinnen wie Demi Moore und Gilian Anderson ihre Stimme, so war sie als "Scully" in der Fernsehserie "Akte X" zu hören. Aber auch als Sprecherin zahlreicher TV-Sendungen, sowie als Moderatorin bei n-tv war Pigulla tätig. Wegen einer Erkrankung hatte sie sich seit September 2018 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Gestorben ist Franziska Pigulla am 23. Februar in Berlin.

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