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Kulturnachrichten

Sonntag, 5. Februar 2017

Kunst von Christo für Papst und Kinder in Afrika

Kunstwerke wurden verkauft oder vom Auktionshaus Christie's versteigert

Christo spendet dem Papst ein Kunstwerk und hilft kranken Kindern in Afrika: Durch den Verkauf einer verhüllten und vom Künstler signierten DVD-Reihe über die Vatikanischen Museen wurden insgesamt 200 000 Euro für ein Kinderkrankenhaus in der Zentralafrikanischen Republik gesammelt. Wie die Organisatoren des Projekts am Wochenende in Rom mitteilten, wurde die Summe nun dem Papst im Vatikan überreicht. Der Pop-Art-Künstler hatte dem Leiter des vatikanischen Mediensekretariats, Dario Edoardo Vigano, eine verhüllte DVD-Kollektion über die Vatikanischen Museen überlassen. Davon wurden einige hundert Repliken angefertigt, die Christo persönlich signierte. Deren Erlös wies der Papst dem Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik zu. Er hatte es im November 2015 selbst besucht. Die Kunstwerke wurden verkauft oder vom Auktionshaus Christie's versteigert.

Deutsche Welle startet neues deutschsprachiges TV

Eine wichtige Rolle soll auch das Thema Kultur spielen

Die Deutsche Welle (DW) startet am Montag ihr überarbeitetes deutschsprachiges Fernsehprogramm. Dazu gehört auch das neue einstündige Nachrichtenmagazin "Der Tag" täglich ab 20 Uhr mit mehr hintergründigen "Geschichten hinter den Nachrichten", wie der Sender in Bonn mitteilte. «Wir wollen einordnen, was am Tag war", erklärte DW-Chefredakteur Alexander Kudascheff. Zum Erklären und Einordnen wolle man "alle Realitäten des Journalismus" nutzen, auch die Sozialen Medien. Das neue Format überschreite daher auch traditionelle mediale Grenzen, greife Diskussionen in den Sozialen Netzwerken auf und beteilige die Zuschauer digital. Eine wichtige Rolle soll auch das Thema Kultur spielen, hieß es weiter. Die Markt- und Medienforschung der DW habe die Zuschauergruppe, die sich vor allem sehr für Kultur interessiere, als stärkste Nutzer identifiziert. Neben Eigenproduktionen wie "popXport", "Kultur.21" oder "euromaxx - Leben und Kultur in Europa" wolle man auch kulturelle Highlights ins Programm nehmen, "die von ARD, ZDF, ORF und SRF übernommen und erstmals gemeinsam in einem weltweit empfangbaren linearen Fernsehangebot ausgestrahlt werden".

"La La Land" von Directors Guild of America geehrt

Ehrenpreis für das Lebenswerk geht an Ridley Scott

Das Film-Musical "La La Land" tanzt mit einer weiteren Top-Auszeichnung, den Oscars, entgegen. Regisseur Damien Chazelle wurde mit der höchsten Auszeichnung der amerikanischen Regisseurvereinigung geehrt. Schon bei den Golden Globes und bei der Verleihung der Schauspielervereinigung Screen Actors Guild hatte sein Film etliche Preise abgeräumt. Mit 32 Jahren ist Chazelle der bislang jüngste Empfänger des Regiepreises der Directors Guild of America in der Kategorie Spielfilm. Zugleich war er auch erstmals dafür nominiert. Mit der Auszeichnung stehen die Chancen für ihn äußerst gut, dass er am 26. Februar auch den Regie-Oscar gewinnt: Nur selten ist der DGA-Sieger bei den Oscars nicht Gewinner des Preises für die beste Regie geworden. "La La Land" ist für 14 Oscars nominiert, das ist bisherige Rekordzahl. Sir Ridley Scott erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Der Preis für den "Alien"-Regisseur wurde von Christopher Nolan, Billy Crudup und Michael Fassbender präsentiert.

