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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. Februar 2017

Zeitung verwechselt Alec Baldwin mit Trump

Foto des Komikers wurde unter Meldung zur US-Regierung gedruckt

US-Komiker Alec Baldwin sorgt seit Wochen für allgemeine Belustigung mit seiner satirischen TV-Darstellung des US-Präsidenten Donald Trump - nun hat eine dominikanische Zeitung ihn versehentlich für den echten Trump gehalten. Die Zeitung "El Nacional" entschuldigte sich dafür, das Konterfei Baldwins als das von Trump in einer Meldung zur US-Regierung auf ihrer Printausgabe vom Freitag gedruckt zu haben. Die Redaktion habe irrtümlicherweise das Bild übernommen, das eine Nachrichtenagentur mit dem richtigen Hinweis auf den Trump-Darsteller der US-Satiresendung "Saturday Night Live" an dem Tag gesendet habe, hieß es in der Richtigstellung.

Erneute Protestrede von Meryl Streep gegen Trump

Schauspielerin spricht auf Gala unter Tränen

Rund einen Monat nach ihrer viel diskutierten Protestrede gegen Donald Trump bei den Golden Globes hat Hollywood-Schauspielerin Meryl Streep den US-Präsidenten erneut scharf kritisiert. "Wenn wir diesen gefährlichen Moment überleben, wen sein katastrophaler Instinkt uns nicht in einen nuklearen Winter führt, dann müssen wir uns bei unserem aktuellen Präsidenten bedanken", sagte Streep unter Tränen bei der Preis-Gala einer Menschenrechtsorganisation in New York. "Er wird uns dann gezeigt haben, wie fragil Freiheit ist." Mit Blick auf ihre Protestrede bei den Golden Globes sagte die mehrfache Oscar-Gewinnerin, es sei nicht einfach für sie gewesen, so öffentlich Position zu beziehen. "Es ist furchteinflößend, die Zielscheibe auf seine eigene Stirn zu setzen und bringt einem jede Form von Attacke ein", sagte Streep. "Man kann es nur machen, wenn man fühlt, dass man es machen muss." Nach ihrer Rede war sie von Präsident Trump per Twitter kritisiert worden.

Manga-Künstler Jiro Taniguchi gestorben

Vor allem im Westen wurde er verehrt

Der japanische Manga-Zeichner Jiro Taniguchi ist nach Angaben seines belgischen Verlags Casterman gestorben. Der Autodidakt, der mit seinen Bildergeschichten zwischen der japanischen Manga-Tradition und westlichen Comic-Welten wandelte, wurde den Angaben zufolge 69 Jahre alt. Taniguchi, der 1947 im japanischen Tottori geboren wurde, feierte internationale Erfolge, vor allem im Westen wurde er verehrt. Auf Deutsch erschienen unter anderen die Werke "Die Sicht der Dinge", "Der Gourmet" und "Der spazierende Mann". Als Tamiguchis Schlüsselwerk gilt der Titel "Vertraute Fremde".

Niederlande feiern 100 Jahre "De Stijl" und Mondrian

König Willem Alexander eröffnet das Festjahr in Den Haag

Die Niederlande haben das Festjahr zum 100-jährigen Bestehen der Kunstrichtung "De Stijl" (Der Stil) gestartet. Der niederländische König Willem-Alexander eröffnete in Den Haag die erste große Ausstellung zum Werk des Malers Piet Mondrian. Mit Dutzenden von Ausstellungen werden die Niederlande 2017 unter dem Motto "Von Mondrian bis Dutch Design" an diesen Aufbruch in der Kunst erinnern. Der Niederländer Mondrian war der berühmteste Repräsentant des Stijl. Die Ausstellung im Gemeentemuseum zeigt erstmals seine Verbindung zu seinem Kollegen Bart van der Leck.

