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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. Februar 2017

Grütters fordert neue Debatte über Denkmalkultur

Erinnerungsorte sollten auch für Positives stehen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fordert mit Blick auf das geplante Einheitsdenkmal eine neue Debatte über deutsch-deutsche Geschichte und Denkmalkultur. Auf radioBerlin 88,8 vom rbb sagte Grütters, es sei nicht zu verstehen, warum sich die Öffentlichkeit gerade mit diesem Denkmal so schwertue. Sie wünsche sich, dass man nicht nur Mahnmale wahrnehme, die die Abgründe unsere Geschichte repräsentieren. Es müsse auch für die Höhepunkte ein sichtbares Denkmal geben, so Grütters. Der Entwurf des Stuttgarter Planungsbüros Mila und Partner "Bürger in Bewegung", eine begehbare Waage, war im vergangenen April zunächst vom Haushaltsausschuss des Bundestages wegen einer deutlichen Kostensteigerung gestoppt worden. Das Denkmal soll die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR und die Wiedervereinigung würdigen und bis 2019 fertig gestellt sein. Die Regierungsfraktionen hatten sich schließlich in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass das Denkmal gebaut werden soll.

Vierköpfiges Team für Intendanz des Kurt Weill Festes

Interimslösung nach langjährigem Leiter Michael Kaufmann

Ein vierköpfiges Team übernimmt die neue Intendanz für das Kurt Weill Fest 2018 in Dessau-Roßlau. Das teilte die Kurt-Weill-Gesellschaft am Dienstag mit. An der Spitze des neuen Quartetts steht der Kulturmanager Gerhard Kämpfe aus Berlin. An seiner Seite sind der Generalmusikdirektor am Anhaltischen Theater Dessau, Markus L. Frank, der Musikhistoriker Jürgen Schebera sowie der Generalintendant am Anhaltischen Theater Dessau, Johannes Weigand. Das neue Team arbeite bereits, hieß es. Der langjährige Intendant Michael Kaufmann beendet nach dem diesjährigen Kurt Weill Fest im März sein Engagement vorzeitig. Ursprünglich sollte seine Intendanz bis 2018 dauern. Das neue Team ist eine Interimslösung.

Traditionsbühne am Berliner Kudamm gesichert

Streit über Pläne des Investors beigelegt

Am traditionsreichen Theater-Standort am Berliner Kurfürstendamm wird eine neue Bühne gebaut. Die Spielstätte sei damit dauerhaft für mindestens 30 Jahre gesichert, verkündete Kultursenator Klaus Lederer. Der Investor, der das Areal am Kurfürstendamm sanieren und deshalb das Theater abreißen wollte, übernehme die Kosten für einen modernen Neubau und investiere 3,3 Millionen Euro. "Es handelt sich aber nicht um zwei, sondern um eine Bühne", schränkte Lederer ein. Das Theater werde im Untergeschoss liegen. Darüber war zuvor länger gestritten worden. Im Mai 2018 sei die vorerst letzte Vorstellung in den alten Kudamm-Bühnen geplant. Danach müsse während der Bauphase eine Zwischenlösung organisiert werden.

Grütters lobt erneut Theaterpreis des Bundes aus

Kleine und mittlere Theater sorgen für künstlerische Vielfalt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobt zum zweiten Mal den Theaterpreis des Bundes aus. "Mit viel Leidenschaft und Engagement sorgen gerade die kleinen und mittleren Bühnen dafür, dass es im gesamten Land Theateraufführungen auf professionellem Niveau gibt. Erst durch sie entsteht jene einzigartige künstlerische Vielfalt, die die Theaterlandschaft in Deutschland auszeichnet", sagte Grütters. Für den Theaterpreis können sich öffentlich geförderte, kleine und mittlere Theater und Häuser des Freien Theaters bewerben, mit regelmäßigem Spielbetrieb in einer eigenen Spielstätte. Im vergangenen Jahr wurden 12 Theater ausgezeichnet und erhielten Preisgelder - angelehnt an die übrige öffentliche Förderung des jeweiligen Theaters - von 50.000 bis 80.000 Euro.

