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Kulturnachrichten

Samstag, 25. Januar 2020

Auschwitz-Überlebende und Autorin Posmysz mit dem höchsten Polnischen Orden ausgezeichnet

Die Schriftstellerin und Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz ist vom polnischen Staatspräsidenten Duda mit der höchsten Auszeichnung der Republik Polen, dem Orden des weißen Adlers, geehrt worden. Die 96-Jährige sei weltweit eine der bekanntesten Zeitzeuginnen aus der Todeswelt des Vernichtungslagers, erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, anlässlich der Ehrung in Warschau. Als Schriftstellerin erregte sie 1962 mit ihrem Hörspiel "Die Passagierin aus Kabine 45" große Aufmerksamkeit. Das Hörspiel, das später auch als Roman in vielen Sprachen erschien, schildert die fiktive Begegnung einer Auschwitz-Überlebenden mit einer ihrer ehemaligen SS-Aufseherinnen während einer Ozeanüberquerung.

Antisemitismusbeauftragter Klein für schärferes Vorgehen gegen Judenhass

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Klein, hat die statistischen Ergebnisse des jüdischen Weltkongresses im Blick auf Judenhass in Deutschland bestätigt: Jeder vierte Deutsche neige zu antisemitischen Denkmustern, 40% der Deutschen hätten antisemitische Einstellung gegenüber Israel, sagte er im Deutschlandfunk. Das seien "alarmierende Zahlen". Klein forderte ein schärferes Vorgehen gegen Judenhass: Es gehe um eine Kombination aus repressiven und präventiven Maßnahmen, sagte er. Konkret nannte er die geplante Erweiterung des Strafrechts, nach der es möglich sein soll, antisemitisch motivierte Taten härter zu ahnden als bisher. Darüber hinaus müsse man etwa die Veröffentlichung antisemitischer Inhalte im Internet unter Strafe stellen, forderte Klein.

Schriftsteller Franzen: Kampf gegen Klimawandel ist verloren

Der US-Schriftsteller Jonathan Franzen hält den Kampf gegen den Klimawandel für verloren. "Warum geben wir das nicht zu und nehmen uns dann die Freiheit, darüber nachzudenken, wie wir unsere Ressourcen einsetzen wollen?", sagte er im "Spiegel". "Die Klimaaktivisten sollten aufhören, sich etwas vorzumachen." Das menschliche Verhalten werde sich nicht ändern, "solange wir glauben, dass wir immer noch Zeit haben, alles abzuwenden", sagte Franzen. "Wir sollten darüber nachdenken, wie wir uns auf die Erschütterungen vorbereiten, die kommen werden. (...) Die Klimakatastrophe wird richtig viel Geld kosten, so viel ist klar", so Franzen weiter. Die finanziellen Ressourcen seien allerdings begrenzt.

Musikstars schließen sich gegen Plattenfirmen zusammen

Deutsche Musikstars wie Rammstein, Helene Fischer, die Toten Hosen, Sarah Connor, Peter Maffay und Marius Müller-Westernhagen haben von ihren Plattenfirmen einen größeren Anteil an den stark wachsenden Einnahmen aus dem Streaming verlangt. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete vorab, 14 Manager und Anwälte von Musikern hätten sich gegen die Plattenfirmen zusammengeschlossen. Die Zeitung zitierte aus einem Schreiben an die Plattenfirmen, wonach die Vertreter der Musiker gemeinsame Interessen in Zukunft "gebündelt" vertreten wollen. Es gebe "das dringende und grundlegende Bedürfnis", die bisherigen Abrechnungs- und Verteilungsmethoden beim Musik-Streaming zu überprüfen. Im deutschen Musikgeschäft gab es einen solchen Aufstand der Stars laut "FAS" noch nie. Die Manager der Musikstars forderten die Vertreter der Plattenindustrie laut "FAS" zu einem Treffen im Februar in Berlin auf, um über das Thema zu beraten.

Kolonialer Schuld mehr Aufmerksamkeit schenken

Das neue Humboldt-Forum in Berlin ist aus Sicht der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Chance für die Rückübertragung kolonialer Güter. Das sagte Stifungspräsident Hermann Parzinger der Nachrichtenagentur dpa. Es sei ohnehin an der Zeit, dass den Themen Kolonialismus und koloniale Schuld mehr Aufmerksamkeit geschenkt werde. Das wiederaufgebaute Hohenzollern-Schloss in der Mitte Berlins, das an diese Zeit erinnert, habe die Diskussion noch verschärft, sagte Parzinger. Das Forum werde ein Ort sein, wo solche Fragen öffentlich debattiert werden. Teile des Humboldt-Forums sollen im September eröffnet werden. Gezeigt werden Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien und Objekte zur Geschichte Berlins.

