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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. Februar 2015

Ai Weiwei dreht mit Til Schweiger Kurzfilm in Fernregie

Kurzfilm soll Teil des internationalen Kinoprojekts "Berlin, I Love You" sein

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei will bei der Berlinale in Fernregie einen Kurzfilm über Berlin von Peking aus drehen. Til Schweiger habe seine Mitarbeit zugesagt, teilte Produzent Claus Clausen heute mit. Schweigers Produktionsfirma Barefoot Films bestätigte das. Nähere Einzelheiten will Produzent Clausen morgen bei einer Pressekonferenz in Berlin vorstellen. Dabei werde auch Ai Weiwei (57) aus China zugeschaltet, hieß es. Der Sohn und die Mutter des Künstlers sollen vor Ort sein. Ai Weiwei darf wegen seiner Kritik am Regime in Peking seit Jahren nicht ausreisen. Der Kurzfilm soll den Angaben zufolge Teil des internationalen Kinoprojekts "Berlin, I Love You" sein. Clausen hatte unter anderem auch schon den Episodenfilm "New York, I Love You" (2009) produziert.

Experten mahnen nach Brand in Moskau Digitalisieren von Dokumenten an

Staat soll Mittel bereitstellen

Nach dem Großbrand in einer Bibliothek der russischen Akademie der Wissenschaften haben Experten schwere Nachlässigkeiten beim Digitalisieren historischer Dokumente kritisiert. Gerade einmal 7000 der insgesamt 14 Millionen Schriften in dem wertvollen Archiv seien auf Datenträgern gespeichert, meinte der Vize-Direktor für Informationstechnologien, Mark Schnajderman. "Bei diesem Tempo dauert das Einscannen noch 100 Jahre", sagte er der Zeitung "Kommersant". Der Staat müsse mehr Geld für diese Arbeit bereitstellen, forderte er. In dem Archiv lagern auch historische deutsche Bücher, die die Rote Armee 1945 als Beutekunst nach Moskau verschleppt hatte - darunter russischen Medien zufolge auch seltene Goethe-Werke.

Angestellte von Londons National Gallery beginnen fünftägigen Streik

Protest gegen Privatisierungspläne für traditonsreiches Museum

Rund 250 Angestellte der berühmten National Gallery in London haben heute einen fünftägigen Streik begonnen, um gegen Privatisierungspläne des traditionsreichen Museums zu protestieren. Am Vormittag versammelten sich rund 40 Angestellte auf dem Trafalgar Square vor dem Kunstmuseum. Sie hielten ein Spruchband mit der Aufschrift "Die National Gallery ist nicht zu verkaufen" hoch und riefen Parolen wie "Nein zur Privatisierung". Wegen des Ausstands blieben mehrere Ausstellungsräume geschlossen.

Achenbach-Prozess: Kunsthändler bestätigt Provisionszahlungen

"Kunsthandel ist ein brutales Geschäft" sagte Kunsthändler Schönewald vor Gericht

Im Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach hat der Düsseldorfer Galerist Paul Schönewald hohe Provisionszahlungen an den Angeklagten eingeräumt. Selbst bei einem von ihm selbst unmittelbar mit dem Aldi-Erben Berthold Albrecht abgeschlossenen Geschäft habe Achenbach nachträglich zwei Prozent des Verkaufspreises erhalten, sagte Schönewald heute vor dem Essener Landgericht. Achenbach habe die Summe zwar nicht direkt eingefordert. Der Kunsthandel sei jedoch ein raues und brutales Geschäft. "Da kann man auch was sagen, ohne dass man es ausspricht", sagte Schönewald. Die Anklage wirft dem seit Sommer 2014 in Untersuchungshaft sitzenden Achenbach vor, Albrecht mit dem Verkauf von Gemälden, Skulpturen und Oldtimern um rund 23 Millionen Euro betrogen zu haben.

Museumsbund klagt über Mehrkosten durch Mindestlohn

"Institutionen tragen Konsequenzen politischer Entscheidungen"

Der Präsident des Deutschen Museumsbundes und Leiter des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, Eckart Köhne, sieht die Museen mit den Mehrkosten durch den Mindestlohn von der Politik alleingelassen. Wenn die Kosten anstiegen, bliebe kein anderer Weg, als bei Projekten zu sparen. "Dann wird man die Ausstellung vielleicht kleiner machen, so dass man mit weniger Wachleuten auskommt." Oder man lasse die Ausstellungen kürzer laufen. Prekäre Arbeitsverhältnisse in der Kultur entstünden oft dadurch, dass man versuche, trotz unzureichender Finanzmittel "mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln noch das Angebot zu machen", so Köhne.

Archiv der US-Bürgerrechtsikone Rosa Parks erstmals ausgestellt

Nachlass wird in Washington gezeigt

Die Aufzeichnungen der amerikanischen Bürgerrechtsikone Rosa Parks sind erstmals in einer öffentlichen Ausstellung zu besichtigen. Ihr Nachlass war nach einem langen Rechtsstreit in der Familie im vergangenen Jahr vom Philanthropen Howard Buffett gekauft worden und wird nun von morgen an langfristig der Bibliothek des Kongresses in Washington zur Verfügung gestellt. Parks wurde zu einem Symbol der Schwarzen im Kampf gegen die Rassentrennung, nachdem sie sich 1955 weigerte, in einem Bus ihren Platz einem Weißen freizumachen.