Syrische Künstler fordern Prozess gegen Assad

Offener Brief an UN-Generalsekretär Guterres

Hunderte Künstler und Intellektuelle aus Syrien haben den Internationalen Strafgerichtshof aufgefordert, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad zu ermitteln. "Es ist Ihre Verantwortung gegenüber der Menschlichkeit zu handeln, um der extremen Gewalt dieses Berserkers ein Ende zu setzen", schrieben die Künstler in einem offenen Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Zu den Unterzeichnern gehören der Herausgeber Faruk Mardam-Bey und die Oppositionelle Bassma Kodmani. Als Beleg führten die Intellektuellen die unlängst von Amnesty International erhobenen Vorwürfe von Massenhinrichtungen in einem Gefängnis bei Damaskus an. Laut der Menschenrechtsorganisation hatten regierungstreue Kräfte im Saidnaja-Gefängnis zwischen 2011 und 2015 bis zu 13.000 Menschen hingerichtet.

Kunstförderin und Journalistin Sofia Imber gestorben

Sie gründete 1973 erstes Museum für Moderne Kunst in Venezuela

Eine der einflussreichsten Journalistinnen Venezuelas, Sofía Imber, ist tot. Das teilte ihr Biografieschreiber Diego Arroyo Gil der Nachrichtenagentur AP mit. Bekannt wurde Imber unter anderem durch Interviews mit Ex-US-Präsident Jimmy Carter, dem früheren israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres und dem Dalai Lama. Mit ihrer TV-Sendung "Buenos Días" prägte sie ab Ende der 60er Jahre mehr als 20 Jahre lang Politik und Journalismus in Venezuela. Für die Kunstszene des Landes setzte sie einen entscheidenden Punkt: mit einer Stiftung verwandelte sie eine Garage in das erste Museum für moderne Kunst in Venezuela. In weniger als zehn Jahren wuchs es zu einer Sammlung mit Werken von Pablo Picasso, Henri Matisse, Henry Moore, Fernando Botero und venezolanischen Künstlern heran. Vor ihrer Entlassung als Museumsdirektorin 2001 durch den damaligen Präsidenten Chávez schuf sie ein Programm, das Gemälde und Skulpturen in Vororte und abgelegene Gegenden bringen sollte. Als erste Frau aus Lateinamerika bekam sie die Picasso-Medaille der UNESCO verliehen. Sofía Imber starb im Alter von 92 Jahren.

"Erneuerbare Lesetage" in Hamburg eröffnet

Nobelpreisträgerin Alexijewitsch traut dem Westen Verteidigung demokratischer Werte zu

Die weißrussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch bezweifelt, dass die Bewohner der ehemaligen Sowjetunion schon demokratiefähig sind. "Ein Mensch, der aus dem Lager kommt, der kann morgen nicht frei sein. Weil sein ganzes Wissen die Lagererfahrung ist", beschrieb die 68-Jährige am Montagabend in Hamburg die Situation im postkommunistischen Russland. Die Demokratie sei zwar überall auf dem Rückzug, sagte Alexijewitsch im Podiumsgespräch mit dem Wiener Autor Marc Elsberg. Doch traue sie dem Westen eher zu, deren Werte zu verteidigen. Der Abend in der Freien Akademie der Künste eröffnete die unter dem Motto "Lesen ohne Atomstrom" bis 13. März andauernden siebten "Erneuerbaren Lesetage" in der Hansestadt. Passagen aus Alexijewitschs Buch "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft" las dabei der Opernsänger Thomas Quasthoff.

Jazzfusion-Gitarrist Larry Coryell gestorben

Er spielte mit Miles Davis, Chet Baker und anderen Jazzgrößen.

Wie sein Manager mitteilte, starb Coryell im Alter von 73 Jahren in New York. Noch am Freitag und Samstag habe der Musiker jeweils zwei Konzerte im Jazzclub Iridium gegeben. Coryell war auch bekannt als "Godfather of Fusion". Seine Musik verband oft Elemente aus Jazz, Klassischem und Rock. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Coryell auch mit vielen Jazzgrößen wie Miles Davis, Gary Burton, Alphonse Mouzon und Chet Baker zusammen.

