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Kulturnachrichten

Montag, 10. Februar 2014

Türkei: Opposition will Verfassungsklage gegen neues Internetgesetz

Die türkische Opposition will gegen das neue Internetgesetz der Regierung Verfassungsklage einreichen.

Wie der Vize-Chef der Partei CHP, Faruk Logoglu, der Nachrichtenagentur Anadolu mitteilte, wird die Klage sofort eingereicht, sollte Staatspräsident Abdullah Gül das Gesetz unterzeichnen. Die neuen Vorgaben dienten nur dazu, die Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu verschleiern. Die Regelung verstoße zudem gegen die Menschenrechte, sagte Logoglu. Das Gesetz sieht unter anderem vor, Internetseiten ohne richterlichen Beschluss sperren zu lassen.

Schweizer Votum: Schaden für die Wissenschaft

Wenn das Signal ausgestrahlt wird, dass wir die Grenzen dicht machen, dann hat das negative Folgen für die Schweizer Wissenschaft.

So schätzt der Präsident der Schweizer Rektorenkonferenz, Antonio Loprieno, das Schweizer Votum für eine Begrenzung der Zuwanderung ein. Zwei Drittel der Schweizer Professoren seien Ausländer, sagte er dem Deutschlandfunk. Wenn man in Zukunft auf den Pool deutsch- oder französischsprachiger Wissenschaftler verzichten müsse, dann wäre das eine Tragödie, man würde in der Mittelmäßigkeit verschwinden, so Loprieno. Für ihn heiße es nun, die Entscheidung des Souveräns zu akzeptieren und sich dafür einzusetzen, dass deren Umsetzung dem Wissensstandort Schweiz keinen Schaden zufüge.

Schriftsteller Muschg über Schweizer Votum zur Zuwanderung: "Trotzreaktion gegen die Globalisierung"

Das Votum seiner Landsleute über die Zuwanderung hält er für eine "Trotzreaktion gegen die Globalisierung".

Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg rechnet damit, dass das Land einen hohen politischen Preis für die Entscheidung zahlen wird, die Zuwanderung aus der EU zu begrenzen. Muschg sagte im Deutschlandradio Kultur, ohne Zuwanderung könne die Schweiz nicht existieren, vor allem nicht im Gastgewerbe, der Pflege und der Landwirtschaft. Muschg betonte, er empfinde angessichts des Ausgangs der Volksabstimmung auch ein Stück Scham. Die EU forderte er auf, nicht "windelweich" zu reagieren: Die Schweiz müsse merken, was sie angerichtet habe.

Pressefreiheit: Chinakritische Journalisten dürfen nicht über Treffen mit Taiwan berichten

Zum ersten Mal seit 60 Jahren treffen sich morgen Vertreter der Regierungen von China und Taiwan - auch für die Medien dort ein Riesenereignis.

Reporter des Senders "Radio Free Asia" und der Zeitung "Apple Daily" werden allerdings nicht aus Peking berichten können. Sie haben kein Visum von China bekommen. Die Vereinigung taiwanesischer Journalisten protestiert: China versuche die Pressefreiheit zu unterdrücken. Besonders "Apple Daily" und das US-finanzierte "Radio Free Asia" hätten häufig kritisch über die Menschenrechtslage in der Volksrepublik berichtet.

"Radio Free Asia" soll Menschen in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit Alternativen zu Staatsmedien bieten. Die Zeitung "Apple Daily" hat ihren Sitz in Hongkong und gilt als kritischer Beobachter der Menschenrechtslage in China.

Pussy Riot: Kandidatur für Moskauer Stadtparlament

Es ist einen Versuch wert.

So äußert sich Pussy-Riot-Mitglied Maria Alechina zum Vorhaben, für das Moskauer Stadtparlament zu kandidieren. Auf einer Pressekonferenz in Berlin informierten sie und ihre Kollegin Nadeschda Tolokonnikowa über ihre Pläne. Zugleich kritisierten sie die Zustände in russischen Gefängnissen. Kurz vor Weihnachten waren die beiden Musikerinnen aus einem russischen Straflager entlassen worden. Die Dokumentation "Pussy Riot - A Punk Prayer" läuft am Abend auf der Berlinale im Rahmen der Veranstaltung "Cinema for Peace".

