Seit 03:00 Uhr Nachrichten

Montag, 14.10.2019
 
Seit 03:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Samstag, 18. Februar 2017

Berlinale: Die Bären sind vergeben

Goldener Bär für Ildikó Enyedi, silberner für Aki Kaurismäki

Die Internationale Jury der 67. Berlinale unter Vorsitz von Regisseur Paul Verhoeven hat die begehrten Bären-Preise vergeben. Preise der Internationalen Jury: GOLDENER BÄR: "Körper und Seele" ("Teströl és lélekröl") von Ildikó Enyedi (Ungarn), SILBERNER BÄR, GROSSER PREIS DER JURY: "Félicité" von Alain Gomis (Frankreich), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE: "Die andere Seite der Hoffnung" ("Toivon tuolla puolen") von Aki Kaurismäki (Finnland), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN: Kim Min-hee in "On the Beach at Night Alone" ("Bamui haebyun-eoseo honja") von Hong Sang-soo (Südkorea), SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER: Georg Friedrich in "Helle Nächte" von Thomas Arslan (Deutschland), SILBERNER BÄR FÜR HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG: Dana Bunescu für den Schnitt von "Ana, mon amour" von Calin Peter Netzer (Rumänien), SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH: Sebastián Lelio und Gonzalo Maza für "A Fantastic Woman" ("Una Mujer Fantástica") von Sebastián Lelio (Chile), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DOKUMENTATION (neu): "Ghost Hunting" ("Istiyad Ashbah") von Raed Andoni (Frankreich/Palästina/Schweiz).

Ökumenische Jury ehrt sechs Filme auf der Berlinale

Preisgekrönter ungarischer Spielfilm lief auch im Wettbewerb

Die internationale ökumenische Jury der Kirchen hat auf der Berlinale einen Spielfilm und zwei Dokumentarfilme ausgezeichnet. Drei weitere Produktionen wurden lobend erwähnt. Der undotierte Hauptpreis ging an den ungarischen Spielfilm "Testr l és lélekr l" (engl.: "On Body and Soul") von Ildikó Enyedi. Die preisgekrönte Produktion, die auch im Wettbewerb der Berlinale lief, erzählt eine Liebesgeschichte. Aus der Sektion Panorama ehrte die ökumenische Jury den algerisch-französischen Dokumentarfilm "Tahqiq fel djenna" ("Investigating Paradise") von Merzak Allouache. Darin stellt die junge algerische Journalistin Nedjma Recherchen zum Bild vom Paradies im Islam an, wobei eine vielschichtige Analyse der Gefahren entsteht, die vom Salafismus und seinem Koranverständnis ausgehen. In der Sektion Forum zeichnete die Jury den Dokumentarfilm "Maman Colonelle" des Regisseurs Dieudo Hamadi aus der Demokratischen Republik Kongo aus. In "Maman Colonelle" geht es um eine verwitwete Frau mit sieben Kindern. Der Film sei eine Hommage auf "eine Heldin unserer Zeit und zugleich ein Dokument zivilisatorischer Höchstleistung". Neben den begehrten Bären-Preisen werden bei der Berlinale auch zahlreiche Auszeichnungen von unabhängigen Jurys vergeben.

"Twin Peaks"-Star Warren Frost gestorben

Jüngst hatte er seine Rolle in der Serie wieder aufgenommen

"Matlock", "Seinfeld", "Twin Peaks": Der durch zahlreiche amerikanische TV-Serien bekannte Darsteller Warren Frost ist tot. Nach längerer Zeit der Krankheit sei der 91-Jährige gestern in seinem Zuhause in Vermont gestorben, teilte sein Sohn Mark Frost mit. Der Schauspieler habe seine Familie gelehrt, dass ein Leben, das dem Erzählen der richtigen Wahrheiten gewidmet sei, eine wirkliche Veränderung im Leben anderer schaffen könne, hieß es in einer Erklärung. Seit 1958 war Frost regelmäßig im US-Fernsehen aufgetreten, aber auch einem breiterem Theaterpublikum bekannt. Im Jahr 2000 beendete Frost seine Schauspielkarriere, war aber jüngst ans Set zurückgekehrt, um seine alte Rolle des Doktors Will Hayward für die Fortsetzung von "Twin Peaks" wieder aufzunehmen.

Schildkröte George kehrt auf Galápagos-Inseln zurück

"Lonesome George" war der letzte Vertreter seiner Art

Fast fünf Jahre nach seinem Tod ist "Lonesome George" (Einsamer George), die letzte Galápagos-Riesenschildkröte von der Insel Pinta, in seine Heimat zurückgekehrt. Der aufwendig präparierte Körper der legendären Riesenschildkröte traf an Bord einer Militärmaschine in Puerto Ayora, dem größten Ort der zu Ecuador gehörenden Inseln, ein. Ab dem 23. Februar soll "Lonesome George" im Galápagos Nationalpark ausgestellt werden. "Lonesome George" war 1972 auf der Insel Pinta entdeckt worden und im Juni 2012 gestorben. Er soll rund hundert Jahre alt geworden sein und war der letzte Vertreter der Unterart Chelonoidis abingdoni; alle Versuche, ihn mit Riesenschildkröten anderer Unterarten zu paaren, waren gescheitert. Nach seinem Tod wurde "Lonesome George" von Experten des New Yorker Naturkundemuseums ein Jahr lang präpariert. Seit 1979 gehören die Galápagos-Inseln dem Unesco-Weltnaturerbe an.

Dortmunds Gefängnisbibliothek erhält Preis 2016

Gute Betreuung und "ansprechende Raumgestaltung"

Die Bibliothek hinter den Gittern der JVA Dortmund ist als "Gefangenenbücherei des Jahres 2016" ausgezeichnet worden. Der Förderverein Gefangenenbüchereien hatte den Preis anlässlich seines zehnjährigen Bestehens erstmalig ausgeschrieben. Die Jury würdige besonders die vorbildliche und engagierte Arbeit der Büchereibediensteten in dem Dortmunder Gefängnis sowie die "sehr ansprechende Raumgestaltung". Auch die zahlreichen Kooperationen über die Mauern hinweg, etwa mit der Stadtbibliothek oder dem Literaturverein, lobte die Jury. Weitere Preise gingen an die Gefangenenbüchereien der Justizvollzugsanstalten in Celle, Hohenleben, Würzburg sowie die Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg. Insgesamt war der Preis mit 6000 Euro dotiert.

Fall Yücel: Merkel fordert "rechtsstaatliche Behandlung"

Türkei ordnet "Welt"-Korrespondenten als "einheimischen Journalisten" ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt von der Türkei, im Ermittlungsverfahren gegen den "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel rechtsstaatliche Regeln einzuhalten. Bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz habe Merkel den Fall ausführlich angesprochen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. "Sie hat darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass Herr Yücel durch die deutsche Botschaft umfassend konsularisch betreut werden kann. Die Bundeskanzlerin drückte die Erwartung der Bundesregierung aus, dass Deniz Yücel eine faire und rechtsstaatliche Behandlung erfährt." Yücel ist der erste deutsche Journalist, der seit Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei in Polizeigewahrsam genommen wurde. Seinen Anwälten wurde gesagt, dass gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Terrorpropaganda und Datenmissbrauchs ermittelt werde. Der 43-Jährige besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Aus Sicht der türkischen Behörden ist er damit ein einheimischer und kein ausländischer Journalist.

Friedensfilmpreis der Berlinale geht an Film aus Chile

Jury: Regisseurin bricht den "Pakt des Schweigens"

Der Friedensfilmpreis bei der Berlinale geht an den chilenischen Dokumentarfilm "El Pacto de Adriana (Adrianas Pact)" von Lissette Orozco. Das teilte die Jury mit. Überreicht wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung morgen in Berlin. Lisette Orozco spüre in dem Film auf packende Weise der Rolle ihrer Tante Adriana in der Diktatur unter Pinochet nach und breche damit den "Pakt des Schweigens", so die Jury. Ihr Film habe eine klare Haltung, behaupte aber nicht, die Wahrheit zu kennen. Seine Spannung gewinne der Film auch aus den wachsenden Zweifeln an der geliebten Tante. Die Regisseurin gehe der Wahrheit auf den Grund und erliege dennoch nicht der Versuchung, vorschnell zu urteilen, heißt es weiter. Träger des Friedensfilmpreises sind die Heinrich-Böll-Stiftung, der Weltfriedensdienst und die Friedensinitiative Zehlendorf. Nach deren Angaben ist die Berlinale das einzige große Filmfestival weltweit, auf dem ein eigener Friedenspreis verliehen wird.

Bisher 25 Millionen Euro aus Brandenburg für Sorben

Sorben und Wenden als nationale Minderheiten geschützt

Brandenburg hat die Stiftung für das sorbische Volk seit 2009 mit rund 25 Millionen Euro unterstützt. Das teilte das Kulturministerium im Potsdamer Landtag mit. Die Zuschüsse beruhen auf einem Finanzierungsabkommen zwischen dem Land Brandenburg und der Stiftung, Fördermitteln des Bildungsministeriums und einem einmaligen Zuschuss für den Ankauf eines Gebäudes für das Niedersorbische Gymnasium in Cottbus. Das 1952 als Sorbische Oberschule gegründete Internat ist mit rund 500 Schülern bundesweit das einzige, in dem auf Niedersorbisch unterrichtet wird. In der Lausitz leben nach Schätzungen rund 60 000 Sorben und Wenden, ihre Unterstützung ist in den Verfassungen Brandenburgs und Sachsens festgeschrieben. Sorben und Wenden kamen vor rund 1500 Jahren in das Gebiet zwischen Ostsee und Erzgebirge. In der Ober- und Niederlausitz konnte das slawische Volk seine Kultur und Sprache bewahren, als nationale Minderheit ist es in Deutschland geschützt. Im vergangenen Jahr erhielt die Sorben-Stiftung aus verschiedenen Töpfen 18,6 Millionen Euro. Eingesetzt werden die Mittel nach Angaben der Stiftung zur Finanzierung von neun Einrichtungen und Institutionen sowie für Projekte der Sprach- und Kulturförderung.

Kulturnachrichten hören

Februar 2017
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur