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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. Februar 2017

Neues Kulturzentrum in Athen eröffnet

Neubau beherbergt Nationalbibliothek und Staatsoper

In Athen haben tausende Einwohner der griechischen Hauptstadt die Eröfnnun g des neuen Kulturzentrums gefeiert. Es sei ein Haus "für das ganze Volk, für alle, nicht für wenige", sagte Ministerpräsident Tsipras. In dem Gebäude des italienischen Star-Architekten Renzo Piano werden die Nationalbibliothek und die griechische Staatsoper ihr neues Zuhause finden. Finanziert wurde der rund 600 Millionen Euro teure Neubau von der Stiftung des 1996 verstorbenen griechischen Reeders Stavros Niarchos. Mit der offiziellen Übergabe an den Staat wird sich die Stiftung schrittweise aus dem Betrieb und der Verwaltung zurückziehen. Tsipras versicherte, der Staat werde sich um die Erhaltung und Funktion des Kulturzentrums kümmern.

Hippie-Ikone Jutta Winkelmann gestorben

Zwillingsschwester von Gisela Getty erlag einem Krebsleiden

Die Buchautorin und Hippie-Ikone Jutta Winkelmann ist tot. Sie erlag am Donnerstag im Alter von 67 Jahren in München einem Krebsleiden, wie ihr Verlag Weissbooks mitteilte. Winkelmann wurde am 3. April 1949 in Kassel geboren. Sie war die Zwillingsschwester der Fotografin und Autorin Gisela Getty. Als Flower-Power-Zwillinge und Vertreter der 68-er-Bewegung wurden die beiden berühmt. In der "Kommune 1" praktizierte Winkelmann die freie Liebe mit Rainer Langhans und anderen. Gemeinsam mit Langhans, der Fotografin Anna Werner und dem Fotomodell Brigitte Streubel gründete Winkelmann in den 1970er Jahren den Münchner "Harem" als spirituelle Lebensgemeinschaft. Ihren Kampf gegen den Krebs dokumentierte Winkelmann in dem Ende 2016 erschienenen Buch "Mein Leben ohne mich".

Prozess zu Rechten an Marlene-Dietrich-Auftritten

OLG München will im April entscheiden

Im jahrelangen Tauziehen um die Verwertungsrechte am Werk Marlene Dietrichs will das Oberlandesgericht (OLG) München am 6. April ein Urteil verkünden. Das teilte das Gericht nach einer mündlichen Verhandlung im Streit zwischen dem Rechteinhaber und der Videoplattform Youtube mit. Die Verwertungsrechte an Dietrichs Hinterlassenschaft hatte ihre Tochter Maria Riva an die Marlene Dietrich Collection GmbH abgetreten. In dem Rechtsstreit geht es um ein auf Youtube gezeigtes Konzert Marlene Dietrichs von 1972 im New London Theater. Nach einem ersten Urteil 2012 durfte Youtube lediglich einen Clip mit Dietrichs Klassiker "Lili Marleen" nicht zeigen. 2014 erlaubte dies das OLG. Der Bundesgerichtshof kassierte im vergangenen Jahr dieses Urteil in Teilen.

Bruno Ganz bekommt Ehrenpreis des Schweizer Films

Schweizer Bundesamt für Kultur würdigt Ganz' überragende Leistung

Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz (75) erhält für sein filmisches Gesamtwerk den Ehrenpreis des Schweizer Films 2017. Die Auszeichnung wird am 24. März in Genf überreicht, wie das Bundesamt für Kultur mitteilte. Ganz war gerade bei der Berlinale im Bären-Wettbewerb in dem hochkarätig besetzten Film "The Party" zu sehen. Das Bundesamt würdigte seine "überragende schauspielerische Leistung". Ganz gehöre zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schauspielern. In seiner langen Karriere hat Bruno Ganz auf der Bühne und im Film unter anderem Hamlet, Faust, Prometheus und Hitler verkörpert. Er ist Träger des Iffland-Rings, der von seinem Träger immer an den seiner Meinung nach bedeutendsten Bühnenkünstler vererbt wird.

