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Kulturnachrichten

Sonntag, 8. Februar 2015

Iranischer Kinobeauftragter kritisiert Panahi-Film auf der Berlinale

Jafar Panahi hat in seiner Heimat ein zwanzigjähriges Berufsverbot

Aus dem Iran kommt erneut Kritik daran, dass der neue Film "Taxi" von Jafar Panahi im Wettbewerb der Berlinale gezeigt wird.
"Die Berlinale stand mal für Kultur und Kunst, jetzt aber hören wir immer wieder die lauten Schritte der Politik", sagte der Kinobeauftragte des Kultusministeriums, Hodschatollah Ajubi. Berlinale-Leiter Dieter Kosslick bestehe darauf, den Iran nur über Panahis Filme darzustellen. Dies führe aber zur "Verbreitung von Missverständnissen" über das iranische Volk, erklärte Ajubi laut iranischen Mendienberichten heute. "Als Kinobeauftragter bin ich auch nicht glücklich, dass ein Filmemacher nicht arbeiten darf, aber ich beuge mich nun mal den hiesigen Gesetzen", schrieb Ajubi demnach in einem Brief an Kosslick. Das solle auch der Berlinale-Leiter respektieren. Der regimekritische Panahi war im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt worden. Das Urteil wurde allerdings nicht vollständig vollstreckt.

Türkische Sängerin Müzeyyen Senar gestorben

Sie wurde "Diva der Republik" genannt

Die türkische Sängerin Müzeyyen Senar ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu erlag sie in einem Krankenhaus der Küstenstadt Izmir einer Lungenentzündung. Senars Karriere spannte sich über fünf Jahrzehnte, von ihren Landsleuten wurde die Interpretin traditioneller türkischer Musik auch liebevoll "Diva der Republik" genannt. Für viele Türken war Senar ein Bindeglied zwischen der modernen Zeit und einer untergegangenen Ära. In den 1980er Jahren beendete sie ihre Bühnenauftritte. "Müzeyyen Senar ist unvergleichbar. Sie war eine großartige Künstlerin und der Stolz der Türkei", erklärte Kulturminister Ömer Celik über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Sängerin wird am Dienstag in Istanbul bestattet.

Frühe Fassung der Magna Carta entdeckt

Die Magna Carta ist die wichtigste Quelle des englischen Verfassungsrechts

Fast genau 800 Jahre nach der Besiegelung der Magna Carta ist eine frühe Abschrift dieses Dokuments in der englischen Grafschaft Kent aufgetaucht. Laut dem britischen Sender BBC entdeckte ein Forscher das historische Pergament im Archiv von Sandwich, als er nach der "Charter of the Forest" von 1217 suchte. Dem Bericht nach fand er zusammen mit diesem Rechtsdokument auch eine - allerdings um ein Drittel verstümmelte - Fassung der Magna Carta. Nach Auskunft des Mittelalter-Experten Nicholas Vincent könnte die Handschrift bis zu umgerechnet 13,4 Millionen Euro wert sein. Die Bedeutung des Fundes liege in der Doppelüberlieferung der beiden Dokumente; während die am 15. Juni 1215 besiegelte Magna Carta von Rechten des englischen Adels handelt, ergänzt die Charter of the Forest Privilegien für den gemeinen Mann. Weltweit existiert laut BBC nur eine einzige weitere Zwillingsfassung beider Rechtsurkunden; sie befindet sich im Oriel College in Oxford.

DGB kritisiert: Museen umgehen den Mindestlohn

Es trifft besonders Volontäre

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat den Museen in Deutschland vorgeworfen, immer wieder das neue Mindestlohngesetz zu umgehen. Betroffen seien Volontäre in Museen, sagte der Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand, Karsten Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. "Für sie gilt der gesetzliche Mindestlohn." Stattdessen sei geringere Bezahlung entsprechend der Anwärterbezüge im öffentlichen Dienst üblich. Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, hingegen betonte, dass sich der Museumsbund seit Jahren für angemessene Bezahlung einsetze. Im Deutschlandradio Kultur kritisierte er, dass die Museen mit den Mehrkosten, die durch den Mindestlohn entstehen, von der Politik alleingelassen werden.