Black Sabbath verabschiedet sich von Fans

Widersprüchliche Aussagen zum Ende der Band

Mit einem letzten Konzert in Birmingham hat die britische Heavy-Metal-Band Black Sabbath ihre Mammut-Tournee und zugleich ihre Band-Karriere beendet. "Danke, gute Nacht, vielen, vielen Dank", rief Lead-Sänger Ozzy Osbourne, als die Gruppe die Bühne in der 16.000 Zuschauer fassenden Arena verließ. Als letztes Stück hatte die Band zuvor "Paranoid" aus dem Jahr 1970 gespielt, der Song wurde live auf Facebook gestreamt, Luftballons stiegen auf, zum Abschluss gab es noch ein Feuerwerk. Die Abschlusstournee "The End Tour" hatte die Musiker von den USA nach Australien und in die Nachbarländer, nach Europa, wieder nach Nordamerika, Südamerika und erneut nach Europa geführt. Gitarrist Tony Iommi sagte dem britischen Sender BBC, die Band verabschiede sich nicht als solche, es werde nur keine Welttourneen mehr geben. "Ich würde aber nicht ausschließen, nochmal eine Einzelshow zu machen oder sogar ein Album." Osbourne dagegen sagte: "Was mich betrifft, ist dies das Ende."

Forschungsstation in der Antarktis umgezogen

"Halley VI" ist als von vornherein mobil konstruierte Station einzigartig

Container für Container haben britische Forscher ihre Antarktis-Station "Halley VI" versetzt. Die aus acht Modulen bestehende Einrichtung befindet sich nun 23 Kilometer weiter östlich vom bisherigen Standort auf dem Brunt-Schelfeis. 13 Wochen dauerte nach Angaben der Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS) das Unterfangen, bei dem die Container einzeln auf Kufen gestellt und damit vorsichtig über das Eis gezogen wurden. "Halley VI" sei nun bereit, um mit dem im November beginnenden antarktischen Sommer wieder ihren Dienst aufzunehmen, teilte die BAS auf ihrer Website mit. Die Einrichtung dient vor allem der Beobachtung des Klimawandels. Mitte Januar hatte die Gesellschaft erklärt, dass entgegen ursprünglicher Planung doch kein Team in der Station überwintern werde. Experten fürchteten, dass das Eis in der Umgebung im Winter brechen könnte. Mögliche Veränderungen an der Schelfeisplatte sind auch der Grund für den Umzug der von vornherein mobil konstruierten Station.

Matthias Brandt fordert mehr politische Positionierung

Sohn von Willy Brandt fordert mehr Einsatz für freiheitliche Werte

Schauspieler Matthias Brandt fordert mehr Einsatz für freiheitliche Werte und demokratische Traditionen. "Vor allem die Aussicht, dass die AfD bei der Bundestagswahl im September 20 Prozent der Stimmen holen könnte, zeigt mir, dass wir uns auch hierzulande wieder viel stärker positionieren müssen», sagte der Sohn des früheren SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen". In aktuellen Wahlumfragen liegt die AfD derzeit bundesweit zwischen 11 und 13 Prozent. "Wir erleben in der Tat sehr große politische Umbrüche, die einem Angst machen können. Aber wir sollten uns von dieser nicht gefangen nehmen lassen" meinte Matthias Brandt auch mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Spanische Filmpreise in Madrid vergeben

Paul Verhoevens "Elle" als bester europäischer Film ausgezeichnet

Das Drama "Sieben Minuten nach Mitternacht" ("A Monster Calls") von Juan Antonio Bayona ist der große Gewinner der Goyas: Der Film räumte in Madrid gleich neun der spanischen Filmpreise ab. Unter anderem wurde Bayona als bester Regisseur ausgezeichnet. In der Königskategorie Bester Film gewann jedoch der Thriller "Tarde para la ira" von Raúl Arévalo. Emma Suárez erhielt den Goya als beste Schauspielerin für ihre Leistung in Pedro Almodóvars "Julieta" - und gewann auch in der Kategorie Beste Nebenrolle für ihr Spiel in "La propera pell". Bester Schauspieler wurde Roberto Alamo für seine Rolle in "Que Dios nos perdone". Zum besten europäischen Film wurde Paul Verhoevens "Elle" mit Isabelle Huppert gekürt, der auch bei den Oscars nominiert ist.

