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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Rückkaufangebot für Dresdner Juwelen

Dreieinhalb Wochen nach dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe kursiert ein Video, in dem den Dieben für die Rückgabe der gestohlenen Juwelen 1,3 Millionen Euro angeboten werden. Der Mann, der sich als Privatdetektiv vorstellt, erklärt, ein anonymer Kunstmäzen aus dem deutschsprachigen Raum sei sein Auftraggeber, dem es darum gehe, die Zerstörung der Beute zu verhindern und die Schmuckstücke wieder an ihren angestammten Platz zu bekommen. Im Falle eines Erfolgs wolle der Mäzen seine Identität preisgeben. Nach Angaben des Dresdner Oberstaatsanwalts Jürgen Schmidt sind solche privaten Auslobungen generell zulässig.

Neue Leitlinie für Umgang mit NS-Raubgut

Für den Umgang mit NS-Raubgut haben Bund, Länder und Kommunen ihren Leitfaden aktualisiert. Die Neufassung konzentriere sich stärker als bisher auf eine grundlegende Darstellung der politischen Aspekte der Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubes, hieß es in einer Mitteilung. Die Handreichung solle an das Thema heranführen, die hohe Bedeutung der Aufarbeitung unterstreichen und diejenigen ansprechen, die mit dem Thema neu befasst sind. Die Neufassung wurde zuletzt vor zwölf Jahren überarbeitet.

Filmregisseur Petzold erhält Schillerpreis

Der Filmregisseur und Drehbuchautor Christian Petzold erhält den Schillerpreis 2020 der Stadt Mannheim. "Christian Petzolds Werke zu gesellschaftlich relevanten Themen unserer Zeitgeschichte machen ihn zu einem prägenden Regisseur der deutschen Filmkultur", sagte der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) zur Begründung laut Mitteilung. Petzold wird der mit 20 000 Euro verbundene Preis im kommenden März verliehen. Der 59-Jährige drehte unter anderem die Kinofilme "Die innere Sicherheit", "Yella" und "Transit".

Ilham Tohti mit Sacharow-Preis ausgezeichnet

Die Tochter des inhaftierten chinesisch-uigurischen Wirtschaftswissenschaftlers Ilham Tohti hat den renommierten Sacharow-Preis des Europaparlaments für ihren Vater entgegen genommen. Sie wolle ihren Vater unterstützen, auch wenn sie nicht wisse, wo er sich derzeit befinde, sagte Jewher Ilham im Plenum in Straßburg. Sie glaube fest, dass er noch am Leben sei. "Das Volk der Uiguren braucht Sie", sagte Ilham zu den EU-Abgeordneten. Die Mitgliedsländer der Europäischen Union sollten China zur Verantwortung ziehen. Dabei gehe es nicht darum, China zu bekämpfen, sondern Menschenrechte zu schützen, sagte Ilham.

DuMont hält an Zeitungsstandort Köln fest

Die Mediengruppe DuMont hält an den beiden Regionalzeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" fest. Das Medienhaus in Köln werde fortgeführt, teilte DuMont mit. Über die Zukunft der "Hamburger Morgenpost" und der "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle ist demnach noch nicht entschieden. Nächste Ergebnisse würden voraussichtlich im Januar erwartet und dann umgehend kommuniziert, hieß es. Im Februar war bekanntgeworden, dass die Kölner Mediengruppe den Verkauf ihrer Regionalzeitungen prüft. Im September war der bisher zu DuMont gehörende Berliner Verlag mit der «Berliner Zeitung» an das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich verkauft worden.

Juan Moreno ist "Journalist des Jahres"

Der freie Reporter Juan Moreno ist von der Fachzeitschrift "Medium Magazin" zum "Journalisten des Jahres 2019" gewählt worden. Moreno sei es zu verdanken, dass Ende 2018 der "Spiegel"-Journalist Claas Relotius als notorischer Betrüger entlarvt worden sei, erklärte die Jury zur Begründung in Frankfurt am Main. Moreno, der selbst überwiegend für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" arbeitet, war Relotius bei dessen Fälschungen von Artikeln auf die Schliche gekommen. Die Folgen von Morenos Recherchen prägten die Debatten über Qualitätsjournalismus weit über 2019 hinaus, hieß es.

Bertelsmann übernimmt Penguin Random House

Bertelsmann schluckt den Verlag Penguin Random House komplett. Der Medienkonzern übernimmt die restlichen 25 Prozent des britischen Mitgesellschafters Pearson für 675 Millionen Dollar, wie das Unternehmen in Gütersloh mitteilte. Mit dem Abschluss des Deals sei ab dem 2. Quartal 2020 zu rechnen. Die Transaktion sei auch für die Eigner attraktiv, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, "da sich der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis um mehr als 70 Millionen Euro jährlich erhöhen wird."

