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Kulturnachrichten

Montag, 13. Februar 2017

Germanist Egon Schwarz gestorben

Er lehrte in Harvard uns St. Louis

Der Germanist Egon Schwarz ist tot. Schwarz sei bereits am Samstag in seinem Heimatort St. Louis im US-Bundesstaat Missouri gestorben, sagte eine Sprecherin des C.H.-Beck-Verlags in München. Die Familie des Autors habe den Verlag darüber informiert. Der 1922 in Wien geborene Schwarz gilt als einer der wichtigsten Vermittler deutschsprachiger Literatur und Kultur in den Vereinigten Staaten. Seine Sammlung von Briefen, Schriften und Entwürfen hatte er vor einigen Jahren dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach überlassen. Schwarz hatte unter anderem in Harvard und St. Louis als Professor gearbeitet und mehrere Bücher veröffentlicht.

Haus der Geschichte will mehr Flucht-Exponate zeigen

Dauerausstellung soll überarbeitet werden

Die Themen Flucht und Migration sollen künftig in der Dauerausstellung des Hauses der Geschichte in Bonn eine größere Rolle spielen. Derzeit erweitere das Museum seine Sammlung um hunderte Objekte, sagte Sammlungsdirektor Dietmar Preißler. Darunter seien Flugtickets, Kleidungsstücke, Taschen und Spielzeug, aber auch Gemälde, Skizzen von geflohenen Künstlern und ein Flüchtlingsboot, das das Erzbistum Köln zur Verfügung stellt. Neben dem Boot und anderen Exponaten wird sich in der überarbeiteten Dauerausstellung auch eine Zeitzeugenstation "mit dem Schicksal von Flüchtlingen auf ihrem Weg nach Deutschland beschäftigen, aber auch mit ihren Erfahrungen hier", sagte Pressesprecher Peter Hoffmann. Die Dauerausstellung wird im Zuge einer Dacherneuerung vom 13. März an geschlossen, das Museum bleibt aber weiter geöffnet.

Kaum Regisseurinnen bei Fernseh-Produktionen

Knapp 1.400 fiktionale Produktionen wurden untersucht

Bei der fiktionalen Fernsehfilm-Produktion sind Frauen in kreativen Schlüsselpositionen selten. Wie eine auf der Berlinale vorgestellte Studie von ARD und ZDF ergab, waren in den Jahren 2011 bis 2015 die Regisseure zu 83 Prozent Männer. Im Bereich Kamera und Ton waren 92 beziehungsweise 96 Prozent der Stellen mit Männern besetzt. Für die Analyse der Geschlechterverteilung wurden 1.397 fiktionale Fernseh-Produktionen untersucht. Im Bereich Produktion seien Männer zu 48 Prozent vertreten und Frauen zu 32 Prozent, hieß es weiter. Bei der Szenografie sei das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. In den Bereichen Kostüm und Schnitt seien hingegen mehr Frauen als Männer anzutreffen, ergab die Studie. Ursachen für die Geschlechterverteilung sind den Verfassern zufolge unter anderem "stereotype Zuweisungen" von Eigenschaften - wie etwa Durchsetzungsvermögen und Führungskompetenz im Bereich Regie und Produktion. An den Filmhochschulen beträgt der Frauenanteil durchschnittlich 40 Prozent. Es zeige sich, dass mehr weibliches Potenzial ausgebildet wird, als letztlich dauerhaft am Markt ankomme, resümieren die Autoren.

"Attentat in Ankara" ist Weltpressefoto des Jahres

Foto drückt den Hass unserer Zeit aus

Das Weltpressefoto des Jahres 2017 zeigt das Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara im Dezember 2016. Dafür wird der türkische Fotograf Burhan Ozbilici von der Nachrichtenagentur AP mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, teilte die Stiftung World Press Photo in Amsterdam mit. Die Jury würdigte das Foto als ein "explosives Bild, das den Hass in unserer Zeit ausdrückt." Die Jury hatte das Siegerfoto aus über 80 000 Einsendungen ausgewählt. Insgesamt wurden 45 Fotografen in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter drei Deutsche. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis für das beste Pressefoto des Jahres wurde zum 60.
Mal verliehen.

Kirchen betonen Bedeutung des Films für die Demokratie

Aufruf an Filmemacher zu gesellschaftspolitischem Engagement

Beim ökumenischen Empfang der Berlinale hoben Vertreter der Kirchen die Verantwortung des Films für die Bedeutung der Demokratie hervor. Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, nahm bei der Veranstaltung in Berlin unmittelbar Bezug auf den US-Präsidenten. Trumps Politik müsse ein humanistisches Kino entgegengesetzt werden. Berühmte Schauspielerinnen sollten "nicht nur funkelnde Roben über rote Teppiche schieben, sondern den Wert der Demokratie öffentlich bekräftigen". US-Schauspielerin Meryl Streep habe dafür mit ihrer Kritik an Trump ein Beispiel geliefert. Bei dem Empfang wurde auch die internationale ökumenische Jury der Kirchen für die Berlinale vorgestellt, die ihre Preise am 18. Februar bekanntgibt. Die Jury prämiert Produktionen, die mit dem Evangelium in Einklang stehen, oder die dem Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte nahe bringen.

