Seit 15:40 Uhr Live Session
Mittwoch, 14.04.2021
 
Seit 15:40 Uhr Live Session

Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Brecht-Weigel-Haus erhält Besucherzentrum

Das historische Brecht-Weigel-Haus im brandenburgischen Buckow erhält für knapp 1,34 Millionen Euro ein modernes Besucherzentrum. Dieses solle dazu beitragen, eine seiner Bedeutung angemessene Arbeit für ein breites Publikum zu ermöglichen, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum ersten Spatenstich. Bertolt Brecht gehöre zu den einflussreichen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. In Buckow seien wesentliche Teile seines Spätwerks entstanden. Das Brecht-Weigel-Haus ist ein Museum und eine Gedenkstätte für das Künstlerehepaar Bertolt Brecht und Helene Weigel. In dem Sommerwohnsitz arbeiteten der Dramatiker und Lyriker sowie die Schauspielerin und Intendantin des Berliner Ensembles seit 1952. Die Fertigstellung des neuen Besucherzentrums ist für Anfang 2022 geplant.

Biller kritisiert Eckhart-Auftritt beim "Literarischen Quartett"

Der jüdische Schriftsteller Maxim Biller hat die Einladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart zum "Literarischen Quartett" im ZDF mit scharfen Worten kritisiert. Die Einladung der Künstlerin - der Kritiker vorwerfen, rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen - sei eine Beleidigung für das Lebenswerk des jüdischen Literaturkritikers und Sendungs-Initiators Marcel Reich-Ranicki, schrieb Biller in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Biller war ab 2015 selbst für eine Zeit regelmäßiger Teilnehmer im "Literarischen Quartett".

Kulturgenossenschaft kauft Altes Schauspielhaus in Erfurt

Die Genossenschaft "KulturQuartier" hat einen entscheidenden Schritt für die Umwandlung des Alten Schauspielhauses in Erfurt in ein neues Kulturzentrum gemacht. Sie hat das Gebäude der Stadt Erfurt für einen unbekannten Betrag abgekauft, wie Vertreter beider Seiten in Thüringens Landeshauptstadt mitteilten. Ziel der Initiative ist es, das zentral gelegene und seit Jahren leerstehende Haus mit kulturellem Leben zu füllen. Es soll Raum für Ateliers, Tanz, ein Kino und mehr bieten. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzen die Planer auf 5,5 Millionen Euro. Die nötige eine Million Euro Eigenkapital kommt über die Anteile der 800 Genossenschafts-Mitglieder zusammen. Die Konstellation für das Projekt sei vermutlich nicht nur in Thüringen, sondern deutschlandweit eine Besonderheit, erklärten Vertreter der Genossenschaft und der Stadt.

NRW-Kultursekretariate fordern Rettungsschirm

Die Kultursekretariate in Nordrhein-Westfalen haben in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Rettungsschirm für die Kultur gefordert. In den veröffentlichten "sieben Denkanstößen" fordern sie Bund, Länder und Kommunen dazu auf, dass die in 2020 etablierten Hilfsmaßnahmen mindestens über die kommenden fünf Jahre fortgesetzt werden. Wichtig sei außerdem die Stärkung außerschulischer Bildungsangebote, die Förderung neuer spartenübergreifender Kulturformate und die Nutzung der Kultur für Stadtentwicklung. Die Kultursekretariate fürchten, dass die Kultur kommenden Sparzwängen zum Opfer fallen könnte. Den NRW-Kultursekretariaten als Institutionen der kommunalen Kulturförderung gehören rund 100 Städte an.

Informationsfilm ist erfolgreichstes Youtube-Video

Das meistgesehen Youtube-Video in Deutschland ist im Jahr 2020 ein Informationsfilm. Das Video "Corona geht gerade erst los" der deutschen Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim landete auf Platz 1 der Liste der Top-Trending-Videos, wie die Plattform in Hamburg mitteilte. Das Video der ProSieben-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zum Thema "Männerwelten - Belästigung von Frauen" verzeichnete die zweitmeisten Views. Das Ranking zeige, dass es in Deutschland aktuell einen hohen Informationsbedarf gebe, betonte Andreas Briese, Deutschland-Direktor von YouTube. Der Erfolg des Videos von Joko und Klaas zeige, dass wichtige gesellschaftliche Themen auf der Plattform die Zielgruppen erreichten und Diskussionen auslösten.

