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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Februar 2017

Verschollene Bronzestatuette zurück in Berlin

Etruskische Bronzestatue war über 30 Jahre lang in privater britischer Sammlung

Ein seit dem Zweiten Weltkrieg verschollener Bronzekrieger ist in die Berliner Antikensammlung zurückgekehrt. Das etruskische Kunstwerk war nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mehr als 30 Jahre lang in einer englischen Privatsammlung und wurde erst 2015 versteigert. Über einen britischen Kunsthändler sollte es erneut verkauft werden. Dieser kontaktierte eine Expertin des British Museum, die die Herkunft des 17 Zentimeter hohen Kriegers erkannte. Der Verkäufer habe sich dann zur Rückgabe bereit erklärt, als er von der Geschichte der Statuette erfahren habe. Sie gehörte nach Angaben des Museums seit 1869 zur Antikensammlung. Der speerschleudernde Krieger mit Helm stammt aus der Zeit zwischen dem späten 6. und dem frühen 5. Jahrhundert vor Christus.

Leipziger Bach-Medaille für Reinhard Goebel

Musiker prägte Entwicklung der historischen Aufführungspraxis

Der Dirigent und Geiger Reinhard Goebel erhält die diesjährige Bach-Medaille der Stadt Leipzig. Die Auszeichnung werde dem 64-jährigen Musiker am 17. Juni im Rahmen des Bachfestes übergeben, teilte das Bacharchiv Leipzig mit. Goebel leitete viele Jahre das Ensemble Musica Antiqua Köln und gilt als "Ikone der Alten Musik". Kein anderer deutscher Musiker habe "einen derart hohen Einfluss auf die Entwicklung der historischen Aufführungspraxis gehabt wie Reinhard Goebel", hieß es. Weltweit begeistere er "mit seinem Feuer und seiner unersättlichen Neugier Kenner wie Liebhaber, Musiker wie Zuhörer für die Klangwelt um Johann Sebastian Bach". Goebel habe mit dem von ihm 1973 gegründeten Ensemble Musica Antiqua Köln und dessen preisgekrönten Einspielungen neue Maßstäbe gesetzt, hieß es weiter. Der Musiker ist seit 2010 Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum in Salzburg. Zugleich ist er als Dirigent weltweit gefragt. Die Bach-Medaille wird für besonderer Verdienste um die Pflege des Erbes von Johann Sebastian Bach (1685-1750) verliehen. Vorjahrespreisträger war der Sänger Peter Kooij.

Ruhrfestspiele-Intendant Hoffmann hört 2018 auf

Unter Hoffmanns Leitung stieg Zuschauerzahl des Festivals auf über 80 000

Der Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Frank Hoffmann, hört nach 14 Jahren auf. Mit seiner 14. Spielzeit im Mai/Juni 2018 werde er sich als Intendant des traditionsreichen Theaterfestivals verabschieden, erklärte Hoffmann. "Das Ende des Steinkohlebergbaus im Jahr 2018 bedeutet auch eine wichtige Zäsur in der Geschichte der Ruhrfestspiele", sagte der 63-Jährige. Deshalb sei es auch für ihn persönlich der richtige Zeitpunkt, "einen Schnitt zu machen und zu neuen Horizonten aufzubrechen". Eine neue Führung werde gesucht, hieß es bei den Ruhrfestspielen. Der Luxemburger Hoffmann hatte das vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mitfinanzierte Festival 2005 in einer Krise übernommen. Hoffmann leitet sowohl die Ruhrfestspiele als auch das Théâtre National du Luxembourg. Neben den Festivals in Avignon und Edinburgh gehören die Ruhrfestspiele mit ihrer 70-jährigen Geschichte heute zu den prägenden europäischen Theaterfestivals.

