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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. Dezember 2019

Iranischer Sufi-Führer mit 92 Jahren gestorben

Der langjährige Führer der Religionsgemeinschaft der Sufis im Iran, Nurali Tabandeh, ist tot. Er sei nach schwerer Krankheit in Teheran gestorben, berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Isna. Der Sufismus ist eine uralte Form des islamischen Mystizismus, die von den schiitischen Hardlinern im Iran als Irrglaube abgelehnt wird. Tabandeh übernahm vor fast drei Jahrzehnten die Führung des Sufi-Ordens im Iran. Zuvor war der promovierte Jurist mit einem Doktortitel der Universität von Paris kurzzeitig auch stellvertretender Kulturminister der Islamischen Republik gewesen.

Disney streicht lesbischen Kuss aus "Star Wars"

Eine Szene mit einem lesbischen Kuss wurde in Singapur aus dem neuen "Star Wars"-Film geschnitten. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, hat der Disney-Konzern die Verantwortung für das Streichen der Szene übernommen, um die Freigabe des Films für jüngere Zuschauer zu erreichen. Im neunten Teil der "Skywalker-Saga" küssen sich zwei weibliche Nebenfiguren. Es ist die erste gleichgeschlechtliche Liebesszene in der langen Geschichte der "Star Wars"-Filme.

Frankreich will seltenes Gemälde im Land behalten

Frankreich will das für gut 24 Millionen Euro versteigerte Gemälde "Der verspottete Christus" des italienischen Vorrenaissance-Malers Cimabue im Land behalten. Das Bild soll für eine öffentliche Sammlung angekauft werden. Wie das Kulturministerium bestätigte, wurde ein Beauftragter des neuen Besitzers bereits informiert. Das kleine Gemälde zeigt auf einem Goldgrund Christus inmitten einer Menschenmenge. Werke von Cenni di Pepo (ca. 1240 bis 1302), wie Cimabue eigentlich hieß, sind sehr selten. Der Florentiner Maler und Mosaikkünstler gilt als eine der größten Figuren der italienischen Vorrenaissance. Das Werk war im Oktober versteigert worden.

Rom plant Ausstellung zum 500. Todestag Raffaels

Italien wird im kommenden Jahr mit einer Großausstellung an den 500. Todestag des Malers Raffael erinnern. Die Schau mit mehr als 200 Werken solle am 5. März in den Scuderie del Quirinale eröffnet werden, teilten die Organisatoren mit. Dabei seien Zeichnungen und Gemälde zu sehen, die noch nie gemeinsam gezeigt wurden. Allein die Uffizien in Florenz stellen als Mitorganisator mehr als 40 Werke zur Verfügung. Auch der Pariser Louvre, der Madrider Prado und die National Gallery in London steuern Werke bei. Die Ausstellung endet am 2. Juni. Raffael starb am 6. April 1520 im Alter von nur 37 Jahren. In Deutschland ist er vor allem durch die "Sixtinische Madonna" bekannt, die in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden gezeigt wird.

Gehirn laut Forscher überfordert im digitalen Zeitalter

Das menschliche Gehirn ist nach Einschätzung des Juristen Thomas Fetzer noch nicht auf die Informationsflut im digitalen Zeitalter eingestellt. Er glaube jedoch, dass die Menschen sich darauf einstellen könnten, sagte er im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Fetzer leitet einen Forschungsverbund, der sich mit den Auswirkungen des Internets befasst. Das Internet biete im Hinblick auf persönliche Autonomie zwar viel Transparenz, verbessere also die Entscheidungsgrundlagen, so der Forscher. Die dortigen Informationsvermittler verfolgten aber teilweise eigene Interessen und würden nicht unbedingt neutral informieren. Zudem mache allein die Verfügbarkeit von Wissen den Einzelnen nicht klüger. "Der Abgesang auf Tageszeitungen ist verfrüht, denn sie filtern Informationen, die für mich relevant sind." Der Forschungsverbund wolle künftig auch mit Bürgern in Dialog treten und Ängste, Befürchtungen oder Hoffnungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung untersuchen. Staat und Gesellschaft hätten die Aufgabe, die aktuellen Entwicklungen positiv zu begleiten, betonte der Forscher.

Soziologe wirbt für neue Sicht auf Weihnachten

Der Soziologe Armin Nassehi wirbt für eine neue Sicht auf das Weihnachtsfest. Die Menschen sollten Weihnachten "nicht so selbstverständlich nehmen und auch nicht so schlecht wegkommen lassen", schreibt er in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Welt". Dem Fest gelinge es bis heute, "alle Systeme herunterzufahren, den Hochmut der großen Sprecher wenigstens zeitweise, wenn nicht verstummen, so doch leiser werden zu lassen und die Mächtigen wenigstens kurz auf Normalmaß zu reduzieren". Nassehi erinnerte an den "Weihnachtsfrieden" 1914, als verfeindete Soldaten im Ersten Weltkrieg ab dem 24. Dezember eine nicht autorisierte Waffenruhe einhielten. Dies seien die "vielleicht beeindruckendsten Szenen" eines "weihnachtlichen Protests gegen den Hochmut der Mächtigen" gewesen, schreibt Nassehi.