"Die Wolke"-Autorin Gudrun Pausewang gestorben

Die Schriftstellerin Gudrun Pausewang ist tot. Sie starb am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren, teilte ihr Sohn mit. Für ihren Jugendroman "Die Wolke" erhielt Pausewang 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie hatte den Roman unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geschrieben. Er wurde in 16 Sprachen übersetzt. Seit 1972 bis zu ihrer Pensionierung unterrichtete Pausewang an einer Grundschule in Hessen, zuvor hatte sie jahrelang in Südamerika gelebt. In vielen ihrer Bücher verarbeitete Pausewang Themen, denen sie dort begegnet war: Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung. 2017 erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk.

Ausstellungen wegen Iran-Konflikt verschoben

Wegen der weltpolitischen Lage muss das Badische Landesmuseum in Karlsruhe Austausch-Ausstellungen mit dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran verschieben. "Trotz intensiver Suche ist es nicht gelungen, eine Versicherung für die Kunstschätze zu finden", so Museumsdirektor Eckart Köhne. Für den Herbst war in Karlsruhe die Schau "Die Perser - Am Hof der Großkönige" mit Leihgaben aus dem Iran geplant gewesen. Die Teheraner hätten ab September "Glory of Greek and Roman Art" mit 150 Leihgaben aus Baden präsentieren wollen. Beide Ausstellungen werden bis auf weiteres ruhen.

Beuth-Hochschule für Technik wird umbenannt

Die Berliner Beuth-Hochschule für Technik wird wegen des historisch nachgewiesenen Antisemitismus ihres Namensgebers umbenannt. Dafür stimmten am Donnerstagabend 30 von 45 anwesenden Mitglieder der Akademischen Versammlung, wie die Hochschule mitteilte. Nach dem Votum der Akademischen Versammlung soll Päsident Werner Ullmann nun "einen hochschulweiten Prozess zur Namensfindung einleiten". Besonderer Wert werde auf ein transparentes Verfahren gelegt. Der Hochschule zufolge wurde mehr als zwei Jahre über ihren preußischen Namenspatron Christian Peter Beuth diskutiert. "Als wissenschaftliche Einrichtung steht unsere Hochschule in der Verantwortung, sich Antisemitismus- und Rassismustendenzen klar entgegenzustellen", sagte Präsident Ullmann.

DHM erwirbt Exilgemälde von George Grosz

Das Deutsche Historische Museum in Berlin (DHM) hat das von George Grosz 1944 im Exil gemalte Werk "Cain or Hitler in Hell" erworben. Das Gemälde des vor den Nazis geflohenen Grosz wurde mit Unterstützung von Bund und Kulturstiftung der Länder 2019 für die Sammlung angekauft, teilte das Museum jetzt mit. Es soll ab kommender Woche als Teil der Dauerausstellung präsentiert werden. Das Werk gilt als eine der herausragenden Arbeiten, die seit 1933 von Künstlern im Exil geschaffen wurden. Das Gemälde befand sich seit seiner Entstehung im Besitz der Familie. Grosz zählt zu den wichtigsten politischen Künstlern der Weimarer Republik. Kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er in die USA.

Florian Illies verlässt Rowohlt noch dieses Jahr

Der Verleger Florian Illies verlässt den Hamburger Rowohlt Verlag überraschend noch in 2020. "Florian Illies wird auf eigenen Wunsch im Laufe dieses Jahres als Verleger bei Rowohlt ausscheiden. Der Termin seines Weggangs wie auch die Frage der Nachfolgeregelung werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben", teilte der Rowohlt-Verlag mit. Der Autor von "Generation Golf" und "1913: Der Sommer des Jahrhunderts" steht erst seit einem Jahr an der Spitze des Verlages. Er war Nachfolger von Barbara Laugwitz. Diese Ablösung war damals auf Kritik der Rowohlt-Autoren gestoßen. Laut Pressemitteilung will sich Illies wieder dem Schreiben widmen.

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