Montag, 16.09.2019
 

Kulturnachrichten

Freitag, 28. Februar 2014

Mini-Bibeln für Gutenberg-Museum

Museumsdirektorin Annette Ludwig bezeichnet sie als "Brücke in die Gegenwart".

Die Rede ist von zwei winzigen Bibeln, die seit heute zur Sammlung des Mainzer Gutenberg-Museums gehören. An dieser Erfindung werde deutlich, wie rasant der technologische Fortschritt verlaufe, so die Museumsleiterin. Während Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert seine Bibel mit der Hand druckte, sei die Nano-Bibel mit Elektrostrahlen auf einen Chip geschrieben worden. Die beiden Exemplare sind ein Geschenk des Mikroelektronikers Stephan Sauter aus Lindau. Gelesen werden kann die Schrift allerdings nur mit einem Mikroskop mit 1600-facher Vergrößerung.

Papst Franziskus versetzt Kardinal Meisner in den Ruhestand

Das Erzbistum Köln braucht ein neues Oberhaupt.

Papst Franziskus hat den bisherigen Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand versetzt. Der 80-jährige Meisner hatte aus Alters- und Gesundheitsgründen selbst darum gebeten. Damit ist der Bischofsstuhl im größten deutschen Bistum vakant. Bis ein Nachfolger gewählt ist, wird ein Diözesanadministrator die Verwaltungsaufgaben übernehmen. Meisner selbst erklärte, er sei dankbar, dass ihm der Papst angesichts seines Alters die Last der Verantwortung für das Erzbistum abgenommen habe.

Norwegen wählt Entwurf für die Gedenkstätten nach Breivik-Anschlägen

Der Schnitt geht mitten durch einen Felsen, ähnlich wie durch die norwegische Gesellschaft.

Wie in eine offene Wunde sollen dann die Namen der Breivik-Opfer in das Gestein graviert werden und an die Getöteten erinnern. Diese Idee für eine nationale Gedenkstätte hatte der schwedische Künstler Jonas Dahlberg. Der Leiter der Behörde für Kunst im öffentlichen Raum "Koro", Svein Bjørkås, teilte mit, Dahlberg habe sich mit seinem Entwurf "Memory Wound" gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt. Sein Vorschlag sehe außerdem vor, das entfernte Gestein - immerhin 1.000 Kubikmeter - ins Regierungsviertel nach Oslo zu bringen und dort eine zweite Gedenkstätte zu schaffen. Angehörige von Opfern und Überlebende lobten die Entscheidung der Jury. Die Kosten für das Projekt liegen bei umgerechnet rund 3,3 Millionen Euro.

Die Fertigstellung soll bis zum 22. Juli 2015 erfolgen.

ROG kritisiert Gewalt gegen Journalisten in Venezuela

Die Rede ist von mindestens 60 tätlichen oder verbalen Angriffen auf Journalisten sowie von 13 Festnahmen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen fordert von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, einen Parlamentsausschuss einzusetzen. Dieser soll Angriffe und Drohungen gegen Journalisten bei den Protesten in dem südamerikanischen Land untersuchen. In einem offenen Brief beschuldigt die Organisation Maduro zudem, mit dem Vorwurf der "Kriegspropaganda" gegen internationale Fernsehsender die Aggressionen gegen Journalisten noch befeuert zu haben.

Katholischer Sozialethiker: Kirchliches Sozialwort ist mutlos

Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland hatten ihr ein neues "Sozialwort" noch nicht einmal vorgestellt - da kam schon Kritik auf.

Der katholische Sozialethiker Bernhard Emunds sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", das Papier sei nichtssagend und mutlos. Es trage zwar den Titel "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft", werde aber keine Diskussionen anregen sondern diese eher einschläfern. Emunds beklagte, die Gelegenheit zu einer klaren Positionierung in gesellschaftspolitischen Fragen sei verspielt worden. Mit dem "Sozialwort" wollen die Kirchen eine Debatte über Zukunftsfragen in Gang setzen. Dazu gehören unter anderem ethische Maßstäbe für die Wirtschaft, der Abbau der Staatsverschuldung und der demografische Wandel.

