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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Februar 2015

World Press Photo Award an Mads Nissen

Preis als deutliches Statement gegen die Verfolgung von Homosexuellen in Russland.

Zum besten Photo des Jahres hat der World Press Photo Award ein Foto des dänischen Fotografen Mads Nissen gewählt. Das Foto ist Teil eines größeren Projekts des Fotografen zum Thema "Homophobie in Russland". Nissen fotografierte das schwule Paar Jon und Alex in einem intimen Moment in Sankt Petersburg. Die Jury des Wettbewerbs zeichnete ihn aus, weil er mit dem Foto auf eindrückliche Weise Stellung zu einem universalen Thema nehme. Für Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender werde das Leben in Russland zunehmend schwieriger. "Dieses Foto hat eine große ästhetische Kraft und zeigt Menschlichkeit", sagte die Vorsitzende der Jury, Michele McNally, Direktorin für Fotografie bei der "New York Times". Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Preußen-Stiftung gibt Kunstwerke an jüdische Erben zurück

Kunstrückgabe an Mosse-Nachfahren

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat acht Kunstwerke an die Nachfahren des früheren Berliner Verlegers Rudolf Mosse zurückgegeben. Die Werke waren der jüdischen Tochter des Verlegers in der Nazi-Zeit abgenommen und versteigert worden. Wie die Stiftung mitteilte, sollen sie vorerst als Leihgaben in Berliner Museen bleiben. Es handelt sich vor allem um mehrere antike Tierfiguren. Die Stiftung hatte sie bei der systematischen Überprüfung ihrer Bestände als mögliche NS-Raubkunst identifiziert. Rudolf Mosse galt als einer der einflussreichsten Verleger der Weimarer Republik. Seine Tochter Felicia Lachmann-Mosse erbte die Kunstsammlung ihres Vaters. 1933 musste sie vor den Nazis in die USA fliehen, das Vermögen der Familie wurde beschlagnahmt.

Neue Töne im Münchner Konzertsaal-Streit

Münchner Philharmoniker sehen Umbau auch als Chance

In der heftigen Debatte über einen möglichen neuen Konzertsaal in Bayerns Landeshauptstadt haben die Münchner Philharmoniker eingelenkt: In einem Brief an ihre Abonnenten bezeichnen sie heute die geplante Sanierung der Philharmonie im Gasteig als Chance. Die Entscheidung für eine Optimierung der Philharmonie sei ein "Bekenntnis zu einer 30-jährigen Erfolgsgeschichte", heißt es nun in dem von Intendant Paul Müller und dem Orchestervorstand unterzeichneten Brief. So könne ein Saal geschaffen werden, der mit den internationalen Spitzensälen wie Berlin, Tokio oder Luzern in einer Reihe steht. Chefdirigent Mariss Jansons des BR-Symphonieorchesters, das ebenfalls im Gasteig zu Hause ist, hatte sich dagegen sehr enttäuscht gezeigt, dass kein neuer Saal gebaut werden soll.

Liste der Anklagepunkte im Achenbach-Prozess soll gekürzt werden

Entlastende Zeugenaussage des Künstlers Tony Cragg

Kurz vor Ende der Beweisaufnahme gibt es eine Überraschung im Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach: Die Liste der Anklagepunkte soll um vier auf  20 Anklagepunkte reduziert werden. Auch in einem weiteren Anklagepunkt sehen die Verteidiger Achenbach entlastet. Der Bildhauer Tony Cragg sagte heute vor dem Essener Landgericht als Zeuge aus, dass der von Achenbach für eine seiner Skulpturen in Rechnung gestellte Preis von knapp 400 000 Euro marktüblich sei. Helge Achenbach soll den Aldi Erben Berthold Albrecht bei insgesamt 22 Kunst- und Oldtimerverkäufen um rund 23 Millionen Euro betrogen haben. Das Verfahren gegen Achenbach wird dennoch länger dauern als geplant. Der Vorsitzende Richter Johannes Hidding setzte zwei weitere Verhandlungstermine am 11. und 16. März an.