Russland: Satellitenbetreiber streicht kritischen Sender

Nun macht auch der letzte Satellitenbetreiber ernst und streicht den kritischen Sender "Doschd TV" aus dem Programm.

Damit wird, laut Chefredakteur Michail Sigar, Doschd TV faktisch geschlossen. Nur noch kleine, regionale Betreiber übermitteln das Programm weiterhin, sonst bleibe nur noch der Weg über das Internet. Doschd hatte sich einen Namen gemacht, indem der Fernsehkanal als erster über die putinkritischen Proteste berichtete. Am Wochenende waren Fans des Senders, die sich zu einem Protest-Flashmob in Moskau versammelt hatten, von der Polizei festgenommen worden.

Juden in Ungarn drohen mit Boykott des Holocaust-Gedenkens

In Ungarn findet das Holocaust-Gedenken in diesem Jahr womöglich ohne jüdische Vertreter statt.

Die Vereinigung jüdischer Gemeinden erklärte in Budapest, sie werde den offiziellen Veranstaltungen fernbleiben, sollte die Regierung nicht ihre Pläne für umstrittene Denkmäler aufgeben. Konkret geht es um Mahnmale zur Eroberung Ungarns durch Nazi-Deutschland und ein Projekt zum Gedenken an Kinder, die im Holocaust getötet wurden. Die jüdische Vereinigung beklagt, sie sei bei den Planungen ausgeschlossen worden. Zudem werde bei beiden Monumenten die Täterrolle Ungarns ignoriert. Ungarn gedenkt in diesem Jahr der Deportation von mehr als 400.000 Juden in die Vernichtungslager vor 70 Jahren.

Monuments Men Harry Ettlinger: Was ich da mache war mir nicht klar

Der erste Job den ich hatte, war Heinrich Hoffmann zu verhören, den persönlichen Fotografen Adolf Hitlers.

So beschreibt der letzte noch lebende "Monuments Men", Harry Ettlinger, den Beginn seiner Arbeit bei der Sondereinheit der US-Streitkräfte im Deutschlandfunk. Welche Tragweite sein Einsatz haben würde, das sei ihm damals nicht klar gewesen. Damals hätten die "Monuments Men" geschätzt, so Ettlinger, dass etwa eine dreiviertel Million wertvoller Gemälde noch auftauchen würden. Als er von den wiederentdeckten Werken des Kunstsammlers Gurlitt gehört habe, da habe er gedacht: Das ist der Anfang und es werden in den nächsten Generationen noch mehr kommen. Die Verfilmung der Geschichte der Sondereinheit läuft derzeit auf der Berlinale.

Musik bei Olympia-Show in Sotschi: Russische Sängerin beklagt Urheberrechtsverletzung

Das russische Staatsfernsehen hat bei der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele das Urheberrecht verletzt.

Diesen Vorwurf erhebt die russische Sängerin Semfira. Die Rock-Musikerin erklärte, eine ihrer Kompositionen sei in Sotschi ohne ihr Wissen oder Einverständnis verwendet worden. Der Fernsehsender, der für die Feier verantwortlich war, ist sich keiner Schuld bewusst: Da es sich um einen Staatsakt gehandelt habe, sei die Verwendung der Musik gesetzlich erlaubt gewesen, hieß es. Generaldirektor Konstantin Ernst warf der regimekritischen Sängerin vor, nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen.

Neue Internetseite "The Intercept" veröffentlicht Enthüllungen aus dem Material von Edward Snowden

"The Intercept".

So heißt die neue Internetseite, auf der ab sofort weitere Enthüllungen des Informanten Edward Snowden veröffentlicht werden. Hinter dem Projekt stehen die Journalisten Glenn Greenwald und Jeremy Scahill sowie die Dokumentarfilmerin Laura Poitras, denen Snowden seine Dokumente überlassen hatte. Sie wollen sich nach eigener Aussage zunächst auf das Material von Snowden konzentrieren, später soll es aber auch eigene investigative Recherchen geben. Finanziert wird das Projekt von Pierre Omidyar, einem der Gründer von Ebay.

Zum Auftakt berichtet "The Intercept" über Drohnen-Angriffe der US-Geheimdienste: Die Behörden stützten sich dabei vor allem auf die Ergebnisse elektronischer Überwachung - was zum Tod Unschuldiger führe. Dazu sind auf der Seite neue Luft-Aufnahmen amerikanischer Geheimdienst-Zentralen zu sehen.

Hier der Link zur Seite.

Präsident der spanischen Filmakademie über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise - Goya-Filmpreise verliehen

"In Spanien einen Film zu drehen, kommt einer Heldentat gleich."

So sieht es Enrique Gonzalez Macho, Präsident der spanischen Filmakademie. Bei der Verleihung der Goya-Filmpreise in Madrid sagte er, die Branche leide derzeit stark unter der Wirtschaftskrise. Die Einnahmen seien um gut 100 Millionen Euro gesunken; 400 Kinos seien geschlossen und tausende Stellen gestrichen worden. Auch Raubkopierer und die hohe Mehrwertsteuer machten der spanischen Filmbranche das Leben schwer, betonte Macho. - Größter Gewinner der Preisverleihung war der Film "Las brujas de Zugarramurdi", zu Deutsch "Die Hexen von Zugarramurdi", von Álex de la Iglesia, der mit acht Goyas ausgezeichnet wurde. - David Trueba bekam den Preis als bester Regisseur.

Dänischer Oscar-Preisträger Gabriel Axel gestorben

Der dänische Filmemacher Gabriel Axel ist tot.

Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, starb er gestern im Alter von 95 Jahren. Geboren 1918 in Aarhus, wuchs Gabriel Axel in Frankreich auf und kehrte als Erwachsener nach Dänemark zurück, wo er zunächst als Schauspieler, später als Regisseur arbeitete. Für seinen Film "Babettes Fest" wurde er 1988 als erster Däne mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Düsseldorf: Bühnenverein will bei Intendantensuche helfen

Man braucht jetzt einen soliden und vertraulichen Diskussionsprozess.

Mit diesen Worten kommentiert der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, die Intendantensuche am Schauspielhaus in Düsseldorf. Man wolle das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt dabei unterstützen, sich auf ein neues künstlerisches Profil zu verständigen. Das Haus verzeichnet derzeit ein millionenschweres Defizit. Trotz der Unterstützung durch die Mitarbeiter, trennten sich die Träger des Hauses von Interimsintendant Manfred Weber. Unter dessen Führung waren die Besucherzahlen in den vergangenen Monaten wieder gestiegen.

Nach einer neuen Interimsbesetzung soll spätestens zur Spielzeit 2016/2017 ein neuer Intendant bereit stehen.

Filmstiftung NRW: Neues Wim-Wenders-Stipendium

Er freue sich auf viele ideenreiche und vor allem mutige Einreichungen.

Das erwartet Regisseur Wim Wenders von einem neuen, nach ihm benannten Stipendium, das die Film- und Medienstiftung NRW in Kooperation mit seiner eigenen Stiftung vergeben wird. Mit 100.000 Euro sollen in Zukunft junge Filmschaffende unterstützt werden, die Geschichten mit neuen Mitteln erzählen und sich dabei auf innovative Bildsprache stützen. Welche Projekte finanziert werden, entscheidet eine Jury unter Vorsitz des oscarprämierten Regisseurs.

Schauspieler-Gewerkschafter Meyer über schlechte Arbeitsbedingungen und Image-Probleme

"Wir brauchen kein Mitleid. Wir brauchen nur Fairness."