Bau des Einheitsdenkmals in Berlin verzögert sich weiter

Schuld sind Mosaiken und Fledermäuse.

Wie ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bestätigte, gestaltet sich der Bau des seit 2007 geplanten Einheitsdenkmals in Berlin schwieriger gedacht. Ein Grund sind Mosaiken aus der Kaiserzeit, die auf dem Sockel am Schlossplatz entdeckt wurden und sichtbar bleiben sollen. Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. dient jedoch als Basis für das Einheitsdenkmal. Laut Sprecher muss der Entwurf deshalb angepasst und noch von der Landesdenkmalschutzbehörde genehmigt werden. Auch für im Sockel lebende Fledermäuse werde an einer Lösung gearbeitet.

Theater in Weimar und Erfurt wollen enger zusammenarbeiten

Lange hatte die Angst vor dem Verlust der Eigenständigkeit überwogen.

Doch nun wollen die Theater in Weimar und Erfurt stärker miteinander kooperieren. Wie die Intendanten der beiden Häuser mitteilten, sollen noch in diesem Jahr erste Schauspielproduktionen in beiden Thüringer Städten aufgeführt werden, unter anderem Goethes "Faust". Eine gemeinsame Produktion des "Wallenstein" werde Anfang 2015 zu sehen sein. Mit der engeren Zusammenarbeit wollen die Intendanten nach eigenen Worten einen Strich unter die gegenseitigen Ressentiments der Theater ziehen.

Kulturstaatsministerin Grütters begrüßt Berufung von Tim Renner zum Berliner Kulturstaatssekretär

Die CDU-Frau ist mit dem SPD-Mann einverstanden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die geplante Berufung des Musikmanagers Tim Renner zum Berliner Kulturstaatssekretär begrüßt. Das sei eine interessante Besetzung aus der Szene, sagte Grütters. Ihr Parteikollege, der Berliner CDU-Chef Frank Henkel, glaubt, Renner könne für neue Schwerpunkte in der Kulturpolitik stehen. Grünen-Kulturexpertin Sabine Bangert bezeichnete die Personalie als interessantes Experiment: Medienindustrie treffe Verwaltung. Der Linken-Politiker Wolfgang Brauer zählt dagegen die Probleme auf, die Renner lösen müsse: die - Zitat - "immer desaströser verlaufende Staatsopern-Sanierung, das auf Grund gesetzte Projekt der Landesbibliothek und das gebrochene Finanzierungsversprechen der Freien Szene".

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit will Renner am Dienstag vom Senat berufen lassen.

Medien: Bis zu 100 Weltbild-Filialen könnten schließen

Es könnte bis zu 100 Filialen treffen.

Nach mehreren Medienberichten prüft die insolvente Verlagsgruppe Weltbild die Schließung von 60 Standorten. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen stehen weitere 40 Filialen unter Beobachtung. Bei ihnen würden Faktoren wie Zugeständnisse bei den Mieten und die Wettbewerbsintensität am jeweiligen Standort entscheiden. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wollte sich nicht zu Details äußern und verwies auf die Sanierung des Verlags.

Katalanische Gratiszeitung erringt juristischen Erfolg

Eine kleine Zeitung hat einen großen juristischen Erfolg erzielt.

Das katalanische Gratis-Blatt "Café amb Ilet" - auf deutsch "Kaffe mit Milch" - ist von einem Gericht in Barcelona vom Vorwurf der Rufschädigung freigesprochen worden. Den beiden Herausgebern bleibt damit auch eine Geldstrafe von 10.000 Euro erspart. Sie hatten in einer Serie über Intransparenz, Verschwendung und Bestechung im katalanischen Krankenhaussystem geschrieben und dabei auch Größen aus Politik und Wirtschaft kritisiert. Eine der erwähnten Personen hatte geklagt und in erster Instanz Recht bekommen. Der Fall hatte in Spanien eine Diskussion über das Gesundheitssystem ausgelöst und das Gratis-Blatt landesweit bekannt gemacht.