Restaurierte Büsten aus Palmyra wieder in Syrien

Kämpfer des Islamischen Staats hatten die Gesichter der Figuren zerstört

Zwei vom IS zerstörte Büsten aus der Kulturstätte Palmyra sind nach ihrer Restaurierung in Italien wieder in Syrien. Die beiden Figuren aus dem Nationalmuseum der Oasenstadt seien vorerst aus Sicherheitsgründen in die Hauptstadt Damaskus gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Kulturministeriums in Rom der Deutschen Presse-Agentur. Sie sollten aber, wenn es die Lage in dem Bürgerkriegsland erlaubt, wieder an ihren Ursprungsort gebracht werden. Die Büsten einer Frau und eines Mannes sind im zweiten oder dritten Jahrhundert entstanden, als die heutige Unesco-Stätte Palmyra zum römischen Weltreich gehörte. IS-Kämpfer hatten ihre Gesichter zerstört. Nach der Befreiung der Stadt wurden sie legal nach Italien gebracht. Dort wurden sie rekonstruiert und in einer Ausstellung gezeigt.

Madrid will Glockenläuten rechtlich schützen

In der Vergangenheit häuften sich Klagen wegen Lärmbelästigung

Die Regionalregierung von Madrid will das Läuten von Kirchenglocken rechtlich schützen. Wie spanische Medien berichten, arbeitet sie an einem Dekret, um das Glockenläuten gegen mögliche Lärmschutzklagen "abzuschirmen". Hintergrund sind den Angaben zufolge mehrere einschlägige Streitfälle der vergangenen Monate. Wie Glocken eingesetzt werden, hat sich über die Jahrhunderte in den Kulturlandschaften unterschiedlich entwickelt. Allerdings sind katholische Gemeinden an die allgemeinen liturgischen Vorgaben der Kirche gebunden.

Klassik-Orchester erhalten mehr Zuspruch

Trotz Zusammenschlüssen von Ensembles finden deutlich mehr Veranstaltungen statt

Klassische Konzerte finden in Deutschland offenbar immer mehr Liebhaber. Wie die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) in Berlin mitteilte, stieg die Zahl von Veranstaltungen öffentlich geförderter Ensembles in der Spielzeit 2015/2016 um zehn Prozent auf insgesamt 13.800 gegenüber der Spielzeit 2013/2014. Am beliebtesten waren Sinfonie- und Chorkonzerte mit 5.800 Konzerten. Geschäftsführer Gerald Mertens sprach von einer "Trendwende im Klassikbereich". So hätten Konzerte und klassische Live-Musik im Theater oder auf Musikfestivals inzwischen 40 Prozent mehr Besucher als die erste Bundesliga im Fußballstadion. Musikfestivals registrierten 32 Millionen Besuche im Jahr und klassische Konzerte der Berufsorchester 5,2 Millionen Besuche. Zudem seien in Deutschland noch nie so viele Konzertsäle eröffnet, erbaut oder saniert worden wie derzeit. Ein weiterer Beleg für eine positive Trendwende sieht Mertens am Vorhaben von Bund und Ländern, die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft für die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes zu nominieren.

Traditionskino in Cottbus zwangsversteigert

Ältestes Kino Brandenburgs ging 2014 insolvent

Eines der ältesten Kinos in Deutschland in Cottbus ist für 1,2 Millionen Euro zwangsversteigert worden. Dieses Gebot für den "Weltspiegel" gab die Sparkasse Spree-Neiße am Dienstag vor dem Amtsgericht Cottbus ab. Mitgeboten hatte ein Filmverleiher aus Berlin. Das mehr als 100 Jahre alte Kino hatte 2014 Insolvenz angemeldet. Nach Inhaberangaben waren während einer Sanierung vor einigen Jahren die Baukosten gestiegen, die Kredite reichten nicht aus. Der Kinobetrieb läuft nun vorerst weiter. Der Insolvenzverwalter will sich bemühen, mit der Bank einen Mietvertrag auszuhandeln.

