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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. Februar 2015

Große Resonanz bei Ausstellung von Norbert Bisky

Ausstellung "Zentrifuge" war bisher umfangreichste Werkschau

Mit der größten Besucherzahl seit dem Betreiberwechsel 2009 ist in der Kunsthalle Rostock die Werkschau des Berliner Malers Norbert Bisky zu Ende gegangen. Knapp 13 000 Menschen wollten seit Mitte November die meist großflächigen, grellbunten und oft auch verstörenden Bilder des 44-jährigen Künstlers sehen, sagte Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. In Biskys bislang umfangreichster Werkschau unter dem Titel "Zentrifuge" waren gut 80 Bilder zu sehen. Bisky, Sohn des 2013 gestorbenen früheren Linkspartei-Chefs Lothar Bisky, wird zu den herausragenden zeitgenössischen Künstlern in Deutschland gerechnet. In Rostock waren Arbeiten zu sehen, die zwischen 2002 und 2104 entstanden waren und teilweise noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

"Baal"-Inszenierung am Aschermittwoch vor Gericht

Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen die Aufführung

Die Auseinandersetzung um Bertolt Brechts "Baal" bringt das Münchner Residenztheater und den Suhrkamp-Verlag vor Gericht. Es geht um die altbekannte Frage: Was darf Kunst und was darf sie nicht? Die 21. Zivilkammer des Münchner Landgerichtes verhandelt am Aschermittwoch über einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen die Aufführung. Damit will der Berliner Suhrkamp-Verlag die Inszenierung von Regisseur Frank Castorf verbieten lassen. Sollte das Gericht dem Antrag folgen und die Inszenierung stoppen, müsste diese Vorstellung abgesetzt werden. Die Kritik des Verlages, der als Vertreter der Brecht-Erben auftritt: Bei Castorfs Interpretation handele es sich "um eine nicht-autorisierte Bearbeitung des Stückes von Bertolt Brecht". In der Produktion, die am 15. Januar Premiere hatte und auch zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, würden viele Fremdtexte verwendet, "die Werkeinheit wird aufgelöst", bemängelte der Verlag. Absprachen habe es vorher nicht gegeben. "Dies verletzt das Urheberrecht und ist durch den mit der Bühne geschlossenen Aufführungsvertrag nicht gedeckt", kritisiert Suhrkamp. Regisseur Castorf nannte Suhrkamps Vorgehen "gestrig und albern". "Die kennen mich doch und wissen, was da rauskommt", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Preisträger der Berlinale auf einen Blick

Preise der Internationalen Jury

Goldener Bär für den besten Film: Jafar Panahi für "Taxi"
Silberner Bär - Großer Preis der Jury: Pablo Larrain für "El Club"
Silberner Bär - Alfred Bauer Preis: Jayro Bustamante für "Ixcanul"
Silberner Bär - Beste Regie: Radu Jude für "Aferim" und Malgorzata Szumowska für "Body"
Silberner Bär - Beste Darstellerin: Charlotte Rampling in "45 Years"
Silberner Bär - Bester Darsteller: Tom Courtenay in "45 Years"
Silberner Bär - Bestes Drehbuch: Patricio Guzman für "El Bóton de Nacár"
Silberner Bär - Herausragende künstlerische Leistung: Sturla Brand Groevlen für die Kamera in "Victoria" und Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk für die Kamera in "Pod electricheskimi oblakami"
Goldener Ehrenbär für künstlerisches Lebenswerk: Wim Wenders

Panahi eingeschränkt glücklich über Berlinale-Erfolg

Nach dem Silbernen hat Panahi nun auch den Goldenen Bären

Der iranische Filmemacher Jafar Panahi ist glücklich über den Erfolg seines Film "Taxi" bei der 65. Berlinale - aber mit einem Wermutstropfen: Er wäre noch glücklicher, wenn er wieder im Iran vernünftig arbeiten und seine Filme dort bei Festivals zeigen dürfte. "Natürlich bin ich glücklich, sowohl für mich als auch für die iranische Filmindustrie", sagte Panahi am Sonntag in einem Interview der Nachrichtenagentur ILNA. Aber er hätte den Film lieber beim Fadschr Film Festival in Teheran gezeigt als in Berlin. "Jeder Filmemacher will, dass sein Film erst Zuhause gezeigt wird", sagte Panahi. Dort durfte der Film aber nicht gezeigt werden. Panahi unterliegt im Iran einem Berufsverbot. Die Kritik im Iran, dass die Berlinale seinetwegen zu einem Politikum geworden sei, lehnte Panahi entschieden ab. "Die Verantwortlichen reden immer von einer politischen Mauer im Ausland, obwohl sie erst mal die Mauern, die sie selbst errichtet haben, abschaffen sollten", sagte der Filmemacher. Besonders die iranische Filmindustrie sei seit Jahren politisiert - und zahlreiche Filme seien Opfer dieser Politisierung geworden. Der Goldene Bär für Panahis Film "Taxi" sorgte bei den konservativen Medien im Iran für Kritik. Die Nachrichtenagentur Tasnim nannte die Preisverleihung "Höhepunkt der politischen Spielereien bei der Berlinale." Das Nachrichtenportal Maschregh bezeichnete die Entscheidung der Berlinale als ein politisches Zeichen gegen den Iran.

