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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Februar 2015

Eine große arabische Intellektuelle: Assia Djebar ist tot

Am 30. Juni 1936 in Cherchell bei Algier geboren, war Assia Djebar eine der bedeutendsten Stimmen aus dem Maghreb.

Ab 1955 studierte sie in Paris. Dort erschien zwei Jahre später auch ihr erster Roman La Soif , in dem sie den Emanzipationsversuch einer jungen Algerierin kurz vor dem Unabhängigkeitskrieg beschreibt. Im tunesischen Exil schloss sie ihr Geschichtsstudium ab, unterrichtete, arbeitete als Journalistin und erhielt einen Lehrauftrag an der Universität von Rabat. Nach der Unabhängigkeit Algeriens 1962 kehrte sie zunächst in ihre Heimat zurück. Mit ihrem zweiten Ehemann zog sie wieder nach Paris.
Neben ihrem literarischen und essayistischen Werk hinterlässt Assia Djebar Filme, in denen sie sich immer wieder mit der Rolle der Frau in der arabischen Welt befasste. In ihrer Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 2000 sagte sie:
„Ich schreibe auf Französisch, in der Sprache des ehemaligen Kolonisators, die jedoch, und zwar unverrückbar, zur Sprache meines Denkens geworden ist, während meine Sprache der Liebe, des Leidens und auch des Gebets –manchmal bete ich – das Arabische, meine Muttersprache, ist. Und da ist noch die berberische Sprache meiner Heimatregion, eine Sprache, die ich nicht vergessen kann, deren Rhythmus mir stets gegenwärtig ist, in der ich, ohne es zu wollen, in meinem Innern „nein“ sage: als Frau und vor allem in meinem andauernden Bemühen als Schriftstellerin“.
2005 wurde Assia Djebar als erster Autor des Maghreb in die Académie Française aufgenommen.

Gauguin-Bild "Nafea": Tatsächlich teuerstes Bild der Welt?

Zahlte ein Käufer in Katar tatsächlich 300 Millionen US-Dollar, wie viele Medien berichten?

Skeptisch zeigt sich in der FAZ Martin Schwander, Kurator der Gauguin-Ausstellung, die heute in der Fondation Beyeler in Basel öffnet. „Wer weiß denn, wer wirklich dahintersteckt?" fragt er und erläutert: „Der Käufer könnte ebenso gut ein Händlerkonsortium sein, das für einige Jahre das Bild in einem Zollfreilager parkt und es später wieder anbietet.“ Schlagzeilen über einen angeblichen Rekordpreis treiben den Wiederverkaufswert in die Höhe. Tatsächlich gibt es keine namentliche Quelle über den Kaufpreis, es wird in Medien lediglich auf New Yorker Händlerkreise verwiesen.
Paul Gauguin malte Nafea faa ipoipo 1892 auf Tahiti. Besitzer war der Rudolf Staechelin Family Trust in der Schweiz.

Schlagersänger Roland Kaiser: verzichtet gerne auf Pegida-Fans

"Wenn ich Leute verliere, weil ich mich entsprechend geäußert habe, dann habe ich nicht die falschen Leute verloren", sagte der 62-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Nach seiner Rede bei einer Dresdner Anti-Pegida-Demonstration hatten Fans in sozialen Netzwerken diesen Auftritt als unangemessen bezeichnet und angekündigt, sich von dem Sänger abwenden zu wollen. Roland Kaiser unterstrich in der Zeitung, er würde jederzeit dieselben Worte wie auf der Kundgebung für Weltoffenheit und Toleranz wiederholen. Es sei "wichtig, entgegenzusteuern und Farbe zu bekennen. Raushalten gilt nicht."

Von der Apartheid-Regierung verboten: Südafrikanischer Schriftsteller André Brink wurde 79 Jahre alt

Wie die Nachrichtenseite netwerk24.com meldet, starb der Autor gestern während eines Flugs von Europa nach Kapstadt.

Der 1935 in Südafrika geborene André Brink war schon als junger Mann Gegner der Apartheid. Er schrieb seine Bücher zweisprachig. Sein Roman "Kennis van die Aand" (Deutsch: "Blick ins Dunkel") war das erste auf Afrikaans geschriebene Buch, das von der Regierung 1973 verboten wurde. Nur das Schreiben habe ihm ermöglicht, sagte er später, weiter in seiner Heimat zu leben. Sein 1987 erschienener Roman "A Dry White Season" (Deutsch: "Weiße Zeit der Dürre") wurde 1989 mit Marlon Brando, Donald Sutherland und Susan Sarandon verfilmt.

Oliver Heidemann: bleibt Unterhaltungschef des ZDF

Das meldet Spiegel-Online mit dem Hinweis, dass die Personalie Anfang kommender Woche im Sender verkündet werden soll.

Oliver Heidemann ist promovierter Musikwissenschaftler und leitet das Ressort bereits seit August kommissarisch. Der 50jährige arbeitet seit 1999 beim ZDF, er betreute Musikshows wie "Sonntagskonzert", "Lustige Musikanten", die Verleihung des Echo Klassik sowie Shows mit Helene Fischer und Udo Jürgens. Eineinhalb Jahren leitete er auch die Redaktion von "Wetten, dass..?".
Die Entscheidung für Heidemann fiel Angaben des Spiegel zufolge Anfang der Woche. Vorgänger Oliver Fuchs hatte wegen des Platzierungs-Skandals bei der Ranking-Show "Deutschlands Beste!" gehen müssen.

Internet-Museum: sucht Unterstützer per Crowdfunding

Es gebe bislang keinen Ort, an dem die Geschichte des Internets bis in die Gegenwart dokumentiert sei, sagt Gründungsmitglied Paul Rascheja.

Das Projekt will bei den Visionären des 17. Jahrhundert beginnen, die Computerrevolution der 70er- und 80er-Jahre sowie die Entwicklung des World Wide Web mit seinen ersten Angeboten dokumentieren. Einen eigenen Komplex soll Internetfreiheit und Datensicherheit erhalten. Das Team «InternetMuseum.Berlin» sucht derzeit einen Standort im
Zentrum von Berlin und hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Deutscher Drehbuchpreis: An Filmemacher Thomas Stuber und Schriftsteller Clemens Meyer

Mit der "Goldenen Lola" ausgezeichnet wurde das Script "In den Gängen".

Die beiden Leipziger haben schon mehrfach zusammengearbeitet. Ihr gemeinsames Skript «Hermann», das Stuber derzeit verfilmt, war im vergangenen Jahr ebenfalls für den Drehbuchpreis nominiert. Mit der Verfilmung von Meyers Kurzgeschichte «Von Hunden und Pferden» hatte Stuber 2012 den silbernen Studenten-Oscar erhalten. Das neue Drehbuch "In den Gängen" basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Meyer, der mit dem Wenderoman «Als wir träumten» bekannt wurde.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters hob bei der Verleihung die Bedeutung von Drehbuchautoren für gutes Kino hervor. "Das Gesamtkunstwerk Film lebt von ihrer Fantasie, von ihren Ideen, ihrem erzählerischen Talent, von ihrem Gespür für Dialoge und Zwischentöne, von ihrer fesselnden Sprache, die andere in den Bann der Geschichte zieht", sagte sie.

Eurovision Song Contest 2016: Türkei wieder dabei

Das Land nimmt seit letztem Jahr nicht mehr an dem internationalen Schlagerwettbewerb teil.

Der Chef des staatlichen Fernsehensenders TRT sagte der Zeitung "Milliyet", "unsere Forderungen werden erfüllt und deshalb werden wir zurückkehren." Es habe einige "bedeutende Verbesserungen" gegeben, so Senol Göka. Sie beträfen das Auswahlverfahren als auch die "moralischen Standards". Vor drei Jahren hatte die Türkei den Ausstieg mit einer niedrigen Einschaltquote und Automatismen bei den Regeln für die Endausscheidung begründet. 2013 hatte Gastgeber Schweden zwei sich während der Proben küssende Tänzer gezeigt. Auf den Sieg von Conchita Wurst im vergangenen Jahr hatte der heutige türkische Europaminister Volkan Bozkir mit dem Satz reagiert: "Jedes Mal, wenn ich diesen Österreicher sehe, der beim Eurovision Song Contest gesiegt hat, sage ich mir, 'glücklicherweise gehören wir nicht mehr dazu'". Seit 2013 veranstaltet die Türkei ihren eigenen Wettbewerb namens "Turkvision".

Konzerthaus München: Kritik nun auch vom Deutschen Musikrat

Den Umbau des Gasteig nannte Generalsekretär Christian Höppner die
"schlechteste aller denkbaren Lösungen".

Die am Montag vom bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer (CSU) und dem Münchener Oberbürgermeister Reiter (SPD) bekanntgegebene Entscheidung, auf einen dritten Saal zugunsten eines Umbaus der Philharmonie am Gasteig zu verzichten, sei "kein Ruhmesblatt" und habe eine "negative Signalwirkung für unser ganzes Kulturland, die weit über die Stadt und die bayerischen Grenzen" hinausreiche. Seit Land und Stadt die über 10 Jahre währende Diskussion um ein neues Konzerthaus für beendet erklärt haben, hagelt es Kritik.

Verlagsgruppe Beltz: übernimmt Campus-Verlag

Das teilten die Verlagshäuser in einer gemeinsamen Erklärung mit. Zum Kaufpreis schweigen sowohl Verkäufer als auch Käufer.

Die Übernahme gilt ab sofort. Verleger Thomas Carl Schwoerer übergibt die Leitung des 1975 von seinem Vater gegründeten Campus Verlags an Beltz-Geschäftsführerin Marianne Rübelmann. Beltz hielt bisher 50 Prozent an Campus. Der Verlag werde "in seiner programmatischen Struktur" mit den Kernsegmenten Wirtschaft und Gesellschaft am Standort Frankfurt weitergeführt, erklärte Rübelmann. Das gelte auch für die Wissenschaftsbücher. Der Campus-Verlag hat nach eigenen Angaben 40 Mitarbeiter, die knapp 200 Neuerscheinungen pro Jahr betreuen. Der bisherige Campus-Verleger Schwoerer scheidet Anfang März nach 29 Jahren aus dem Unternehmen aus. Die Beltz-Gruppe - mit den Schwerpunkten Pädagogik und Psychologie sowie Kinder- und Jugendbuch - wird als Familienunternehmen in der sechsten Generation geführt.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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