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Kulturnachrichten

Montag, 27. Februar 2017

Schauspieler Martin Lüttge gestorben

Bekannt wurde Lüttge als "Tatort"-Kommissar Bernd Flemming

Der Schauspieler Martin Lüttge ist tot. Er sei am vergangenen Mittwoch im Alter von 73 Jahren in Schleswig-Holstein gestorben, bestätigte seine Hamburger Agentur. Der gebürtige Hamburger war Anfang der neunziger Jahre als "Tatort"-Kommissar Bernd Flemming einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden. Lüttges Rolle des eher bodenständigen, leicht verschrobenen Kommissars - gepaart mit Humor - wurde von Kritikern hochgelobt. Doch trotz des großen Erfolgs verabschiedete sich Lüttge nach nur 15 Folgen, um sich wieder mehr dem Theater zu widmen. Bereits 1978 gehörte er zu den Gründern eines Theaters auf einem Bauernhof in Mehring bei Burghausen, der als Theaterhof Priessenthal bekannt wurde.

UN befürworten deutsche Entschädigung für Herero

Deutschland verhandelt mit Namibia über Verbrechen Anfang des 20.Jahrhunderts

Die UN-Arbeitsgruppe für Menschen Afrikanischer Abstammung hat sich für eine Entschädigung Deutschlands für Verbrechen an der namibischen Volksgruppe der Herero und Nama ausgesprochen. Die Geschichte dieses Genozides werde in Deutschland nicht ausreichend aufgearbeitet, mahnte der Chef-Berichterstatter Ricardo A. Sunga III in Berlin. Alle Generationen müssten sich mit dieser Vergangenheit auseinandersetzen und Deutschland sollte bei den Verhandlungen zwischen der deutschen und der namibischen Regierung auch Vertreter der Herero und Nama beteiligen. Diese hatten im Januar in New York eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Ziel der Klage sind laut Gericht Entschädigungen für die begangenen Verbrechen während der deutschen Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum des laufenden Dialogs zwischen Namibias und Deutschlands Regierung stehen die Ereignisse zwischen 1904 und 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Damals töteten deutsche Truppen Zehntausende Herero und Nama. Dokumentiert ist der sogenannte Vernichtungsbefehl des damaligen Befehlshabers Lothar von Trotha (1848-1920).

Hochhuth kritisiert Pläne für Kudammbühnen

Rede im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses abgebrochen

Der Dramatiker Rolf Hochhuth ("Der Stellvertreter") hat die Pläne für die Berliner Kudammbühnen scharf kritisiert. Seine Rede im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses brach er ab, als er gebeten wurde, zum Ende zu kommen. Dann verließ Hochhuth türknallend den Saal. Zuvor sprach er mit Blick auf den vorgesehenen Abriss der Bühnen von einem Ärgernis ersten Ranges. "Wie kommt eine Nation dazu, so reich wie nie in ihrer Geschichte, Theater abzureißen?", fragte er. "Ausgerechnet diese zwei Kudammbühnen, mit einer so großen Vergangenheit, dass unsere kulturell so beschämend armselige Gegenwart, überhaupt nicht riskieren könnte, sich an dieser Tradition zu messen." Jahrelang war um die Zukunft der traditionsreichen Theater gerungen worden. Ein neuer Kompromiss sieht unter anderem vor, dass es statt zwei Bühnen nur ein Theater geben soll. Theaterdirektor Martin Woelffer wertet das Erfolg, weil die Zukunft des Standorts gesichert sei.