Intendantin will Wiener Burgtheater verjüngen

Bergmann will für Klassiker aus Österreich begeistern

Das zuletzt krisengeplagte Wiener Burgtheater will mit besonders modernen Inszenierungen neue künstlerische Akzente setzen. "Ich möchte, dass extrem zeitgenössisches Theater stattfindet", sagte Intendantin Karin Bergmann der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es auch, junge Regisseure für österreichische Dramatiker wie Johann Nestroy, Franz Grillparzer und Hugo von Hofmannsthal zu gewinnen. Die Finanzkrise des Hauses sei zwar nicht mehr akut, aber die Bühne schreibe weiterhin rote Zahlen. Bergmann hat vor knapp einem Jahr das Ruder bei der renommierten Bühne übernommen. Vorgänger Matthias Hartmann war wegen seiner angeblichen Mitschuld am Finanzskandal fristlos entlassen worden. Wegen der laut Experten undurchsichtigen Buchführung des Hauses war ein Etatloch von 20 Millionen Euro entstanden.

Niederländischer Journalistin in Türkei drohen fünf Jahre Haft

Vorwurf: Propaganda für PKK

Einer in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir lebenden niederländischen Journalistin drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft werfe Frederike Geerdink vor, Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verbreitet zu haben, berichteten türkische Medien. Die Journalistin soll zum Beispiel PKK-freundliche Botschaften über soziale Netzwerke geteilt haben. Geerdink teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, der Prozess solle am 8. April in Diyarbakir beginnen. Im Januar war Geerdink wegen des Vorwurfs der Terror-Propaganda in Diyarbakir verhört worden. Die Journalistin lebt und arbeitet seit mehr als sieben Jahren in der Türkei. Sie schreibt nach eigenen Angaben unter anderem über die kurdische Minderheit im Land.

Forscher schreiben Bronzestatuen Michelangelo zu

Möglicher Sensationsfund in Cambridge

Zwei Bronzestatuen in Großbritannien sind nach Ansicht von Kunsthistorikern vermutlich Werke des italienischen Renaissance-Meisters Michelangelo. Die beiden muskulösen, auf Panthern reitenden Männer wären die einzigen erhaltenen Bronzestatuen des Künstlers überhaupt, teilte die Universität Cambridge gestern mit. Bereits im Herbst hatte ein emeritierter englischer Professor eine historische Zeichnung gefunden, die als Studie für die Figuren betrachtet werden kann. Dass Michelangelo nicht nur weltberühmte Marmorstatuen angefertigt, sondern auch mit Bronze gearbeitet hat, ist bekannt. Bisher glaubte die Fachwelt aber, dass diese Werke nicht erhalten geblieben sind. Im Juli wollen Wissenschaftler aus Europa und den USA ihre endgültigen Ergebnisse zu dem Fall präsentieren.

Tony Cragg Ehrenmitglied der Düsseldorfer Kunstakademie

Von 2009 bis 2013 war er bereits Rektor der Akademie

Der international erfolgreiche Bildhauer Tony Cragg (65) ist zum Ehrenmitglied der Düsseldorfer Kunstakademie ernannt worden. Der gebürtige Liverpooler war von 2009 bis 2013 Rektor der traditionsreichen Akademie und zuvor bereits zweimal für mehrere Jahre Professor. Cragg habe es geschafft, einen "internationalen Höhenflug" als Künstler und seine Arbeit als Akademieleiter zusammenzubringen, sagte Prorektor Robert Fleck heute in einer Feierstunde. Cragg hat in seiner Wahlheimat Wuppertal außerdem den Skulpturenpark Waldfrieden zu einem Ausstellungszentrum mitten in der Natur entwickelt. Nachfolgerin Craggs an der Spitze der Kunstakademie ist die amerikanische Künstlerin und Professorin Rita McBride.

WDR-Comedy-Show für Grimme-Preis nachnominiert

Mehr als 60 Fernsehproduktionen sind nominiert, 12 Preise können vergeben werden

Die Jury des Grimme-Preises hat die Comedy-Show "Die unwahrscheinlichen Erlebnisse im Leben von ..." (WDR) für die Kategorie Unterhaltung nachnominiert. In der Show werden Prominente in Live-Sketchen vor Publikum, Einspielfilmen und Musiknummern vorgestellt, wie das Grimme-Institut in Marl mitteilte. Die Jurys des 51. Grimme-Preises tagen bis Donnerstag im Grimme-Institut. Die Preise werden am 27. März in Marl verliehen. Insgesamt sind in diesem Jahr mehr als 60 Fernsehproduktionen für den begehrten Preis nominiert. Davon stammen nur vier von Privatsendern. In den drei Kategorien Fiktion, Information und Kultur sowie Unterhaltung können bis zu zwölf Preise vergeben werden.

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