Seit 18:05 Uhr Feature

Samstag, 04.07.2020
 
Seit 18:05 Uhr Feature

Kulturnachrichten

Samstag, 4. Juli 2020

Barcelonas Sagrada Familia öffnet wieder

Die Kirche Sagrada Familia in Barcelona hat nach fast vier Monaten Schließung wegen der Coronapandemie erstmals wieder ihre Pforten geöffnet. An diesem und am kommenden Wochenende dürfen exklusiv Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Sicherheitskräfte und sozialer Einrichtungen als Dank für ihren Einsatz die weltberühmte Basilika des Architekten Antonio Gaudi besuchen. In einer zweiten Phase sollen die Einwohner Barcelonas wieder Zutritt erhalten, hieß es. Eine allgemeine Öffnung sei erst ab Januar geplant.

Neustart mit Publikum am La Fenice in Venedig

Am Opernhaus La Fenice in Venedig kann wieder vor Publikum gespielt und gesungen werden. Nach monatelanger Coronapause feiert das Theater den Neustart an diesem Sonntag mit einem Konzert mit Chor und Orchester. Das Haus hat die Aufführung den Venezianern, der Lagunenstadt und den medizinischen Helfern im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit gewidmet, erklärte Intendant Fortunato Ortombina. Auf dem Programm steht die "Fanfare for a Common Man" des US-Komponisten Aaron Copland. Außerdem sind Stücke von Claudio Monteverdi, Giovanni Gabrieli und Johann Sebastian Bach vorgesehen. In den kommenden Tagen folgen auch Opernabende. Statt rund 1000 Gästen könnten aktuell nur rund 300 Menschen in den Saal.

Pubs in England dürfen wieder öffnen - Theater nicht

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Coronapandemie haben die Pubs in England wieder geöffnet. Es gelten aber strenge Auflagen: Gäste müssen beispielsweise ihre Kontaktdaten hinterlassen und Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt. Die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte stark erhöht. Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute aufgefordert, sich an die Regeln zu halten, um eine zweite Corona-Welle zu vermeiden. Neben Pubs dürfen auch Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen wieder öffnen, Theater allerdings nicht - und denen geht langsam das Geld aus. Die London Theatre Society schätzt die Verluste landesweit allein bis Ende Mai auf 330 Millionen Pfund.

Kirche in Irland verzeichnet Spendeneinbruch

Die coronabedingten Kirchenschließungen haben in dem mehrheitlich katholischen Irland zu einem Einbruch bei den Spenden geführt. Allein im Erzbistum Dublin gingen die Einnahmen zwischen März und Juni um bis zu 80 Prozent zurück, wie die "Irish Times" berichtete. Anders als in Deutschland kann die Kirche in Irland nicht auf Steuerabgaben ihrer Mitglieder zurückgreifen, sondern finanziert sich hauptsächlich über Spenden. Die Priester des Erzbistums Dublin hätten sich bereits auf einen Gehaltsverzicht von 25 Prozent geeinigt, so die "Irish Times". Zugleich laufen offenbar Überlegungen, von Laien besetzte Stellen abzubauen.

U-Bahnhof Mohrenstraße wird umbenannt

Wegen anhaltender Rassismus-Kritik benennen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den U-Bahnhof Mohrenstraße in Glinkastraße um. Als "weltoffenes Unternehmen" und einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadt lehne die BVG jegliche Form von Rassismus oder sonstiger Diskriminierung ab, heißt es zur Begründung. Der Zeitpunkt der Umbenennung werde rechtzeitig bekanntgegeben", die BVG stehe dazu "im Austausch mit den beteiligten Behörden und Stellen". Der neue Name für den Bahnhof der U-Bahnlinie 2 leitet sich von der nahegelegenen Glinkastraße ab, die nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) benannt ist. Der 1908 eröffnete U-Bahnhof trug laut BVG schon viele verschiedene Namen: Kaiserhof von 1908 bis 1950, Thälmannplatz von 1950 bis 1986 und Otto-Grotewohl-Straße von 1986 bis 1991. Seit 1991 ist die nahegelegene Mohrenstraße namensgebend.

Die Buchmesse rechnet mit deutlich weniger Besuchern

100 Tage vor dem Beginn der Frankfurter Buchmesse rechnet Messe-Direktor Boos damit, dass die Besucherzahlen in diesem Jahr um rund zwei Drittel zurückgehen werden. Viele Fragen seien drei Monate vor dem Termin Mitte Oktober noch offen, sagte Boos bei der Vorstellung der aktuellen Messeplanung in Frankfurt am Main. Unklar sei beispielsweise, wie viele Verlage in diesem Jahr ausstellen werden. Vieles werde nur digital stattfinden. An den Besuchertagen wolle die Buchmesse aber festhalten, sagte Boos. Auch die Verleihung des Deutschen Buchpreises am 12. Oktober und des Friedenspreises am 20. Oktober stünden nicht in Frage. Beim Friedenspreis in der Paulskirche seien 100 Besucher zugelassen. Der Buchpreis werde aber ohne Publikum übergeben.

