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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Februar 2018

Archäologen entdecken in Augsburg Römermauern

Mauerreste auf alten Fundamenten entdeckt

In Augsburg sind bei Ausgrabungen erstmals gut erhaltene römische Mauerreste oberhalb der alten Fundamente entdeckt worden. Das sei für Augsburg einmalig, sagte Grabungsleiter Fleps. Das sogenannte aufgehende Mauerwerk besteht aus Tuffsteinquadern, die vermutlich die tragenden Mauern für das darüberliegende Gebäude bildeten. Bislang wurden solche Mauerreste in Augsburg nicht entdeckt, weil die Menschen sich früher bei Neubauten des Steinmaterials von aufgegebenen Gebäuden bedient haben. Dadurch sind fast keine Römermauern erhalten. Die Funde stammen nach der bisherigen Forschung aus dem ersten Jahrhundert nach Christus und wurden im Zuge der Sanierung eines Seniorenwohnheims entdeckt.

"Schtonk!" kommt in Esslingen auf die Bühne

Bühnenfassung nach 35 Jahren

Mit der Bühnenfassung der Filmkomödie "Schtonk!" wird nach Ansicht von Intendant Friedrich Schirmer wichtiger Stoff fürs deutsche Theater gewonnen. In der alltäglichen Debatte über Fake-News bleibe einem in mancher Szene das Lachen im Halse stecken, sagte der Intendant der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Sein Haus bringt gut 35 Jahre nach dem Skandal um gefälschte Hitler-Tagebücher die Filmkomödie "Schtonk!" auf die Bühne. Die Württembergische Landesbühne in Esslingen bei Stuttgart hat sich die Theaterrechte an dem Film von Helmut Dietl und mit Götz George aus den 90er Jahren gesichert. Uraufführung ist am Samstag. Dietl und Ulrich Limmer verfilmten den Skandal um die Tagebücher 1992.

Konstanzer Theatermitarbeiter kritisieren Stadt

Vorwurf der Einmischung in künstlerische Programmgestaltung

Theatermitarbeiter vom Theater Konstanz haben der Stadt vorgeworfen, sich in die Absage der Baden-Württembergischen Theatertage einzumischen. Politik und Verwaltung dürften bei der künstlerischen Programmgestaltung des Theaters nicht mitreden. Das wäre ein besorgniserregender Vorgang, schreiben sie in einer Stellungnahme. Sie kritisieren Bürgermeister Osner, der nach der überraschenden Absage der Theatertage Anfang Februar gesagt hatte, dass noch zu klären sei, ob eine Absage allein durch das Theater überhaupt möglich sei. Das Theater Konstanz hatte die Ausrichtung der Baden-Württembergischen Theatertage abgesagt, nachdem der Gemeinderat den Vertrag mit dem Intendanten Christoph Nix nicht wie vom Theater gewünscht um ein Jahr verlängert hat. Das Theater entschied sich daraufhin, mit dem "Theaterschiff" nur noch eines von zwei Großprojekten in der verbleibenden Amtszeit bis 2020 umzusetzen und die Theatertage abzusagen.

Saraceno-Netz bis Ende Februar gesperrt

Stahlseile müssen erneuert werden

Die spektakuläre Netz-Installation des Künstlers Tomás Saraceno unter der Glaskuppel des Ständehaus (K21) in Düsseldorf kann bis Ende Februar nicht betreten werden. Bei Wartungsarbeiten habe sich herausgestellt, dass einzelne Stahlseile an der Konstruktion ersetzt werden müssten, teilte die Kunstsammlung NRW mit. Diese Teile müssten in der Schweiz speziell angefertigt werden. Die Konstruktion in 25 Meter Höhe ist seit fünf Jahren ein Besucher-Magnet: Etwa 500 000 Menschen haben das Kunstwerk besichtigt, knapp 200 000 bestiegen. Saraceno hatte für die Installation 2 500 Quadratmeter moderner Sicherheitsnetze in drei Lagen ausgespannt, in denen riesige luftgefüllte PVC-Kugeln liegen.

Grütters als Kulturstaatsministerin gesetzt

Grütters behält Amt auch in der großen Koalition

Kulturstaatsministerin Grütters wird ihr Amt aller Voraussicht nach auch in der großen Koalition behalten. Nach der vereinbarten Aufgabenverteilung zwischen Union und SPD bleibt der Posten der Beauftragten für Kultur und Medien im Kanzleramt angesiedelt. Damit gilt Grütters als gesetzt. Die 56-Jährige ist seit 2013 in der Bundesregierung für Kultur und Medien verantwortlich. Nach dem neuen Koalitionsvertrag soll in der neuen Legislaturperiode vor allem die Kultur in der Fläche gestärkt werden. "Indem wir Kultur und (kulturelle) Bildung für alle zugänglich machen, im urbanen und ländlichen Gebiet, unabhängig von Einkommen und Herkunft, ermöglichen wir echte Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben", heißt es im Entwurf des Koalitionsvertrag mit Stand von heute Mittag.

Katy Perry distanziert sich von eigenem Text

Würde "I Kissed A Girl" heute anders schreiben

Zehn Jahre nach Veröffentlichung ihres Megahits "I Kissed a Girl" distanziert Popsängerin Katy Perry sich von Teilen des Songtextes. "Wenn ich den Song noch mal schreiben müsste, würde er wahrscheinlich anders aussehen", sagte die 33-Jährige dem Magazin "Glamour". Der Text bediene einige Stereotype, räumt Perry ein. Die Debatte über sexuelle Orientierung habe sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Der Song war 2008 auch als Statement für einen offenen Umgang mit Homo- und Bisexualität gefeiert worden. Welche Textpassagen genau sie ändern würde, sagte Katy Perry nicht. Das Lied enthält Zeilen wie "I kissed a girl just to try it/I hope my boyfriend don't mind it" (Ich habe ein Mädchen geküsst, nur um es zu probieren/Ich hoffe, meinem Freund macht es nichts aus.

Museen Böttcherstraße digitalisieren Sammlung

Gemälde auf Google Arts & Culture abrufbar

Kunstfreunde können Gemälde von Paula Modersohn-Becker jetzt auch ohne Museumsbesuch ansehen. Das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen und das daneben liegende Ludwig Roselius Haus digitalisieren ihre Sammlung. Ab Donnerstag sind Werke der Worpsweder Malerin auf Google Arts & Culture abrufbar. Im digitalen Zeitalter sei es ein absolutes Muss für Museen, die Sammlung auch im Internet zugänglich zu machen, teilten die Museen Böttcherstraße heute mit. Im Internet ist außerdem eine digitale Ausstellung zu sehen, die Modersohn-Becker anhand ihrer Hauptwerke als Pionierin der Moderne zeigt. Geplant ist auch ein virtueller Rundgang durch ausgewählte Museumsräume.

Gemälde von Rohlfs nach 80 Jahren wieder in Erfurt

Angermuseum holt wichtiges Werk zurück

Das Angermuseum Erfurt hat 80 Jahre nach seinem großen Aderlass bei der diffamierenden NS-Propaganda-Aktion "Entartete Kunst" ein wichtiges Werk zurückholen können: Christian Rohlfs' 1904 gemaltes Ölgemälde "Weiden II". Bei einer Versteigerung im Herbst 2017 sei es gelungen, das Bild für 68 500 Euro zu erwerben, sagte Museumsdirektor Schierz bei der Präsentation. Das Bild war 1937 zusammen mit mehr als 1000 weiteren zeitgenössischen Werken beschlagnahmt worden. Das Gemälde, das Rohlfs im Schanzengraben bei Weimar malte, war zuvor seit 1918 im Besitz des Angermuseums. Das Museum war bis 1937 eine der gefragtesten Adressen von Avantgardekunst in Deutschland.

Solidarität mit Burgtheater-Mitarbeitern

Ehemaliger Burgtheater-Direktor nimmt Stellung

Der Direktor der Bayerischen Staatsoper und ehemaliger Burgtheater-Direktor in Wien, Nikolaus Bachler hat den offenen Brief von Mitarbeitern des Burgtheaters begrüßt, in dem sie Umgangsformen ihres Ex-Regisseurs und Burgtheaterdirektors Matthias Hartmann kritisieren. Im Wiener Kurier sagte Bachler, Zeitpunkt und Anliegen des offenen Briefes seien berechtigt, denn es gehe grundsätzlich um die Zustände im Metier. In dem Theater hätte sich die ungehinderte Machtausübung in "absolutistischer Form" so lange gehalten. Künstlerische Arbeit müsse in Freiheit geschehen und nicht in existentieller Abhängigkeit. Am vergangen Samstag hatte die österreichische Zeitung "Der Standart" einen offenen Brief von Burgtheater-Angestellten veröffentlicht, die Hartmann vorwerfen, während seiner Intendanz von 2009 bis 2014 eine "Atmosphäre der Angst" geschaffen zu haben. Hartmann wehrte sich gegen die Vorwürfe und sprach von einem "gezielten Angriff" auf die Premiere des überregional beachteten David-Bowie-Musicals "Lazarus" in Düsseldorf.