Adele und David Bowie große Abräumer bei Grammys

Auch deutsche Opernsängerin Dorothea Röschmann ausgezeichnet

Die britische Sängerin Adele hat bei der Verleihung der Grammys in Los Angeles fünf Preise abgeräumt – unter anderem für das beste Lied des Jahres ("Hello"), für das beste Album ("25") und die beste Aufnahme. Der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler David Bowie erhielt posthum fünf Preise für sein letztes Album "Blackstar". Die Flensburger Opernsängerin Dorothea Röschmann siegte in der Kategorie bestes klassisches Solo-Album.

Al Jarreau ist tot

Der US-Sänger Al Jarreau ist im Alter von 76 Jahren gestorben

Wie sein Agent bestätigte, starb er in einem Krankenhaus in Los Angeles. Der Sänger hatte erst vor kurzem wegen Erschöpfung seine Karriere als beendet erklärt. Al Jarreau hatte im Alter von 35 Jahren sein erstes Album herausgebracht, zahlreiche weitere folgten. Songs wie "We're in This Love Together", "Mornin'" oder "Moonlighting Theme" wurden zu Klassikern. Jarreau stand mit Musik-Größen wie Randy Crawford und Bobby McFerrin auf der Bühne. Außerdem hatte er Gastauftritte im Fernsehen und am Broadway.

Britische Filmpreise: "La La Land" gewinnt fünf Baftas

"Toni Erdmann" geht leer aus

Die US-Romanze "La La Land" ist mit fünf Britischen Filmpreisen - kurz Baftas - ausgezeichnet worden. Das Musical bekam den Preis in den Kategorien bester Film, beste Schauspielerin (Emma Stone), beste Regie (Damien Chazelle) sowie beste Filmmusik und beste Kamera. Den Preis als bester Darsteller bekam Casey Affleck für seine Rolle in "Manchester By The Sea". Zur besten Nebendarstellerin wurde Viola Davis in der US-Tragödie "Fences" gewählt. Bester Nebendarsteller wurde der britische Schauspieler Dev Patel in dem Drama "Lion". Die deutsche Komödie "Toni Erdmann", nominiert in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film, ging leer aus.

Antike Stätten in Palmyra weiter in Gefahr

Moskau befürchtet Zerstörungen durch den IS

Die Terrormiliz IS will nach Einschätzung Russlands weitere antike Stätten in der syrischen Oasenstadt Palmyra zerstören. Drohnen hätten entdeckt, dass sich in der Region Lastwagen des IS in Bewegung gesetzt hätten, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass. Das deute auf Pläne hin, Sprengstoff nach Palmyra zu bringen. IS-Extremisten hatten den Ort erstmals vor zwei Jahren erobert und zahlreiche antike Bauwerke zerstört. Palmyra zählt seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe.

Zeitung verwechselt Alec Baldwin mit Trump

Foto des Komikers wurde unter Meldung zur US-Regierung gedruckt

US-Komiker Alec Baldwin sorgt seit Wochen für allgemeine Belustigung mit seiner satirischen TV-Darstellung des US-Präsidenten Donald Trump - nun hat eine dominikanische Zeitung ihn versehentlich für den echten Trump gehalten. Die Zeitung "El Nacional" entschuldigte sich dafür, das Konterfei Baldwins als das von Trump in einer Meldung zur US-Regierung auf ihrer Printausgabe vom Freitag gedruckt zu haben. Die Redaktion habe irrtümlicherweise das Bild übernommen, das eine Nachrichtenagentur mit dem richtigen Hinweis auf den Trump-Darsteller der US-Satiresendung "Saturday Night Live" an dem Tag gesendet habe, hieß es in der Richtigstellung.

Berlinale-Kamera für Geoffrey Rush

Auszeichnung für langjährige Verbundenheit mit dem Festival

Oscar-Preisträger Geoffrey Rush ist bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit einer Berlinale-Kamera geehrt worden. Festivalchef Dieter Kosslick überreichte dem 65-jährigen Australier die Auszeichnung für seine langjährige Verbundenheit mit dem Festival. Rush, der für seine Rolle als psychisch kranker Pianist David Helfgott in "Shine" den Oscar erhielt, war bereits mit acht Filmen bei der Berlinale vertreten. 2011 war er in Tom Hoopers bewegendem Drama "The King's Speech" zu sehen. Diesmal spielt er in Stanley Tuccis "Final Portrait" eindrucksvoll den Schweizer Künstler Alberto Giacometti.

Manga-Künstler Jiro Taniguchi gestorben

Vor allem im Westen wurde er verehrt

Der japanische Manga-Zeichner Jiro Taniguchi ist nach Angaben seines belgischen Verlags Casterman gestorben. Der Autodidakt, der mit seinen Bildergeschichten zwischen der japanischen Manga-Tradition und westlichen Comic-Welten wandelte, wurde den Angaben zufolge 69 Jahre alt. Taniguchi, der 1947 im japanischen Tottori geboren wurde, feierte internationale Erfolge, vor allem im Westen wurde er verehrt. Auf Deutsch erschienen unter anderen die Werke "Die Sicht der Dinge", "Der Gourmet" und "Der spazierende Mann". Als Tamiguchis Schlüsselwerk gilt der Titel "Vertraute Fremde".

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