Kopf von römischer Kaiserstatue wieder aufgetaucht

Ein vor rund 35 Jahren gestohlener, wertvoller Kopf einer antiken römischen Kaiserstatue ist bei einem Auktionshaus in New York aufgetaucht. Das berichten italienische Ermittler und das Kulturministerium in Rom. Der Kopf der Statue von Kaiser Septimius Severus sei 1985 bei einem bewaffneten Überfall auf das Amphitheater in Santa Maria Capua Vetere bei Caserta in Kampanien gestohlen worden. Septimius Severus hatte von 193 nach Christus etwa zwei Jahrzehnte regiert. Das Kunstwerk sei bei dem Auktionshaus mit einem Wert von rund 400.000 bis 600.000 US-Dollar geschätzt und zur Versteigerung angeboten worden, hieß es. Italiens Spezialfahnder zum Schutz des kulturellen Erbes hätten den Kopf entdeckt. Nach der Vorlage von Beweisen für seine Herkunft hätten US-Stellen das Werk beschlagnahmt, hieß es.

Jüngster Generalmusikdirektor dirigiert in Wuppertal

Patrick Hahn wird neuer Generalmusikdirektor der Wuppertaler Bühnen. Der erst 24-jährige Österreicher soll zur Spielzeit 2021/22 die Leitung des 90-köpfigen Sinfonieorchesters übernehmen, teilten die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH mit. Hahn werde damit jüngster Generalmusikdirektor in Deutschland. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Kunstuniversität seiner Heimatstadt Graz. Als Dirigent arbeitete er unter anderem mit dem Gürzenich-Orchester Köln, den Düsseldorfer Symphonikern, der Dresdner Philharmonie, den Wiener Symphonikern, der Bayerischen Staatsoper München und der Staatsoper Hamburg zusammen.

Ungarische Regierung unterwirft Filmuniversität

Trotz des Protests hunderter Kunst- und Kulturschaffender soll die angesehene Budapester Universität für Schauspiel- und Filmkunst an eine regierungstreue Stiftung übergeben werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde mit den Stimmen des Regierungslagers vom ungarischen Parlament verabschiedet. Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban, autonome Kultur-Bereiche zu Gunsten einer völkisch-klerikalen Staatskultur zu verdrängen. Die Stiftung wird über die Führung, Lehre und Ausbildungsrichtlinien der Theater- und Filmuniversität bestimmen. Mehr als 200 Kulturschaffende protestierten in einer Petition gegen die Aufhebung der Universitätsautonomie.

Sanierungs-Kosten für Notre-Dame verdoppeln sich

Die Kosten für die Restaurierung der Pariser Kathedrale Notre-Dame verdoppeln sich allein in der ersten Phase auf mindestens 165 Millionen Euro. Der Aufwand für die Sicherungs-, Konsolidierungs- und Reinigungarbeiten seien neu bewertet worden, berichtet die Zeitung "La Croix". Ursprünglich waren dafür lediglich 80 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt sind bislang 833 Millionen Euro Spenden für den Wiederaufbau der Kathedrale zugesagt. Die Stadt Paris will sich mit etwa 70 Millionen Euro beteiligen. Mitte April 2019 hatte ein Großbrand Teile des weltbekannten Bauwerks zerstört. Nach dem Willen von Staatspräsident Emmanuel Macron soll der Wiederaufbau 2024 abgeschlossen sein.

BR-Studie zum Chorsingen empfiehlt größere Abstände

Chorsänger sollten laut einer Studie mehr Abstand nach vorne als zur Seite einhalten. Außerdem seien permanentes Lüften und Trennwände zwischen den Sängern sinnvoll, ergab eine wissenschaftliche Untersuchung mit Musikern des Bayerischen Rundfunks. Der Leiter der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie an der Münchner Uniklinik, Matthias Echternach, sagte, Sicherheitsabstände von zwei bis zweieinhalb Metern seien sinnvoll. Zur Seite seien Tröpfchen und Aerosole deutlich weniger verbreitet worden, so dass Abstände von eineinhalb Metern ausreichen könnten. Räume für eine Chorprobe müssten aber permanent gelüftet werden, um die Aerosole regelmäßig durch Frischluft zu entfernen. Noch besser wären Trennwände zwischen den Sängern.

Kulturnachrichten hören

Februar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur