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Dienstag, 22.09.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. September 2020

Bronzeschatz: Raubgräber zu Geldstrafe verurteilt

Das Amtsgericht Merseburg hat einen Raubgräber zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht befand den 39 Jahre alten Mann am Dienstag der Unterschlagung eines 3100 Jahre alten Bronzeschatzes für schuldig. Dafür verhängte es eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen je 40 Euro. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft haben angekündigt, auf Rechtsmittel zu verzichten. Anders als zuvor bei der Polizei gab der Angeklagte am Amtsgericht zu, die Bronzetasse, in der sich drei bronzene Anhänger sowie 94 kleine Beschläge und Gürtelschnallen befanden, in Sachsen-Anhalt gefunden zu haben. Zuvor hatte der Mann beteuert, der Fundort des Schatzes sei Bayern gewesen. Damit wäre er straffrei davon gekommen, denn in dem Bundesland ist der Handel mit Artefakten legal. Der 39-Jährige stellte seinen Fund in die Internet-Plattform Ebay ein.

SKD stellt mit Tretjakow-Galerie aus

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) präsentieren 2021 ein deutsch-russisches Kooperationsprojekt mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau. Gezeigt wird in beiden Ländern die Ausstellung "Träume von Freiheit - Romantik in Russland und Deutschland". "In Zeiten, in denen die politischen Beziehungen beider Länder auf dem Prüfstand stehen, empfinden wir es als ein wichtiges Signal, den Dialog zwischen den deutschen und russischen Museen aufrechtzuerhalten", sagte die Generaldirektorin der Kunstsammlungen, Marion Ackermann, bei der Vorstellung des Jahresprogramms in Dresden. Die Ausstellung wird am 9. Dezember in Moskau eröffnet und am 26. Juni 2021 im Dresdner Albertinum. Gestaltet wird sie von dem Architekten Daniel Libeskind.

Miniserie über Karl Lagerfeld geplant

Die Berliner Produktionsfirma Ziegler Film plant eine Miniserie über Modedesigner Karl Lagerfeld. Es geht demnach um Lagerfelds beispiellose Karriere und auch die emotionale Achterbahnfahrt in der Beziehung zu seinem langjährigen Lebensgefährten Jacques de Bascher. Drehbuchautor ist Alexander Rümelin. Produzentinnen sind Barbara Thielen und Regina Ziegler. Das Projekt werde von Weggefährten aus dem persönlichen Umfeld des Designers beratend begleitet, hieß es weiter. Wo die Serie zu sehen sein wird, wurde nicht mitgeteilt - auch nicht, wer den 2019 verstorbenen Designer spielen wird.

Breker-Skulpturen bei Bauarbeiten gefunden

Zwei verschollene Skulpturen von Arno Breker sind wieder aufgetaucht. Bei der einen handelt sich um die bekannte Plastik „Romanichel", einen überlebensgroßen Porträt-Kopf aus weißem Marmor von 1940. Das gab das Kunsthaus Dahlem bekannt, in dessen Garten, die Skulptur bei Bauarbeiten ausgegraben wurde. Sie zeigt einen jungen Sinto oder Rom, dem Breker in den 1920er Jahren in Paris begegnete und den er mehrfach porträtierte. Neben „Romanichel wurde noch eine zweite Plastik, ebenfalls ein überlebensgroßer Kopf gefunden, die aber noch nicht zugeordnet werden konnte. Beide Plastiken sollen nun bis zum 15. Januar im Kunsthaus Dahlem präsentiert werden. Das Kunsthaus war in den 40er Jahren als Atelier für Breker gebaut worden, er gehörte zu dem meistbeschäftigten Bildhauern im Nationalsozialismus.

Kinderbuchautor Sam McBratney gestorben

Der Autor des Kinderbuchs "Weißt Du eigentlich wie lieb ich Dich hab?", Sam McBratney, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte der US-Verlag Candlewick Press mit. McBratney wurde in Belfast geboren, studierte Geschichte und arbeitete zunächst als Grundschullehrer. Er ließ sich früh pensionieren, um sich auf seine Karriere als Autor zu konzentrieren. Seit 1969 entstanden zahlreiche Bücher, Geschichten und Hörspiele, darunter das Bestseller-Bilderbuch „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“. Darin wird die Beziehung zwischen einem kleinen und großen Hasen, mutmaßlich zwischen Vater und Sohn – illustriert.