Das sagt Hans-Werner Meyer, einer der Gründer des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler BFFS. In der "Süddeutschen Zeitung" kritisiert er unrealistische Vorstellungen vom Leben eines Schauspielers: Selbst gut beschäftigte Stars lebten selten in Saus und Braus. Der Grund: Die Fernsehsender machen den Produktionsfirmen nach den Worten Meyers extrem harte, kaum zu erfüllende Budgetvorgaben. Wenn man aber auf die schlechten Arbeitsbedingungen für Schauspieler aufmerksam mache, bestehe die Gefahr, dass der Glanz des Berufs darunter leide, so Meyer. Schauspieler, die als arme Teufel wahrgenommen würden, taugten nicht als Identifikationsfiguren für Träume.

"Emma"-Mitarbeiterinnen stellen sich hinter Alice Schwarzer

Sie sprechen von der "gezielten Demontage einer unbequemen Person" und einer "Schwarzer-Vernichtungswelle".

Sechs Mitarbeiterin der Zeitschrift "Emma" haben ihrer Herausgeberin Alice Schwarzer mit einer öffentlichen Erklärung den Rücken gestärkt. Sie schreiben, sie seien es leid, dass mit Lügen, Halbwahrheiten und Behauptungen gegen die Publizistin gearbeitet werde. Diese habe ihren Fehler im Rahmen der geltenden Gesetze wiedergutgemacht. Schwarzer steht seit Tagen wegen ihrer kürzlich bekannt gewordenen Steuervergehen in der Kritik.

Partnervermittlung ganz seriös: Verband erarbeitet Kodex für Online-Anbieter

Die Suche nach der großen Liebe im Netz boomt.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft will dafür sorgen, dass die Nutzer von Online-Partnerbörsen keine bösen Überraschungen erleben - zumindest, was ihre Verträge betrifft. Der Verband hat deshalb den sogenannten "S.P.I.N"-Kodex erarbeitet; die Abkürzung steht für "Seriöse Partnersuche im Netz". Der Kodex legt zum Beispiel fest, unter welchen Bedingungen Verträge verlängert oder gekündigt werden können. Die Erklärung, die für Transparenz und Seriösität sorgen soll, haben nach Verbandsangaben bereits mehrere große Anbieter unterzeichnet.

Entwickler zieht erfolgreiches Smartphone-Spiel "Flappy Bird" zurück

"Flappy Bird" war weltweit eines der beliebtesten Smartphone-Spiele.

Bis gestern Abend: Da hat es sein Entwickler, der vietnamesische Programmierer Dong Nguyen, vom Markt genommen. Das Spiel habe sein Leben kaputt gemacht, schreibt er beim Kurznachrichtendienst Twitter, also hasse er es jetzt. Rechtliche Probleme seien nicht der Grund für seine Entscheidung gewesen. Zuvor hatte es Vermutungen gegeben, Dong habe die Verkaufszahlen des Spiels künstlich in die Höhe getrieben. Nach eigenen Angaben hatte er mit "Flappy Bird" zuletzt 50.000 Dollar pro Tag verdient.

Hier der Link zum Twitter-Profil des Entwicklers.

China eröffnet vierte Forschungsstation in der Antarktis

Auf 2.600 Metern Höhe herrschen im Schnitt minus 36 Grad.

China hat dort in der Antarktis seine vierte Forschungsstation eröffnet. Sie trägt den Namen "Taishan", das ist einer der fünf heiligen Berge Chinas. Genutzt werden soll die Station hauptsächlich in den Sommermonaten. Chinesische Wissenschaftler wollen geologische und geomagnetische Forschung durchführen, aber auch Untersuchungen zum Wetter oder zu Gletschern.

China ist vergleichsweise spät in die Forschung rund um den Südpol eingestiegen. Erst vor 30 Jahren schickten die Chinesen eine Erkundungsmission nach Süden. Andere Länder sind schon doppelt so lange in der Antarktis.

US-Justizministerium stärkt Rechte von schwulen und lesbischen Paaren

In den USA haben gleichgeschlechtliche Ehepartner künftig auch im Justizsystem die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare.

