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Kulturnachrichten

Samstag, 4. Februar 2017

César-Filmpreis ohne Zeremonienmeister

Roman Polanski hatte nach Streit verzichtet

Nach dem Verzicht des umstrittenen Starregisseurs Roman Polanski (83) werden die französischen César-Filmpreise ohne Zeremonienmeister stattfinden. Der Rat der Akademie habe beschlossen, dass dieses Jahr niemand die Verleihung leiten werde, sagte der Präsident der Akademie, Alain Terzian, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Man stehe zu dem ausgelösten Tumult. Polanski hatte nach Protesten französischer Frauenrechtlerinnen Ende Januar entschieden, nicht der 42. Preisvergabe am 24. Februar vorzustehen. Die Wahl des Starregisseurs sei eine Brüskierung für Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung, lautete die Kritik. Die amerikanische Justiz sucht Polanski seit Jahrzehnten wegen Sex mit einer 13-Jährigen. Er war damals aus dem Land geflohen und lebt seitdem in Europa.

NZZ schafft offene Kommentarforen ab

"Zu viel Hass"

Wegen immer aggressiverer Lesermeinungen schafft die "Neue Zürcher Zeitung" die Kommentare unter Online-Artikeln ab. Die renommierte Schweizer Tageszeitung kündigte an, stattdessen auf ihrem Portal "NZZ.ch" moderierte Diskussionen zu starten. "Die Stimmung ist gehässiger geworden", hießt es in einem Beitrag in eigener Sache. Die "NZZ" werde in Kommentaren immer öfter als "Propagandaschleuder" und "Systempresse" bezeichnet, und Beschimpfungen verdrängen echte Diskussionen. Ab Mittwoch wird die Kommentarfunktion unter den meisten Artikeln deaktiviert. Zu drei Themen pro Tag werden jedoch moderierte Online-Debatten eingerichtet. Zusätzlich soll sich ein Autor pro Woche mit seinen Lesern austauschen.

"Danke"-Komponist gestorben

Martin Gotthard Schneider wurde 86 Jahre alt

Mit seinem "Danke"-Lied hielt sich Martin Gotthard Schneider wochenlang in den deutschen Charts. Der Hit aus dem Jahr 1963 machte den evangelischen Theologen und Kirchenmusiker international bekannt. Im Alter von 86 Jahren starb Schneider nun am Freitagabend in Konstanz, wie seine Familie bekanntgab. Schneider, am 26. April 1930 in Konstanz geboren, war Kantor und Organist in Freiburg und von 1973 bis 1995 Landeskantor in Baden. Bis 1997 lehrte er an der Staatlichen Musikhochschule Freiburg. Mehr als viereinhalb Jahrzehnte leitete Schneider auch den von ihm gegründeten Freiburger Chor der Heinrich-Schütz-Kantorei. Aus der Feder des Theologen stammen zahlreiche neue geistliche Lieder. "Danke für diesen guten Morgen" ist längst im Evangelischen Gesangbuch aufgenommen. Bekannt wurde auch das Lied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt".

Schirn Kunsthalle zeigt Magritte-Retrospektive

Erste Retrospektive in Deutschland seit 20 Jahren

Dem Schaffen des belgischen Malers René Magritte (1898-1967) widmet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt vom 10. Februar an eine umfassende Ausstellung. Damit ist zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder eine Retrospektive des berühmten Surrealisten in Deutschland zu sehen, wie die Kunsthalle mitteilte. Unter dem Titel "Magritte. Der Verrat der Bilder" lotet die Ausstellung das Verhältnis Magrittes zur Philosophie aus. Zu sehen sind rund 70 Arbeiten, darunter auch selten gezeigte Werke aus Privatsammlungen. Die Werkschau wurde gemeinsam mit dem Centre Pompidou in Paris konzipiert. Dort war sie von September bis Januar zu sehen.