25 Jahre nach Massaker: Tian'anmen-Hinterbliebene fordern Aufklärung

Sie fordern, das Schweigen zu brechen.

25 Jahre nach dem blutigen Massaker auf dem Tian'anmen-Platz in Peking verlangen die Hinterbliebenen von der chinesischen Führung Aufklärung. Das teilte die Menschenrechtsgruppe Human Rights mit. Die NGO verbreitete einen offenen Brief der Angehörigen des Netzwerkes der "Tian'anmen-Mütter". Sie wollen, dass die Wahrheit aufgedeckt werde und die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Damals, vor 25 Jahren, wurde ein Volksaufstand und eine Demokratiebewegung in Peking niedergeschlagen. In China spricht man oft nur von einem "Zwischenfall".

Auf ihre jährlichen Appelle haben die Angehörigen noch nie eine Antwort bekommen.

Mexiko widmet das Jahr 2014 dem Dichter Octavio Paz

Hundert Jahre nach der Geburt von Octavio Paz will sein Heimatland Mexiko mit vielen Veranstaltungen an den Dichter erinnern.

Das Parlament beschloss in Mexiko-Stadt, 2014 zum Octavio-Paz-Jahr zu erklären. Geplant sind Lesungen, Kolloquien, Ausstellungen und Neuauflagen seiner Werke. Die Abgeordneten erklärten, das Werk von Octavio Paz sei ein Schlüssel zum kulturellen Leben Lateinamerikas. Der Literaturnobelpreisträger aus Mexiko wäre am 31. März einhundert Jahre alt geworden. Er starb im Jahr 1998.

Neuer Literaturnobelpreis-Juror

Es ist eine Ernennung auf Lebenszeit.

Der schwedische Schriftsteller Klas Östergren wird neues Mitglied der Literaturnobelpreis-Jury. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Östergren nimmt den Platz des früheren Jurors Ulf Linde ein, der im Oktober im Alter von 84 Jahren gestorben war. Allerdings folgt Östergren ihm erst am 20. Dezember dieses Jahres nach und kann deshalb noch nicht über den Literaturnobelpreis 2014 entscheiden. Die Jury besteht traditionell aus 18 Mitgliedern.

Filmbusiness: Disney plant aufwändige Produktionen in New York

Die New Yorker sind Dreharbeiten in ihrer Stadt gewohnt - immerhin ist sie eine beliebte Kulisse.

Was "Walt Disney" und die "Marvel Studios" laut "New York Times" jetzt planen, bringt aber selbst den Gouverneur des Bundesstaates New York ins Staunen: Ab dem Sommer sollen gleich vier TV-Serien in der Stadt gedreht werden. Insgesamt sollen es 60 Folgen werden. In jeder der vier Serien geht es um einen Superhelden: Daredevil, Jessica Jones, Iron Fist und Luke Cage. Alles zusammen lässt sich "Walt Disney" 200 Millionen US-Dollar kosten. Außerdem sollen 3.000 Arbeitsplätze entstehen.

Die Serien sollen später aber nicht im Fernsehen laufen, sondern bei Netflix gestreamt werden.

Französisches Gericht verbietet Arte-Krimi

Es sollte ein innovatives Fernseh- und Internet-Projekt sein.

Mitte des Monats hatte Arte den Krimi "Mit innerer Überzeugung" gezeigt. Danach wollte der Sender noch bis Anfang März eine Serie im Internet laufen lassen, die den Gerichtsprozess nach den Ermittlungen behandelt. Doch das hat ein französisches Gericht jetzt verboten. Die zuständige Richterin urteilte, die Geschichte orientiere sich zu sehr an einem realen Mordfall, bei dem ein Gerichtsmediziner des Mordes an seiner Frau verdächtigt werde. Der deutsch-französische Sender Arte will das Verbot respektieren und auf die Serie im Internet verzichten. Die Produktionsfirma kündigte dagegen Einspruch an.

Wehrdienst-Streit in Israel: Strengreligiöse Juden drohen mit Abwanderung

In Israel spitzt sich der Streit über das Ende der Wehrdienst-Befreiung von Talmudschülern zu.