US-Filmbranche vereinbart Corona-Schutz in den Studios

In der US-Filmbranche haben Gewerkschaften und Studios Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus vereinbart. Damit soll die komplette Filmproduktion wieder aufgenommen werden können. Vereinbart wurden unter anderem Standards für Corona-Tests. So sollen Schauspielerinnen und Schauspieler häufiger getestet werden als andere Crew-Mitglieder, da sie während der Drehs meist keine Schutzkleidung tragen können. Außerdem sollen Crew-Mitglieder mit positivem Corona-Test in Quarantäne gehen und für zehn Tage eine Lohnfortzahlung erhalten. Die Filmproduktion im Großraum Los Angeles war durch die Corona-Pandemie völlig zum Erliegen gekommen. Ende Juni lief sie mit Einschränkungen wieder an.

Madrider Oper wehrt sich gegen Corona-Vorwürfe

Das Opernhaus Teatro Real in Madrid sieht sich mit heftiger Kritik wegen angeblich zu laxer Corona-Regeln konfrontiert. Die Aufführung "Ein Maskenball" von Giuseppe Verdi war von einigen Zuschauern durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört worden, aus Protest dagegen, dass sie ihrer Ansicht nach zu eng beieinander saßen. Die Aufführung wurde daraufhin abgebrochen. Der Verwaltungschef der Oper erklärte, es seien nur gut 50 Prozent der Sitze belegt gewesen, während die Behörden eine Belegung von bis zu 75 Prozent erlaubten.

Der Schauspieler Michael Lonsdale ist tot

Der französisch-britische Schauspieler Michael Lonsdale ist tot. Der Darsteller, der in "Der Name der Rose" und dem James Bond-Film "Moonraker" mitgespielt hat, ist im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seinen Agenten Olivier Loiseau. In seiner rund 60-jährigen Karriere trat Lonsdale in etwa 200 Kino- und TV-Filmen und Theaterstücken auf. Lonsdale drehte unter anderem mit Orson Welles, Michel Deville und François Truffaut. Seinen Durchbruch schaffte er mit den Truffaut-Filmen "Die Braut trug Schwarz" und "Geraubte Küsse", beide aus dem Jahr 1968.

Türkei verklagt griechische Zeitung

Die Türkei hat rechtliche Schritte gegen eine griechische Zeitung wegen einer gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gerichteten Titelseite eingeleitet. Man werde gegen die Verantwortlichen der Tageszeitung "Dimokratia" vorgehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Anwalt Erdogans. Die als extrem rechtslastig geltende Zeitung hatte am Freitag mit der Schlagzeile "Verpiss dich, Herr Erdogan" getitelt. In einer Erklärung des griechischen Außenministeriums hieß es, die Meinungs- und Pressefreiheit sei uneingeschränkt garantiert. Dennoch gebe es die Verpflichtung, persönliche Beleidigungen gerade auch gegen ausländische Staatsleute zu unterlassen. Griechenland und die Türkei liegen derzeit wegen türkischen Erdgaserkundungen und Grenzstreitigkeiten im Mittelmeer über Kreuz.

Perceval erhält wichtigsten norwegischen Theaterpreis

Der Theaterregisseur Luk Perceval zählt zu den diesjährigen Gewinnern des norwegischen Hedda-Preises. Der Belgier erhielt die renommierte Auszeichnung in der Kategorie "Beste Regie". Damit wurde er für seine am Norwegischen Theater in Oslo gezeigte Adaption des Jon-Fosse-Romans "Trilogien" geehrt. "Trilogien"-Hauptdarstellerin Gjertrud Jynge wurde zudem mit dem Preis für die beste weibliche Hauptrolle gewürdigt. Das männliche Pendant erhielt Preben Hodneland für seine Hauptrolle in der Aufführung "Raskolnikov", die auch als beste Vorstellung ausgezeichnet wurde. Der Hedda-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung des norwegischen Theaters. Perceval arbeitete als Theater- und Opernregisseur an zahlreichen deutschen Bühnen. Über Jahre war er Oberspielleiter am Thalia Theater in Hamburg.