Europäische Filmakademie: Freiheit für Oleg Senzow

Seit 2014 ist der ukrainische Regisseur in Haft

Die Europäische Filmakademie hat die Freilassung des von Russland inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow gefordert. Senzow, der wegen angeblicher Terroranschläge in Sibirien in Haft ist, sei Opfer von politischer Verfolgung, sagte die Akademievorsitzende Agnieszka Holland auf der Berlinale. Zuvor hatten die Internationalen Filmfestspiele Berlin die Dokumentation "The Trial: The State of Russia against Oleg Sentsov" (Der Prozess: Der russische Staat gegen Oleg Senzow) in der Reihe "Berlinale Special" gezeigt, der auch die Solidarität von Filmemachern wie Holland, Ken Loach und Pedro Almodóvar dokumentiert. Senzow war 2015 in Rostov am Don als angeblicher Anführer einer antirusssichen Terrorbewegung zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll Anschläge auf Brücken, Stromleitungen und ein Lenin-Denkmal geplant haben. Der Filmemacher, der 2011 in Moskau den Spielfilm "Gamer" gedreht hatte, war im August 2014 kurz nach der Annexion der Krim verhaftet worden. Während der russischen Intervention hatte er Hilfe für die ukrainischen Truppen auf der Krim organisiert.

Grütters will Kunstfreiheit gegen AFD verteidigen

Ministerin kritisiert Einflussnahme auf Spielplan in Dessau

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat vor Einschränkungen der Kunstfreiheit gewarnt. "Dieses Grundrecht müssen wir verteidigen, nicht zuletzt deshalb, weil unsere Verfassung auf den Trümmern einer Diktatur aufgebaut ist", sagte sie der "Welt am Sonntag". So gelte es, Künstler in Ländern wie der Türkei oder Russland zu unterstützen. "Dass es nun auch in Deutschland Politiker gibt, die die Freiheit der Kunst in Frage stellen, das ist nicht zuletzt angesichts unserer Geschichte ungeheuerlich", ergänzte Grütters im Hinblick auf die AfD in Sachsen-Anhalt, die im Dessauer Theater nur noch "klassische deutsche" Stücke zulassen will. Grütters kündigte an, die Leiter von Kultureinrichtungen "in ihrem Kampf gegen derartige verbale Übergriffe" zu unterstützen. Außerdem kritisierte die Kulturstaatsministerin in dem Interview mit der "Welt am Sonntag" die rot-grüne Regierung in Nordrhein-Westfalen für eine schwache Kulturförderung mit sinkenden Mitteln. "Bayern leistet sich immerhin rund 500 Millionen Euro, während das bevölkerungsreichste Bundesland NRW nur rund 190 Millionen Euro ausgibt".

"Dichterpfarrer" Kurt Marti ist tot

Schweizer Autor wurde 96 Jahre alt

Kurt Marti, einer der bedeutendsten Lyrikern der Schweiz, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Der reformierte Pfarrer galt seit den 50er Jahren zudem als analytischer Beobachter des politischen Klimas seiner Heimat. Bekannt wurde der gebürtige Berner durch seine in aggressiven Sprachwitz verpackte Gesellschaftskritik. Der auf Bildern stets freundlich und hellwach blickende, hoch gewachsene Herr mit großer Brille verfasste seit seinem ersten Band "Boulevard Bikini" (1958) Hunderte Gedichte, viele in Berner Mundart. Sein Spektrum reichte von Naturlyrik zu konkreter "engagierter" Poesie. Hinzu kamen Essays, Kurzgeschichten und ein Roman. Leser würdigten seine schwebende und spielerische Leichtigkeit der Sprache.

Agnieszka Holland sieht Polens Kino bedroht

Regisseurin befürchtet Einflussnahme über Fördergelder

Die Regisseurin Agnieszka Holland sieht Polens Kino unter der nationalkonservativen Warschauer Regierung bedroht. "Kino ist von staatlichen Fördergeldern abhängig", sagte die polnische Filmemacherin ("Hitlerjunge Salomon", "In Darkness") der Deutschen Presse-Agentur in Warschau. Wenn Kulturpolitiker, die die Gelder verwalteten, "Kontrollfreaks" seien und ihre Weltansichten durchsetzen wollten, sei Einflussnahme einfach, sagte Holland. Nach einem Rechtsruck 2015 wurde Polens Regierung mitunter vorgeworfen, die Geschichtsdarstellung im Danziger Museum des Zweiten Weltkriegs nach ihren Vorstellungen ändern zu wollen. "Kino ist da besonders empfindlich, weil es am meisten Gelder braucht", sagte Holland. Bislang aber sei der polnische Film in guter Form, betonte sie. Hollands neuestes Werk "Pokot", eine Mischung aus Thriller und schwarzer Komödie, geht bei der Berlinale ins Rennen um den Goldenen Bären. Jungen Filmemachern riet die international vielfach ausgezeichnete Regisseurin, eine innere Freiheit zu wahren. "Es lohnt sich nicht, Angst zu haben und sich anzupassen", sagte sie. So entstünden keine guten Filme.

