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Sonntag, 25.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. Februar 2019

SZ trennt sich von Autor nach Fälschung

Auch "Spiegel" und "Zeit" prüfen Texte

Das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" hat sich von einem freien Mitarbeiter getrennt, nachdem Ungereimtheiten in einem noch nicht veröffentlichten Text aufgefallen sind. Eine hausinterne Faktenprüfung habe Anfang Februar ergeben, dass eine die Geschichte tragende Protagonistin nicht existiert. Der Journalist habe zugegeben, dass die Zweifel an dem Text berechtigt seien. Auch "Der Spiegel" und "Die Zeit" prüfen Artikel, die der Autor für sie geschrieben hat. Hinweise auf weitere Fälschungen haben sich dabei bislang nicht ergeben. Medienberichten zufolge wurde der betroffene Autor mit dem Deutschen Reporterpreis und dem Nannen-Preis ausgezeichnet.

Monkees-Bassist Peter Tork gestorben

Gruppe verkaufte zeitweise mehr Alben als Rolling Stones und Beatles zusammen

Der Bassist der Kultband "The Monkees", Peter Tork, ist tot. Er wurde 77 Jahre alt. Seine Freunde, Familie und Kollegen vermeldeten Torks Tod auf seiner Facebook-Seite, ohne weitere Details zu nennen. Die Monkees - bestehend aus dem 2012 gestorbenen Leadsänger Davy Jones, Micky Dolenz, Michael Nesmith und Tork - wurden 1965 eigentlich als Boyband für eine Fernsehshow gegründet. Mit ihren Hits "I'm a Believer", "Last Train to Clarksville" und "Little Bit Me, Little Bit You" waren sie aber auch außerhalb des Fernsehens erfolgreich. Alle vier waren Teenie-Idole. 1967 verkauften die Monkees laut einem Bericht der "Washington Post" 35 Millionen Alben und in dem Jahr damit doppelt so viele wie die Beatles und die Rolling Stones gemeinsam.

Barenboim weist Kritik an Führungsstil zurück

Dirigent soll gegenüber Musikern aggressiv gewesen sein

Der Dirigent Daniel Barenboim hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich gegenüber Musikern aggressiv und launisch verhalten. Der 76-Jährige sagte der Deutschen Presseagentur, die Vorwürfe zielten darauf ab, seinen Verbleib in Berlin zu verhindern. Barenboim ist Chefdirigent der Berliner Staatskapelle auf Lebenszeit, verhandelt aber derzeit mit dem Berliner Senat über eine Vertragsverlängerung als Generalmusikdirektor nach 2022. Vor drei Wochen hatte das Online-Magazin "Van" mehrere ehemalige und aktive Mitarbeiter der Staatsoper anonym zitiert. Sie gaben an, unter Barenboims Verhalten gelitten zu haben. Bei einem der Mitarbeiter, der sich jetzt im Bayerischen Rundfunk auch mit Namen bekannte, hatte sich nach eigenen Angaben eine Depression entwickelt.

Regisseur Claude Goretta mit 89 Jahren gestorben

Goretta machte mit seinem Film "Die Spitzenklöpplerin" Isabelle Hppert bekannt

Der Schweizer Regisseur Claude Goretta, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte seine mit. Mit seinem Film „Die Spitzenklöpplerin" verhalf Goretta der französischen Schauspielerin Isabelle Huppert zum internationalen Durchbruch.
Er war zunächst durch Dokumentarfilme bekannt geworden. Und gallt dank seiner Genauigkeit und Empathie als einer der wichtigsten Schweizer Filmemacher seiner Zeit. 1973 gewann er den renommierten Jury-Preis beim Filmfestival in Cannes.

