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Kulturnachrichten

Samstag, 8. Februar 2014

Panne bei Sotschi-Eröffnung nicht im russischen Fernsehen zu sehen

Den russischen Fernsehzuschauern wurde die Panne bei der Eröffnungsshow der Olympischen Winterspiele vorenthalten.

Dass sich im Stadion in Sotschi eine von fünf stilisierten Schneeflocken nicht in einen olympischen Ring verwandelte, sahen nur die Zuschauer im Ausland. Das russische Staatsfernsehen dagegen montierte blitzschnell Bilder eines erfolgreichen Probedurchlaufs ein, in dem sich alle Flocken geöffnet hatten. Ein Sprecher des Senders sagte zur Begründung, man habe den Russen nun mal eine perfekte Show zeigen wollen.

Homosexuellen-Aktivisten in Sankt Petersburg festgenommen

"Diskriminierung ist unvereinbar mit der Olympischen Bewegung."

Das konnte man gestern, kurz vor der Eröffnung der Winterspiele in Sotschi, auf einer riesigen Regenbogenfahne lesen. Vier Homosexuellen-Aktivisten schwangen den Banner in Sankt Petersburg und wollten sich dabei fotografieren lassen. Wenig später wurden sie festgenommen. Das teilte die Organisation All Out mit. In Russland ist es verboten, sich vor Minderjährigen positiv über Homosexualität zu äußern.

Bei einer Demonstrantion in Moskau wurden zudem mindestens 15 Protestler festgenommen. Die Putin-Gegner kritisierten auf einem großen Plakat, dass die Olympischen Spiele "in einem Land mit politischen Repressionen" ausgetragen werden.

Obama kritisiert Medien: Beziehung zu Putin "nicht eisig"

US-Präsident Barack Obama hat sich in die Berichterstattung über sein Verhältnis zu Wladimir Putin eingemischt.

In einem Interview des US-Senders NBC sagte Obama, seine Beziehung zu seinem russischen Amtskollegen sei "nicht eisig". Das wurde in einigen Medien behauptet. Putins cooles Auftreten als "harter Kerl" sei nicht gegen Obama gerichtet, sondern ziele vielmehr auf das russische Publikum. Obama bewertet dies als politische Masche Putins. US-Politiker hätten hingegen einen anderen Stil und würden öfter lächeln. Bei persönlichen Treffen gibt es nach Aussage von Obama sehr viel Austausch mit Putin und vor allem eine überraschende Menge Humor.

Maas: Definition von "Mord" und "Totschlag" überarbeiten

Wann ist es Mord? Und wann spricht man von Totschlag?

Diese Fragen will Bundesjustizminister Heiko Maas neu stellen. Der SPD-Politiker sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Formulierungen zum Mord stammten noch aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie orientierten sich an Begriffen wie "Heimtücke" oder "niedrige Beweggründe". Der Paragraf im Strafgesetzbuch beschreibe also nicht, wann eine Tat ein Mord sei, sondern einen Menschentypus mit moralisch aufgeladenen Gesinnungsmerkmalen. Maas betonte, das sei immer noch die beklemmende Beschreibung eines Mörders wie ihn die Nazis sahen. Viele Menschen verstünden heutzutage unter Mord eine geplante, genau überlegte Tötung - unter Totschlag hingegen einen Gewaltakt im Affekt.

Maas kündigte an, eine Expertengruppe einzusetzen, um eine Grundlage für eine parlamentarische Diskussion zu schaffen.

Woody Allen bestreitet in offenem Brief Kindesmissbrauch

Im Missbrauchs-Streit nutzt jetzt auch Woody Allen die "New York Times" als Sprachrohr.

Der US-Regisseur hat in der Zeitung in einem offenen Brief auf die Vorwürfe seiner Adoptiv-Tochter Dylan Farrow geantwortet, sie als Kind mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Die Anschuldigungen waren ebenfalls in der "New York Times" veröffentlicht worden. In seiner Replik bekräftigt Allen nun, dass es solche Übergriffe nie gegeben habe. Dylans Mutter Mia Farrow - seine frühere Partnerin - wirft er erneut vor, die Anschuldigungen erfunden zu haben und ihre Adoptivtochter zur Befriedigung ihrer Hassgefühle auszunutzen. Mia Farrow hatte die Vorwürfe erstmals nach der Trennung von Allen im Jahr 1992 erhoben.

Deckname "Jack Strong": Spionage-Thriller rollt Leben eines polnischen CIA-Spions auf

Seine Rolle in Polen ist immer noch umstritten.

Die einen sehen in ihm einen Nationalhelden, die anderen einfach einen Landesverräter. Gemeint ist der legendäre Oberst Ryszard Kuklinski, dessen Leben jetzt im Film "Jack Strong" in die polnischen Kinos kommt. Kuklinski war ein hoher Armee-Offizier im kommunistischen Polen, der Ende der 60er Jahre auch an den Plänen des Warschauer Pakts zum Einmarsch in die Tschechoslowakei mitarbeitete. In den 70er Jahren hat er allerdings begonnen, unter dem Decknamen "Jack Strong" tausende Unterlagen über höchst geheime Pläne Warschaus und Moskaus an die CIA zu verraten. 1981 als Spion enttarnt, floh er mit seiner Familie nach Berlin und lebte später in den USA. Er wurde 1984 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, in den 90er Jahren aber rehabilitiert.

Der Spionagethriller "Jack Strong" von Regisseur Wladyslaw Pasikowski kommt dieses Wochenende in die polnischen Kinos.

Proteste in Sarajevo: Wertvolle historische Akten verbrannt

In Bosnien-Herzegowina protestieren viele Menschen zur Zeit gegen Korruption und die schlechte Wirschaft im Land.

Bei einer Demonstration in Sarajevo warfen sie gestern nachmittag in ihrer Wut auch eine Fackel in das Amtsgebäude des Präsidenten. Dabei sind offenbar wertvolle Archivmaterialien in Brand geraten und zerstört worden. Wie das Archiv mitteilte, handelt es sich sich um Personalakten und andere Unterlagen aus der Zeit zwischen den Weltkriegen. Auch viele Dokumente aus der Epoche der österreichisch-ungarischen Herrschaft über das Land zwischen 1878 und 1918 seien den Flammen zum Opfer gefallen.

US-Regierung bekommt Folter-Musik in Guantanamo in Rechnung gestellt

"Skinny Puppy" haben der US-Regierung die Rechnung präsentiert:

Bereits vor einigen Tagen hatte die kanadische Band angekündigt, von Washington Lizenzgebühren zu verlangen. Der Grund: die US-Armee soll ihre Musik dazu verwendet haben, Gefangene in Guantanamo zu foltern. Jetzt hat Bandmitglied Cevin Key im Fernsehsender CTV den genauen Betrag genannt: Exakt 666.000 Dollar werden auf der Rechnung verlangt. "Skinny Puppy" erfuhren nach Keys Angaben von einem früheren Guantanamo-Wachmann, der ein Fan der Band ist, vom Einsatz ihrer Songs für Folter.

Auch andere Gruppen wie Metallica, Rage against the Machine oder REM haben bereits dagegen protestiert, dass ihre Lieder in Guantanamo gespielt werden.

Gauck wirbt für Zuwanderung bei indischen Schülern

Die Deutschen tun sich bekanntlich etwas schwer mit Nachwuchs.

Das hat auch Bundespräsident Joachim Gauck Schülern auf seiner Reise durch Indien erklärt. Die deutsche Bevölkerung werde immer kleiner. Deswegen warte man in Deutschland auch auf Menschen aus anderen Teilen der Welt, die hier leben und arbeiten wollten. "Wir haben Platz", sagte Gauck in Bangalore und warb damit für Zuwanderung. Der Bundespräsident besuchte eine Schule, die sich mit rund tausend anderen verpflichtet hat, Deutsch neben Englisch und Hindi als erste Fremdsprache einzuführen.

Bisher lernen rund 50.000 Schüler aus diesem staatlichen Schulverbund Deutsch.

Manuel Pujol gewinnt 1. Deutschen Chordirigentenpreis

Manuel Pujol ist mit dem 1. Deutschen Chordirigentenpreis ausgezeichnet worden.

Wie die international besetzte Jury in Berlin mitteilte, überzeugte der 31-Jährige durch sein breit gefächertes Repertoire - mit Werken von Schütz, Mendelsohn Bartholdy, Schumann und Scelsi. Pujol arbeitet als Chordirektor und Kapellmeister am Theater Görlitz. Wie die anderen beiden Kandidaten des Dirigier-Wettbewerbs, Tobias Löbner und Cornelius Volke, nahm er mehrere Jahre am Förderprogramm Dirigentenforum-Chor teil. Der 1. Deutsche Chordirigentenpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wurde von der Deutschen Orchestervereinigung sowie der Vereinigung deutscher Operchöre und Bühnentänzer gestiftet.

Surfen, Yoga und New York: Zeitschrift wertet die attraktivsten Begriffe in Partnerbörsen aus

Viele Singles sind auf der Suche nach der Liebe ihres Lebens und melden sich in Partnerbörsen im Internet an.

Aber welche Profile haben die Chance, besonders häufig angeklickt zu werden. Diese Frage stellte sich die US-amerikanische Zeitschrift "Wired" und wertete dafür tausende Daten zweier großer Online-Portale aus. Das Ergebnis: Sportliche Aktivitäten wirken auf Suchende besonders attraktiv. Zu den beliebtesten Begriffen gehören demnach Surfen und Yoga. Auch Städtenamen, wie New York oder London, machen Singles neugierig bei ihrer Partnersuche.

"Geld oder Leben": Duisburger Akzente präsentieren Programm

"Geld oder Leben" - das ist das Motto der diesjährigen Duisburger Akzente.

Auf dem Kulturfestival soll es vor allem um die Macht von Kapital und Märkten gehen. Das teilten die Organisatoren bei der Programm-Vorstellung mit. Geplant seien rund 60 Theaterproduktionen, Ausstellungen, Kunstprojekte, Filme und Lesungen. Im Zentrum des Festivals steht das Akzente-Theatertreffen, mit neun Produktionen deutschsprachiger Bühnen, unter anderem aus Hannover, Berlin und Dortmund. Die Duisburger Akzente finden vom 7. bis 14. März statt.

Das Kulturfestival startete 1977 zunächst als reines Theaterprogramm. Später kamen weitere Sparten wie bildende Kunst, Literatur und Film dazu. Genutzt werden Theaterbühnen und ehemalige Industriestandorte.

Prozess um antisemitisches Video: französischer Komiker Dieudonné freigesprochen

Der umstrittene französische Komiker Dieudonné kann einen juristischen Erfolg für sich verbuchen.

Ein Gericht in Paris hat ihn vom Vorwurf der Beleidigung und Verherrlichung eines Tötungsdelikts freigesprochen. Es ging um ein Video, das 2010 im Internet verbreitet wurde und in dem sich der Komiker unter anderem über den Holocaust lustig machte. Die Richter befanden nun, es könne Dieudonné nicht nachgewiesen werden, das Video selbst im Netz veröffentlicht zu haben. Wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen ist der 42-Jährige bereits mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden. Einige französische Städte hatten ihm im Januar ein Auftrittsverbot erteilt und Großbritannien verweigerte ihm kürzlich die Einreise.

Kunstinstallation in Wien: Riesen-Smiley reagiert auf Gesichtsausdruck der Passanten

In Wien heißt es von heute an: "Bitte lächeln!"

In der österreichischen Hauptstadt geht die Kunstinstallation "Public Face" in Betrieb, die eine Woche lang die Launen der Wiener einfangen soll. Mehrere in der Innenstadt installierte Kameras filmen dafür den Gesichtsausdruck der Passanten. Die Bilder werden dann von einer Spezial-Software analysiert und die Ergebnisse an einen acht Meter hohen Riesen-Smiley weitergeleitet. Die Skulptur aus Neon-Röhren, die auf einem Hochhaus installiert wurde, reagiert dann mit einem entsprechenden Gesichtsausdruck - von heiter bis traurig.

Hier sehen Sie ein Bild des "Public Face".

Gewalt gegen Presse im Jemen nimmt zu

Journalisten im Jemen müssen besser geschützt werden.

Das fordert der Präsident der Internationalen Journalisten-Föderation, Jim Boumelha, in Brüssel. Man könne im Jemen eine zunehmende Gewalt gegen Medienvertreter feststellen. So sei es in den vergangenen Tagen zu mehreren brutalen Angriffen gekommen. Boumelha wertete dies als einen klaren Versuch, die Medien im Land einzuschüchtern und die Pressefreiheit einzuschränken. Die Täter blieben stets unbekannt.

Amerikanische Dichterin Maxine Kumin gestorben

Die amerikanische Schriftstellerin Maxine Kumin ist tot.

Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, starb sie bereits am Donnerstag in ihrem Haus im US-Bundesstaat New Hampshire. Maxine Kumin wurde 88 Jahre alt. Sie veröffentlichte mehr als 30 Gedichtbände, außerdem Romane und Kinderbücher. Für "Up Country" bekam Maxine Kumin 1973 den Pulitzerpreis. Ihr letztes Werk, "And Short the Season", soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.

Die "Beatles" eroberten vor 50 Jahren die USA

Billy Joel sang in seinem Song "We didn't start the fire" von der "British Beatlemania".

Damit fand er zwei Worte für die Erfolgsgeschichte der Beatles, die vor 50 Jahren in den USA begann. Damals spielten die vier Jungs aus Großbritannien zum ersten Mal in Amerika, in der New Yorker Carnegie Hall. Viele weitere Konzerte folgten. Wie der Musikhistoriker Charles Rosenay erläutert, hatte die Band die besten Elemente aus Rock'n'Roll und Soul mit eigenen Ideen verbunden. Ihre Musik sei völlig neu und dadurch sensationell gewesen. Zudem habe sie den USA gut getan - denn das Land stand nach dem Attentat auf John F. Kennedey noch unter Schock. Nach ihrer ersten Auftritten in den USA belegten die Beatles über Wochen die oberen Plätze in den Chartes.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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