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Kulturnachrichten

Montag, 23. Dezember 2019

"Konkret"-Herausgeber Hermann L. Gremliza ist tot

Der Herausgeber des Hamburger Monatsmagazins "Konkret", Hermann L. Gremliza, ist tot. Er sei am 20. Dezember im Alter von 79 Jahren in der Hansestadt gestorben, teilte Verlagsgeschäftsführerin Katrin Gremliza am Montag mit. Das Magazin sieht sich als "einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands". Für großes Aufsehen sorgte 1987 Gremlizas Auseinandersetzung mit dem Autor Günter Wallraff. Gremliza behauptete, dass er für Wallraff dessen Buch über die "Bild"-Zeitung" ("Der Aufmacher") geschrieben habe. Wallraff bestritt diese Angabe damals im Kern zwar nicht, bezeichnete Gremliza aber als Neider. Der Verleger begann seine journalistische Laufbahn als Redakteur beim Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Aufgrund eines Konflikts um die Mitbestimmung im Verlag gab er Ende 1971 seine leitende Funktion im Ressort Politik dort auf und wechselte zum "Konkret"-Verlag. Als dieser 1973 in Konkurs ging, kaufte Gremliza den Titel und gründete den Verlag 1974 neu. Auch Theodor W. Adorno, Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger und Jan Philipp Reemtsma haben für "Konkret" geschrieben.

Österreichischer Bildhauer Bertoni gestorben

Der österreichische Bildhauer Wander Bertoni ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Bertonis Werke sind in Österreich an vielen öffentlichen Plätzen sowie in Museen und Galerien zu sehen. Der gebürtige Italiener war im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiter nach Österreich gekommen. Er studierte beim Bildhauer Fritz Wotruba. Rund 30 Jahre lang leitete er die Meisterklasse für Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Auf einem sechs Hektar großen Gelände legte Bertoni in seiner Heimatgemeinde Winden am See ein Freilichtmuseum mit einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Skulpturenpark mit vielen Großplastiken an.

Fridays for Future löst mit Tweet Empörung aus

Ein satirisch gemeinter Tweet der Bewegung Fridays for Future über den Generationenkonflikt bei Klimafragen hat im Internet heftige Reaktionen ausgelöst. "Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei", schrieb die Fridays for Future Germany-Gruppe heute auf Twitter. Nach gut fünf Stunden waren rund 2500 Kommentare unter dem Beitrag - viele Nutzer zeigten sich wütend, manche aber auch amüsiert. Lockerer sah das die Initiative Grandparents for Future: "Immerhin haben die Kids auch nach diesem Klimakatastrophen-Jahr den Humor nicht verloren", schrieb die Gruppe auf Twitter. Nichtsdestotrotz entschuldigten sich die jungen Klimaaktivisten wenig später: "Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, die sich durch unseren satirisch gemeinten Tweet heute Morgen verletzt gefühlt haben. Auch die tolle Unterstützung unzähliger Großeltern wollen wir nicht geringschätzen."

Gerhard-Richter-Bild gestohlen

Es sollte für einen guten Zweck verkauft werden, jetzt ist es verschwunden: Die Polizei Köln sucht einen Druck des weltberühmten Künstlers Gerhard Richter. Der mögliche Verkaufserlös von etwa 15 000 Euro sollte dem Verein "Kunst hilft geben" zu Gute kommen, der sich für Arme und Wohnungslose einsetzt. Das gestohlene Werk ist eine Edition des Gemäldes "Die Kerze", handsigniert und datiert vom Künstler. Da es dadurch einzigartig sei, könne der Dieb nicht weit kommen, sagt der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Dirk Kästel. Bei dem Werk handle es sich um einen "hochwertigen Kunstdruck", das Original habe einen Wert von über zehn Millionen Euro, so Kästel. Das Verschwinden des Werks am vergangenen Samstag sei "sehr dubios", sagte Kästel. Es habe an den Türen des Kölner Restaurants, in dem die Edition hing, keine Einbruchspuren gegeben.

Anstieg von Weihnachtsartikelimporten von 12 Prozent

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr 12 Prozent mehr Christbaumkugeln, Lametta und andere Weihnachtsartikel gekauft als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im Jahr 2018 etwa 17.720 Tonnen Weihnachtsartikel im Wert von rund 143 Millionen Euro nach Deutschland geliefert. Der Hauptanteil der Importe stammt dabei aus China (72 Prozent). Im Jahr 2018 exportierte Deutschland weniger Weihnachtsbäume ins Ausland, nämlich 742.000, das entspricht einem Minus von 17 Prozent. Hauptabnehmer sind die Niederlande mit 209.000 Christbäumen. Die meisten deutschen Weihnachtsbäume stammten 2018 aus Nordrhein-Westfalen.