César-Filmpreis ohne Zeremonienmeister

Roman Polanski hatte nach Streit verzichtet

Nach dem Verzicht des umstrittenen Starregisseurs Roman Polanski werden die französischen César-Filmpreise ohne Zeremonienmeister stattfinden. Der Rat der Akademie habe beschlossen, dass dieses Jahr niemand die Verleihung leiten werde, sagte der Präsident der Akademie, Alain Terzian, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Man stehe zu dem ausgelösten Tumult. Polanski hatte nach Protesten französischer Frauenrechtlerinnen Ende Januar entschieden, nicht der 42. Preisvergabe am 24. Februar vorzustehen. Die Wahl des Starregisseurs sei eine Brüskierung für Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung, lautete die Kritik. Die amerikanische Justiz versucht Polanski seit Jahrzehnten wegen Sex mit einer 13-Jährigen vor Gericht zu bringen. Er war damals aus dem Land geflohen und lebt seitdem in Europa.

"Rockavaria"-Festival in München abgesagt

Festival-Pläne der DEAG bundesweit vor dem Aus

Aus für "Rockavaria" im Münchner Olympiapark: Das Festival findet in diesem Jahr nicht mehr statt, wie der Veranstalter mitteilte. "Wir wollen unserer Absicht treu bleiben, Rockavaria nur dann zu präsentieren, wenn es gut genug ist", hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Entertainment AG (DEAG). "Nachdem nun unsere letzten Eisen im Feuer erloschen sind, ist das nicht gegeben". Das Aus für "Rockavaria" bedeutet auch das Aus für die Festival-Pläne der DEAG in Deutschland, die angetreten war, um den großen Spektakeln "Rock am Ring" und "Rock im Park" von Marek Lieberberg Konkurrenz zu machen. Auch das gefloppte "Rock im Revier" wurde bereits abgesagt. Im dritten Jahr nach dem Eintritt der DEAG in den Festivalmarkt hat nur "Rock in Vienna" in der österreichischen Hauptstadt überlebt.

NZZ schafft offene Kommentarforen ab

Für drei Themen pro Tag werden jedoch moderierte Online-Debatten eingerichtet

Wegen immer aggressiverer Lesermeinungen schafft die "Neue Zürcher Zeitung" die Kommentare unter Online-Artikeln ab. Die renommierte Schweizer Tageszeitung kündigte an, stattdessen auf ihrem Portal "NZZ.ch" moderierte Diskussionen zu starten. "Die Stimmung ist gehässiger geworden", hießt es in einem Beitrag in eigener Sache. Die "NZZ" werde in Kommentaren immer öfter als "Propagandaschleuder" und "Systempresse" bezeichnet, und Beschimpfungen verdrängen echte Diskussionen. Ab Mittwoch wird die Kommentarfunktion unter den meisten Artikeln deaktiviert. Zu drei Themen pro Tag werden jedoch moderierte Online-Debatten eingerichtet. Zusätzlich soll sich ein Autor pro Woche mit seinen Lesern austauschen.

"Danke"-Komponist gestorben

Martin Gotthard Schneider wurde 86 Jahre alt

Mit seinem "Danke"-Lied hielt sich Martin Gotthard Schneider wochenlang in den deutschen Charts. Der Hit aus dem Jahr 1963 machte den evangelischen Theologen und Kirchenmusiker international bekannt. Im Alter von 86 Jahren starb Schneider nun in Konstanz, wie seine Familie bekanntgab. Schneider, am 26. April 1930 in Konstanz geboren, war Kantor und Organist in Freiburg und von 1973 bis 1995 Landeskantor in Baden. Bis 1997 lehrte er an der Staatlichen Musikhochschule Freiburg. Mehr als viereinhalb Jahrzehnte leitete Schneider auch den von ihm gegründeten Freiburger Chor der Heinrich-Schütz-Kantorei. Aus der Feder des Theologen stammen zahlreiche neue geistliche Lieder. "Danke für diesen guten Morgen" ist längst im Evangelischen Gesangbuch aufgenommen.

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