Eine der größten strengreligiösen Gemeinschaften drohte jetzt mit der Abwanderung. Wie die Zeitung "Haaretz" berichtet, überlegt die chassidische Belz-Gemeinschaft, in die USA auszuwandern, sollte das neue Wehrgesetz und damit die Wehrpflicht für strengreligiöse Juden in Kraft treten. Es habe bereits erste Treffen zwischen dem Belz-Rabbiner und einer nahestehenden chassidischen Gemeinschaft in den USA gegeben. Nach Informationen der "Jerusalem Post" sind für Sonntagnachmittag in Jerusalem Proteste gegen das Gesetzesvorhaben geplant.

Zulassungsbeschränkungen am Tempelberg

Wegen der angespannten Lage am Jerusalemer Tempelberg haben israelische Sicherheitskräfte den Zugang zum Freitagsgebet in der Al-Aksa-Moschee beschränkt.

Wie israelische Medien berichteten, erhielten Männer unter 50 Jahren keinen Zutritt zum Tempelberg, um Zusammenstöße zwischen Gläubigen und Sicherheitskräften zu verhindern. Die Zahl der israelischen Einsatzkräfte in der Jerusalemer Altstadt wurde erhöht. Hintergrund der Spannungen ist ein im israelischen Parlament diskutierter Vorstoß, auch den Juden das Beten auf dem Tempelberg zu erlauben.

Türkische Regierung streicht Kinderbuch aus Empfehlungsliste

Dass das Buch "Das Süßklee Mädchen" auf der Empfehlungsliste des türkischen Bildungsministeriums stand, war bei einem Lesewettbewerb in einer Grundschule aufgefallen.

Jetzt hat das Ministerium das Buch von Kemal Bilbasar aus der Liste der 100 zu empfehlenden Kinderbücher herausgenommen. Als Grund heißt es, es trage rassistische Züge und vertiefe Vorurteile gegen Sinti und Roma. Die Geschichte handelt von einen Mädchen, das von "Zigeuner-Hassan" entführt und misshandelt wird. Der Verlag des verstorbenen Autors versprach, alle diskriminierenden und beleidigenden Äußerungen aus dem Buch zu streichen.

Kirchen kritisieren geplantes "Körperwelten"-Museum in Berlin

Das geplante "Körperwelten"-Museum im Berliner Fernsehturm spaltet die Gemüter.

Die einen sind davon wohl fasziniert. Die evangelische und die katholische Kirche lehnen das Projekt allerdings ab. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz teilte mit, es sei ein würdeloser Umgang mit menschlichen Leichen - zumal sie auf so groteske Weise in Szene gesetzt würden. Auch der katholische Beauftragte für die Bereiche Kunst und Kultur des Erzbistums Berlin, Pater Georg Maria Roers, forderte eine - Zitat - "Beerdigung" der Ausstellung. Die Schau ist seit Jahren als Wanderausstellung unterwegs. Sie soll ab Herbst in Berlin gezeigt werden.

Berliner Grüne wollen Kosten für neue Metropolenbibliothek überprüfen lassen

Nicht nur beim neuen Berliner Flughafen explodieren die Kosten.

Auch für den Bau der neuen Metropolenbibliothek scheint viel mehr Geld nötig zu sein als zunächst genommen. Die Berliner Grünen fordern daher, mögliche Alternativen für den Bau zu überprüfen. Kulturexpertin Sabine Bangert sagte, wenn jetzt schon zu sehen ist, dass ein Neubau vorn und hinten nicht hinhaue, müssten endlich andere Lösungsmöglichkeiten auf den Tisch. Ein Kippen des Projekts hält sie allerdings für eine - Zitat - "kulturpolitische Katastrophe."

Der geplante Neubau der Metropolenbibliothek sollte ersten Schätzungen zufolge rund 270 Millionen Euro kosten.

Quenelle-Gruß mit Folgen: Fußballspieler muss 97.000 Euro Strafe zahlen und Sonderschulung besuchen

Die Geste ist so umstritten, weil sie an den Hitler-Gruß erinnert.