Adenauer-Stiftung Literaturpreis für Husch Josten

Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert

Die Kölner Journalistin und Autorin Husch Josten erhält den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, teilte die Stiftung mit. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Josten immer wieder heikle Themen der Gegenwart aufgreife - darunter Terrorismus und Fundamentalismus in Europa, Globalisierungsangst und Menschenwürde. In ihren jüngsten Romanen "Hier sind Drachen" (2017) und "Land sehen" (2018) erzählt die Autorin nach den Worten des Vorsitzenden der Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, "souverän von der Wahrheitssuche auf religiösem und der Freiheitsliebe auf politischem Gebiet". Josten wurde 1969 in Köln geboren, schrieb in Köln, Paris und London für Tageszeitungen und Magazine. Ihr Romandebüt "In Sachen Joseph" war für den aspekte-Literaturpreis nominiert. Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wird seit 1993 verliehen.

Gregor Jansen bleibt Kunsthallen-Direktor

Vertrag bis Ende 2024 verlängert

Gregor Jansen bleibt weitere fünf Jahre Direktor der Kunsthalle Düsseldorf. Sein Vertrag sei bis Ende 2024 verlängert worden, teilte die Stadt mit. Der 54-jährige, der die Kunsthalle bereits seit 2010 leitet, habe den Ruf sowie die Besucherzahlen des Hauses ausbauen können. Neben Ausstellungen mit Werken hochkarätiger Künstler quer durch die deutsche Gegenwartskunst holte Jansen auch renommierte asiatische Künstler zu ihren teilweise ersten Präsentationen in Deutschland nach Düsseldorf.

Opernintendant und Umweltinstitutschef tauschen Ämter

Drei Wochen soll das Experiment in Wuppertal dauern

Ein Opernintendant wird Chef eines Umweltinstituts, der Institutsdirektor wechselt an die Opernbühne: in Wuppertal wagen Opernintendant Berthold Schneider und der Präsident des renommierten Wuppertal Instituts, Prof. Uwe Schneidewind, ein ungewöhnliches Experiment. Für drei Wochen tauschen sie die Chefsessel in ihren Büros - und ihre Ämter. Die Aktion startet am 28.Februar. Die Idee sei entstanden, als Schneidewind sein Buch "Die Große Transformation" im Foyer der Oper Wuppertal vorstellte. Darin spiele der Begriff "Zukunftskunst" eine zentrale Rolle. Danach habe Intendant Schneider den Vorschlag zum Ämtertausch gemacht. Dadurch sollen beide Institutionen dazu motiviert werden, ihre Organisationskultur und -prozesse zu hinterfragen.

Rückgabe: Staat Namibia darf "Witbooi Bibel" bekommen

Volk der Nama reklamiert Gegenstände für sich

Die historische "Witbooi-Bibel" darf an den Staat Namibia zurückgeben werden. Der baden-württembergische Verfassungsgerichtshof wies einen Antrag der Vereinigung der Nama-Stammesältesten zurück. Die Angehörigen des Volkes Nama hatten die Übergabe der geraubten Familienbibel und der Viehpeitsche des namibischen Nationalhelden Hendrik Witbooi an die namibische Regierung verhindern wollen. Sie reklamieren die Gegenstände für sich. Dieser Rechtsstreit dürfte sich innerhalb Namibias klären lassen, urteilte das Gericht. Bibel und Viehpeitsche waren im Jahr 1902 als Schenkung ins Stuttgarter Linden-Museum gelangt. Namibia war von 1884 bis 1915 als Deutsch-Südwestafrika deutsche Kolonie. Hendrik Witbooi war während der deutschen Kolonialzeit einer der wichtigsten Anführer der Nama-Gruppen. Vertreter der Familie Witbooi haben sich, laut baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums, mit einer Abgabe der Objekte in staatliche Obhut einverstanden erklärt.

Dalí-Werke in Videoclip: Museum muss Strafe zahlen

Museum Dalí Berlin zog Berufung zurück

Das Museum Dalí Berlin muss wegen Urheberrechtsverletzungen 30 000 Euro an die Dalí-Stiftung zahlen. Das Kunsthaus zog vor dem Oberlandesgericht (OLG) München seine Berufung zurück. Damit gilt das erstinstanzliche Urteil. Das Museum hatte mit einem 31-sekündigen Video bei YouTube auf seine Ausstellung hingewiesen. Darin wurden surrealistische Motive des spanischen Künstlers Salvador Dalí mit Berliner Sehenswürdigkeiten kombiniert. Der Argumentation des Museums, es handle sich nicht um ein Werbevideo, sondern um eine Hommage an Dalí, folgte das Gericht nicht. Der vom Gericht errechnete Schadenersatz von 30 000 Euro liegt deutlich unter Forderungen der Stiftung, die sich in einer Anschlussberufung auf mindestens 200 000 Euro belaufen hätten.