Grütters: Berlinale-Preis für Panahi politisches Zeichen

"Ermutigung zum Experiment sei Grundlage staatlicher Kulturförderung"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Berlinale-Preis für den Film "Taxi" des iranischen Regisseurs Jafar Panahi auch als politisches Zeichen und Mahnung gewürdigt. "Denn es ist nicht zuletzt die Kunst, die dort Brücken baut, wo Diplomatie und Politik an ihre Grenzen stoßen", betonte Grütters. "Sehr verdient" nannte Grütters den Silbernen Bären für Sturla Brandth Grøvlen, den Kameramann von Sebastian Schippers Echtzeitthriller "Victoria". Der Film lebe geradezu von seiner atemlosen Experimentierfreude und riskiere zum Beispiel durch den Verzicht auf den Schnitt viel. "Diese Ermutigung zum Experiment ist die Grundlage staatlicher Kulturförderung", so Grütters. Festivalchef Dieter Kosslick habe mit vielen herausragenden Filmen und hoher Starpräsenz die Berlinale wieder zu einer "großartigen Bühne der internationalen Filmkunst" werden lassen.

Zitate der Gewinner der Berlinale-Bären

Auszüge der Reaktionen bei der Preisverleihung

"Ich bin nicht in der Lage etwas zu sagen, ich bin zu ergriffen." (Jafar Panahis zehnjährige Nichte Hana Saeidi, die stellvertretend für den mit Ausreiseverbot belegten Regisseur den Goldenen Bären für "Taxi" entgegennahm)

"Panahi hat einen Liebesbrief an das Kino geschaffen." (Jury Präsident Darren Aronofsky über Jafar Panahis Film "Taxi")

"Er macht Filme, er hat keine Waffen. (...) Filme können für einige mächtige Systeme gefährlich sein." (Regisseur Pablo Lorraín, Gewinner des Großen Preis der Jury für "El Club", über seinen iranischen Kollegen Jafar Panahi)

"Ich hatte die Kamera die ganze Zeit in meiner Hand, die ganzen zwei Stunden über. Sie war etwa sechs Kilo schwer. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich mich auf diese Art des Filmens spezialisieren werde!" (Kameramann Sturla Brandth Grøvlen. Er erhielt für seine Arbeit an Sebastian Schippers 140 Minuten langem, ohne Schnitt gedrehtem Bankräuber-Drama "Victoria" einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung)

"Ich habe das erste Mal von Berlin gehört, als ich sehr klein war, denn mein Vater war hier 1936 und er hat eine Goldmedaille bei den Olmypischen Spielen gewonnen. Ich bin ziemlich wettbewerbsorientiert und ehrgeizig und wollte den Staffelstab übernehmen und auch etwas gewinnen in Berlin. Und hier bin ich!" (Charlotte Rampling, die für ihre Rolle in dem Ehedrama "45 Years" als beste Schauspieler ausgezeichnet wurde)

Paul Potts hält Laudatio auf Bürgerstiftung Halle

Verleihung des Förderpreises "Aktive Bürgerschaft" am 20. März

Der britische Opernsänger Paul Potts hält bei der Verleihung des Förderpreises "Aktive Bürgerschaft" am 20. März in Berlin die Laudatio auf die Bürgerstiftung Halle. Das teilte der Verein "Aktive Bürgerschaft" am Sonntag mit. Die Bürgerstiftung Halle erhält den mit 10 000 Euro dotierten Preis für ihr Engagement für das Kulturpatenprojekt "Max geht in die Oper". In dem Projekt geht es darum, Kindern frühzeitig mit Hilfe ehrenamtlicher Paten die kulturelle Vielfalt der Stadt nahezubringen. Auch die Bürgerstiftung Salzland ist Preisträgerin. Sie baute in Schönebeck ein Netzwerk auf, das Demenzkranken und ihren Angehörigen in der Region weiterhilft. Potts wurde durch seinen Sieg bei der Fernsehshow "Britain's Got Talent" bekannt. In dem britischen Pendant zu "Deutschland sucht den Superstar" begeisterte er im März 2007 Publikum und Jury mit der Arie "Nessun Dorma" aus der Puccini-Oper "Turandot".

Moritzburg Halle präsentiert Werke von "Brücke"-Künstlern

Werke stammen aus der Sammlung "Die Maler der Brücke" von Hertha und Hermann Gerlinger

In der Moritzburg Halle ist am Samstag eine Ausstellung mit Werken der Künstlervereinigung "Die Brücke" eröffnet worden. Zu sehen sind rund 70 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken sowie ein Relief der Expressionisten. Erstmals überhaupt öffentlich gezeigt wird ein Selbstporträt des damals fast 90-jährigen Karl Schmidt-Rottluff von 1974. Wie das Museum mitteilte, sind auch einige bedeutende Neuerwerbungen zu sehen, darunter eine Selbstbildniszeichnung Ernst Ludwig Kirchners von 1906. Die Künstlervereinigung "Die Brücke" war 1905 in Dresden gegründet worden und hatte ihren Mittelpunkt ab 1911 in Berlin. Die Expressionisten prägten einen dynamischen, stark farbigen Mal- und Zeichenstil. 1913 löste sich die Gruppe auf.

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