Samstag, 30.05.2020
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. Januar 2020

Kommission überprüft Staatliche Ballettschule Berlin

Nach anonymen Vorwürfen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin hat der Senat eine Untersuchungs-Kommission eingesetzt. Sie soll feststellen, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern unzureichend geschützt wurde, hieß in einer Mitteilung. Der Rundfunk Berlin Brandenburg hatte berichtet, ehemalige Schülerinnen hätten sich über sexualisierte Sprache und so genanntes Bodyshaming beklagt. In Folge des Drucks soll es zu häufigen Essstörungen und Anzeichen extremer Erschöpfung gekommen sein. Von Seiten der Ballettschule gab es keine Stellungnahme.

Regisseur Dresen bekommt Theodor-Heuss-Preis

Der Filmregisseur Andreas Dresen erhält den Theodor Heuss Preis 2020. Dresens künstlerisches Werk sei getragen von Respekt für den anderen und von demokratischen Werten, begründete die Jury in Stuttgart die Entscheidung. Der Filmemacher erzähle auf ehrliche und kraftvolle Weise Geschichten aus Ostdeutschland für ein gesamtdeutsches Publikum. Der Preis ehrt in Erinnerung an den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss Menschen, die sich für die Demokratie engagieren. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderen die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die Kinderhilfsorganisation "terre des hommes" und der Objektkünstler Christo.

Staatsballett kritisiert Intendanten-Rückzug

Das Ensemble des Staatsballetts Berlin hat die Rücktrittsankündigung der Co-Intendanten Johannes Öhman und Sasha Waltz scharf kritisiert. Die Tänzerinnen und Tänzer seien enttäuscht, dass sie die Leidtragenden eines dürftigen Kulturmanagements seien, hieß es in einer Erklärung des Ballett-Vorstands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es stelle sich jetzt die Frage, wie das Ensemble mit einer künstlerischen Leitung weiter zusammenarbeiten solle, die ohnehin kurzfristig gehen wolle. Öhman und Waltz hatten gestern nach wenigen Monaten auf dem Posten ihren Rücktritt zum Jahresende erklärt. Ihr Vertrag geht eigentlich bis zur Saison 2024/25.

Lars Eidinger verteidigt sich

Der Schauspieler Lars Eidinger hat sich gegen Kritik an seinem umstrittenen Foto mit einer Luxustasche vor einem Obdachlosenlager verteidigt. Er inszeniere sich nicht als Obdachloser, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" sondern trage seine ganz normale Kleidung. Das Foto brachte ihm im Netz heftige Kritik ein. Die Bilderserie sei eine Hommage an den Alltag und keine ästhetische Ausbeutung von Prekariarität, wie geschrieben worden sei. In seiner Kunst gehe es nicht um Moral. Er lebe in dem Widerspruch, dass er privilegiert sei und jeden Tag auf dem Weg durch die Stadt Menschen in Not sehe. Die Leder-Tasche, die Eidinger auf dem Foto trägt, ähnelt einer Aldi-Tüte und kostet 550 Euro.

Datenbank zu Raubkunst online

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist mit einer großen Provenienzforschungs-Datenbank online gegangen. Sie trägt den Namen "Proveana" und ist nach Angaben des Zentrums die bundesweit umfassendste Datenbank für Raubkunst. Abrufbar sind zunächst die Ergebnisse der bisherigen Forschungsprojekte der Stiftung der vergangenen zwölf Jahre sowie Daten und Berichte zur Recherche im Fall Gurlitt. Kulturstaatsministerin Grütters nannte das Projekt einen "Meilenstein in der Provenienzforschung". Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ist national und international der zentrale Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut, das sich heute in deutschen Sammlungen befindet.

Gaultier verabschiedet sich mit großer Show

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier hat am Mittwochabend in Paris seine letzte Haute Couture Show gezeigt. Der 67-Jährige präsentierte vor den Augen von Stars wie Carla Bruni, Eva Herzigova oder Anna Wintour weit über 100 Kreationen, mit denen er auf seine bekanntesten Entwürfe der letzten 50 Jahre zurückblickte: Zu sehen waren lachsfarbene Korsagen, Matrosen-Looks, Mieder, Strapse und sein Markenzeichen, die blau-weißen Streifen. Unter anderen traten die US-Popsängerin Beth Ditto und der österreichische Travestie-Künstler Conchita Wurst als Models auf. Außerdem wurde ein Musical aufgeführt, bei dem prominente Künstler wie der britische Sänger Boy George mitwirkten. 220 Models trugen den Designer Gaultier auf ihren Schultern, er warf dem begeisterten Publikum im Théâtre du Châtelet Luftküsse zu.