Alte Nationalgalerie bekommt neuen Leiter

"Hervorragende Fachkenntnisse"

Der Kunsthistoriker Ralph Gleis (43) wird neuer Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin. Gleis war zuletzt Kurator der Abteilung Kunst beim Wien Museum, wo er beispielsweise die Biedermeier-Ausstellung verantwortete. Er folgt am 1. Mai auf Philipp Demandt, der aus Berlin zum Städel Museum in Frankfurt/Main gewechselt war. Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel zeigt Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, würdigte am Donnerstag Gleis für seine "hervorragenden Fachkenntnisse" und "einschlägigen Erfahrungen im Museumsbetrieb".

Chris Dercon bleibt künftiger Volksbühnen-Chef

Berlins Kultursenator Lederer bekennt sich zu Vertrag

Der neue Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) steht zum Vertrag mit Chris Dercon als Intendant der Volksbühne. Er werde sich an das Vertragsverhältnis mit Dercon halten, sagte Lederer der Deutschen Presse-Agentur. Das erwarte er auch von ihm. Lederer hatte im Herbst angekündigt, die umstrittene Personalie auf den Prüfstand zu stellen. Nach intensiven Gesprächen sei es bei sehr unterschiedlichen Sichtweisen auf Theaterbetrieb und -funktion geblieben. Er halte sie jedoch für aushaltbar, so Lederer. Dercons Gegner halten den belgischen Kulturmanager für ungeeignet, Nachfolger von Frank Castorf zu werden. Bühnen-Mitarbeiter hatten in einem offenen Brief gegen ihn protestiert.

Schleswig-Holstein Musik Festival veröffentlicht Programm

Festival-Schwerpunkte sind Maurice Ravel und Avi Avital

Das Schleswig-Holstein Musik Festival widmet sich in diesem Jahr dem französischen Komponisten Maurice Ravel (1875-1937) und dem israelischen Mandolinisten Avi Avital. Vom 1. Juli bis 27. August gibt es 193 Konzerte, fünf "Musikfeste auf dem Lande" und zwei Kindermusikfeste, kündigte Intendant Christian Kuhnt in Lübeck an. Sie finden in 63 Orten in Schleswig-Holstein, Hamburg, im Süden Dänemarks und im Norden von Niedersachsen statt. Als Gäste sind Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Jaap van Zweden, Yuri Temirkanov, Thomas Hengelbrock und Ton Koopman angekündigt. Unter den Solisten sind Hélène Grimaud, Anne-Sophie Mutter und Martin Stadtfeld. Auch die Schauspieler Dominique Horwitz, Sebastian Koch, Maria Schrader und David Bennent werden erwartet.

Andreas Breitenstein erhält Preis für Literaturkritik

"Sachverstand und Wissensbreite"

Der Journalist und Literaturkritiker Andreas Breitenstein erhält den diesjährigen Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Der Preis wird ihm am 23. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen, wie die Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH mitteilte. Der vom Fachmagazin "Börsenblatt" gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert; die Laudatio hält der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein. Die Jury lobte den Sachverstand und die Wissensbreite, mit denen der Preisträger Nationalliteraturen des gesamten ost- und mitteleuropäischen Raumes vermittle. Haltung und Maßstäbe zeichneten seine Arbeit im Besonderen aus. In der Begründung heißt es: "Auf sein genaues Urteil kann man sich verlassen, denn stets liest und beurteilt er vor einem weiten Horizont, weiß Bücher philosophisch, historisch und politisch einzuordnen und über sie hinauszuweisen. Das hat in dem Europa unserer Tage auch politische Bedeutung."

Bildhauer Fritz Koenig gestorben

Plastiken des Künstlers sind weltweit vertreten

Der Bildhauer Fritz Koenig ist tot. Der gebürtige Würzburger starb in seinem Haus in Altdorf bei Landshut im Alter von 92 Jahren. Koenig gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit. Die Statuen des gebürtigen Würzburgers sind stehen im Park von Schloss Bellevue in Berlin oder auch vor der deutschen Botschaft in Madrid. Weltberühmt ist seine monumentale Plastik "Kugelkaryatide N.Y.", die zwischen den Wolkenkratzern des World Trade Centers in New York stand. Nach dem Terrorakt am 11. September 2001 wurde sie weitgehend unbeschädigt aus den Trümmern geborgen. Nach dem Olympia-Terroranschlag von 1972 fertigte Koenig einen Granit-Klagebalken für das Münchner Olympiagelände. Zudem schuf er das Mahnmal im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen.

