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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. Dezember 2020

Gedenken an Brandts Kniefall in Warschau vor 50 Jahren

In Warschau wird am Montag des Kniefalls von Willy Brandt vor 50 Jahren gedacht. Der Chef des Bundespräsidialamts, Stephan Steinlein, und der Leiter der polnischen Präsidialkanzlei, Krzystof Sczerski, legen anlässlich des Jahrestages einen Kranz vor dem Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos nieder. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt die historische Geste Brandts in einer Videobotschaft. Der damalige Bundeskanzler Brandt hatte am 7. Dezember 1970 als erster westdeutscher Regierungschef nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die polnische Hauptstadt besucht. Am Ehrenmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto von Warschau legte Brandt einen Kranz ab, kniete dann plötzlich nieder und verharrte eine halbe Minute schweigend. Das Bild des Kniefalls von Warschau wurde zum Symbol für die deutsch-polnische Aussöhnung.

Marion-Dönhoff-Preis für Margrethe Vestager

EU-Vizekommissionspräsidentin Margrethe Vestager ist mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet worden. Laut Jury erhielt Vestager den Hauptpreis, weil sie als Vizepräsidentin und Wettbewerbskommissarin der Europäischen Kommission "mit aller Kraft für einen offenen und fairen Markt" einstehe. Bei der virtuellen Preisverleihung lobte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, Vestager als Vorbild für Frauen in Führungspositionen. Vestager stehe für eine "Art der weiblichen Führung, die viele von uns inspiriert", sagte Lagarde nach Angaben der Zeit-Verlagsgruppe. "Es ist eine Art von Leadership, die über Stereotype von männlichen und weiblichen Qualitäten hinausgeht, und sich darauf konzentriert, dass Frauen Vertrauen in sich selbst und ihre eigene Stimme als Individuum finden", betonte Lagarde. Der Marion-Dönhoff-Preis wird von der Wochenzeitung "Die Zeit", der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion-Dönhoff-Stiftung vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert.

Usedomer Literaturfestival zieht positive Bilanz von Online-Ausgabe

Mit einer moderierten Lesung von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sind am Sonntag die 11. Usedomer Literaturtage zu Ende gegangen. Wegen der Corona-Restriktionen wurden das Tourismusservicezentrum in Seebad Heringsdorf und das Literaturhaus Hamburg zu Fernsehstudios, wie das Literaturfestival mitteilte. Alle Lesungen von Freitag bis Sonntag wurden im Internet übertragen und können weiterhin auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der Usedomer Literaturtage abgerufen werden. Das diesjährige Festival stand unter dem Motto "Oh, Ihr Menschen" anlässlich der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum Ludwig van Beethovens. Am Samstag erhielt der Schriftsteller Saša Stanišić den mit 5.000 Euro dotierten Usedomer Literaturpreis 2020 für den Roman "Herkunft" stellvertretend für sein Gesamtwerk. Knapp 5.500 Zuschauer verfolgten online die Veranstaltungen.

Erich-Klabunde-Preis für den Dokumentarfilm "Kontaktsprerre"

Der Erich-Klabunde-Preis geht 2021 an die NDR-Dokumentarfilmer Timo Großpietsch und Christian von Brockhausen für ihren Film „Kontaktsperre – Hamburg im Ausnahmezustand“. Die 30-minütige Produktion dokumentiere "in unaufgeregter Weise die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Einzelnen und die Gesellschaft", sagte Marina Friedt, Vorsitzende der Jury und des DJV Hamburg. Der mit 2500 Euro dotierte Erich-Klabunde-Preis sollte eigentlich im Januar beim Hamburger Presseball verliehen werden, was aber coronabedingt ausfallen muss. Die Auszeichnung für sozial engagierten Journalismus erinnert an Erich Klabunde (1907-1950), der 1945 Gründer der damaligen Berufsvereinigung Hamburger Journalisten und später des Deutschen Journalisten-Verbandes auf Bundesebene war. Er wurde 1957 erstmals vergeben.