Parteiübergreifend Forderungen nach Freilassung Yücels

In mehreren Städten sind am Dienstag Solidaritätskundgebungen und Autokorsos geplant

Die Anklage des inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel in der Türkei hat parteiübergreifend für Empörung und Solidaritätsbekundungen gesorgt. Nach der scharfen Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) an der Untersuchungshaft gegen Yücel forderte die Opposition die Regierung auf, Konsequenzen zu ziehen. Der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu warf Merkel im Hessischen Rundfunk einen zu zahmen Umgang mit der Türkei vor. FDP-Chef Christian Lindner forderte, nun müsse auf jeden Fall verhindert werden müsse, dass der türkische Präsident Erdogan in Deutschland für sein umstrittene Verfassungsreferendum werben dürfe. Die Linkspartei beantragte eine Debatte über den Fall Yücel im Bundestag. Auch das PEN-Zentrum Deutschland setzt sich für Yüczel ein und fordert die sofortige Freilassung des Journalisten. „Wir werden das nicht hinnehmen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln um die unmittelbare Freilassung von Deniz Yücel kämpfen“, sagte Sascha Feuchert, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter der Autorenvereinigung. Der deutsch-türkische Korrespondent war vor etwa zwei Wochen festgenommen worden. Ihm wird Terrorpropaganda und Aufstachelung zur Gewalt vorgeworfen.

Gerda Henkel Stiftung ist "Wissenschaftsstiftung 2017"

Stiftung wird geehrt für internationale Förderung der Geisteswissenschaften

Die Deutsche Universitätsstiftung und die Wissenschaftliche Buchgesellschaft ehren die Gerda Henkel Stiftung für ihre internationale Förderung der Geisteswissenschaften sowie für ihr Engagement für den Erhalt von Kulturgütern und ihre Unterstützung gefährdeter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Krisengebieten. Der Preis soll motivierend auf andere Stifter, Erblasser und Sponsoren wirken und zur Nachahmung und Gründung von weiteren Stiftungen anregen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden. Sie wird am 3. April 2017 im Rahmen der Gala der Wissenschaft in München verliehen. Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 zum Gedenken an Gerda Henkel als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich durch bestimmte fachlich und zeitlich begrenzte Arbeiten auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft an Universitäten und Forschungsinstituten.

Oscar-Einschaltquote ungewöhnlich niedrig

Trump: zuviel Politik hat zur peinlichen Panne bei Oscar-Show geführt

So wenige Menschen wie seit fast zehn Jahren nicht mehr haben die diesjährige Oscar-Gala in den USA live im Fernsehen verfolgt. Rund 32,9 Millionen Menschen sahen sich die vom TV-Sender ABC übertragene Veranstaltung an, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Datenerhebungsfirma Nielsen. Weniger Zuschauer habe es zuletzt 2008 gegeben, als 32 Millionen die Gala verfolgten - die niedrigste Zuschauerzahl seit Beginn der Erhebungen 1974. 2016 hatten 34,2 Millionen Menschen zugeschaut. Zu viel Politik hat nach Meinung von US-Präsident Donald Trump zu der peinlichen Panne bei der Oscar-Show geführt. "Ich denke, sie waren so stark auf die Politik fokussiert, dass sie am Ende nicht mehr die Kurve gekriegt haben. Es war ein bisschen traurig", sagte Trump am Montag dem rechten US-Portal Breitbart News. Die Gala am Sonntag habe sich nicht glamourös angefühlt: "Etwas ganz Besonderes hat gefehlt, und dann so zu enden, war traurig."