Erich-Loest-Preis für Schriftstellerin Ulrike Sandig

Die in Berlin lebende Schriftstellerin und Lyrikerin Ulrike Almut Sandig erhält den Erich-Loest-Preis 2021. Geehrt werde sie für ihr lyrisches Werk sowie ihren Roman "Monster wie wir", der sexuellen Missbrauch in der Familie thematisiert, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig bekannt gab. Die Verleihung der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung ist für den 24. Februar geplant. Sandig habe mit ihrem ersten Roman eine "fulminante, literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem brisanten, über den Tag hinaus weisenden Thema des Missbrauchs und sexualisierter Gewalt in der Familie vorgelegt", so die Jury. Ulrike Sandig debütierte 2005 mit dem Gedichtband "Zunder". "Monster wie wir" ist ihr erster Roman.

Ronya Othmann erhält Cassens-Preis für Debütroman

Ronya Othmann, deutsche Schriftstellerin und Journalistin, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Mara-Cassens-Preis für Debütromane. Sie wird für "Die Sommer" geehrt, wie das Literaturhaus Hamburg bekanntgab. Es vermittle eine Perspektive auf unsere Zeit, "die so in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur noch nicht zur Sprache kam", urteilte die Jury. Im Mittelpunkt des Romans steht das Mädchen Leyla, die in Deutschland aufwächst und die Sommerferien jeweils im jesidischen Heimatdorf ihres Vaters in Nordsyrien verbringt. Dort und aus der Ferne erlebt sie über die Jahre hinweg Konflikte und Gewalt in der Region. Der Mara-Cassens-Preis wird seit 1970 verliehen und ist der höchstdotierte Preis für einen deutschsprachigen Debütroman.

Journalist Lancon erhält Prix de l'Academie de Berlin

Der französische Journalist und Schriftsteller Philippe Lancon erhält den mit 10.000 Euro dotierten Prix de l'Academie de Berlin. Lancon habe mit seinem Buch "Der Fetzen" ein Zeugnis des Lebens- und Freiheitswillens nach dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" abgelegt, das auch in Deutschland viele Leser gefunden habe, erklärte die Jury in Berlin. Lancon überlebte den Anschlag 2015 schwer verletzt. Der Preis wird an Personen, Institutionen oder Projekte verliehen, die zur Belebung und Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich beitragen.

Klassik Stiftung Weimar plant Themenjahr "Neue Natur"

Die Klassik Stiftung Weimar stellt das Verhältnis des Menschen zur Natur in den Mittelpunkt ihres Themenjahres 2021. Unter dem Motto "Neue Natur" seien unter anderem Ausstellungen, Feste, Podiumsdiskussionen und Workshops geplant, kündigte die Präsidentin der Stiftung, Ulrike Lorenz an. Ziel sei es, das schwierige Verhältnis zur Umwelt in den Wissenschaften, der Kunst und Gartenkunst, der Literatur sowie in Themen wie Ernährung und Klimawandel zu reflektieren. Als Außenstandort der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt stelle die Stiftung damit nicht eine große Ausstellung sondern erstmals ihre historischen Parks und Gärten in den Fokus. Mit dem Themenjahr zeigt sich Lorenz zufolge erstmals konkret die strategische Neuausrichtung der Stiftung, die sie mit den Worten "politischer, verständlicher und zugänglicher" zusammenfasste.

Wiener Neujahrskonzert als als Zeichen der Hoffnung

Das traditionelle Neujahrskonzert aus Wien soll gerade in Corona-Zeiten zu einem Zeichen der Hoffnung werden. Man tue wirklich alles, dass es stattfinden könne, sagte der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer. Zuschauer im Saal seien aufgrund der Corona-Einschränkungen verboten. Die Walzer-Klänge aus Wien werden nach Angaben der Wiener Philharmoniker in 90 Länder übertragen und von rund 50 Millionen TV-Zuschauern verfolgt. Das Orchester werde mehrfach vor dem Konzert einen Corona-Test machen, sagte Froschauer. Er erinnerte an das erfolgreiche Sicherheitskonzept bei den Salzburger Festspielen. Dabei habe es im Orchester 750 Tests gegeben. Das Neujahrskonzert wird zum insgesamt sechsten Mal von Riccardo Muti geleitet.

Jutta Lampe ist gestorben

Jutta Lampe, eine der prägendsten Schauspielerinnen ihrer Zeit, ist in Berlin gestorben. Das bestätigte die Berliner Schaubühne, wo sie 30 Jahre lang spielte. Zuerst hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet. Jutta Lampe wurde vermutlich 1937 in Norddeutschland geboren. Der Regisseur Peter Stein entdeckte sie als junge Schauspielerin in Bremen. Dort trat sie dann am Stadttheater in Steins legendärer Inszenierung von "Kabale und Liebe" auf. Später ging sie mit ihm nach Zürich und dann als eine der ersten Schauspielerinnen an die Berliner Schaubühne. Ab Ende der 70er Jahre spielte sie in einigen Filmen von Margarethe von Trotta mit, darunter 1981 in "Die bleierne Zeit".

Düsseldorf sagt Rosenmontagszug endgültig ab

Am Rosenmontag wird es auch im Düsseldorfer Fußballstadion keinen Corona-konformen Umzug geben. Das Comitee Carneval (CC) hat die Session nun komplett abgesagt, wie die Jecken mitteilten. Dass es keinen traditionellen Rosenmontagszug geben würde, war seit einem Treffen der rheinischen Karnevalsvertreter mit der Landesregierung im September klar. In Düsseldorf hatte man die Möglichkeit eines Umzugs durch die "Merkur Spiel-Arena", das Stadion der Fortuna, ins Spiel gebracht. Nun zieht aber das Düsseldorfer Impfzentrum in das Stadion. Die Pläne seien auch daher endgültig begraben, sagte ein CC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Prinzenpaar-Kürung wird ebenfalls ausfallen und auf November verschoben.

"Black Lives Matter" führt beim Kunstranking

Die internationale Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter" steht an der Spitze des diesjährigen weltweiten Kunstrankings "Power 100". Damit habe es erstmals eine Bewegung auf Platz eins der Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten und Entwicklungen der aktuellen Kunst geschafft, berichtet das britsche Kunstmagazin "ArtReview". "Black Lives Matter" habe in der Kunstwelt auf jeder Ebene Veränderungen vorangetrieben. Denkmäler seien gestürzt worden, Galerien machten ihre Programme vielfältiger. Auf Platz zwei stieg das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa auf, das die Kasseler Documenta im Jahr 2022 kuratiert. Platz drei belegen Felwine Sarr und Bénédicte Savoy. Der senegalesische Ökonom und die in Berlin lehrende französische Kunsthistorikerin fordern die umfassende Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an die ehemaligen Kolonien.

Wieder jüdische Namen in Buchstabiertafel

Ab kommenden Herbst soll zeitweise wieder die Buchstabiertafel der Weimarer Republik gelten.Das beschloss nach Informationen der Funke Mediengruppe der Arbeitsausschuss des Deutschen Instituts für Normung, DIN. Die Nationalsozialisten hatten 1934 alle jüdischen Namen aus der damaligen Buchstabiertafel getilgt. Aus "D wie David" wurde zum Beispiel "Dora", aus "N wie Nathan" wurde "N wie Nordpol". 1950 wurden bei einer Überarbeitung die meisten gestrichenen Namen nicht wieder aufgenommen. Ab Sommer 2022 soll dann eine neue Buchstabiertabelle gelten, für die voraussichtlich überwiegend Städtenamen verwendet werden.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2021
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur