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Kulturnachrichten

Samstag, 9. Februar 2019

Nachlassverwalter wollen Jackson-Doku stoppen

Sender HBO soll "fragwürdige Methoden bei der Produktion" angewendet haben

Michael Jacksons Nachlassverwalter wollen eine Dokumentation über alte Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Popstar verhindern. In einem 10-seitigen Brief werfen sie dem TV-Sender HBO, bei dem "Leaving Neverland" am 3. und 4. März ausgestrahlt werden soll, fragwürdige Methoden bei der Produktion vor. Ergebnis sei eine "einseitige, sensationssüchtige Sendung", die gegen journalistische Grundsätze verstoße. Das berichtete der "Hollywood Reporter", dem der Brief vorliegt. Der zum Time Warner-Konzern gehörende Bezahlsender HBO kündigte an, die Dokumentation wie geplant auszustrahlen. Die Menschen sollten sich erst ein Urteil bilden, nachdem sie die Dokumentation gesehen haben.

Britischer Rapper Cadet bei Autounfall gestorben

28-Jährige verunglückte auf dem Weg zu einem Auftritt

Der britische Rapper Cadet ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 28-Jährige starb auf dem Weg zu einem Auftritt etwa 240 Kilometer nordwestlich von London, wie das Management des Hip-Hop-Stars und die Polizei mitteilten. Cadet saß demnach in einem Taxi, das mit einem anderen Fahrzeug nahe der Universität Keele zusammenstieß. Dort sollte er in der Nacht auftreten. Die Videos des Londoners, der eigentlich Blaine Cameron Johnson hieß, wurden millionenfach auf Youtube angeklickt. Er sollte in diesem Sommer auf dem Wireless Festival in London auftreten.

Initiative gegen Wiederaufbau der Garnisonkirche

Gepflanzter Baum in Potsdam soll Zeichen setzen

In einem öffentlichen Aufruf hat die Martin-Niemöller-Stiftung einen Stopp des Wiederaufbaus der Potsdamer Garnisonkirche gefordert. Sie sei verbunden mit dem "Geist von Potsdam", der für eine autoritäre Staatsform, für Nationalismus und Krieg gestanden habe, hieß es in einer Mitteilung. Der "Geist von Weimar" stehe mit der Deutschen Nationalversammlung 1919 bis 1920 hingegen für Demokratie, Liberalität und eine friedliche Außenpolitik, so die Stiftung. Gemeinsam mit sieben weiteren Initiativen pflanzte die Stiftung am Samstag im Hof des Rechenzentrums nahe der Baustelle eine Birke. "Wir setzen mit dieser Birke ein Zeichen gegen den geplanten Wiederaufbau der ehemaligen Garnisonkirche", hieß es in einer Erklärung dazu. Die Garnisonkirche war 1968 von der DDR-Führung gesprengt worden.

Berlinale will Quote bis 2020

Sieben der 17 Wettbewerbsbeiträge wurden von Frauen gedreht

Die Berlinale macht sich für mehr Frauen in der Filmindustrie stark. Festival-Direktor Dieter Kosslick unterzeichnete in Berlin die Erklärung "5050 x 2020", die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auf dem Festival und im Markt beitragen soll. Von den 17 Wettbewerbsfilmen der 69. Berlinale wurden sieben von Regisseurinnen gedreht. Die internationale Initiative setzt sich für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (50 zu 50) zwischen Frauen und Männern bis zum Jahr 2020 ein. Für die Berlinale-Leitung wird die Quote im kommenden Jahr erfüllt sein: Nach dem Ausscheiden von Kosslick bilden Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und der künstlerischen Leiter Carlo Chatrian eine Doppelspitze.

Französischer Zeichner Tomi Ungerer tot

Buchillustrator wurde 87 Jahre alt

Der international bekannte Künstler starb in der Nacht zu Samstag im Alter von 87 Jahren, sagte sein langjähriger Berater Robert Walter der Nachrichtenagentur AFP. Der in Straßburg geborene Tomi Ungerer hatte sich unter anderem als Autor und Illustrator von Kinderbüchern einen Namen gemacht - bekannte Werke sind unter anderem "Der Mondmann" und "Die drei Räuber". Auch mit Plakatkunst und erotischen Zeichnungen fand Ungerer Anerkennung. "Wenn man aufhört zu denken und zu arbeiten, dann wird man alt", sagte Ungerer einmal. Vor zwei Jahren, zur Feier seines 85. Geburtstags, spottete er über seine Krebserkrankung: "Tumor mit Humor". Schätzungsweise über 40.000 Zeichnungen und Skizzen hat er zu Papier gebracht und über 140 Bücher herausgegeben. Seine gut 30 Kinderbücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Gotische Kirche in Dijon entweiht