Kairos-Preis für Berliner Architekten

Eike Roswag erhält den mit 75 000 Euro dotierten Preis der Alfred Toepfer Stiftung

Roswags Bauten seien "keine schillernden Solitäre, sondern beruhen auf Respekt vor zukünftigen Nutzern und der Erfahrung örtlich ansässiger Handwerker", begründete das Kuratorium die Wahl. Die Bauprojekte seines Büros Ziegert/Roswag/Seiler spannten einen Bogen von Wohnhäusern und Gewerbebauten in Deutschland, über Schulen in Asien und Afrika bis hin zur Denkmalpflege in islamischen Ländern, hieß es weiter. Die Auszeichnung wird am 22. Februar im Hamburger Schauspielhaus übergeben. Der Kairos-Preis ist einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa.

Goldener Ehrenbär für Wim Wenders

Der Altmeister des Neuen Deutschen Films erhält höchste Berlinale-Ehren

Der deutsche Regisseur Wim Wenders ist der diesjährige Preisträger des Goldenen Ehrenbären bei der Berlinale. Das Festival sprach dem Regisseur von "Der Himmel über Berlin" und "Pina" die Auszeichnung für sein Lebenswerk zu. Damit wird einer der renommiertesten zeitgenössischen Autorenfilmer geehrt, sagte Festivalchef Dieter Kosslick zur Begründung. Aus Anlass der Preisvergabe zeigt die Berlinale in einer Hommage zehn Filme des gebürtigen Düsseldorfers, darunter auch das frühe Meisterwerk "Im Lauf der Zeit" (1976) und das Roadmovie "Paris, Texas" (1984). Mit seiner Doku "Das Salz der Erde" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist Wenders derzeit für einen Oscar nominiert.

Leipziger Buchmesse nimmt deutsch-israelische Beziehung in den Blick

Das deutsch-israelische Verhältnis steht im Mittelpunkt der diesjährigen Leipziger Buchmesse

Anlass ist die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vor 50 Jahren, teilte die Messe-Leitung mit. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen sollen mit aktueller Literatur aus beiden Staaten beleuchtet werden. Während der Messetage wollen 40 Autoren aus Israel und Deutschland zu Lesungen und Diskussionen nach Leipzig reisen. Einen Monat vor dem Start der Buchmesse wurde auch das Programm des parallel in der Messestadt stattfindenden Literaturfestes «Leipzig liest!» veröffentlicht. An 410 Orten stellen rund 3.000 Mitwirkende ihre jüngsten Werke vor. Auf der Buchmesse selbst werden rund 2.000 Aussteller erwartet. Die Leipziger Buchmesse findet vom 12. bis 15. März statt.

Spekulationen um Simon Rattle

Bedingungen für London-Rückkehr

In einem Interview mit der BBC sagte Simon Rattle, dass er nur nach London zurückkehre, wenn dort ein neuer Konzertsaal gebaut werde. London und München seien die einzigen beiden Großstädte, die keinen angemessenen Konzertsaal hätten, so Rattle weiter. Die Berliner Philharmoniker haben gestern Abend ein umjubeltes Konzert im Londoner Barbican gegeben. Seit Wochen wird spekuliert, dass der britische Dirigent Sir Simon Rattle 2018 - nach Auslaufen seines Berliner Vertrages - in seine Heimat zurückkehren könnte, zum London Symphony Orchestra.