Bundespräsident würdigt Beethoven

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2020 hat Bundespräsident Steinmeier den Komponisten Ludwig van Beethoven als Vordenker für politische Freiheit gewürdigt. Das Pathos des menschlichen Strebens nach Freiheit und des menschlichen Leids, des menschlichen Triumphs der Menschlichkeit seien in seiner Musik unüberhörbar, sagte er am Dienstagabend bei einem Konzert im Schloss Bellevue in Berlin. So sei es fast eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass bei der großen Feier zum Fall der Mauer am 9. November Beethovens Fünfte Sinfonie gespielt worden sei. In dem Werk des 1770 in Bonn geborenen Musikers komme all das zum Ausdruck, was die Nation an diesem Tag bewegt habe: Kampf und Sehnsucht, Zielstrebigkeit und Geduld und schließlich Friede und Jubel. Beethovens große Kunst werde gebraucht, aber sie könne auch missbraucht werden. Dies mahne auch zur Vorsicht vor übersteigertem, unreflektiertem Pathos. Das Beethovenjahr 2020 war am Montag in Bonn offiziell eröffnet worden. Unter dem Motto "Beethoven neu entdecken" sind zum 250. Geburtstag ein Jahr lang bundesweit Tausende Konzerte und weitere Veranstaltungen geplant.

Juristische Niederlage für Snowden im Memoiren-Streit

Whistleblower Edward Snowden hat im juristischen Streit um die Veröffentlichung seiner Memoiren eine Niederlage erlitten. Ein Bundesrichter im Staat Virginia befand, dass der Ex-Geheimdienstmitarbeiter gegen eine Vertraulichkeitsverpflichtung verstoßen habe, die er bei der nationalen Sicherheitsbehörde NSA und dem Auslandsgeheimdienst CIA unterzeichnet habe. Das US-Justizministerium geht zwar nicht explizit gegen die Vervielfältigung der Memoiren vor, hat aber den Zugriff auf "sämtliche Einnahmen" aus dem Verkauf beantragt. Diese Forderung stützte der Bundesrichter. In seinen Memoiren erzählt Snowden erstmals im Detail seine Lebensgeschichte und die Beweggründe für seine Enthüllungen, die 2013 die NSA-Affäre auslösten. Um seiner Verhaftung in den USA wegen Spionage zu entgehen, floh er über Hongkong nach Moskau, wo er dann politisches Asyl erhielt.

344 Filme für Top-Oscar-Sparte zugelassen

Für die Oscar-Verleihung im Februar haben sich 344 Filme für eine mögliche Nominierung in der Sparte "Bester Film" qualifiziert. Nach Angaben der Oscar-Akademie gehören zu den potenziellen Kandidaten die Comicverfilmung "Joker", das Mafiaepos "The Irishman" und das deutsch-amerikanische Historiendrama "A Hidden Life»" von US-Regisseur Terrence Malick mit dem deutschen Hauptdarsteller August Diehl. Am 13. Januar werden die Nominierungen in allen Sparten bekanntgegeben. Die Oscar-Verleihung findet am 9. Februar statt.

ZDF will Höcke nicht mehr in Talkshows einladen

Das ZDF will AfD-Politiker Björn Höcke nicht mehr als Gast in seine Talkshows einladen. Das sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem Streitgespräch, das die Wochenzeitung "Die Zeit" mit Fernsehzuschauern organisierte hatte. Die Medien hätten "niemanden zu erziehen", führte Frey aus, "aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen." Wer bei der Landtagswahl in Thüringen im Oktober Höcke gewählt habe, habe "bewusst rechtsextrem" gewählt, sagte der ZDF-Chefredakteur. Höcke selbst hatte im September in einem Interview mit dem ZDF von einer "Verhörsituation" gesprochen und darauf bestanden, Antworten neu aufzuzeichnen. Als die Redaktion dies verweigerte, hatte Höcke Konsequenzen angedroht. Sollte er einmal eine "interessante politische Person" werden, werde er dem ZDF keine Interviews mehr geben.

Michael Haneke mit Großem Verdienstkreuz geehrt

Der österreichische Regisseur Michael Haneke ist in Wien mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio betonte der deutsche Botschafter in Österreich, Beste, dass Haneke als Filmemacher ein Gegenpol des Popcorn-Kinos sei. "Als europäischer Künstler schöpfen Sie aus dem Vollen der europäischen Vielfalt", sagte Beste. 2013 hatte Haneke für das Altersdrama "Liebe" den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten hatte. Auch Werke wie "Die Klavierspielerin" oder "Das weiße Band" fanden internationale Beachtung. Der in München geborene Regisseur war 2018 in den Orden "Pour le Mérite" aufgenommen worden. Protektor des Ordens mit seinen handverlesenen Mitgliedern ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Durch diese Mitgliedschaft wurde nun das bereits 2012 an Haneke verliehene Bundesverdienstkreuz 1. Klasse um eine Stufe aufgewertet.

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