Haus der Kunst: Findungskommission auf Chefsuche

Bayerns Kunstminister stellt internationale Expertenkommission vor

Ein Team aus fünf internationalen Kunstexperten soll die neue künstlerische Leitung für das Haus der Kunst in München suchen. Laut Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) sind die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Susanne Gaensheimer, sowie die Direktorin des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee, Nina Zimmer in der Kommissiopn vertreten. Ebenfalls berufen wurden Sir Nicholas Serota, bis 2017 in London Leiter der Tate Britain, der ehemalige Direktor des Stockholm Moderna Museet, Daniel Birnbaum, und Doryun Chong, Chefkurator des Museums M+ für visuelle Kultur in Hongkong, das bis 2020 eröffnen soll. Einen Zeitpunkt für die Kür der neuen Leitung in München nannte Sibler nicht. Bis dahin werden die Kuratoren bei ihren Planungen von einem Expertenrat begleitet.

Kultusminister-Chef: Ungleiche Lehrergehälter förderlich

Hessens Kultusminister gegen zentralistische Instrumente in der Bildungspolitik

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU), spricht sich gegen gleiche Löhne für Lehrkräfte in den 16 Bundesländern aus. Es sei nicht zielführend, den Wettbewerb zwischen den Ländern zu unterbinden, indem die derzeit bestehende Besoldungsungleichheit beendet werde, sagte er dem "Deutschen Schulportal". Beim anhaltenden Streit um die Ausgestaltung des Nationalen Bildungsrates sieht Lorz diesen als Ideengeber, nicht als Entscheider in Bildungsfragen. Ein zentralistisches Instrument, um die Bildungspolitik Deutschlands zu lenken, hält der KMK-Präsident für verfehlt. Stattdessen plädiert er auch hier dafür, föderale Strukturen beizubehalten. Das "Deutsche Schulportal" ist ein gemeinsames Projekt der Robert Bosch Stiftung, der Deutschen Schulakademie und der Heidehof Stiftung in Kooperation mit der "Zeit"-Verlagsgruppe.

Kunstinstallation durfte wegsaniert werden

BGH entschied Streit um „Mannheimer Loch"

Im Streit zwischen der Kunsthalle Mannheim und der Künstlerin Nathalie Braun Barends, deren Rauminstallation dem Umbau der Kunsthalle Mannheim zum Opfer fiel, entschied der Bundesgerichtshof, dass eine Kunsthalle grundsätzlich die Entscheidung über die Raumnutzung behalten muss. Die Künstlerin hatte vor Jahren in der Kunsthalle Mannheim mehrere Löcher in die Decken gebohrt und so das sogenannte "Mannheimer Loch" geschaffen. Nachdem 2012 die Installation wegen Renovierung entfernt worden war, hatte Braun Barends die Kunsthalle verklagt. Laut BGH-Urteil muss bei der Frage, ob bei Sanierung die Vernichtung von Kunst zulässig ist oder nicht, in jedem Einzelfall die Interessen und Rechte des Gebäudeeigentümers und des Künstlers abgewogen werden. Im konkreten Fall ging die Abwägung zugunsten der Kunsthalle aus.

Brit Awards in London vergeben

Musikpreise gingen an George Ezra und Jorja Smith

Der Popstar George Ezra und die Newcomerin Jorja Smith haben bei den Brit Awards als beste britische Künstler zwei der wichtigsten Preise erhalten. Gewinner des Abends bei der Verleihung in London war die Band The 1975, die als beste nationale Band und für das beste Album ausgezeichnet wurde. Zwei Brit Awards nahm auch der schottische Star-DJ Calvin Harris mit nach Hause. Schauspieler und Sänger Hugh Jackman eröffnete den Abend mit einem Song aus dem Film "The Greatest Showman".