Holocaust-Überlebender würdigt Kniefall Brandts vor 50 Jahren

Der polnische Vize-Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees Marian Turski hat den Kniefall Willy Brandts vor dem Denkmal für die Helden des Ghettos in Warschau vor 50 Jahren als Geste eines "wahren Staatsmanns in Europa sowie weltweit" gewürdigt. Der Holocaust-Überlebende und Historiker sagte in seinem Statement,, Brandt habe während seines Besuchs am 7. Dezember 1970 in Warschau zweimal großen Mut bewiesen: "Er entschied sich entgegen einem bedeutenden Teil der öffentlichen Meinung in Deutschland, die polnische Grenze als Wiedergutmachung dessen anzusehen, was Deutschland Polen während des Zweiten Weltkriegs angetan hatte. Und er kniete vor dem Denkmal von Rapaport." Turski zitierte zudem einen SPIEGEL-Kommentar, in dem es damals hieß: "Es kniete ein ehemaliger Emigrant und Antifaschist nieder, der nicht auf die Knie hätte fallen müssen, aber er tat es für diejenigen, die niederknien sollten, aber sich dazu nicht durchringen konnten." Das Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN, dessen Beiratsvorsitzender Turski ist, würdigt den 50. Jahrestag des Gedenkens der Opfer des Holocaust durch Willy Brandt mit einer Debatte: „Erinnerung und Bewusstsein der Vernichtung in der heutigen Welt."

Geigerin Mutter unterstützt Künstler

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter spielt am Samstag in der Abendmesse im Frankfurter Dom. Damit unterstützt Mutter zusammen mit ihren Stipendiaten die Aktion "Kunst - Kultur - Kirche" der Frankfurter Stadtkirche. Mit der Kollekte der Messe sollen bedürftige Frankfurter Künstlerinnen und Künstler bedacht werden, die wegen der Corona-Krise finanzielle Einbußen haben. Im Hessischen Rundfunk sagte Mutter: Ihr sei es wichtig, diesen Raum, dem man der Musik in einem Gottesdienst gebe, zu nutzen, um für Solidarität zu werben und um Menschen einen Lichtblick, Hoffnung und emotionale Wärme zu schenken. Im Augenblick seien Kirchenräume die einzigen, in denen Musik live stattfinden könne. Im Gottesdienst werden Werke von Schubert, Mozart und Bach gespielt.

Scholz will wieder Veranstaltungen

Bundesfinanzminister Scholz hat Unternehmen ermuntert, für die zweite Jahreshälfte 2021 wieder Veranstaltungen zu planen. Wer jetzt solche Veranstaltungen plane, die dann wider Erwarten doch abgesagt werden müssten, solle dafür Ersatz bekommen, sagte Scholz dem Berliner Tagesspiegel. Zudem arbeite er an einem Förderprogramm, das Kulturveranstaltungen unterstützen solle, die wegen der Corona-Restriktionen nur von einem beschränkten Publikum besucht werden könnten und daher nicht wirtschaftlich seien.

"Hayabusa2"-Mission: Kapsel auf Erde gelandet

Eine von Wissenschaftlern mit Spannung erwartete Kapsel mit den ersten Proben aus dem Untergrund eines Asteroiden ist zur Erde zurückgekehrt. Man habe die von der kleinen Kapsel ausgehenden Funksignale empfangen, gab die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa am Samstagabend bekannt. Ein Hubschrauber stieg demnach auf, um die Kapsel in der Wüste des Woomera-Testgeländes für Luft- und Raumfahrt im Süden Australiens zu suchen. Forscher erwarten in dem Behältnis 4,6 Milliarden Jahre altes Material vom Asteroiden Ryugu, das aus der Frühzeit des Sonnensystems stammt. Die Kapsel war von der japanischen Raumsonde "Hayabusa2" im Vorbeiflug abgetrennt und Richtung Erde geschickt worden. Forscher hoffen, durch Analyse der Proben den Ursprüngen des Sonnensystems und des Lebens auf der Erde auf die Spur zu kommen.

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