Ernst von Siemens Musikpreis für Tabea Zimmermann

Der diesjährige Ernst von Siemens Musikpreis geht an die Bratschistin Tabea Zimmermann. Wie die Jury der Ernst von Siemens Musikstiftung mitteilte, würdigt sie eine Künstlerin mit bedingungsloser Liebe zur Musik, "die alle Energie darauf lenkt, zum Kern des musikalischen Wesens vorzudringen und diese Erfahrung mit dem Publikum zu teilen." Im Deutschlandfunk Kultur zeigte sich Zimmermann überrascht über die Auszeichnung. "Aber ich freue mich ungemein", sagte die 53-Jährige. Sie gilt als eine der führenden Bratschistinnen der Welt und arbeitete unter anderem mit den Berliner Philharmonikern und dem London Symphony Orchestra zusammen. Sie ist erst die dritte Frau, die den mit 250.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält.

Raubkunst aus Gurlitt-Bestand zurückgegeben

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat drei als NS-Raubkunst identifizierte Kunstwerke an die Erben des französischen Kunstsammlers Armand Dorville zurückgegeben. Das Aquarell "Dame im Abendkleid" und das Ölgemälde "Porträt einer Dame" von Jean-Louis Forain kommen aus dem Bestand des Kunsthändlers Cornelius Gurlitt, die Zeichnung "Amazone mit aufbäumendem Pferd" von Constantin Guys war zuletzt in Privatbesitz. Der Sammler Dorville, ein Notar in Paris, hatte sich nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Dordogne zurückgezogen. Sein Kunstbesitz wurde 1942 in Nizza zwangsversteigert. Der Erlös wurde den Erben vorenthalten, ein Teil der Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet.

Zunehmend rechtsextreme Besucher in Buchenwald

Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, beobachtet ein immer offeneres Auftreten Rechtsextremer in dem ehemaligen KZ. "In den Besucherbüchern finden sich zunehmend Eintragungen, die Nationalsozialismus und auch die Konzentrationslager als sinnvoll und gut für die Deutschen bewerten", sagte Knigge der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen". Diese Äußerungen seien ein ernst zu nehmendes Indiz, dass etwas wegbreche an Geschichtsbewusstsein, an mitmenschlicher Sensibilität und an politisch-demokratischer Orientierung. Auch schmuggelten sich Rechte unter Besuchergruppen und warteten einen günstigen Moment ab, um Opferzahlen infrage zu stellen oder den Holocaust zu leugnen. Häufig werde das gefilmt. Als Reaktion auf derartige Vorfälle wurde unter anderem die Besucherordnung in Buchenwald verschärft.

Freigestellte Grammy-Chefin erhebt Klage

Wenige Tage vor der diesjährigen Grammy-Verleihung ist in der Recording Academy, die die Gala organisiert, ein Streit eskaliert. Die in der vergangenen Woche aufgrund von "Fehlverhalten" von ihrem Job als Chefin freigestellte Deborah Dugan verklage nun ihren früheren Arbeitgeber, wie US-Medien berichteten. Sie sei zu Unrecht gefeuert worden, nachdem sie sich gegen sexuelle Belästigung gewehrt und Unregelmäßigkeiten bei den Grammy-Nominierungen angesprochen habe, heißt es in der Klage. Die Recording Academy wies die Vorwürfe zurück.

Wechsel an der Spitze des Deutschen Presserats

Der Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Lutz Tillmanns, geht in den Ruhestand. Er gibt sein Amt zum 1. Februar an den 38-jährigen Medienrechtsanwalt Roman Portack ab, teilte der Rat in Berlin mit. Tillmanns leitete den Presserat 28 Jahre lang. In die Amtszeit des 63-Jährigen seien unter anderem die Einführung der Selbstregulierung im redaktionellen Datenschutz, die Erweiterung der Zuständigkeit auf Onlinemedien und der Umzug des Presserats von Bonn nach Berlin gefallen, sagte der Vorsitzende des Trägervereins des Presserates, Dirk Platte.

Markusdom bekommt Glaswall gegen Hochwasser

Der Markusdom in Venedig soll von einem Ring aus Glasplatten vor Hochwasser geschützt werden. Die 1,20 Meter hohe Balustrade soll die Basilika bis zu einem Flutpegel von zwei Metern über normal gegen Überschwemmung sichern, berichtet die Zeitung "Corriere della Sera". Nach Angaben des zuständigen Ingenieurs Pierpaolo Campostrini vom Patriarchat Venedig liegen die Kosten bei geschätzt 3,5 Millionen Euro. Bis Herbst soll die Anlage stehen.

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