WDR trauert um "Rockpalast"-Erfinder Peter Rüchel

Musikjournalist stellte Gruppen wie U2 und R.E.M. vor

Der Erfinder der WDR-Musiksendung "Rockpalast", Peter Rüchel, ist tot. Er starb in Leverkusen im Alter von 81 Jahren, wie der Sender in Köln mitteilte. Intendant Tom Buhrow würdigte den Musikjournalisten für seine Engagement rund um den Rock, um altbekannte Musikgrößen und Nachwuchsmusiker. "Der Tod von Peter Rüchel erfüllt uns mit Trauer", erklärte Buhrow. Jeder, der sich für Rock-Musik interessiere, kenne den "Rockpalast", erklärte der WDR-Intendant. Zu den großen Verdiensten Rüchels habe es gehört, nicht nur etablierten Größen, sondern auch unbekannten Talenten und späteren Weltstars ein Forum gegeben zu haben, so etwa U2 im Jahr 1981 und R.E.M. vier Jahre später, hieß es.

Erste Einblicke in deutschen Biennale-Pavillon

Kuratorin Franciska Zólyom stellte Konzept für Kunst-Biennale in Venedig vor

Erste Einblicke in die Gestaltung des deutschen Pavillons auf der Kunst-Biennale in Venedig hat die Kuratorin Franciska Zólyom in Leipzig gegeben. So entwickle die für den Pavillon verantwortliche Künstlerin Natascha Süder Happelmann mit der Kooperative für Darstellungspolitik das Raumkonzept, sagte Zólyom. Zudem wurden zahlreiche Künstler vorgestellt, die unter anderem für die akustische Ausgestaltung in dem Pavillon zuständig sind. Natascha Süder Happelmann - ein Pseudonym für die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian - selbst war nicht in Leipzig. Die Biennale (11. Mai - 24. November 2019) gilt neben der documenta in Kassel als eine der wichtigsten Kunstschauen der Welt.

Hamburger Bach-Preis an Unsuk Chin

Der wichtigste Musikpreis der Hansestadt ist mit 10.000 Euro dotiert

Unsuk Chin, in Berlin lebende südkoreanische Komponistin, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Bach-Preis der Stadt Hamburg. Der wichtigste Musikpreis der Hansestadt wird ihr am 28. November im Rahmen eines Konzerts in der Elbphilharmonie überreicht, wie die Stadt ankündigte. Chin werde für ihr "einzigartiges künstlerisches Schaffen und ihren herausragenden Beitrag zur zeitgenössischen Musik" geehrt, hieß es zur Begründung. Der Bach-Preis wurde zum 200. Todestag von Johann Sebastian Bach im Jahr 1950 vom Hamburger Senat ins Leben gerufen. Er wird alle vier Jahre vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Paul Hindemith, György Ligeti und Pierre Boulez .

Grönemeyer: Treffen mit Fotografen war "wie Anschlag"

Zwei Fotografen sind angeklagt, den Sänger falsch beschuldigt zu haben

Musiker Herbert Grönemeyer hat eine Begegnung mit zwei Pressefotografen auf dem Flughafen Köln/Bonn wie einen "Anschlag" empfunden. "Ich war schwerstens geschockt, es war wie ein Anschlag", sagte der Sänger als Zeuge in einem Strafprozess vor dem Landgericht Köln. "Das hat mich bestimmt Monate begleitet." Grönemeyer bestritt, die beiden Fotografen in der anschließenden Auseinandersetzung geschlagen, gewürgt oder gar verletzt zu haben.
"Ich werd' ja nicht übergriffig", sagte er. Die beiden Fotografen sind angeklagt, Grönemeyer falsch beschuldigt zu haben. Sie hatten ihm vorgeworfen, sie bei der Auseinandersetzung auf dem Flughafen attackiert und verletzt zu haben. Diese Vorwürfe wiederholten sie im Prozess erneut.

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