Gemeint ist der "Quenelle-Gruß" des französischen Komikers Dieudonné. Den hatte der französische Fußballer Nicolas Anelka bei einem Derby in England gezeigt. Der Stürmer wollte damit einen Treffer beim Spiel feiern, muss jetzt aber für die Geste 97.000 Euro zahlen. Der englische Verband teilte außerdem mit, der Spieler müsse an einer Sonderschulung teilnehmen. Der Fußballspieler hatte den Quenelle-Gruß während des Spiels verteidigt. Er sei einzig und allein seinem Freund, dem Komiker Dieudonné, gewidmet gewesen. Dieudonné war wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen schon mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden.

Einige französische Städte hatten ihm im Januar ein Auftrittsverbot erteilt und Großbritannien verweigerte ihm kürzlich die Einreise.

Ureinwohner Amerikas überlebten Eiszeit auf Beringbrücke

Die Beringsstraße liegt heute 50 Meter unter Wasser - vor 20.000 Jahren war sie aber der Rückzugsort der Ureinwohner Amerikas.

US-Forscher konnten jetzt nachweisen, dass das Gewässer zwischen Nordamerika und Russland früher eine Landzunge war und während der letzten Eiszeit bewohnbar. Dafür haben sie Käfer-Fossilien analysiert und die zeigten, dass es dort im Vergleich zum Rest der Arktis noch relativ mild war. Es gab in dem tundraartigen Klima zum Beispiel Bäume und damit Feuerholz, ohne das ein Überleben nicht möglich gewesen wäre. Die neuen Erkenntnisse erklären auch die zeitliche Lücke, die es bislang bei der Wanderungsbewegung gab. Denn Forscher haben nachgewiesen, dass die ersten Menschengruppen vor 25.000 Jahren aus Asien nach Nordamerika aufbrachen. Dort kamen sie aber erst 10.000 Jahre später an, und zwar erst, als sich die Gletscher über dem Kontinent zurückgezogen hatten.

Weltbank stoppt Kredit für Uganda wegen neuen Homo-Gesetzes

Eigentlich sollte Uganda einen Kredit von umgerechnet 66 Millionen Euro von der Weltbank erhalten.

Wegen des jüngst erlassenen Anti-Homosexuellen Gesetzes wird das Geld aber vorerst nicht ausgezahlt. Ein Sprecher der Weltbank erklärte in Washington, das Projekt sei auf Eis gelegt worden. Man wolle sicherstellen, dass das Gesetz die Entwicklungsziele des Landes nicht beeinträchtige. Der ugandische Präsident Yowei Museveni hatte am Montag ein Gesetz unterzeichnet, nach dem Schwule und Lesben mit lebenslanger Haft bestraft werden können.

China: Entlassener Professor warnt USA

Professoren aus den USA sollten nicht zu viele Kontakte mit Kollegen aus China haben.

Dieser Ansicht ist zumindest der ehemalige chinesische Professor Xia Yeliang. Er provozierte die Verantwortlichen amerikanischer Universitäten mit der Frage, ob sie tatsächlich glaubten, die Kooperation mit China sei für die Amerikaner von Nutzen. Damit spielt er darauf an, dass immer mehr chinesische Führungskräfte ihre Kinder auf US-Elite-Unis schickten. Xia sagte, für die Universitäten seien zahlungskräftige chinesische Studenten natürlich attraktiv. Allerdings könnten viele Chinesen nur auf den guten Ruf der Hochschulen aus sein. Auch von chinesischen Gastwissenschaftlern hält er nicht viel: Unter denen - und das könne er definitiv sagen - seien einige Spione. Die würden zwar Untersuchungen anstellen, das hätte mit Wissenschaft aber wenig zu tun.

Xia Yeliang wurde vergangenes Jahr von der Universität Peking nach 13 Jahren entlassen. Der Wirtschaftswissenschaftler ist bekannt dafür, sich nicht den Mund verbieten zu lassen.