Erlöse bei Kunstauktionen deutlich zurückgegangen

China wieder wichtigster Markt für Versteigerungen von Kunstwerken

Die Erlöse von Kunstauktionen in aller Welt sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Weltweit wurden 2016 Werke im Wert von 12,5 Milliarden Dollar versteigert, ein Rückgang um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das erklärte das auf Kunstmärkte spezialisierte französische Unternehmen Artprice. Hauptgrund für die Umsatzeinbußen sei die Zahl der Versteigerungen mit einem Wert von mehr als zehn Millionen Dollar: 2015 waren es 160, 2016 nur noch 80. Wichtigster Markt für Kunstauktionen ist erneut China: Dort wurden im vergangenen Jahr Werke im Wert von 4,8 Milliarden Dollar versteigert. China war schon bis 2015 fünf Jahre in Folge wichtigster Markt für Kunstauktionen und wurde dann von den USA zwischenzeitlich auf den zweiten Platz verdrängt.

Neues Schulmaterial zur Geschichte von Sinti und Roma

Stiftung: Vorurteile sollen abgebaut werden

Materialien für den Schulunterricht über die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in Niedersachsen hat die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten herausgegeben. Sie wurden von Historikern unter Beteiligung von Vertretern der Sinti und Roma erstellt, teilte die Stiftung in Celle mitteilte. Anlass sei das Fehlen solcher Materialien in gängigen Lehrbüchern für den Geschichtsunterricht. Zudem habe die Erkenntnis eine Rolle gespielt, dass Sinti und Roma auch heute noch mit Vorurteilen und einen tiefen Unkenntnis ihrer Geschichte und Kultur konfrontiert seien. Die Materialien wurden laut den Angaben zum Gedenktag an die Deportation von Sinti und Roma aus Norddeutschland Anfang März 1943 zusammengestellt. Damals wurden Mitglieder der Volksgruppen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert. Die Materialien umfassen Module zur Herkunft und Migration, zu ersten Maßnahmen des NS-Staates wie etwa der Zwangssterilisierung bis hin zur Vernichtung der Menschen im KZ. Daneben gebe es auch regionalgeschichtliches Material, das dazu anregen solle, sich vor Ort mit der Geschichte zu befassen, hieß es.

Görlitz bleibt begehrter Drehort

Bereits zehn internationale Produktionen für 2017 in historischer Altstadt geplant

Das ostsächsische Görlitz bleibt einem Medienbericht zufolge eine begehrte Kulisse für Kinofilme. 2017 seien zehn internationale Filmproduktionen geplant, sagte Oberbürgermeister Siegfried Deinege dem MDR. Derzeit werden in der Region Szenen für den Weltkriegsfilm "Der Hauptmann" gedreht, hieß es. Kommende Woche sollen zudem Dreharbeiten für eine Neuverfilmung des "Zauberlehrlings" beginnen. Bekannt ist Görlitz vor allem durch seine historische Altstadt. Mit mehr als 4.000 Kultur- und Baudenkmälern wird die Stadt in der Lausitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. Wegen des historischen Stadtbildes hatte sich Görlitz in den vergangenen Jahren zu einem begehrter Filmdrehstandort entwickelt, was der Stadt den Spitznamen "Görliwood" eintrug. In Görlitz entstanden unter anderem Szenen für internationale Kinoproduktionen wie "Grand Budapest Hotel" und "Inglorious Basterds".

Unternehmen entschuldigt sich für Oscar-Panne

Musical-Romanze "La La Land" irrtümlich als "Bester Film" ausgezeichnet

Das für die Oscar-Umschläge verantwortliche Unternehmen PricewaterhouseCoopers hat sich für die Panne bei der Oscar-Verleihung entschuldigt. Den Laudatoren seien versehentlich die Umschläge für die falsche Kategorie überreicht worden, heißt es in einem Statement der Wirtschaftsprüfer, die seit Jahrzehnten auch für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen bei der Oscar-Abstimmung zuständig sind. "Wir untersuchen derzeit, wie das passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist." Bei der Kategorie bester Film hatten die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway zunächst "La La Land" als Sieger verkündet, mussten sich dann aber korrigieren. Gewonnen hat der Film "Moonlight". Die erste Oscar-Gala in der Ära Donald Trump war politisch nicht so laut wie erwartet, hat mit der Auswahl der Preisträger aber ein starkes Zeichen pro Vielfalt gesetzt. Nachdem es im vergangenen Jahr heftige Kritik an der Auswahl der Nominierten gegeben hatte - die Oscars seien zu weiß -, gab es diesmal so viele schwarze Preisträger wie selten zuvor. Die beiden schwarzen Drehbuchautoren des Films "Moonlight", Regisseur Barry Jenkins und Tarell Alvin McCraney, erhielten den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch; ihr Darsteller Mahershala Ali wurde für die beste Nebenrolle ausgezeichnet. Viola Davis gewann für ihren Part in dem Denzel-Washington-Film "Fences" ebenfalls einen Nebendarsteller-Oscar.