Grundsteinlegung für Historisches Archiv Köln

Termin am 17. März

Fast genau acht Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs Köln am 3. März 2009 findet die Grundsteinlegung seines Nachfolgerbaus statt. Oberbürgermeisterin Reker nimmt den offiziellen Akt am 17. März um 11 Uhr vor, kündigte die Stadt Köln an. In Europas modernstem kommunalen Archiv würden erstmals das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv zusammengeführt. Auf 20.300 Quadratmetern Fläche stehen dem Archivgut rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke zur Verfügung. Auch das Rheinische Bildarchiv kommt hier unter. Am 3. März 2009 war das Historische Archiv an der Severinstraße vermutlich durch Bauarbeiten an einem unterirdischen Wechselgleisbauwerk eingestürzt. Dabei verloren zwei Anwohner ihr Leben, viele Häuser wurden unbewohnbar. In einer beispiellosen Aktion, unterstützt von Hunderten Ehrenamtlichen, konnten rund 95 Prozent des Archivgutes geborgen werden. Sie werden derzeit restauratorisch gesichert und archivarisch wieder geordnet.

Zeichnung aus Gurlitt-Nachlass an Erben übergeben

Adolph Menzels Bild war als NS-Raubkunst identifiziert worden

Aus dem spektakulären Münchner Kunstfund von Cornelius Gurlitt ist eine Zeichnung an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben worden. Kulturstaatsministerin Grütters übergab das Bild "Inneres einer gotischen Kirche" von Adolph von Menzel in Berlin an die Nachkommen der ursprünglichen Eigentümerin Elsa Helene Cohen. Die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" hatte die Zeichnung bereits Ende 2015 als NS-Raubkunst identifiziert. Wegen des gerichtlichen Streits um das Gurlitt-Erbe konnte sie jedoch zunächst nicht zurückerstattet werden. Elsa Cohen hatte das Werk einst von ihrem Vater, dem jüdischen Hamburger Kunstsammler Albert Martin Wolffson, geerbt. Unter dem Druck der Nazis musste sie es 1938 zur Finanzierung der Flucht in die USA verkaufen, wo ihre Nachfahren bis heute leben.

Berliner Literaturpreis an Ilma Rakusa

Die Auszeichnung ist mit 30 000 Euro dotiert

Die in der Slowakei geborene Schriftstellerin Ilma Rakusa (71) ist neue Trägerin des Berliner Literaturpreises. Die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit einer Gastprofessur an der Freien Universität Berlin verbunden. Rakusas literarisches Werk thematisiere auf sensible und poetische Weise die kulturelle Vielfalt und Vielstimmigkeit Europas, befand die Jury. Ihre Arbeiten zeichneten sich durch eine außergewöhnliche Sprache und Musikalität aus. Ihr jüngst erschienener Gedichtband "Impressum: Langsames Licht" lege eine im Alltäglichen versteckte wunderbare Welt offen, so die Jury weiter. Der Preis wird heute Abend im Roten Rathaus übergeben werden. Er wird jährlich von der Stiftung Preußische Seehandlung, einer kleinen Berliner Förderstiftung, verliehen. Rakusa wurde 1946 als Tochter eines Slowenen und einer Ungarin geboren. Sie wuchs in Budapest, Ljubljana, Triest und Zürich auf und studierte in Zürich, Paris und Leningrad. Sie lebt in der Schweiz.

Mehrjährige Haftstrafen für Millionen-Kunstraub in Paris

Höchststrafe von acht Jahren bekam der 49-Jährige Dieb

Mehr als sechs Jahre nach dem spektakulären Kunstdiebstahl in Millionenhöhe aus einem Pariser Museum sind drei Männer zu mehrjährigem Freiheitsentzug verurteilt worden. Die höchste Haftstrafe von acht Jahren bekam der 49-jährige Dieb. Zwei Hehler erhielten sieben beziehungsweise sechs Jahre. Bei dem Einbruch in dem städtischen Museum für moderne Kunst im Mai 2010 waren fünf Meisterwerke von Picasso, Matisse, Modigliani, Léger und Braque entwendet worden. Ihr Wert wird auf rund 109 Millionen Euro geschätzt. Der Einbruch in das Museum in der Nähe des Trocadéros hatte damals heftige Diskussionen über die Sicherheitsvorkehrungen ausgelöst. Denn bei der Tat wurde kein Alarm ausgelöst. Das wertvollste gestohlene Werk ist vermutlich das kubistische Bild "Le pigeon aux petits pois" ("Taube mit Erbsen") des spanischen Jahrhundert-Malers Pablo Picasso (1881-1973). Von den Bildern fehlt jede Spur.

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