Santana kommt nach Deutschland

Vier Konzerte des Latin-Rockers geplant

Carlos Santana kommt im Sommer für vier Konzerte nach Deutschland. Auftakt ist am 15. August in Mönchengladbach, es folgen Berlin und Ulm. Vor der Kulisse der Dresdner Altstadt beschließt der 70-Jährige Latin-Rocker am 19. August dann seine Deutschland-Tournee. Für die Filmnächte am Elbufer ist sein Auftritt ein besonderes Highlight.

Deluxe hält Elbphilharmonie-Konzept für "gescheitert"

Rapper schlägt harte Töne an

Musiker Samy Deluxe schlägt beim Thema Elbphilharmonie harte Töne an. Im Newsletter "Elbvertiefung" der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärte der Hamburger Rapper, dass ihm sogar Klassikmusiker erzählten, dass der Raum voll scheiße klinge. Auch für "uns als Hip-Hopper" würde es bei einem Konzert nicht gut klingen, sagte Deluxe weiter. Er kritisierte "wenn man dort diese Blicke bekommt von Leuten, die vermeintlich die Hochkultur vertreten und Kultur nach total elitären Maßstäben bewerten, dann kann man sich 2018 vielleicht mal eingestehen, dass das Konzept für die Elbphilharmonie total gescheitert ist." Der Musiker empfahl, darüber nachzudenken, "was total Cooles" aus dem Konzerthaus in Hamburg zu machen. "Ein Haus für die Jugend vielleicht oder ein Haus für Obdachlose oder Flüchtlinge." Das Konzerthaus in der Hansestadt war Anfang vergangenen Jahres eröffnet worden.

Werner Herzog zur #MeToo-Debatte

"Debatte ist Meilenstein der Emanzipation"

Der Regisseur Werner Herzog hält die #MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung von Frauen für den Beginn eines radikalen gesellschaftlichen Umbruchs. "Was wir hier erleben, geht weit über Hollywood und das Filmgeschäft hinaus", sagte Herzog der Illustrierten "Stern" vorab. "Männer wissen jetzt, dass sie nicht nur aus einem Film entfernt werden, sondern ihre ganze Lebenskarriere riskieren." Herzog sagte, nun komme endlich "die Zäsur, die die feministische Bewegung schon seit den 60er Jahren zu Recht fordert." Der vor allem durch seine Filme mit dem Schauspieler Klaus Kinski bekannte 75-Jährige räumte gleichzeitig ein, schon seit mehr als zehn Jahren von dessen Verfehlungen etwas geahnt zu haben. Schon 2007 hätten sich immer wieder Frauen bei ihm gemeldet, die unter Kinski gelitten hätten, sagte Herzog. Kinskis Tochter Pola hatte 2013 bekannt gemacht, dass sie als Minderjährige von ihrem Vater sexuell missbraucht worden sei. Kinskis moralische Verwerflichkeit läge heute wie ein Schatten auf ihm, sagte Herzog.

Von "Games of Thrones" zu "Star Wars"

Macher der Mittelalter-Fantasy entwickeln neue "Star Wars"-Trilogie

Die Macher der HBO-Erfolgsserie "Game of Thrones", David Benioff und D.B. Weiss, werden eine neue "Star Wars"-Reihe entwickeln. Wie die Studios Lucasfilm und Disney bekanntgaben, soll das Duo die Filme schreiben und produzieren. "David und Dan gehören derzeit zu den besten Geschichtenerzählern", heißt es von Lucasfilm. Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Figuren und reiche Sagenwelten zu schaffen, werden sie Neuland betreten und "Star Wars" mutig vorantreiben. Benioff und Weiss wollen das Projekt nach Ende der "Game of Thrones"-Serie angehen. Die letzte Staffel des Fantasy-Dramas soll 2019 auf Sendung gehen. Die neuen "Star Wars"-Filme sollen unabhängig von der Skywalker-Saga und der Trilogie von US-Regisseur Rian Johnson laufen. Im Dezember hatte Johnson mit "Star Wars: Die letzten Jedi" die achte Episode ins Kino gebracht. Zuvor hatte Disney bestätigt, dass Johnson als Autor und Regisseur neue Charaktere für eine weitere Trilogie schaffen werde.

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