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Kulturnachrichten

Dienstag, 31. Dezember 2019

Opernregisseur Harry Kupfer gestorben

Der bedeutende Regisseur Harry Kupfer ist tot. Der langjährige Chef der Komischen Oper Berlin starb am Montag nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in seiner Heimatstadt, wie sein Management Arsis am Silvestertag in Wien mitteilte. Der gebürtige Berliner begann seine Karriere 1958 in Stralsund in der ehemaligen DDR. Kupfer stieg über Karl-Marx-Stadt, Weimar und Dresden zum Chefregisseur der Komischen Oper auf, die er ab 1981 für 21 Jahre künstlerisch prägte. International begann sein Weltruhm mit der Inszenierung des "Fliegenden Holländer" 1978 in Bayreuth, dem 1988 dort gemeinsam mit Daniel Barenboim "Der Ring des Nibelungen" folgte. Seine letzte Inszenierung war zugleich seine Heimkehr an die Komische Oper, wo er im Frühjahr 2019 noch Händels "Poro" gestaltete.

Journalismusmuseum Newseum in Washington schließt

Das Journalismusmuseum "Newseum" in Washington wird zum Jahresende wegen zu geringer Einnahmen geschlossen. Demzufolge wird das Museumsgebäude für mehr als 370 Millionen Dollar an die Eliteuni Johns Hopkins University verkauft. Die Ausstellungsstücke über Geschichte und Gegenwart des Journalismus sollen zunächst abgebaut und eingelagert werden. Deren Zukunft sei noch offen, sagte Museumssprecherin Sonya Gavankar: Möglich wären ein neues Museumsgebäude, eine Wanderausstellung oder nur noch ein Internetauftritt. Das 2008 eröffnete moderne Medienmuseum hatte sich die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit auf die Fahnen geschrieben, ohne dabei unkritisch zu sein. Journalistische Fehltritte und Fehlentwicklungen wurden in den Ausstellungen ebenso thematisiert wie Enthüllungsberichte von Reportern. Bei hunderten Konferenzen und anderen Veranstaltungen wurde kontrovers diskutiert - und das über Parteigrenzen hinweg, betonte Gavankar. Es sei schade, dass es jetzt schließe, fand eine der Besucher: "Im gegenwärtigen politischen Klima ist es so wichtig, dass Kinder mit Medien umgehen können und lernen, welchen Wert eine freie Presse hat." Das Museum lockte in den zwei Jahrzehnten rund zehn Millionen Besucher an.

Fontane-Festspiele ab 2020 jährlich

Die Fontane-Festspiele in Neuruppin werden ab 2020 jährlich zu Pfingsten veranstaltet. Bislang gab es die Veranstaltungen zu dem Literaten Theodor Fontane alle zwei Jahre. "Als wir die Festspiele 2010 aus der Taufe hoben, haben wir uns die Präsentation eines 'modernen' Fontane auf die Fahnen geschrieben", sagte Uta Bartsch, Geschäftsführerin der Fontane-Festspiele. Mit zeitgenössischen Künstlern und Künsten werde die Person Fontanes mit ihren vielfältigen Facetten zum Funkeln gebracht, so Bartsch. Neues sei hinzugefügt und Altes über Bord geworfen worden. Zugleich sollen aber auch die Erwartungen eher traditionell orientierter Fontane-Enthusiasten erfüllt werden. 2020 stehen demnach unter anderem das Fontane-Lyrik-Projekt, das Europäische Festival der Reiseliteratur "Neben der Spur" oder literarische Fontane-Stadtspaziergänge auf dem Programm. Das bereits 2019 erfolgreich erprobte Höfe-Projekt "Hereinspaziert" wird fortgesetzt. Zudem laufe das neu gegründete Poesiefestival "Pop und Petersilie", kündigte Bartsch an. Fontane wurde in Neuruppin geboren und verlebte dort seine Kindheit.

Grütters sieht neue Berlinale-Spitze unter Druck

Rund zwei Monate vor der 70. Ausgabe der Berlinale sieht Kulturstaatsministerin Grütters die neue Leitung des Filmfestivals unter hohem Erwartungsdruck. Sie hoffe, dass sich beim Wettbewerb eine etwas andere kuratorisch-künstlerische Note artikuliere, sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur. Insofern rechne sie damit, dass es im Wettbewerb und auch in den weiteren Sektionen programmatische Veränderungen gebe. Nach Einschätzung der CDU-Politikerin wird von einer Berlinale-Direktion immer erwartet, dass sie das Publikum begeistert - und auch weiterhin 330 000 Karten in elf Tagen verkauft. Grütters sieht das Filmfestival umfassend unterstützt: "Mit 10,4 Millionen Euro allein vom Bund ist das neue Leitungsteam Rissenbeek und Chatrian jetzt zum Start seiner Amtszeit und zur 70. Berlinale gut ausgestattet". Die 70. Berlinale beginnt am 20. Februar. Mit Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek hat das Festival nach dem bisherigen Leiter Dieter Kosslick nun eine Doppelspitze.