Türkischer Kulturmäzen Kavala bleibt in Haft

Im Prozess um die Istanbuler Gezi-Proteste muss der Unternehmer und Kulturmäzen Osman Kavala in Haft bleiben. Das hat ein türkisches Gericht entschieden. Die Richter nannten dafür zwei Gründe: Fluchtgefahr und eine bisher fehlende Übersetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Das Organ hatte die Türkei vor kurzem aufgefordert, Kavala aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld, zudem werfen seine Anwälte dem Gericht Formfehler vor. Laut Anklageschrift soll Kavala die Gezi-Proteste 2013 finanziert haben und auch am gescheiterten Militärputsch 2016 beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft fordert dafür lebenslange Haft. Der Prozess soll am 28. Januar fortgesetzt werden.

Bisher unbekanntes Lowry-Gemälde wird versteigert

Ein Gemälde des englischen Malers LS Lowry, über dessen Existenz bis vor kurzem nichts bekannt war, wird im Januar versteigert, teilte das Auktionshaus Christie’s mit. Für das Gemälde mit dem Titel „The Mill, Pendlebury" wird ein Erlös von 1 Million Euro erwartet. Auf dem Bild ist eine alte Spinnerei in der Stadt Pendlebury zu sehen. Auktionator Nick Orchard sagte dem britischen Guardian, dass es sich um ein typisches Lowry-Gemälde handle, und dass es aus einer frühen Periode seines Schaffens rühre. Lowry ist berühmt für seine naiven Darstellungen, des Lebens in industriellen englischen Regionen am Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Laufe seines Lebens schuf er über 1000 Gemälde und 800 Zeichnungen. Er lehnte im Laufe der Jahre fünfmal die Verleihung von Ehrentiteln durch die britische Königsfamilie ab.

Neue Kulturministerkonferenz hat sich bewährt

Die neue Kulturministerkonferenz hat sich aus Sicht ihres ersten Vorsitzenden, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, bewährt. Sie habe beim Umgang mit dem kolonialen Erbe und der Kunst- und Kulturfreiheit erfolgreich gearbeitet, sagte Brosda gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Es hat sich sehr gelohnt, dass wir diese Konferenz gegründet haben, weil wir das, was wir allein in diesem Jahr an Entscheidungen getroffen haben, wahrscheinlich nicht hinbekommen hätten, wenn wir in den klassischen Strukturen der Kultusministerkonferenz geblieben wären". Auch im Verhältnis zum Bund sei es hilfreich, dass man koordinierter und partnerschaftlich miteinander spreche und nicht nur allgemeinen Unmut austausche. Brosda sprach sich dafür aus, aus Länderperspektive heraus gemeinsame Institutionen zu schaffen. Als Beispiel nannte er die Kulturstiftung der Länder. Zum Jahreswechsel gibt Brosda turnusgemäß den Vorsitz der Kulturministerkonferenz ab. Nachfolger wird der bayerische Minister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler.

Mehr Aufmerksamkeit für persönliche Schicksale

Oscarpreisträgerin Caroline Link wünscht sich beim Umgang mit Flüchtlingen mehr Aufmerksamkeit für die persönlichen Schicksale Einzelner. "Man muss sich immer wieder klarmachen, dass das alles Menschen mit einer individuellen Geschichte sind. Menschen, die lieben, streiten, lachen, weinen und vielleicht sogar ein Lieblingskuscheltier haben", sagte die Münchnerin der Deutschen Presse-Agentur zum Kinostart ihres neuen Films "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl". Der Film nach dem gleichnamigen Jugendbuch von Judith Kerr kommt am 25. Dezember in die Filmtheater. Die deutsch-britisch-jüdische Schriftstellerin hatte darin ihre eigene Fluchtgeschichte aus dem nationalsozialistischen Berlin festgehalten. Das Buch erhielt 1974 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

28.000 Union-Fans beim Weihnachtssingen

Weihnachtsgeschichte, Weihnachtsmann und natürlich ganz viele Weihnachtslieder: Am Tag vor Heiligabend haben die Fans des 1. FC Union Berlin wieder das traditionelle Weihnachtssingen veranstaltet. 28.500 Menschen waren im Stadion An der Alten Försterei dabei. Zu den ersten Liedern gehörten "Guten Abend, schön' Abend", "O du fröhliche" und "Sind die Lichter angezündet". Doch zwischendurch wurden auch immer wieder Fußball-Gesänge angestimmt. Das Weihnachtssingen der Eisernen gilt als Original, deutschlandweit gibt es inzwischen viele Nachahmer.

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