Dresdner Kunstsammlungen erhalten Otto-Dix-Leihgaben

Beide Gemälde werden ab März im Albertinum gezeigt

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben mit Hilfe der Otto Dix-Stiftung Vaduz zwei wichtige Dauerleihgaben des Künstlers erhalten. Wie das Museum mitteilte, handelt es sich um die Werke „Stilleben mit Witwenschleier" von 1925 und „Neugeborener mit Nabelschnur auf Tuch (Ursus)" von 1927. Sie sollen ab März im Dix-Saal der Galerie Neue Meister im Albertinum dem epochalen Triptychon „Der Krieg" gegenübergestellt werden. 1925 hatte der damalige Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, Hans Posse, versucht, das "Stilleben" für die Stadt Dresden zu erwerben. Die Ankaufskommission stimmte damals aber für ein Porträt.

Neue Ingeborg-Bachmann-Werkausgabe

Darunter bisher nicht veröffentlichte Briefwechsel

Suhrkamp und Piper bringen eine Gesamtausgabe mit den Werken und Briefen der österreichischen Autorin Ingeborg Bachmann (1926-1973) heraus. Mindestens 30 Bände sind geplant, wie der Suhrkamp Verlag in Berlin ankündigte. Jedes Jahr soll es zwei bis drei Bände geben - darunter 2021 bisher nicht veröffentlichte Briefwechsel mit Max Frisch, mit dem sie einige Jahre eine Liebesbeziehung hatte. Größere Teile des Nachlasses, den Bachmanns Geschwister 1979 der Republik Österreich als Geschenk übergaben, seien noch unbekannt, heißt es zur "Salzburger Bachmann Edition". Die Werkausgabe wäre im Sinne Ingeborg Bachmanns gewesen, wie ihr Bruder Heinz Bachmann in Berlin sagte. Bachmanns Werk gilt als Weltliteratur. Ihre Briefe sind für die Wissenschaftler von großer kulturgeschichtlicher und literarischer Bedeutung. So korrespondierte sie mit Uwe Johnson, Hans Werner Henze, Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger, Paul Celan, Marie Luise Kaschnitz, Alfred Andersch und Ilse Aichinger. Suhrkamp bringt die Bände jeweils als Hardcover heraus, danach folgt Piper als Taschenbuch.

Ai Weiwei kritisiert Politik der Abschottung

Jeder könne ein Flüchtling sein

Der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei hat die Politik der Abschottung in den USA und in Europa kritisiert. Menschen, die das Privileg hätten, in Frieden zu leben, müssten sich mit der Flüchtlingskrise besser auseinandersetzen, sagte der Künstler in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Frieden sei immer nur vorübergehend. "Jeder könnte ein Flüchtling sein. Es könnten Sie sein oder ich." Ai reiste in den vergangenen zwölf Monaten mit mehreren Filmteams in der Welt herum und besuchte Flüchtlinge und Camps in 22 Ländern, darunter auch in Deutschland. Entstanden ist ein Dokumentarfilm namens "Human Flow", der im Sommer in die Kinos kommt. Trumps Einreiseverbote und den geplanten Mauerbau betrachte er mit Bestürzung, sagte der 59-jährige Künstler. Gerade in den USA sei jeder außer den Indianern ein Migrant oder der Nachfahre eines Migranten. Bei Europas Rechtspopulisten zog Ai einen Vergleich mit Trump. Sie stünden "auf der falschen Seite der Menschlichkeit", sagte er. Er glaube nicht, dass sie eine Zukunft hätten.

