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Kulturnachrichten

Samstag, 25. Januar 2020

"Die Wolke"-Autorin Gudrun Pausewang gestorben

Die Schriftstellerin Gudrun Pausewang ist tot. Sie starb am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren, teilte ihr Sohn mit. Für ihren Jugendroman „Die Wolke" erhielt Pausewang 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie hatte den Roman unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geschrieben. Er wurde in 16 Sprachen übersetzt. Seit 1972 bis zu ihrer Pensionierung unterrichtete Pausewang an einer Grundschule in Hessen, zuvor hatte sie jahrelang in Südamerika gelebt. In vielen ihrer Bücher verarbeitete Pausewang Themen, denen sie dort begegnet war: Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung. 2017 erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk.

Ausstellungen wegen Iran-Konflikt verschoben

Wegen der weltpolitischen Lage muss das Badische Landesmuseum in Karlsruhe Austausch-Ausstellungen mit dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran verschieben. "Trotz intensiver Suche ist es nicht gelungen, eine Versicherung für die Kunstschätze zu finden", so Museumsdirektor Eckart Köhne. Für den Herbst war in Karlsruhe die Schau "Die Perser - Am Hof der Großkönige" mit Leihgaben aus dem Iran geplant gewesen. Die Teheraner hätten ab September "Glory of Greek and Roman Art" mit 150 Leihgaben aus Baden präsentieren wollen. Beide Ausstellungen werden bis auf weiteres ruhen.

Beuth Hochschule für Technik wird umbenannt

Die Berliner Beuth Hochschule für Technik wird wegen des historisch nachgewiesenen Antisemitismus ihres Namensgebers umbenannt. Dafür stimmten am Donnerstagabend 30 von 45 anwesenden Mitglieder der Akademischen Versammlung, wie die Hochschule mitteilte. Nach dem Votum der Akademischen Versammlung soll Päsident Werner Ullmann nun "einen hochschulweiten Prozess zur Namensfindung einleiten". Besonderer Wert werde auf ein transparentes Verfahren gelegt. Der Hochschule zufolge wurde mehr als zwei Jahre über ihren preußischen Namenspatron Christian Peter Beuth diskutiert. "Als wissenschaftliche Einrichtung steht unsere Hochschule in der Verantwortung, sich Antisemitismus- und Rassismustendenzen klar entgegenzustellen", sagte Präsident Ullmann.

DHM erwirbt Exilgemälde von George Grosz

Das Deutsche Historische Museum in Berlin (DHM) hat das von George Grosz 1944 im Exil gemalte Werk "Cain or Hitler in Hell" erworben. Das Gemälde des vor den Nazis geflohenen Grosz wurde mit Unterstützung von Bund und Kulturstiftung der Länder 2019 für die Sammlung angekauft, teilte das Museum jetzt mit. Es soll ab kommender Woche als Teil der Dauerausstellung präsentiert werden. Das Werk gilt als eine der herausragenden Arbeiten, die seit 1933 von Künstlern im Exil geschaffen wurden. Das Gemälde befand sich seit seiner Entstehung im Besitz der Familie. Grosz zählt zu den wichtigsten politischen Künstlern der Weimarer Republik. Kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er in die USA.

Florian Illies verlässt Rowohlt noch dieses Jahr

Der Verleger Florian Illies verlässt den Hamburger Rowohlt Verlag überraschend noch in 2020. "Florian Illies wird auf eigenen Wunsch im Laufe dieses Jahres als Verleger bei Rowohlt ausscheiden. Der Termin seines Weggangs wie auch die Frage der Nachfolgeregelung werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben", teilte der Rowohlt-Verlag mit. Der Autor von "Generation Golf" und "1913: Der Sommer des Jahrhunderts" steht erst seit einem Jahr an der Spitze des Verlages. Er war Nachfolger von Barbara Laugwitz. Diese Ablösung war damals auf Kritik der Rowohlt-Autoren gestoßen. Laut Pressemitteilung will sich Illies wieder dem Schreiben widmen.

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