Wie das Justizministerium in Washington ankündigte, dürfen schwule und lesbische Paare künftig in Gerichtsverfahren die Aussage gegeneinander verweigern. Auch bei Gefängnisbesuchen soll es keine Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Paaren mehr geben. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist zurzeit in 34 amerikanischen Bundesstaaten erlaubt. Im Juni 2013 hatte der Oberste Gerichtshof die Rechte von Schwulen und Lesben in einem Grundsatzurteil deutlich gestärkt.

Ex-Kulturstaatsminister Neumann will Präsident der Filmförderungsanstalt werden

Bernd Neumann will Präsident der Filmförderungsanstalt (FFA) werden.

Das bestätigte der ehemalige Kulturstaatsminister der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-Politiker betonte, die Interessen der Filmschaffenden gehörten seit vielen Jahren zu seinen Schwerpunkten. Er sei von vielen Seiten gebeten worden, am Mittwoch für das Amt zu kandidieren. Nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte Neumann seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit als Kulturstaatsminister erklärt. - Die staatliche FFA fördert die deutsche Filmwirtschaft mit jährlich rund 340 Millionen Euro. Sie wird aus der Kino-Abgabe sowie aus Mitteln von Bund und Ländern finanziert.

"Der Spiegel": "Frankfurter Rundschau" ist aus den roten Zahlen

Die "Frankfurter Rundschau" hat es aus den roten Zahlen geschafft.

Das berichtet das Magazin "Der Spiegel". Erstmals seit Jahren habe die Zeitung im abgelaufenen Jahr keine Verluste gemacht, heißt es unter Berufung auf den Verlag der FAZ, der das Blatt vor knapp einem Jahr übernommen hatte. Rechne man einmalige Kosten heraus, habe die FR sogar einen Gewinn im hohen sechsstelligen Bereich erwirtschaftet, heißt es weiter. Das liege unter anderem daran, dass die Zeitung keine eigene Druckerei und keinen eigenen Verlag mehr habe. - Die "Frankfurter Rundschau" hatte 2012 Insolvenz angemeldet. Damals gehörte sie noch dem Kölner Verlag DuMont-Schauberg und der SPD-Medienholding DDVG.

Berlinale: Kirchen betonen gesellschaftliche Relevanz von Kinofilmen

Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr, sieht die Sicherung des Filmerbes als große kulturpolitische Aufgabe.

Auf dem Ökumenischen Empfang anlässlich der Berlinale sagte Bahr, Filme seien wichtige Zeugnisse der Zeit. Die anstehende Digitalisierung dürfe nicht zu einer kulturellen Demenz führen. Als Gastredner forderte der Regisseur Philip Gröning, den Film wieder stärker in den gesellschaftlichen Diskurs zu bringen. Er wünsche sich ein Kino, das wagemutig und engagiert Themen aufgreife. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, würdigte den Regisseur Ken Loach als einen Vertreter eines sozial engagierten Kinos. Loach erhält in diesem Jahr den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

Ägypten: Forscher entdecken Schatz im Pharaonengrab

Im Norden Ägyptens haben Archäologen das Grab eines Pharaos entdeckt.

Es stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 600 vor Christus. Die Forscher fanden darin zahlreiche wertvolle Beigaben: über 40 Amulette, eine goldene Mumienmaske und fast 600 kleine Begräbnisstatuen. Darunter war auch eine Kartusche mit dem eingravierten Namen "Psammeticus": Psammeticus der Erste war ein Pharao in der 26. Dynastie - daraus schlossen die Wissenschaftler, dass der Schatz des Pharaos und das Grab ungefähr 2.600 Jahre alt sein müssen.

"Libération"-Redaktion protestiert gegen geplanten Umbau

Eine Redaktion probt den Aufstand.