Regisseur bringt Syrerin zu den Oscars

Er wolle der Frau eine Plattform bieten

Der Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen, der mit der Flüchtlings-Doku "Watani: My Homeland" für den Oscar nominiert ist, will die in Deutschland lebende Syrerin Hala zur Preisverleihung mitbringen. Er hoffe sehr, dass ihrer Ankunft am Freitag in Los Angeles nichts mehr im Wege stehe, sagte Mettelsiefen der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Empfangs für die nominierten Dokumentarfilmer. Das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend islamischen Ländern hatte die Anreise der vierfachen Mutter zunächst verhindert. Richter haben das Verbot inzwischen blockiert. Er wolle ihr bei der Oscar-Show eine Plattform bieten, dass sie dort ihre Geschichte einer "starken muslimischen und politisch denkenden Frau" erzählen könne, sagte Mettelsiefen. Natürlich werde sie als gläubige Muslimin mit einem Kopftuch über den roten Teppich laufen. Für den Film, den der deutsche Regisseur mit dem britischen Produzenten Stephen Ellis drehte, begleitete er die Familie aus Aleppo über mehrere Jahre bis zu ihrer Ankunft in Deutschland. Halas Ehemann war von der Terrormiliz IS entführt worden.

Brit Awards für David Bowie - Tränen um George Michael

Britische Musikbranche feiert mit David Bowie und George Michael gleich zwei verstorbene Künstler

Mehr als ein Jahr nach seinem Tod ist David Bowie bei den Brit Awards gleich doppelt ausgezeichnet worden. Posthum erhielt Bowie, der am 10. Januar 2016 gestorben war, den Preis in der Kategorie "Bester Britischer Solokünstler" und für sein letztes Werk "Blackstar», das als "Bestes Britisches Album" ausgezeichnet wurde. Den Preis für "Blackstar" nahm Bowies Sohn Duncan Jones entgegen. Die Auszeichnung als "Beste Britische Solokünstlerin" erhielt die Sängerin Emeli Sandé, die auch ihren Song "Hurts" darbot. Zur besten britischen Gruppe wurde die Band "The 1975" aus Manchester gewählt, zum besten britischen Nachwuchskünstler der Blues- und Soulsänger Rag'n'Bone Man, der in Deutschland mit "Human" eine Nummer-eins-Single hatte, die in Großbritannien aber nur Platz zwei erreichte. Für den emotionalen Höhepunkt des Abends sorgte Andrew Ridgeley, ehemaliger Bandkollege des an Weihnachten 2016 verstorbenen George Michael im Pop-Duo "Wham!". Zusammen mit den früheren Background-Sängerinnen Helen DeMacque und Shirlie Holliman, denen dabei die Tränen kamen, erinnerte er an seinen Freund. Anschließend sang Coldplay-Sänger Chris Martin Michaels Hit "A Different Corner".

Polnische Justiz ermittelt wegen Theater-Skandals

Teatr Powszechny in Warschau bringt Sexszenen mit Kreuzen und Papststatue auf die Bühne

Die polnische Staatsanwaltschaft hat wegen eines regierungs- und religionskritischen Stücks des Warschauer Teatr Powszechny Ermittlungen aufgenommen. Die Theatermacher stünden im Verdacht, religiöse Gefühle verletzt und zur Ermordung des Chefs der rechtskonservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, aufgerufen zu haben, teilte Staatsanwalt Lukasz Lapczynski gestern mit. Für besonderen Anstoß hatte eine Szene des Stücks gesorgt, in der eine Schauspielerin Oralverkehr an einer Statue von Papst Johannes Paul II. simuliert. Auf der Bühne werden auch einige Sexszenen dargestellt, in denen das christliche Kreuz eine Rolle spielt. Zudem gibt es in dem Stück eine Anspielung auf einen möglichen Anschlag auf Kaczynski. Die katholische Kirche hatte das Stück "Der Fluch", das am vergangenen Samstag Premiere hatte, bereits als "Gotteslästerung" bezeichnet. Die Vorlage des Dramatikers Stanislaw Wyaspianski stammt von 1899; Regisseur Oliver Frljic änderte die Urfassung aber stark ab. Künstler in Polen klagen seit dem Amtsantritt der PiS-Regierung 2015 über ein zunehmend eingeengtes kulturelles Klima.

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