Mazedonien: Museumsdirektor soll Schmuck gestohlen haben

Über zwei Jahre lang sind aus dem größten mazedonischen Museum immer wieder Gold- und Silberschmückstücke gestohlen worden.

Jetzt fällt der Verdacht auf den Museumsdirektor selbst. Wie die Staatsanwaltschaft in Skopje mitteilte, wurde er zusammen mit sieben weiteren Menschen festgenommen. Ihnen werden illegaler Besitz von Kunstgegenständen und Korruption vorgeworfen. Die Artefakte stammen stammen überwiegend aus dem 4. Jahrhundert. Mehr als 160 Gegenstände sollen die Männer entwendet haben.

1.000 Flaschen Rotwein zum Wiederaufbau einer Kirche

Die Potsdamer Garnisionskirche soll wieder aufgebaut werden und hat dafür ausgesprochen ungewöhnliche Unterstützung erhalten.

Ein anonymer Spender hat der Gemeinde 1.000 Flaschen Rotwein zukommen lassen. Wie die Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Kirche mitteilte, wurde der Wein in dieser Woche angeliefert und soll ab sofort für je acht Euro pro Flasche verkauft werden. Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche wird seit mehr als 20 Jahren kontrovers diskutiert. Das Projekt ist deswegen so umstritten, weil die Barockkirche 1933 von den Nazis zur Inszenierung der Reichstagseröffnung genutzt wurde.

Belgien: Gefängnistest unter Live-Bedingungen

Unschuldig hinter Gittern - und das freiwillig.

In Belgien werden das demnächst rund hundert Menschen tun. Denn sie sollen das neue Gefängnis in der nordbelgischen Stadt Beveren testen. Das berichtet die Zeitung "De Standaard". Ein Wochenende lang werden sie die Infrastruktur testen, neben Zellen also auch die Werkstätten oder die Wäscherei. Und dabei sollen die Freiwilligen auch ganz unterschiedliche Charaktere darstellen, etwa Drogensüchtige, Suizidgefährdete oder Krawallmacher. Es ist das erste Mal, dass ein solches Experiment in Belgien durchgeführt wird.

Krimiautorin findet, JK Rowling sollte mit dem Schreiben aufhören

Lynn Shepherd rudert zurück.

Die angesehene britische Krimiautorin hatte vor einigen Tagen in einem Blog verbreitet, Joanne K. Rowling solle doch bitte mit dem Schreiben aufhören. Dabei gehe es nicht um die Bücher der Harry-Potter-Autorin, von denen sie im Übrigen keines gelesen habe. Lynn Shepherd stört sich vielmehr an der Medienaufmerksamkeit für Rowlings Erwachsenen-Bücher. Rowling ziehe alle Aufmerksamkeit auf sich und nehme so anderen Autoren schlicht die Luft zum Atmen. Der Ärger ließ nicht lange auf sich warten: Bei Amazon bewerteten einige Nutzer nun Shepherds Bücher schlecht, obwohl sie sie nach eigenen Angaben gar nicht gelesen hatten. Auch bei Twitter beschwerten sich zahlreiche Rowling-Fans.

Shepherd selbst sagte jetzt dem britischen "Guardian", sie habe doch nur auf die Probleme junger Autoren hinweisen und niemanden verletzen wollen.

David Garrett: Strenge Erziehung machte ihn diszipliniert

Der Stargeiger David Garrett denkt nicht immer gern an seine Kindheit zurück.

Und trotzdem habe sie ihm in mancherlei Hinsicht Gutes gebracht. Er sagte der Autorin und Psychologin, Ulrike Döpfner, durch seine strengen Eltern habe er vor allem eines gelernt: Disziplin. Garrett könne sich heute auf sich selbst verlassen. Er sei ergebnisorientiert und sehr zielstrebig. Nur mit der Pünktlichkeit hätten seine Eltern keinen Erfolg gehabt. Die Psychologin Döpfner befragte für das gleichnamige Buch "Wie autoritär dürfen Eltern sein"? nicht nur Garrett. Auch andere bekannte Persönlichkeiten, unter anderem Guido Westerwelle und Udo Lindenberg, geben Einblicke in ihre Kindheit.

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