Teatro Colón sagt Katharina Wagner für Parsifal-Regie ab

Auch Retourkutsche aus Buenos Aires für kurzfristige Absage der Bayreuth-Intendantin vor drei Jahren

Das Teatro Colón in Buenos Aires hat Katharina Wagner als bereits angekündigte Regisseurin von Parsifal eine Absage erteilt. Die Bayreuther Festspielchefin sollte die Oper ihres Urgroßvaters Richard Wagner im Dezember im argentinischen Opernhaus inszenieren. Der neuernannte Theater-Intendant Darío Lopérfido beschloss, Katharina Wagner durch den argentinischen Regisseur Marcelo Lombardero zu ersetzen. Er wolle etwas künstlerisch stärkeres für Parsifal, Lombardero habe in der Musikwelt und der Regie ein höheres Niveau als Katharina Wagner erreicht, sagte Lopérfido der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auch auf negative Kritiken einiger Inszenierungen Katharina Wagners in deutschen Medien. Zudem sei aber auch der Ärger ins Gewicht gefallen, der nach dem Rückzug Wagners vom ambitionierten Ring-Projekt im Colón 2012 in argentinischen Musikkreisen entstanden war. Bis heute treffe die damalige Entscheidung Wagners auf breites Unverständnis, sagte Lopérfido.

Berlinale Kamera für Oscar-Preisträger Marcel Ophüls

Die Berliner Filmfestspiele haben Marcel Ophüls mit einer Berlinale Kamera ausgezeichnet

Der 87-Jährige wird für seine Dokumentarfilme geehrt. Mit 6 Jahren musste er mit seinen Eltern vor den Nazis nach Frankreich fliehen. Später setzte sich der Sohn des bekannten Regisseurs Max Ophüls in seiner eigenen Arbeit als Dokumentarfilmer intensiv mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Sein Film „Hotel Terminus über den Gestapo-Kommandanten Klaus Barbie (1989) wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Bei den Nürnberger Prozessen entstand die fünfstündige Dokumentation „The Memory of Justice (Nicht schuldig, 1976).

Bayern gibt gestohlene historische Bücher an Italien zurück

Werke von Galilei und Kopernikus waren unter den geraubten Schätzen

Die bayerischen Behörden geben 500 historische Bücher zurück, die aus italienischen Bibliotheken gestohlen worden waren. Darunter sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft München auch Originalausgaben der Werke von Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler. Der Gesamtwert der 543 Bücher, die überwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Am Freitag sollen die in einem Münchner Auktionshaus beschlagnahmten Bücher den italienischen Behörden übergeben werden. Nach deren Ermittlungen wurden sie zwischen Juni 2011 und April 2012 vor allem aus der Bibliothek Girolamini in Neapel gestohlen.

Schillerpreis für Andrea Breth

Die Theaterregisseurin wird für ihre Schiller-Inszenierungen geehrt

Andrea Breth Regisseurin, erhält den diesjährigen Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar. Das teilte die Stadt mit. Breths Inszenierungen von Friedrich Schillers Dramen "Maria Stuart" und "Don Carlos" zählten zu den besten der letzten Jahre, heißt es zur Begründung von der Jury. Breth verzichte auf Textfreiheit und setze auf das ursprüngliche Wort des Dichters. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Breth am 10. November in der Marbacher Stadthalle Schillerhöhe überreicht werden.

Prozess um Kunstfälschungen tritt auf der Stelle

Stagnation beim Kunstprozess um gefälschte Werke russischer Avantgardekunst

Auch am zweiten Verhandlungstag konnte die Staatsanwaltschaft wegen weiterer Anträge der Verteidigung noch nicht die Anklageschrift verlesen. Drei Männern werden vor dem Landgericht gewerbs- und bandenmäßiger Betrug sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. Sie sollen mit dem Verkauf von 19 gefälschten Bildern im Stil von Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch fast elf Millionen Euro ergaunert haben. Am kommenden Montag (16.2.) will das Landgericht entscheiden, ob der Prozess mit der vorgesehenen Besetzung der Richter und Schöffen fortgesetzt werden kann. Die beiden 42 und 68 Jahre alten Hauptangeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Ein 41-Jähriger muss sich wegen Beihilfe verantworten.

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