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Dienstag, 17.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. Juli 2018

Filmportal Netflix enttäuscht mit Abozahlen

Weltweit hat Streaming-Dienst 130 Millionen Nutzer

Der Streaming-Dienst Netflix hat deutlich weniger neue Abonnenten gewonnen, als die Aktionäre erwartet hatten. Dem Unternehmen zufolge kamen im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu. Dort hatten Analysten mit 1,2 Millionen gerechnet. Auch weltweit blieben die Abo-Zahlen hinter den Erwartungen zurück. Ende Juni kam der Streaming-Pionier insgesamt auf rund 130 Millionen Nutzer. In den vorherigen Quartalen hatte Netflix mit seinem Wachstum Konkurrenten wie Amazon oder Apple in den Schatten gestellt. Vor allem Eigenproduktionen wie "House of Cards" lockten Kunden an.

Nach Protest: Haft für Pussy-Riot-Aktivisten

Urteil für den Fall einer weiteren Aktivistin steht noch aus

Für ihre Protestaktion beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Moskau sind drei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot zu jeweils zwei Wochen Haft verurteilt worden. Veronika Nikulschina, Olga Kuratscheva und Pjotr Wersilow müssten 15 Tage in Polizeigewahrsam bleiben, entschied ein Moskauer Gericht wie das Nachrichtenportal "Mediazona" am Montag berichtet. Das Gericht warf den Aktivisten dem Bericht zufolge vor, "die Regeln für das Verhalten von Zuschauern grob verletzt" zu haben. Daher seien sie zu der Höchststrafe für dieses Vergehen verurteilt worden. Der Fall der ebenfalls beteiligten Aktivistin Olga Pachtusowa sollte später verhandelt werden. Nikulschina, Kuratscheva, Wersilow und Pachtusowa waren bei dem Finale am Sonntag während des WM-Endspiels in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Pussy Riot bekannte sich in sozialen Online-Medien zu der Flitzer-Aktion und stellte zugleich mehrere politische Forderungen. Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten.

Firma von Harvey Weinstein verkauft

Company hatte zuletzt finanzielle Probleme

Nach langem, zähem Ringen ist der Verkauf der Filmfirma des früheren Hollywood-Moguls Harvey Weinstein endgültig abgeschlossen. Die Kapitalgesellschaft Lantern Capital aus Texas zahlte rund 289 Millionen Dollar (etwa 247 Millionen Euro) für das Filmstudio, wie US-Medien berichteten. Weinstein hatte die Firma The Weinstein Company (TWC) 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Bob gegründet. TWC konnte zahlreiche Erfolge verbuchen, etwa Oscars für die Filme "The King's Speech" und "The Artist", hatte zuletzt aber finanzielle Probleme. Nach dem Skandal um Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Harvey Weinstein hatte die Firma im März Bankrott anmelden müssen. Der Verkauf der Firma an eine andere Investorengruppe war mehrfach geplatzt, unter anderem wegen nachträglich aufgetauchter Schulden in Millionenhöhe.

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis verliehen

Kulturstaatsministerin Grütters überreichte den Preis in Jerusalem

Die in Jerusalem lebende Übersetzerin Anne Birkenhauer ist mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. Birkenhauer erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für die Übersetzung von David Grossmans Roman "Kommt ein Pferd in die Bar" aus dem Hebräischen ins Deutsche, wie das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte. Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Preis für die Übersetzung ins Hebräische ging posthum an die im Januar gestorbene israelische Thomas-Mann-Übersetzerin Nili Mirsky für ihre Übertragung der "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull".

Tschechischer Opernfilm-Regisseur Weigl gestorben

Er arbeitete mit Rostropowitsch und Pavarotti

Der tschechische Film- und Fernsehregisseur Petr Weigl ist tot. Er starb bereits am Samstag im Alter von 79 Jahren, wie die Zeitung "MF Dnes" aus Prag berichtete. Weigl machte sich einen Namen mit Opern- und Musikverfilmungen wie "Rusalka" nach Dvorak von 1977 und der "Winterreise" nach Schubert von 1994 mit der deutschen Sängerin Brigitte Fassbaender. Für seine Filme arbeitete Weigl mit weiteren namhaften Künstlern wie dem Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch und dem Tenor Luciano Pavarotti zusammen. Kritiker lobten seinen unkonventionellen, eigenen Stil. Weigl kooperierte dabei auch mit deutschen Fernsehsendern wie ARD und ZDF sowie mit der britischen BBC. Er gewann zweimal den Prix Italia, für "Das Labyrinth der Macht" von 1969 sowie die Filmadaption des Prokofjew-Balletts "Romeo und Julia" von 1972. Vor zehn Jahren wurde er mit dem Vladislav-Vancura-Preis des tschechischen Fernseh-Branchenverbands FITES ausgezeichnet. Im Jahr 2016 erhielt er für sein Lebenswerk den Theaterpreis Thalie des tschechischen Schauspielerverbands.

WDR und Henke einigen sich außergerichtlich

Ehemaliger Fernsehfilmchef war wegen sexueller Belästigung gekündigt worden

Der Westdeutsche Rundfunk und der ehemalige Fernsehfilmchef Gebhard Henke haben sich außergerichtlich auf eine Trennung geeinigt. "Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden", teilte der WDR in Köln mit. Die Parteien hätten sich auf eine gütliche Beilegung des Arbeitsrechtsstreits geeinigt. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung wurde nichts mitgeteilt. Der WDR hatte Henke, der auch als "Tatort"-Koordinator fungierte, vor rund einem Monat gekündigt. Als Grund nannte der größte ARD-Sender damals "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs". Sein Anwalt hatte daraufhin erklärt, Henke werde gegen die Kündigung Rechtsschutz beim Arbeitsgericht nachsuchen.

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