"Orden wider den tierischen Ernst" für Gregor Gysi

Aachener Karnevalsverein ehrt langjährigen Linken-Fraktionschef

Gysi glänze mit politischem Witz und Ironie, sagte Vereinspräsident Pfeil. "Links zu sein und beliebt bei Konservativen, diese Quadratur des Kreises schafft nur der Ordensritter". Gysi selbst sagte, 1990 hätte an ihn für verrückt erklärt, wenn er jemandem gesagt hätte, dass er einmal den Orden bekommen würde. Der 69-jährige ist der erste Linke-Politiker, der mit vom Aachener Karnevalsverein geehrt wurde. Die Laudatio von Bayerns Finanzminister Söder kam per Video. Er habe wegen des CSU-Balls in Nürnberg nicht kommen können, entschuldigte er sich. CSU-Ball und Gregor Gysi seien unvereinbar, sagte Söder, der bayerische Tracht trug. "Was kann ich als CSU-ler aus Bayern Positives über Kommunisten aus Berlin sagen? Uns trennen maximale Dinge, also politisch: Galaxien". Dann ging Söder doch auf Verbindendes ein: Gysi und er seien beide vom Sternzeichen Steinbock. Steinböcke seien leidensfähig, könnten andere umarmen und viel aushalten. "Das haben wir beide bewiesen, er mit (dem damaligen Linken-Chef Oskar) Lafontaine, ich arbeite bei (CSU-Chef) Horst Seehofer noch daran."

"Literaturpreis für grotesken Humor" für Karen Duve

Karen Duve tritt damit in die Fußstapfen von Loriot

Die Schriftstellerin Karen Duve hat den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" 2017 erhalten. Die von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel vergebene und mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 55 Jahre alten Autorin im Kasseler Rathaus verliehen. Zur Begründung hieß es, Duve gestalte das Komische vielseitig, interessant und auch riskant. Ihr grotesker Humor tendiere zu Schwärze und Sarkasmus und erprobe auch die Grenzen des Komischen. Bei Duve verbinde sich Engagement mit Poesie, Realismus mit Fantastik, Pathos mit Trash, Heiterkeit mit Melancholie und Zorn mit Empathie - all dies durchzogen vom Grundton des Tragikomischen. Duve, die in Brandenburg lebt, veröffentlichte unter anderem die Romane "Dies ist kein Liebeslied", "Taxi" und "Macht". Zu den bisherigen Trägern der Auszeichnung gehören Robert Gernhardt, Dieter Hildebrandt, Hanns Dieter Hüsch und zuletzt Wolf Haas. Erster Preisträger war Loriot.

Stanley Tucci sorgt sich um Kunstförderung unter Trump

Tucci stellte bei der Berlinale seinen Film "Final Portrait" vor

Regisseur und Schauspieler Stanley Tucci sorgt sich um die Kunstförderung in den USA unter Präsident Donald Trump. "Ich glaube, der Präsident kann auf keine Weise beeinflusst werden", sagte Tucci bei der Berlinale. Er selbst habe sich bereits früher für die Kunstförderung eingesetzt. "Das war schon immer ein schwerer Kampf." Nun könne er sich nicht vorstellen, dass das einfacher werde. Die derzeitige Regierung sehe Kunst nicht als wichtigen Teil der Bildung. «Die sehen vielleicht noch nicht einmal Bildung als wichtig an." Tucci stellte bei der Berlinale außer Konkurrenz sein Künstlerdrama "Final Portrait" vor. Darin spielt Oscarpreisträger Geoffrey Rush ("Shine") den Schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti.

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