Directors Guild Awards: "Birdman" erneut ausgezeichnet

Gute Chancen für die Oscars

Der Film "Birdman" hat zwei Wochen vor der Oscar-Verleihung einen weiteren wichtigen Preis abgeräumt. Der Regisseur Alejandro González Iñárritu wurde am Samstag bei den Directors Guild Awards in Los Angeles mit der Auszeichnung für herausragende Regieleistung bei einem Spielfilm geehrt. Damit könnten die Oscar-Chancen für Iñárritu und "Birdman" steigen. Der Film hat bereits bei der Verleihung der Preise der Schauspieler- und Produzentengewerkschaften abgeräumt. Er handelt von einem gescheiterten Hollywood-Schauspieler, gespielt von Michael Keaton, und ist für insgesamt neun Oscars nominiert.

Oscar-Vorgeschmack: Baftas werden heute verliehen

Große Ähnlichkeit zu Hollywood-Filmpreisen

Filmfans warten gespannt auf die Verleihung der British Academy Film Awards heute Abend in London. Mit Nominierungen in elf Kategorien führt die Komödie "The Grand Budapest Hotel" von US-Regisseur Wes Anderson die Liste an, gefolgt von der US-Actionkomödie "Birdman" und der Stephen-Hawking-Biografie "The Theory of Everything" mit jeweils zehn Nennungen. Kritiker fürchten um die Eigenständigkeit der Baftas, die in den Augen mancher zu "kleinen Oscars" geworden sind. Allerdings gibt es auch Kategorien, die für britische Filme und Filmschaffende reserviert sind.

Ian McKellen: Sherlock Holmes einer der größten Engländer

Der Schauspieler stellte heute auf der Berlinale seinen neuen Film vor

Ian McKellen mag erfundene Figuren manchmal lieber als reale. "Sherlock Holmes ist einer der größten Engländer, auch wenn es ihn ja nicht wirklich gegeben hat", sagte der 75-jährige Brite, der u.a. als Zauberer Gandalf aus den "Der Herr der Ringe"-Filmen bekannt ist, heute bei der Berlinale. Er stellte dort den Film "Mr. Holmes" von Bill Condon vor. "Es gab andere große Engländer - aber die waren nicht immer toll." In "Mr. Holmes" verkörpert McKellen den 93-jährigen Detektiv, der auf seinen letzten Fall zurückblickt. Das Drama läuft bei der Berlinale außer Konkurrenz. Mit Regisseur Condon drehte McKellen bereits den Oscar-prämierten Film "Gods and Monsters". 2006 wurde der Theater- und Filmschauspieler auf der Berlinale mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk geehrt.

Berliner Philharmoniker auf Tournee in London

Weitere Konzerte in Paris und Amsterdam

Zum 60. Geburtstag von Chefdirigent Sir Simon Rattle gehen die Berliner Philharmoniker mit einem großen Programm auf Tournee. Bei einer einwöchigen Residenz in London wird das Orchester von Dienstag an den kompletten Zyklus der Symphonien von Jean Sibelius spielen. Außerdem wird das Orchester während des London-Aufenthalts mit jungen Musikern üben, zum Abschluss dirigiert Rattle ein Konzert mit ihnen. Rattle ist am 19. Januar 60 Jahre alt geworden. Er bleibt noch bis Mitte 2018 an der Spitze des Orchester, im Mai soll der Nachfolger gewählt werden. Die Tournee führt das Orchester auch nach Amsterdam und Paris.

Schauspieler Antonio Banderas mit Ehren-Goya ausgezeichnet

Regisseur Pedro Almodóvar überreichte den Preis

Hollywoodstar Antonio Banderas hat den Ehren-Goya der spanischen Filmpreise 2015 erhalten. "Alles was ich habe und was ich bin, das verdanke ich meinem Beruf", sagte der 54 Jahre alte Schauspieler in seiner Dankesrede am späten Samstagabend in Madrid. Wenn er auf seine 35-jährige Karriere zurückblicke, fühle er sich alt. Aber wenn er nach vorne schaue, fühle er sich jung, betonte Banderas. Bei der 29. Ausgabe der "Premios Goya" bekam Banderas den Preis, eine Bronzebüste des Malers Francisco de Goya, von Regisseur Pedro Almodóvar, seinem "Entdecker", überreicht. Die Karriere des Mannes aus Málaga habe sich durch Risiko und Engagement ausgezeichnet, betonte die Film-Akademie. Banderas, der auch Filme produziert und Regie führt, habe auf beiden Seiten des Atlantiks eine glänzende Karriere durchlaufen und dabei eine bemerkenswerte Vielseitigkeit entwickelt.

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Fazit

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Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

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