UN befürworten deutsche Entschädigung für Herero

Deutschland verhandelt mit Namibia über Verbrechen Anfang des 20.Jahrhunderts

Die UN-Arbeitsgruppe für Menschen Afrikanischer Abstammung hat sich für eine Entschädigung Deutschlands für Verbrechen an der namibischen Volksgruppe der Herero und Nama ausgesprochen. Die Geschichte dieses Genozides werde in Deutschland nicht ausreichend aufgearbeitet, mahnte der Chef-Berichterstatter Ricardo A. Sunga III in Berlin. Alle Generationen müssten sich mit dieser Vergangenheit auseinandersetzen und Deutschland sollte bei den Verhandlungen zwischen der deutschen und der namibischen Regierung auch Vertreter der Herero und Nama beteiligen. Diese hatten im Januar in New York eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Ziel der Klage sind laut Gericht Entschädigungen für die begangenen Verbrechen während der deutschen Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum des laufenden Dialogs zwischen Namibias und Deutschlands Regierung stehen die Ereignisse zwischen 1904 und 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Damals töteten deutsche Truppen Zehntausende Herero und Nama. Dokumentiert ist der sogenannte Vernichtungsbefehl des damaligen Befehlshabers Lothar von Trotha (1848-1920).

Schauspieler Martin Lüttge gestorben

Bekannt wurde Lüttge als "Tatort"-Kommissar Bernd Flemming

Der Schauspieler Martin Lüttge ist tot. Er sei am vergangenen Mittwoch im Alter von 73 Jahren in Schleswig-Holstein gestorben, bestätigte seine Hamburger Agentur. Der gebürtige Hamburger war Anfang der neunziger Jahre als "Tatort"-Kommissar Bernd Flemming einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden. Lüttges Rolle des eher bodenständigen, leicht verschrobenen Kommissars - gepaart mit Humor - wurde von Kritikern hochgelobt. Doch trotz des großen Erfolgs verabschiedete sich Lüttge nach nur 15 Folgen, um sich wieder mehr dem Theater zu widmen. Bereits 1978 gehörte er zu den Gründern eines Theaters auf einem Bauernhof in Mehring bei Burghausen, der als Theaterhof Priessenthal bekannt wurde.

Hochhuth kritisiert Pläne für Kudammbühnen

Rede im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses abgebrochen

Der Dramatiker Rolf Hochhuth ("Der Stellvertreter") hat die Pläne für die Berliner Kudammbühnen scharf kritisiert. Seine Rede im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses am Montag brach er ab, als er gebeten wurde, zum Ende zu kommen. Hochhuth verließ türknallend den Saal. Zuvor sprach er mit Blick auf den vorgesehenen Abriss der Bühnen von einem Ärgernis ersten Ranges. "Wie kommt eine Nation dazu, so reich wie nie in ihrer Geschichte, Theater abzureißen?", fragte er. "Ausgerechnet diese zwei Kudammbühnen, mit einer so großen Vergangenheit, dass unsere kulturell so beschämend armselige Gegenwart, überhaupt nicht riskieren könnte, sich an dieser Tradition zu messen." Jahrelang war um die Zukunft der traditionsreichen Theater gerungen worden. Ein neuer Kompromiss sieht unter anderem vor, dass es statt zwei Bühnen nur ein Theater geben soll. Theaterdirektor Martin Woelffer wertet das Erfolg, weil die Zukunft des Standorts gesichert sei.

Erlöse bei Kunstauktionen deutlich zurückgegangen

China wieder wichtigster Markt für Versteigerungen von Kunstwerken

Die Erlöse von Kunstauktionen in aller Welt sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Weltweit wurden 2016 Werke im Wert von 12,5 Milliarden Dollar versteigert, ein Rückgang um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das erklärte das auf Kunstmärkte spezialisierte französische Unternehmen Artprice. Hauptgrund für die Umsatzeinbußen sei die Zahl der Versteigerungen mit einem Wert von mehr als zehn Millionen Dollar: 2015 waren es 160, 2016 nur noch 80. Wichtigster Markt für Kunstauktionen ist erneut China: Dort wurden im vergangenen Jahr Werke im Wert von 4,8 Milliarden Dollar versteigert. China war schon bis 2015 fünf Jahre in Folge wichtigster Markt für Kunstauktionen und wurde dann von den USA zwischenzeitlich auf den zweiten Platz verdrängt.

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