Mehrere Kirchen betroffen von Vandalismus

Eine gotische Kirche im Stadtzentrum von Dijon ist am Samstagmorgen entweiht worden. Wie die Zeitung "La Croix" berichtet, drang in den Morgenstunden ein Unbekannter in die Pfarrkirche ein, nahm geweihte Hostien aus dem Tabernakel und verstreute sie um den Hauptaltar. Zudem verwüstete er den Chorraum. Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Vandalenakten in französischen Kirchen. Allein in der vergangenen Woche wurden laut Bericht Gotteshäuser in Nimes (Departement Gard), Lavaur (Departement Tarn) und Houilles (Departement Yvelines) Ziel von Übergriffen. Notre-Dame in Dijon gilt als schönste Kirche Burgunds aus dem 13. Jahrhundert. Am Samstagabend wollte Erzbischof Roland Minnerath dort eine sogenannte Sühnemesse feiern.

Trennungsgerüchte um die Band "Die Ärzte"

Punkrockband gibt auf Homepage Hinweise auf Trennung

Die Berliner Spaßpunker sorgen bei ihren Fans für Rätselraten: "Manchmal ist es einfach Zeit zu gehn", heißt es in einem Song, der auf ihrer Internetseite zu hören ist. Zudem ist ein Wort mit acht Buchstaben zu erraten - und seit der Nacht zum Samstag ist klar: Die ersten beiden Buchstaben sind ein ein "A" und "B" - es könnte also "Abschied" lauten. Die Fans der Band glauben jedoch nicht, dass das populäre Trio sich auflöst. "Ich weiß nicht, was das Lösungswort sein wird, aber ich bin mir zu 200% sicher, dass sie nicht ihren Abschied verkünden. Nicht jetzt und nicht auf diese Art. Das wäre absolut untypisch für Die Ärzte", schreibt etwa ein Nutzer. Zunächst startet das Trio allerdings im Mai eine Europatournee in Warschau.

Deutschen Drehbuchpreis für Radlmaiers "Blutsauger"

Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Der Deutsche Drehbuchpreis "Goldene Lola" geht in diesem Jahr an den Autor Julian Radlmaier. Er wurde damit für sein Drehbuch "Blutsauger" ausgezeichnet. Der Preis für das beste unverfilmte Drehbuch wird traditionell während der Berlinale verliehen. Dieses Drehbuch schaffe es, geistreich und durchgeknallt zugleich zu sein. Und sehr unterhaltsam. Ein ganz großer Wurf, schrieb die Jury zur Begründung. Die Komödie handelt von einem falschen russischen Baron und einer deutschen Fabrikantentochter, die im Jahr 1926 zusammen einen Vampirfilm an der Ostsee drehen. Nominiert für den Drehbuchpreis waren auch "Le Prince" von Hannes Held und Lisa Bierwirth sowie "Cowboy und Indianer" von Karen Köhler und Michael Venus.

EU-Staaten einigen sich auf Urheberrechtsreform

Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich wird mehrheitlich gebilligt

Der für den Digitalbereich zuständige Vize-Kommissionspräsident Andrus Ansip zeigte sich nach der Einigung zufrieden, dass die EU-Staaten beim Urheberrecht wieder "eine gemeinsame Stimme" gefunden hätten. Deutschland und Frankreich hatten bis vor wenigen Tagen keine einheitliche Position zu dem hoch umstrittenen Artikel 13 der Reform. Er soll einen Anreiz für Online-Plattformen wie Youtube schaffen, Kunst- und Medienschaffende für ihre Inhalte besser zu vergüten, und verpflichtet sie, Inhalte zu entfernen, für die von den Urhebern keine Lizenz erteilt wurden. Deutschland wollte erreichen, dass Kleinunternehmen und Start-ups von der Pflicht ausgenommen werden, bei ihnen bereitgestellte Inhalte zu filtern. Dies lehnte Frankreich ab. Nach dem Kompromiss müssen Firmen für Ausnahmen drei Kriterien erfüllen: Sie müssen mindestens drei Jahre bestehen, ihr Umsatz muss weniger als zehn Millionen Euro betragen und die Nutzerzahl muss unter fünf Millionen pro Monat liegen.

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