"Rockavaria"-Festival in München abgesagt

Aus für die Festival-Pläne der DEAG

Aus für "Rockavaria" im Münchner Olympiapark: Das Festival findet in diesem Jahr nicht mehr statt, wie der Veranstalter mitteilte. "Wir wollen unserer Absicht treu bleiben, Rockavaria nur dann zu präsentieren, wenn es gut genug ist", hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Entertainment AG (DEAG). "Nachdem nun unsere letzten Eisen im Feuer erloschen sind, ist das nicht gegeben". Das Aus für "Rockavaria" bedeutet auch das Aus für die Festival-Pläne der DEAG in Deutschland, die angetreten war, um den großen Spektakeln "Rock am Ring" und "Rock im Park" von Marek Lieberberg Konkurrenz zu machen. Auch das gefloppte "Rock im Revier" wurde bereits abgesagt. Im dritten Jahr nach dem Eintritt der DEAG in den Festivalmarkt hat nur "Rock in Vienna" in der österreichischen Hauptstadt überlebt.

Berlinale-Chef: Erinnerungen an Rolling Stones

Die Band hätte im letzten Moment beinahe abgesagt

Die Rolling Stones haben Berlinale-Chef Dieter Kosslick in seiner 16 Jahre dauernden Amtszeit einen der bisher kniffligsten Höhepunkte beschert. "Sie hätten in letzter Minute fast noch abgesagt", erinnerte sich der Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" an die Einladung der Rockband im Jahr 2008. "Ich musste über Stunden die Bauarbeiten am Berliner Stadtschloss stoppen lassen, weil dort die Stones in einem Hotel wohnten und es ruhig haben wollten. In solchen Situationen ist es wichtig, auf keinen Fall den Humor zu verlieren", sagte der 68-Jährige. Am Ende seien alle Rockmusiker um Mick Jagger vier Tage länger geblieben als geplant. "Das war natürlich toll." Die diesjährige Berlinale beginnt am 9. Februar.

Hellacopters-Gitarrist Dahlqvist gestorben

Er wurde 40 Jahre alt

Der Gitarrist der schwedischen Hardrock-Band Hellacopters, Robert Dahlqvist, ist im Alter von 40 Jahren gestorben. Das teilte die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite mit. Zu den Umständen des Todes wurde zunächst nichts bekannt. Die Hellacopters gründeten sich Mitte der 90er Jahre und wurden mit rauem, an den Punk angelehnten Rock'n'Roll zu einem Aushängeschild des Scandinavian Rock. Dahlqvist kam 1999 dazu und nahm mit der Band vier Studio-Alben auf, darunter "High Visibility". 2008 löst sich die Band auf. Für den Sommer 2017 haben die Hellacopters Konzerte in mehreren europäischen Ländern angekündigt.

Autor Fitzek von "Aktenzeichen XY" geprägt

Der "Tatort" hingegen lässt ihn kalt

Thriller-Autor Sebastian Fitzek (45) ist nach eigenen Worten schon als Kind vom ZDF-Klassiker "Aktenzeichen XY ... ungelöst" geprägt worden. Der Zeitschrift "Stern Crime" sagte er mit Blick auf den langjährigen Moderator Eduard Zimmermann: "Wenn ich in der Dämmerung auf dem Fahrrad unterwegs war, hatte ich ständig diese sonore Stimme aus dem Off im Kopf." Die ARD-Krimireihe "Tatort" lässt den Bestseller-Schreiber dagegen anscheinend kalt: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt mal einen "Tatort" gesehen habe", sagte er. "Oft stehen mir die Ermittler zu sehr im Vordergrund." Viele seiner Ideen entstünden aus "stinknormalen Alltagserlebnissen", erzählte Fitzek.

Leben von Rudolf Nurejew wird verfilmt

Ralph Fiennes führt Regie

Das Leben des russischen Ballettstars Rudolf Nurejew (1938 - 1993) kommt auf die Leinwand. Der britische Schauspieler und Regisseur Ralph Fiennes werde die Biografie "The White Crow" inszenieren, berichtet das US-Branchenblatt "Variety". Als Vorlage dient das Buch "Nurejew. Die Biographie" der Schriftstellerin Julie Kavanagh. Der russische Tänzer Oleg Ivenko soll die Hauptrolle spielen, die französische Schauspielerin Adèle Exarchopoulos ist ebenfalls an Bord. Der Drehstart in St. Petersburg und Paris ist im Sommer geplant. 1961 sorgte der damals 23-jährige Tänzer des Leningrader Kirow-Balletts weltweit für Schlagzeilen, als er während eines Gastspiels in Paris um politisches Asyl bat, kein russischer Tänzer war vor ihm übergelaufen. In den 1980er Jahren leitete Nurejew das Pariser Opernballett. 1993 starb er im Alter von 54 Jahren an den Folgen von Aids.

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