Publikumsmagnet Banksy-Krippe in Betlehem

Seit dem Wochenende ist im Walled Off Hotel von Betlehem eine neues Werk des britischen Streetart Künstler Banksy zu sehen und es ist bereits ein Publikumsmagnet. "Scar of Bethlehem" zeigt Maria, Josef und das Jesuskind in der Krippe - das Set der bekannten christlichen Darstellung ist aber Israels Sperrzaun zum Westjordanland und ein wie ein Stern geformtes Einschussloch befindet sich über der Heiligen Familie. Hotelmanager Wisam Salsaa: "Wir sehen, dass da eine Narbe ist", sagte er über das ausgestellte Stück. "Ein Loch in der Mauer kennzeichnet die Mauer und das Leben in Bethlehem." Der Künstler versuche, die Welt daran zu erinnern, dass die Menschen in Bethlehem die festliche Zeit nicht wie der Rest der Welt begehen könnten, obwohl Weihnachten dort begonnen habe.

Syriens christliche Gemeinschaft dauerhaft zerstört

Der fast neunjährige Bürgerkrieg in Syrien hat die christlichen Gemeinschaften in dem Land nach Ansicht des Religionsexperten Otmar Oehring massiv und nachhaltig zerstört. Man könne davon ausgehen, dass mehr als 700.000 der einst bis zu 1,2 Millionen syrischen Christen ins Ausland geflohen seien, sagte der Koordinator für Internationalen Religionsdialog der Konrad-Adenauer-Stiftung der Deutschen Presse-Agentur. "Die sind praktisch für Syrien verloren, sie werden nicht zurückkehren." Die christliche Minderheit soll vor Ausbruch des Bürgerkrieges im März 2011 nach Schätzungen zwischen vier und sieben Prozent der syrischen Bevölkerung ausgemacht haben.

Noch keine heiße Spur zu Dresdener Juwelendieben

Knapp einen Monat nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden fehlt den Ermittlern immer noch eine heiße Spur zu den Tätern. Inzwischen seien 1.100 Hinweise aus dem In- und Ausland eingegangen. Unter den davon geprüften sei aber nicht der entscheidende gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Es gingen aber weiter viele Informationen bei der Sonderkommission "Epaulette" ein, die ebenso ausgewertet würden wie die über 700 Spuren von drei Tatorten. Zwei Unbekannte waren am 25. November gewaltsam in das berühmte barocke Schatzkammermuseum eingedrungen und hatten gut zwei Dutzend Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten erbeutet. Das Museum ist seitdem geschlossen.

Friedländer eröffnet Chanukka-Fest in Berlin

Das acht Tage dauernde jüdische Chanukka-Fest hat begonnen. In Berlin entzündete die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer gestern das erste Licht an Deutschlands größtem, fast zehn Meter hohen Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Merkel den Juden ein friedvolles Fest gewünscht. Die vielerorts angezündeten Lichter zeugten davon, dass "wir heute in Deutschland wieder ein blühendes jüdisches Leben haben und das Lichterfest vielerorts gemeinsam feiern", teilte sie mit.

Modeschöpfer Emanuel Ungaro gestorben

Der Modeschöpfer Emanuel Ungaro ist tot. Wie am Sonntag bekannt wurde, starb der Designer bereits vorgestern im Alter von 86 Jahren in Paris.
Ungaro galt als ein Couturier der alten Schule. Er zeichnete keine Skizzen, sondern arbeitete den Stoff direkt auf den Körper eines Models. Stars wie Gena Rowlands, Catherine Deneuve oder Isabelle Adjani trugen seine Roben.
1965 hatte Ungaro sein Haute-Couture-Haus in Paris gegründet; das Unternehmen
teilte auf Instagram mit, der Designer werde als Meister der Sinnlichkeit und der Farben in Erinnerung bleiben. Ungaro hatte sich 2004 aus der Modebranche zurück gezogen.

Umstrittenes Berliner Museum soll neuen Namen bekommen

Das wegen hoher Baukosten von 450 Millionen Euro umstrittene Berliner Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts soll eine neue Bezeichnung bekommen. Der Präsident der zuständigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, sagte, man habe sich zunächst an die Systematik der Nationalgalerie gehalten. In der Alten Nationalgalerie sei Kunst des 19. Jahrhunderts zu sehen, in der Neuen Nationalgalerie Kunst aus dem 20. Jahrhundert. "Und das neue Museum wird Teil der Neuen Nationalgalerie sein", so Parzinger. Die für das neue Haus bisher benutzten Bezeichnungen Museum der Moderne und Museum des 20. Jahrhunderts würden vor diesem Hintergrund nicht als ausreichend trennscharf angesehen. Das Museum soll eine der wichtigsten Sammlungen mit Kunst des 20. Jahrhunderts mit Künstlern wie Beckmann, Kirchner, Höch, Paik, Tübke, Mattheuer, Genzken, Piene, Tillmans aufnehmen.

Plagiatsurteil gegen Jeff Koons bestätigt

Ein Pariser Berufungsgericht hat die Plagiatsvorwürfe gegen den US-Künstler Jeff Koons bestätigt. Aus Gerichtsakten, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, geht hervor, dass ein Urteil von vor zwei Jahren Bestand hat. Danach muss Koons den Nachfahren des französischen Künstlers Jean-François Bauret eine Entschädigung zahlen. Koons hatte bei seiner Porzellanskulptur "Naked" von zwei nackten Kindern aus dem Jahr 1988 von einer Fotografie von Bauret abgekupfert.
Koons und das Pariser Kunstmuseum Centre Pompidou, wo die Skulptur ausgestellt werden sollte, müssten Baurets Erben demnach insgesamt 20.000 Euro zahlen.

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