US-Schauspieler Bill Paxton gestorben

Schauspieler erlag Komplikationen bei einer Operation

Der US-Schauspieler Bill Paxton ist tot. Paxton spielte unter anderem die Hauptrolle als Sturmjäger in dem Katastrophenfilm "Twister" von 1996. In "Apollo 13" verkörperte er einen der Astronauten eines Unglücksfluges der Nasa. Er spielte auch in vielen TV-Serien mit, etwa in "Big Love" des Senders HBO über eine Familie von Polygamisten. Paxton wurde 61 Jahre alt. Er sei nach Komplikationen bei einer medizinischen Operation gestorben, teilte die Familie in einem Statement an den Branchendienst tmz.com mit. Seine Laufbahn im Film hat sich über vier Jahrzehnte erstreckt. Schauspielkollegen reagierten erschüttert. Elijah Wood brachte seine Trauer beim Kurznachrichtendienst Twitter zum Ausdruck: "Was für ein liebenswürdiger, warmer und netter Mensch. Es ist so traurig, von seinem Tod zu hören."

Patrick Stewart setzt bei Kritik an Trump auf Twitter

Schauspieler hat Spaß an Tweets gegen US-Präsidenten

Der britische Schauspieler Patrick Stewart twittert gerne - und nutzt den Kurzbotschaftendienst auch für Kritik an US-Präsident Donald Trump. "Es macht mir Spaß, so was zu tweeten", sagte der 76-jährige Stewart der "Welt am Sonntag" zu Tweets über Trump. "Aber zurzeit ist es eine Notwendigkeit." Der US-Präsident sorgt immer wieder mit seinen zahlreichen Tweets für Schlagzeilen. "Twitter macht mich glücklich - noch glücklicher wäre ich, würde Twitter den Account von Donald Trump sperren", sagte Stewart. "Denn das würde bedeuten, dass dieser Albtraum vorbei ist." Er könne derzeit nicht erkennen, dass dies bald geschehen werde. Dennoch würde es ihn überraschen, wenn Trump die nächsten vier Jahre im Amt bleibe. "Bis es so weit ist, tweete ich weiter gegen ihn", sagte der Schauspieler.

"Toni Erdmann" gewinnt Independent Spirit Award

Goldene Himbeere geht an "Superman v. Batman" und Hillary-Clinton-Doku-Drama

Am Vorabend der Oscar-Verleihung hat die deutsche Regisseurin Maren Ade in Kalifornien eine erste Trophäe gewonnen. Ihr Erfolgsfilm "Toni Erdmann" erhielt den Independent Spirit Award als bester internationaler Film. Die Spirit Awards werden traditionell einen Tag vor der großen Oscar-Gala vergeben - genauso wie die Goldene Himbeere für den schlechtesten Film des Jahres. Diesen Filmpreis bekam ein Dokumentarfilm über die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Den größten Triumph bei den Independent Spirit Awards feierte das Drama "Moonlight" über einen homosexuellen Afroamerikaner: Der Film, der nur 1,5 Millionen Dollar kostete, erhielt Auszeichnungen als bester Film, für die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Filmtechnik und den besten Schnitt. Er ist auch für acht Oscars nominiert.

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