Schauspieler Jan Fedder gestorben

Der Schauspieler Jan Fedder ist tot. Er starb im Alter von 64 Jahren in Hamburg. Wie die Polizei bestätigte, wurde der Fernseh-Star am frühen Abend tot in seiner Wohnung gefunden. Als "Großstadtrevier"-Polizist Dirk Matthies sorgte er über Jahrzehnte in der ARD-Dauerserie für Recht und Ordnung auf St. Pauli. Fedder wirkte in mehr als 400 Produktionen mit, wobei vor allem seine unverwechselbare Stimme und sein norddeutscher Akzent zu Markenzeichen wurden. Für seine Darstellung in "Der Mann im Strom" erhielt der gebürtige Hamburger 2006 den Deutschen Fernsehpreis.

Monty-Python-Star Neil Innes gestorben

Der Schauspieler Neil Innes von der britischen Comedy-Gruppe Monty Python ist tot. Er sei am Sonntagabend im Alter von 75 Jahren gestorben, bestätigte sein Vertreter Nigel Morton. In einer Mitteilung von Innes' Familie hieß es, er sei unter natürlichen Umständen unerwartet und schnell gestorben. Sein Intellekt und seine Suche nach der Wahrheit hätten alle inspiriert, und seine Musik und Lieder jedermanns Herzen berührt. Innes schrieb Songs für den bekannten Monty-Python-Film "Die Ritter der Kokosnuss", erschien in "Das Leben des Brian" und tourte in Großbritannien und Kanada mit der Truppe. Außerdem war Innes Mitglied der The Bonzo Dog Doo-Dah Band, später umbenannt in The Bonzo Dog Band. Für deren Lied "I'm The Urban Spaceman" gewann Innes den britischen Ivor-Novello-Musikpreis.

Verdacht im Fall des gestohlenen Beethoven-Porträts

Im Fall eines gestohlenen Beethoven-Porträts ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden. Es handele sich um einen 28 Jahre alten Mann, teilte die Polizei mit. Das Porträt ist ein Werk des Pop-Art-Künstlers Jim Avignon, der es im Rahmen eines "Beethoven-Marathons" in der Bonner Oper gemalt hatte. In der Nacht danach war es von einem bisher Unbekannten abgehängt, zusammengerollt und mitgenommen worden. Einen Tag später, am 23. Dezember, warf ein auffallend großer Mann es in das Foyer der Oper und rannte weg. Jetzt ist dieser Mann nach Angaben der Polizei identifiziert.

"Bildende Kunst ist kommentarsüchtig geworden"

Die Bildende Kunst ist seit drei Jahrzehnten in der Krise, sagt Robert Kudielka, Kunstwissenschaftler und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste. Die künstlerischen Mittel, das Vokabular der bildnerischen Kunst sei nicht mehr weiterentwickelt worden, beklagt er im Deutschlandfunk Kultur. Stattdessen sei Bildende Kunst kommentarsüchtig geworden. Themen wie Gender oder Migrationsproblematik rückten laut Kudielka in den Vordergrund und beförderten eine Bekenntniskunst. So könnten keine bedeutenden Kunstwerke mehr entstehen, "in denen für die Menschen etwas artikuliert wird, was zeitgenössisch ist, was sie so aber noch nicht gefunden, gefühlt haben und was wichtiger ist als die aktuellen Inhalte". Diese Inhalte sind, so Kudielka, besser bei den Journalisten und in Debatten aufgehoben.

Fontanejahr endet am 200. Geburtstag des Dichters

Mit dem 200. Geburtstag des Dichters Theodor Fontane ist am 30. Dezember das Fontanejahr zu Ende gegangen. In Fontanes Geburtsstadt Neuruppin fand dazu eine Feier und die Verleihung der Fontane-Kulturpreise statt. Im Zentrum des Jubiläumsjahres und der mehr als 400 Veranstaltungen standen die Fontanestadt Neuruppin mit zahlreichen Projekten sowie das Themenjahr des Netzwerks "Kulturland Brandenburg". "Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt", sagte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Es sei gelungen, Fontane zu entstauben und im Spiegel des 21. Jahrhunderts zu betrachten. Knapp eine Million Besucher seien auf seinen Spuren gewandelt. Das Land unterstützte das Jubiläumsjahr mit rund zwei Millionen Euro. Dazu kam eine Million Euro von der Kulturstiftung des Bundes.

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