Franz-Kafka-Literaturpreis geht an Milan Kundera

Der Franz-Kafka-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den tschechisch-französischen Schriftsteller Milan Kundera. Das teilte die internationale Jury in Prag mit. Der in Paris lebende Romanautor ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") habe sich angesichts der Entscheidung geehrt gezeigt. Kafka stehe ihm mehr als andere Schriftsteller nahe, sagte der 91-Jährige demnach am Telefon aus Paris, wo er seit Jahrzehnten lebt. Die Auszeichnung wird im Oktober verliehen. Sie ist mit einer Skulptur des Künstlers Jaroslav Rona und einem Preisgeld von umgerechnet knapp 8500 Euro dotiert. Kunderas Lebenswerk sei aus dem Geist der tschechischen Kultur hervorgegangen und habe diese außerordentlich bereichert, betonte die Jury zur Begründung. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden.

Taj Mahal öffnet wieder für Touristen

Nach rund sechsmonatiger Schließung hat das Taj Mahal in Indien wieder geöffnet. Trotz steigender Corona-Zahlen kann das weltberühmte Grabmal wieder besucht werden - allerdings unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Nach Angaben der Behörden darf niemand das Bauwerk berühren. Die für Fotos beliebte Bank vor dem Taj Mahal sei laminiert worden, so dass sie ohne Schaden zu nehmen desinfiziert werden könne. Üblicherweise wird das Grabmal aus dem 17. Jahrhundert von acht Millionen Touristen jährlich besucht, die meisten kommen aus Indien. Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war das Bauwerk Mitte März geschlossen worden. Die 1,3-Milliarden-Nation Indien zählt bereits mehr als 5,4 Millionen Infektionen; nur in den USA gibt es zur Zeit noch mehr Infizierte.

Maria Schrader gewinnt Emmy für Netflix-Serie

Die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader ist mit einem Emmy, dem wichtigsten US-Fernsehpreis, ausgezeichnet worden. Die 54-Jährige wurde
für die beste Regie bei einer Miniserie für die Netflix-Serie "Unorthodox" geehrt. Diese erzählt die Geschichte der ultraorthodoxen Jüdin Esther, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Abräumer des Abends war die kanadische Produktion "Schitt's Creek" mit sieben Preisen - unter anderem den für die beste Comedy-Serie. Vier Emmys gingen an die Superhelden-Serie "Watchmen" des US-Bezahlsenders HBO, auch für die beste Mini-Serie. Die auf einem gleichnamigen Comic basierende Serie dreht sich um aktuelle Themen wie Rassismus und Polizeigewalt oder das Maskentragen. Als beste Drama-Serie wurde "Succession" um die Familie eines Medienmoguls ausgezeichnet.

Ildikó Gáspár führt Regie bei Nibelungen-Festspielen

Die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár führt bei den Nibelungen-Festspielen 2021 in Worms die Regie bei dem geplanten Jubiläumsstück über den Reformator Martin Luther. "Wir denken an etwas Spektakuläres. Ich arbeite meistens mit Video, Licht und Musik, so dass man meine Arbeiten in den Kritiken oft ein Gesamtkunstwerk nennt", sagte Gáspár der dpa. Die Festspiele finden seit 2002 vor dem Dom statt. Das Stück schreibt der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss. In diesem Jahr waren die Nibelungen-Festspiele der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. 2021 feiert Worms ein großes Luther-Jahr - dann jährt sich die Weigerung des Reformators, seine Schriften zu widerrufen, zum 500. Mal.

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Die Regisseurin Maria Schrader wurde für ihre Netflix-Serie "Unorthodox" bei den Emmys ausgezeichnet. Sie handelt vom Ausbruch der jungen Esther aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in New York. Zu dem Erfolg habe auch die Pandemie beigetragen, meint Schrader.Mehr

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