Das gilt für die Belegschaft der französischen Zeitung "Libération". Sie protestiert gegen die Pläne der Anteilseigner, die Struktur des linksgerichteten Blattes umzukrempeln. Danach soll die defizitäre Zeitung künftig deutlich häufiger in sozialen Netzwerken vertreten sein und ihr Geld mit bezahlpflichtigen Multimedia-Angeboten verdienen. Rund 200 Angestellte beschlossen nun bei einer Krisensitzung, sich mit ihren Mitteln zu wehren: Nämlich mit dem gedruckten Wort. "Wir sind eine Zeitung", titelte "Libération" am Wochenende. Im vergangenen Jahr machte das Blatt ein Minus von rund einer Million Euro. Zuletzt wurden nur noch 100.000 Exemplare verkauft.

Wowereit äußert sich erstmals zur Steueraffäre um Berlins Ex-Kulturstaatssekretär Schmitz

Für Klaus Wowereit ist die Steueraffäre um den zurückgetretenen Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz noch nicht ausgestanden.

Heute will Berlins Regierender Bürgermeister erstmals öffentlich dazu Stellung nehmen. Auf Druck der Opposition soll der SPD-Politiker auf einer gemeinsamen Sondersitzung von Rechts-, Kultur- und Innenausschuss begründen, warum er Schmitz 2012 im Amt beließ, obwohl er von dessen Steuerhinterziehung wusste. Wowereit war deswegen auch parteiintern unter Druck geraten. Am späteren Nachmittag muss Wowereit dem SPD-Landesvorstand Rede und Antwort stehen. - Erwartet werden auch kritische Fragen zu seinem Krisenmanagement. Trotz der Steueraffäre hatte Wowereit seinen Skiurlaub nicht abgebrochen.

Damien Hirst: "Ich kopiere die Kunstideen meiner Kinder"

Sein 18-jähriger Sohn kam eines Tages nach Hause und hatte eine Mücke aus Plastikboxen gebastelt.

Wie der britische "Observer" schreibt, hat sich Damien Hirst die Idee seines Sohnes einfach geklaut. Er habe das ganze dann in Bronze gegossen, das sei gar nicht so schwierig gewesen. Generell übernehme er immer mal wieder die Ideen seiner Kinder, meint der erfolgreiche Künstler. Dem Vorwurf, seine Kunst sei kindisch entgegnet Hirst: Die Welt ist sehr kompliziert und manchmal schaut man sie sich an und fühlt sich wie ein Kind. Das ist der beste Blick auf die Welt, den man haben kann.

Klimaforschung: Passatwinde verlangsamen die Erderwärmung

Ungefähr seit der Jahrtausendwende stagniert die Erderwärmung -

obwohl die Menschheit weiter klimaschädliche Gase produziert. Forscher der Universität von New South Wales in Australien haben nach Gründen für dieses Phänomen gesucht. Sie kamen mithilfe von Computermodellen zu dem Schluss, dass ungewöhnlich starke Passatwinde über dem Pazifik dafür verantwortlich sind. Sie verstärken Strömungen, die kaltes Wasser an die Oberfläche bringen und warmes Wasser mit in die Tiefe nehmen. Dadurch kann der Ozean mehr Wärme aufnehmen. Darauf hatte auch der jüngste Bericht des Weltklimarats hingewiesen. Die australischen Forscher warnen aber, dass die Passatwinde spätestens 2020 nachlassen - und sich dann die Erderwärmung deutlich beschleunigen wird.

Großbritannien: Massencasting für Peter Pan Rolle

Für dieses Casting muss man sich wohl weit hinten anstellen.

Die Filmproduktionsfirma Warner Brothers sucht in Großbritannien per landesweiten Aufruf einen Schauspieler für die Rolle des Peter Pan. Das öffentliche Casting soll am 23. Februar stattfinden. Die Jungen sollen zwischen 11 und 13 Jahre alt sein, die Herkunft sei egal. Nur zwei Stunden lang seien die Türen geöffnet, schreibt der britische "Telegraph". Campieren vor den Türen werde nicht erlaubt. Regisseur Joe Wright will den Literaturklassiker unter anderen mit Hugh Jackman verfilmen.

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